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The Winchesters 1x06

The Winchesters 1x06

Mary erhält einen Anruf von einem alten Familienfreund, der Hilfe sucht, aber als das Team eintrifft, erfahren sie, dass einige entscheidende Details ausgelassen wurden. Während Latika mit dem Dasein des Jägers hadert und ihre Zukunft in Frage stellt, beunruhigt Johns Eifer und sein Engagement für die Jagd Mary. Carlos findet sich in einer Situation wieder, die er noch nie erlebt hat, und weiß nicht, was er mit sich anfangen soll.

Art of Dying

Art of Dying ist eine recht merkwürdige Episode. Der Fall der Woche mag darauf ausgelegt sein, um unser Team - insbesondere John (Drake Rodgers) - wieder auf den rechten Weg zu führen und am Ende den Zusammenhalt zu stärken. Aber der Weg dorthin wird holprig gestaltet, was an verschiedenen Faktoren liegt. Der größte ist John Winchester, welcher von Beginn an auf Krawall gebürstet scheint und geradezu rücksichtslos mit seinen Kollegen umgeht. Das führt schließlich dazu, dass er sich allein und Hals über Kopf dem Monster stellt, welches Tracy Gellar (Audrey Marie Anderson) zu schaffen macht.

Aber auch, was das Monster betrifft, fällt die Wahl ein wenig merkwürdig aus. Zunächst soll es ein Werwolf gewesen sein, der Darla (Jaquie Schmidt) zerrissen hat. Anschließend wird mit Hilfe von Anton (Nicholas Duvernay) herausgefunden, dass eine Soucouyant hinter dem Mord stecken muss. Und schließlich erhalten wir eine Geistergeschichte um einen Jäger, der sich zu tief in die Abgründe dunkler Magie begeben hat und deshalb von seinem Team ausgeschaltet wurde. Ein bitteres Ende, welches kombiniert mit den charakterlichen Entwicklungen unserer Jäger harmonieren soll, aber doch etwas aufgedrückt wirkt.

Unsereins ist jedenfalls ein wenig zwiegespalten, was die Folge angeht. Funktioniert hat aber auf jeden Fall der Werdegang von Latika (Nida Khurshid), die John im Showdown das Leben rettet und damit unter Beweis stellt, wie wertvoll sie als Unterstützung bei der Jagd ist (woran sie vorher Zweifel hatte). Außerdem hat mir gefallen, was diese Woche mit Carlos (Jojo Fleites) angestellt wird, dem im wahrsten Sinne des Wortes die, äh, Worte fehlen, nachdem er Bekanntschaft mit Anton gemacht hat.

Familienverhältnisse sind wichtig

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich jetzt anfangen soll. Vielleicht starten wir bei Tracy, die unser Team anruft (verstecktes Scheibentelefon im Schrank - Pluspunkt!) und um Hilfe bittet, nachdem Darla getötet wurde. Sowohl Tracy als auch Darla gehörten zu einem Team sehr ähnlich des unseren. „Hunting Things, Saving People - The Family Business.“ Allerdings gab es mit Mac ein „Familienmitglied“, welches die Regeln arg gestreckt hat. So sehr, dass die anderen inklusive Tracy schließlich dafür gesorgt haben, dass Mac zusammen mit der letzten Soucouyant in einer Höhle verschüttet wurde. Schönes Team.

Und klar, nachdem Tracy endlich auspackt und alles erzählt, was damals passiert ist, machen auch die ganzen Überraschungen in Sachen Monster der Woche Sinn. Die Parallelen zu unserem Team sind dabei unverkennbar, denn jetzt steht Johns Leben auf dem Spiel, der dank seines Alleingangs von Mac besessen wird. Dank Lata gibt es einen anderen Ausgang als damals, aber auch sie muss dafür auf ihre Vergangenheit zurückgreifen und allen erzählen, weshalb sie Pazifistin geworden ist, regelmäßig meditiert und jetzt diesen unüblichen Weg wählt, um John zu retten und den rachsüchtigen Geist zu vertreiben.

Kriegstraumata scheinen dabei bestimmend zu sein. Von John kennen wir dies bereits und bei Carlos hörten wir in der Episode Masters of War eine eigene Geschichte. Bei Lata war es nun ihr Vater, der aus dem Krieg zurückkam und sich verändert hatte, was auch auf seine Tochter abfärben sollte. Eine innere Wut dominiert dabei die Figuren und muss in Zaum gehalten werden. Sicher ein interessanter Ansatz, erst recht, wenn Lata gegen Ende John erklären darf (tolle Szene), wie sie mit ihrer Wut umgeht.

In Sachen Mary (Meg Donnelly) gibt es eingangs eine große Parallele zu Tracy, die der Jagd erfolgreich Adieu gesagt hat. Wobei wir bereits wissen, dass Mary die Jagd beenden möchte - was sie uns gefühlt in jeder Episode erklärt (was in meinen Augen etwas viel ist). Jetzt gibt es also eine Person, die dem Jägerleben auf Wiedersehen gesagt hat, und zwar erfolgreich für mehrere Jahre. Kann Mary davon lernen? Leider nein, denn Tracys Ausstieg ist sicher nicht mit dem vergleichbar, weshalb Mary aussteigen möchte. Diese Parallele schwindet zusehends, weil Tracy unserem Team die wahre Geschichte von damals erstmal vorenthält. Ein weiterer Bummer ist schließlich, dass Tracy sich erneut auf die Jagd begeben will. Schicksal ungewiss.

Unser Team

Unser Team kann gegen Ende dieses Abenteuers sicher stärker hervortreten, aber ich bin nach wie vor darüber überrascht, dass der Zusammenhalt im Folgenverlauf eher mäßig ist. Das sind wir anders gewohnt, weshalb diese Episode für mich auch eher mäßig funktioniert. Aber gut, lassen wir uns mal darauf ein und schauen auf die Diskrepanzen.

Mary will raus aus dem Jägerleben und findet mit Tracy eine Person, die dies (offenbar, aber nicht wirklich) geschafft hat. Ihre Wünsche nach einem normalen Leben bleiben nach wie vor verständlich, auch wenn wir genau wissen, wie es im Supernatural-Piloten für sie enden wird (was aber eine andere Geschichte ist). Gleichzeitig ist aber klar, dass sie für John wesentlich mehr empfindet als er meint. Auch hier ist der Zuschauer im Vorteil, weil wir bereits wissen, wie es mit John und Mary weitergehen wird - früher oder später jedenfalls. Und tatsächlich kommen sich die beiden am Ende der Folge näher, was ein weiterer Pluspunkt ist. Aber sollte Mary dem Jägerleben Adieu sagen, nachdem sie nun erfahren hat, wie es für Tracy ausgegangen ist? Vermutlich nicht. Jedenfalls vorerst. Irgendwann wird sie bestimmt ihren Hut nehmen, aber das wird noch länger dauern.

John und seine Aggressionen diese Woche konnte ich derweil nicht nachvollziehen. Bereits das Gespräch mit Carlos zu Beginn, welches die Meditation von Lata unterbrochen hat, war irgendwie daneben. Dazu kommt noch der Streit mit Mary sowie Johns ungestümes Verhalten. Mag ja sein, dass Millie (Bianca Kajlich) recht behält und John die Gefahr sucht. Aber nö, diese Woche fand ich John über große Teile der Episode deplatziert und nicht nachvollziehbar. Ist ja schön und gut, wenn er der Gefahr entgegenläuft und das Jägerleben umarmt. Aber ohne Vorkehrungen und einen Plan zur Besiegung des Monsters ergibt sich hier nur planlose Aggression mit Selbstmordwunsch, was daneben ist. Hoffentlich kann Lata ihm weiterhelfen.

Latas Konflikt fand ich derweil gut getroffen. Sie ist sicher als Pazifistin nicht das stärkste Glied der Kette und spricht das gegenüber Carlos auch an. Sie zweifelt mit sich und ihrer Mitgliedschaft im Team, weil sie eben nicht auf Zerstörung aus ist und einen anderen Weg sucht. Weshalb, erfahren wir in dieser Episode im Showdown, der Lata auch ein bisschen Hintergrund gibt, was immer gut ist. Von allen Teammitgliedern hat mich Lata jedenfalls am meisten überzeugt. Erst recht, wenn sie John oder Mac am Ende helfen kann, um seine Probleme zu überwinden.

Bleibt noch Carlos, der diese Woche meist Witzfigur bleibt. Okay, er liefert auch ernste Momente im Streit mit John und an anderen Stellen. Aber in Erinnerung wird uns bleiben, dass er ein Auge auf Anton geworfen hat und zu unserer Überraschung sprachlos blieb. Die Szenen mit Anton und Carlos waren auf jeden Fall amüsant zu sehen, weil sie Carlos tatsächlich mal sprachlos zeigen. Ich hoffe, das Dinner verläuft gut. Beziehungstechnisch würde ich Carlos einen Erfolg gönnen und außerdem ist Anton mit seinen Kenntnissen über Monster sicher eine Bereicherung des Teams. Mal schauen, ob und wie es an dieser Front weitergeht.

Akrida

Was diese Woche fehlt, sind die Akrida. Rockin' Roxy (Bridget Regan) ist zwar nach wie vor im Visier unserer Jäger, aber der Fall der Woche war eine eigene Geschichte. Vorbereitet wird aber gegen Ende dennoch das Midseason-Finale, denn Carlos hat durch ein wenig Hilfe die Location des Radiosenders ausgemacht, von dem die Akrida profitieren und der von Roxy betrieben wird.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Serie weitergeht. Noch hat unser Team kein Mittel, um den Akrida Paroli zu bieten. Andererseits ist ein gewisser Samuel Campbell (Tom Welling) noch immer im Spiel und irgendwie erwarte ich auch, dass wir von Henry Winchester (Gil McKinney) noch etwas sehen werden.

Fazit

Ich bin leider nicht komplett überzeugt von dieser Episode. Das Ende mag funktionieren und dem Team weiterhelfen, aber den Weg dorthin würde ich als mindestens holprig bezeichnen. Sowohl charakterlich als auch storytechnisch. Schlecht war die Folge trotzdem nicht, weshalb ich diese Woche drei von fünf Sternen springen lasse. Und Ihr?

Schauspieler in der Episode The Winchesters 1x06

Darsteller   Rolle
Meg Donnelly …………… Mary Campbell
Drake Rodger …………… John Winchester
Nida Khurshid …………… Latika Desai
Jojo Fleites …………… Carlos Cervantez
Demetria McKinney …………… Ada Monroe (credit only)
Bianca Kajlich …………… Millie Winchester (credit only)
Audrey Marie Anderson …………… Tracy Gellar
Nicholas Duvernay …………… Anton
Jacquie Schmidt …………… Darla
Taryn Terrell …………… Soucouyant
Jensen Ackles …………… Dean Winchester (voice)

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