Du bist hier: Serienjunkies » Serien » 1883 » 1883 1x01
1883 1x01

1883 1x01

Die Familie Dutton begibt sich auf eine Reise nach Westen durch die letzte Bastion des ungezähmten Amerikas. James (Tim McGraw) kommt in Texas an, wo er und seine Familie sich auf den Weg durch die Great Plains machen, auf der Suche nach einem neuen Zuhause und der Aussicht auf neue Chancen.

Prequel?

Um es direkt vorwegzunehmen, spielt es prinzipiell keine Rolle, ob 1883 nun als Prequel, Spin-off oder sonst was zu Yellowstone angelegt ist. Die Verbindung zur Mutterserie ist marginal und betrifft zunächst nur die Nachnamen diverser Figuren, die sich von Texas aus gen Norden aufmachen, wo James Dutton (Tim McGraw) hofft, eine bessere Heimat für sich und seine Familie zu finden. Folglich startet 1883 nicht damit, dass John Dutton (Kevin Costner) sich zu Weihnachten mit seiner Familie versammelt, um dieser über die Ursprünge der heutigen Ranch zu berichten. 1883 steht von Beginn an auf eigenen Füßen, auch wenn die mit Blick auf die ersten Szenen noch wackelig wirken.

Parallelen zu Yellowstone lassen sich allerdings zahlreiche finden, denn die Handschrift von Serienschöpfer Taylor Sheridan ist unverkennbar. So gibt es hier kaum ein „richtig“ oder „falsch“, wie es zahlreiche Westernfilme oder -Serien oft anpeilen. Der Kampf ums Überleben dominiert und da ist kein Held, kein Wunderbringer, der stets die richtigen Entscheidungen trifft. Denn alle Charaktere, die eventuell als Knight in Shining Armor fungieren könnten, werden direkt durch ihre Taten wieder diskreditiert und/oder tragen eine schattige Vergangenheit mit sich herum.

Du kannst Yellowstone: Staffel 1 (Blu-ray) jetzt sofort bei Amazon Prime Video streamen

Insofern haben wir hier eine Westernserie vor uns, die sich von vornherein auf neue Pfade begibt und erst gar nicht probiert, den sog. Wilden Westen einer Romantisierung zu unterziehen. Die präsentierte Welt ist rau und kalt, von zahlreichen Gefahren gespickt, die es zu beachten gilt, sofern man am Leben bleiben möchte. Wer jetzt aber meint, Romantik und große Träume würden gänzlich fehlen, ist auch wieder auf dem Holzweg, denn dafür nimmt uns Elsa Dutton (Isabel May) mit ihren zahlreichen Voice-Overs zu oft an die Hand, um ihre Eindrücke der Reise zu vermitteln.

Handlung

Während uns die einführende Sequenz mit Elsa direkt einen Indianerüberfall präsentiert, der die weitere Reise der Duttons heimsuchen wird (aber so weit sind wir noch nicht), kommt in den nächsten Szenen Shea Brennan (Sam Elliott) zum Zuge, der Frau und Kind an die Pocken verloren hat. Das persönliche Drama wird direkt bei allen Figuren hochgehalten und ist oft die treibende Kraft für die weitere Handlung. So auch bei James Dutton, der zu Beginn eine actionreiche Sequenz erhält, in der er sich gegen Banditen zur Wehr setzen muss, die es auf seine Pferde abgesehen haben.

Die eigentliche Handlung setzt aber erst in Fort Worth, Texas, ein. Eine ungemütliche Stadt, in der Leute auf offener Straße erschossen werden können und wo Diebe im Handumdrehen aufgehängt werden. Diesen Ort hat James für seine Familie als Treffpunkt auserwählt, während er sich bis hierher allein mit seinem Wagen durchgeschlagen hat. Seine Kinder Elsa und John (Audie Rick), seine Frau Margaret (Faith Hill) sowie Schwester Claire (Dawn Olivieri) und deren Tochter Mary Abel (Emma Malouff) treffen etwas später per Zug ein, denn von hier soll die gemeinsame Reise gen Norden starten.

Du kannst die Serie Yellowstone jetzt sofort bei Amazon Prime Video oder iTunes streamen.

Shea und Thomas (LaMonica Garrett) sind schon vorher auf James aufmerksam geworden und hätten gerne die Unterstützung von James bei ihrem Vorhaben. Dieses besteht daraus, eine (große) Gruppe von deutschen Immigranten in dieselbe Richtung zu führen, was wegen der Unerfahrenheit der Reisenden eine schier unmögliche Aufgabe zu sein scheint. Nach anfänglichem Zögern soll James aber zusagen, womit die gemeinsame Reise beginnen kann oder zumindest deren Planung.

Der echte Startschuss kommt aber erst in der zweiten Folge und bis dahin soll noch einiges passieren, was uns diese Welt näherbringt. Verluste eingeschlossen, die auch vor der Dutton-Familie keinen Halt machen und abermals aufzeigen, dass diese Westernwelt nicht gerade das Zeitalter ist, in dem man leben möchte.

Figuren

Elsa dominiert durch jedes Voice-Over und ist für den Zuschauer der größere Bezugspunkt. Ihre Ansichten sind hilfreich, aber irgendwie fehlt beim Fortschritt jeder Handlung eine Auseinandersetzung mit den jüngsten Geschehnissen. Wenn ein Angetrunkener sich da beispielsweise eingangs in das Zimmer von ihr und John verirrt, um anschließend einen Vergewaltigungsversuch zu starten, sollte das Folgen haben und ihre Monologe für uns beeinflussen. Ebenso wie andere Geschehnisse, die sich nicht einfach abschütteln lassen. Mir ist dabei nie wirklich klar, ob sie sich mit den Gefahren dieser Welt auseinandersetzt und diese wahrnimmt oder sie als gegeben hinnimmt, um sich eine bessere Zukunft zu erhoffen. Als Bezugsperson funktioniert sie daher nur bedingt, auch wenn sie mitunter sicher den Optimismus bevorzugt und dort Licht sieht, wo die meisten nur Schatten wahrnehmen, wodurch sie wiederum sympathisch bleibt.

Die meisten anderen (Haupt-)Figuren wie James oder Shea sind für mich beeindruckender, weil sie diese Welt kennen und genau wissen, worauf man achten muss. Beide haben einiges durchgemacht und wir erfahren in einem Rückblick, dass James Dutton einst für die Konföderierten bei der Schlacht am Antiertam gekämpft hat. Thomas als Kumpan von Shea - die beiden haben offensichtlich eine lange Vergangenheit, die es aber noch zu ergründen gilt - sieht als Figur ähnlich aus. Bei Margaret bleibt noch abzuwarten, wohin die weitere Reise gehen wird, während Claire bei der zweiten Folge und nach einem tragischen Verlust plötzlich aus dem Spiel ist.

Bei den Deutschen ist derweil Josef (Marc Rissman) sehr relevant, weil er der Einzige ist, der die englische Sprache versteht und übersetzen kann (seine deutschen Worte sind übrigens ohne Untertitel verstehbar, was definitiv ein Pluspunkt ist). Seine Gruppe hat aber ordentlich zu kämpfen und begeht viele Fehler, weshalb die weitere Reise nicht einfach wird und sicher weitere Verluste bevorstehen.

Ansonsten gab es einige Neuigkeiten im Vorfeld, bei denen Tom Hanks und Billy Bob Thornton genannt wurden. Als Zuschauer sollte man sich aber nicht eine allzu große Screentime der beiden Darsteller versprechen. Deren Auftritte sind kurz gehalten und fallen vergleichsweise wortkarg aus, wenngleich man sie nicht missen möchte. Während Hanks sich übrigens in seinen Szenen einigermaßen einfühlsam gegenüber einem feindlichen Soldaten zeigt, haut Thornton als Marshall ordentlich auf den Putz, was im Rahmen seiner Tätigkeit abermals aufzeigt, wie rau diese Welt doch ist.

Western, aber anders

Rein thematisch mag man viele vertraute Geschehnisse erkennen, wie sie in vorherigen Serien oder Filmen des Genres bereits behandelt wurden. Aber bei 1883 schwingt stets eine äußerst real wirkende Brutalität mit, selbst wenn nicht gekämpft oder geschossen wird. Hier reicht es aus, Flusswasser zu trinken, ohne es vorher abzukochen, um sich anschließend vor Schmerzen zu krümmen. Derartige, banale Fehler zeigen abseits von Auseinandersetzungen mit unverhofften, menschlichen Gegnern unscheinbare Gefahren auf. Außerdem wird auf Krankheiten wie Pocken oder Cholera aufmerksam gemacht, die schnell zum Damokles-Schwert für die Gruppe werden können.

Es sollen aber nicht nur die düsteren Seiten dieser Zeit aufgezeigt werden. Schließlich wollen Shea und Thomas ihren unerfahrenen Schützlingen zum Ziel verhelfen und begeben sich deshalb ins Abenteuer. Immer wieder müssen Probleme gelöst werden und wenn beispielsweise mit der Hilfe von ein paar Cowboys eine Rinderherde zusammengetrieben wird, weckt das auch beim Zuschauer die Abenteuerlust. Obendrein ist die Ausstattung großartig und die schönen Bilder der Prärie wirken mit Blick auf die Gefahren sogar noch etwas imposanter, wenn wir wissen, wovor unsere Reisenden fliehen.

Obendrein schafft es die Serie schnell, ihren Figuren eine nötige Tiefe zu verleihen, die neugierig auf die weitere Reise macht. Wir werden zwar immer wieder schockiert, wenn der nächste Schicksalsschlag auftritt oder unverhoffte Gefahren Einzug in das Leben unserer Charaktere finden. Aber umso größer fällt anschließend die Erleichterung aus, sobald die aktuelle Aufgabe geschafft oder die Gefahr überwunden wird. Nicht immer ohne Verluste, aber genau die sorgen dafür, dass wir in jeder Szene mitzittern, wenn das Drama seinen Lauf nimmt.

Fazit

Ein mehr als beeindruckender Auftakt und endlich eine Westernserie, die ihre Welt und die darin vorhandenen Gefahren äußerst ernst nimmt. Das große Abenteuer wirkt aber auch aufgrund der sehr gut ausgearbeiteten Figuren äußerst real und lässt im Handumdrehen mitfiebern, wenn sich unsere Protagonisten auf die gefährliche Reise begeben. Die Schatten mögen dominieren und stets brutal zuschlagen, wenn unverhofft ein neues Problem oder eine neue Aufgabe auf unsere Figuren zukommt. Aber umso stärker können Licht und Hoffnung wirken, wenn ein Problem gelöst oder die nächste Aufgabe bewerkstelligt wird. Von mir gibt es viereinhalb von fünf Sternen für den Auftakt. Und von Euch?

1883: Serientrailer

1883 1x01 Trailer

Schauspieler in der Episode 1883 1x01

Darsteller   Rolle
Sam Elliott …………… Shea Brennan
Isabel May …………… Elsa Dutton
LaMonica Garrett …………… Thomas
Marc Rissmann …………… Josef
Eric Nelsen …………… Ennis
Dawn Olivieri …………… Claire Dutton
Stephanie Nur …………… Melodi
Emma Malouff …………… Mary Abel Dutton
Amanda Jaros …………… Alina
Nichole Galicia …………… Street Lady
Tim McGraw …………… James Dutton
Faith Hill …………… Margaret Dutton
Audie Rick …………… John Dutton Sr.
James Hébert …………… Wade
Gratiela Brancusi …………… Noemi
Anna Fiamora …………… Risa
Pamela Mitchell …………… Red Dress
Dan Pfau …………… Calvin
Sacha Slobodyanik …………… Darius
Dean Gosdin …………… Dealer
Filip Sertic …………… Man with Smallpox
Melissa Ladd …………… Shea's Wife
Natalie Dickinson …………… Shea's Daughter
Kamen Casey …………… Bellman
Jaxon Noble Pickens …………… Boy
Ryon Marshall …………… Carriage Driver
Malcolm Stephenson …………… Nikolai
Chris Warner …………… Livery Manager
Mackinlee Waddell …………… Young Woman
Sammy DeSilva …………… Livery Worker
Vance W. Boyd …………… Stockyard Manager (as Vance Boyd)
Heath Hensley …………… Drunk Man
Jordan Walker Ross …………… Mikel
Rob Mello …………… Yuri
Neal Kodinsky …………… Valtin
Shayla Bagir …………… Sorina
Chris Bryant …………… Big Man
Jeremy Gauna …………… Warrior
Josef Bette …………… Ravi
Eric Gould …………… Daniel
Cassidy Gordon …………… Smallpox Man's Wife (as Cassidy Gordon)
Derek Lacasa …………… Scar Cheek
Shawnee C. Muncy …………… Thief
Jeff Gravley …………… Elixir Vendor
David Luttrel …………… Angry Mob
Jas Bowling …………… Alley Man
Madison Bowling …………… Alley Woman
Josh Vinyard …………… Pick Pocket
Gurie Sheffield …………… Livery Worker (as Gurie Sheffield Jr)
Sara Acosta …………… Gypsy Emigrant
Braden Balazik …………… First Class Train Passenger
Dennis Ray Bell Jr. …………… German Immigrant
Ryan Bijan …………… Gypsy
Alex Bilbrey …………… Russian Emigrant / Pioneer
Griffith Cook …………… Russian Emigrant
Mikaela Free …………… German Emigrant
Gili Sage Gould …………… German Emigrant Girl
Will Grimes …………… Well Dressed Man
Jayden Hamilton …………… German Emigrant
Andrew Heideman …………… Russian Emigrant
Ben Hicks …………… First Class Train Passenger
Kenneth Robert Howard …………… Bartender
Krisztian Kery …………… Prussian Man
Candice Faith Knight …………… Prostitute
Neil Madsen …………… Townie / Bar Patron
David McReynolds …………… First Class Train Passenger
Steven Mitchell …………… Latino Cowboy
Cameron Nichols …………… Cowboy
Reilly Oliver …………… Prostitute
Savannah Solsbery …………… Shea's Granddaughter
Tony Spurgin …………… Livery Worker
Jessica Swinney …………… German Emigrant
Dink Thomas …………… Gunfighter
Shanna Toft …………… Russian Emigrant
Barry Williams …………… Coach Train Passenger

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?