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Die Helden der Nation 1x01

Die Helden der Nation 1x01

Wir schreiben das Jahr 1959, und Russland gewinnt das Rennen im Weltraum. Um am Wettbewerb teilzunehmen, gründen die Vereinigten Staaten die NASA und rekrutieren die besten Testpiloten der Nationen. Dies werden später die Gruppe der Merkur-Astronauten bilden. Zu diesen Testpiloten gehören der Goldjunge John Glenn (Patrick J. Adams), der rücksichtslose Alan Shepard (Jake McDorman) und Lt. Gordon Cooper (Colin O'Donoghue), dessen gescheiterte Ehe ihn einen Platz im Programm kosten könnte.

Ursprünglich wurde The Right Stuff (deutscher Titel: „Die Helden der Nation“) für den US-Sender National Geographic erschaffen. Da aber Streamingdienste immer wichtiger und Kabelsender in der Firmenstrategie vieler großer Konglomerate immer unwichtiger werden, landete das neue Serienformat nun doch bei Disney+, bei welchem es nun wöchentlich ausgestrahlt wird. Acht Teile sind geplant. Die Serie basiert auf dem Buch von Tom Wolfe, das bereits einmal zu einem Spielfilm wurde.

Worum geht es in The Right Stuff?

Wie schon die ersten Minuten der Auftaktfolge deutlich machen, stehen besonders zwei Männer im Zentrum. Major John Glenn (Patrick J. Adams, Suits), ein gepriesener Testpilot und Familienmensch mit festen Prinzipien, und Lieutenant Commander Alan Shepard (Jake McDorman, Limitless), einer der besten Testpiloten der Navy-Geschichte, der allerdings auch einen rücksichtslosen Ruf genießt. Während wir anfangs kurz die Minuten vor dem Start des Raumschiffs sehen, das sie am 5. Mai 1961 zu Berühmtheiten macht, blicken wir kurze Zeit später ganze zwei Jahre zurück, wo die Crew zunächst von der frisch gegründeten NASA zusammengestellt wird. Aus hunderten Bewerbern, darunter den besten Testpiloten des Landes, sollen am Ende nur noch sieben werden, die im Mercury Projekt mitmischen und im Wettrennen gegen die Russen bestehen sollen. Doch bis es dazu kommt, müssen sie einige Tests über sich ergehen lassen, dabei wird sowohl ihre körperliche als auch ihre geistige Fitness überprüft. Viel Zeit bleibt dafür jedoch nicht, weil die Russen ihnen ständig im Nacken sitzen und einige Weltraumprojekte betreiben.

Zu den Mercury Seven am Ende der Auftaktfolge Sierra Hotel gehören zudem Lieutenant Gordon Cooper (Colin O'Donoghue, Once Upon a Time), der jüngste der „Mercury Seven“, der Witzbold Wally Schirra (Aaron Staton, Mad Men), der gefühlvolle Scott Carpenter (James Lafferty, One Tree Hill), der Ingenieur Deke Slayton (Micah Stock, Escape at Dannemora) und Guss Grissom (Michael Trotter, Underground).

In der ersten Episode konzentrieren sich die Macher vor allem auf Glenn und Shepard, die am ehesten nach Ruhm und einem Platz in den Geschichtsbüchern streben, allerdings bekommt auch Cooper, der insgeheim getrennt von seiner Frau und seinen Kindern lebt, etwas mehr Screentime als der Rest. Manch eine andere Figur würde man wohl dennoch (bisher) eher als Randfigur beschreiben.

Retro Vibes

© Disney+
© Disney+

The Right Stuff macht einen ordentlich Job, die Atmosphäre der 60er Jahre authentisch einzufangen. Die Ausstattung der Figuren und der Sets ist ansprechend, dazu kommt ein passender Soundtrack und auch die Darsteller könnten tatsächlich sehr gut in dieser Zeit gelebt haben. Erreicht man direkt die Klasse eines Mad Men? Sicherlich nicht, aber welcher Serie gelingt das schon? Das Thema Weltraum ist durch Serien wie For All Mankind oder Away wohl für Serienmacher wieder etwas attraktiver geworden, aber beide genannten Serien sind eher einer alternativen Historie oder sogar Low-Sci-Fi zuzuordnen, während hier tatsächliche historische Persönlichkeiten und ihre Geschichte mit einer ordentlichen Prise Dramaturgie zum Leben erweckt werden. Da spielen dann auch persönliche Probleme, wie zum Beispiel Alkoholkonsum, Untreue und ähnliche Schattenseiten der jeweiligen Persönlichkeit eine Rolle, um die Screentime auszufüllen. Manchmal blitzen sogar Momente und Themen durch, die für das brave Disney vielleicht das eine oder andere moralische Tabu brechen, wenn etwa zu viel getrunken, geflucht oder potentiell fremdgegangen wird. Aber so lange keine nackten Tatsachen oder schlimmere Schimpfworte präsentiert werden, dürfte das wohl passen. Vielleicht vertraut man auch einfach darauf, dass die Zielgruppe weiß, was sie erwartet und junge Zuschauer sich eher nicht hierher verirren.

Da die Serie doch sehr männerlastig ist, probiert man zumindest die Frauen und Familien der Astronauten in die Handlung einzuflechten. Abzuwarten bleibt, wie groß die Aufmerksamkeit sein wird, die das Drehbuch ihnen in den kommenden Folgen noch schenken wird.

Im Schnelldurchlauf wird der Castingprozess der Kandidaten gezeigt, der durchaus seine unterhaltsamen Momente hat, besonders die Trainingsmontage hat mir gefallen und mich zum Schmunzeln gebracht. Nicht nur der Wettbewerb mit der damaligen Sowjetunion, sondern auch der Astronauten untereinander ist spürbar. Denn es handelt sich, wie der Name Mercury Seven nahelegt, um ein Teamprojekt, aber im Endeffekt kann es trotzdem wohl nur einen ersten Menschen im Weltall geben und diese Ehre wollen sowohl Shepard als auch Glenn für sich verbuchen. Die Geschichtsbücher sagen uns, dass natürlich auch andere Debüts verteilt wurden.

Die schauspielerischen Leistungen sind solide und als Serienjunkie kennt man einige Darsteller wie Adams, McDorman, Lafferty oder O'Donoghue natürlich auch aus anderen Serien, so dass man sie vielleicht auf Anhieb eher mit den langlebigen alten Rollen in Verbindung bringt, aber dieses Gefühl dürfte sich hoffentlich schnell legen. Das Erzähltempo könnte sicherlich gerne noch etwas anziehen, zumal man den Stoff bereits in den 80er Jahren in einem knapp dreistündigen Film untergebracht hatte. Bleibt es bei der Lauflänge von circa 45-minütigen Folgen, dann hat man nun gut die doppelte Zeit dafür. Das dürfte ein netter Zeitvertreib für die kältere Jahreszeit werden, wenn man denn Interesse am Thema hat oder aufbringen möchte. Man kann die Serie allerdings auch sehr gut schauen und genießen, ohne je den Film gesehen oder das Buch gelesen zu haben.

Fazit

Obwohl es eigentlich wenig am Ersteindruck auszusetzen gibt, wird die Serienfassung von The Right Stuff wahrscheinlich etwas unter dem Radar vieler Serienjunkies fliegen. Zu unspektakulär scheint die Prämisse heutzutage zu sein. Dass man sich in einigen Monaten noch an sie erinnern wird, scheint unwahrscheinlich. Das sollte einen aber nicht davon abhalten, ihr eine Chance einzuräumen. Da die erste Verfilmung inzwischen 37 Jahre alt ist und damit vielleicht nicht mehr den modernen Geschmack trifft, gibt es nun diese passendere Variante mit zahlreichen bekannten Seriendarstellern, die sich noch mehr Zeit für das space race nimmt.

Hier abschließend noch der offizielle Trailer zu „The Right Stuff“:

Die Helden der Nation 1x01 Trailer

Schauspieler in der Episode Die Helden der Nation 1x01

Darsteller   Rolle
Patrick J. Adams …………… John Glenn
Patrick Fischler …………… Bob Gilruth
Eric Ladin …………… Chris Kraft
James Lafferty …………… Scott Carpenter
Shannon Lucio ……………
Jake McDorman …………… Alan Shepard
Eloise Mumford ……………
Colin O'Donoghue …………… Gordon Cooper
Jackson Pace …………… Glynn Lunney
Aaron Staton …………… Wally Schirra
Micah Stock …………… Deke Slayton
Michael Trotter …………… Gus Grissom
Nora Zehetner ……………
Rachel Burttram …………… Betty Grissom
Chandler Head …………… Cam Cooper
Joshua Ritter …………… Carl "Roy" Hutmacher
Taegen Burns …………… Laura Shepard
Lucy Capri …………… Janita Cooper
Jim Cleary …………… Senior Officer
Ellen Marguerite Cullivan …………… Glenn Neighbor
Duke Demarest …………… Officer
Steve Heinz …………… Senior Officer
David Bolinger …………… Dave Glenn (credit only)
Kyra Johnson …………… Lyn Glenn
Colby Cardoso …………… Test Pilot
Laura Ault …………… Jo Schirra
Victoria White …………… Marge Slayton (credit only)
Chris Barra …………… Reporter
Jonathan Sienkiewicz …………… Mike Test Pilot
Jade Albany …………… Rene Carpenter
Robert Curtis-Brown …………… Leo DeOrsey
Tom Hillmann …………… Dr. White
Adam Hose …………… Ricky Carsrud
Lisandro Boccacci …………… Test Pilot
Alea Figueroa …………… Carol
Ireland Frost …………… Miscelaneous crew
Clay Gibson …………… Engineer 4
Ira Grossman …………… Scientist
Dakota Haberland …………… Hotel Patron
Bill Kelly …………… Buck
Paige Patterson …………… Mary
Truett Roberts …………… Courier
Austan Sullivan …………… NASA Engineer
Erica Askew …………… Young Couple / pedestrian
Michael A. Blank …………… Air Force Officer
Dontrail Brinson …………… Blue Collar Worker
Aaron Canada …………… Photographer
Ryan Castle …………… President adviser
Matthew Chizever …………… Marty Schnellham
Eddie Craig …………… Military Officers, Shriner. Worker
Greg Engleberg …………… Mission Control
Zach Franklin …………… Rick
Shawn Genther …………… DoorMan
Brandon Gil …………… Pilot
Rod Grant …………… Hotel patron
James R. Hansen …………… Historical consultant
John Hardy …………… Doctor 2
Holland Hayes …………… T. Keith Glennan
Winston Haynes …………… Doctor #1
Cody Howard …………… Balc
John M …………… Reporter
Austin Lampe …………… NASA Staff
Austen LeTourneau …………… Courier
David Levin …………… Test Pilot
James L. Lincoln …………… Henry
Matt Marlowe …………… Hotel Clerk
John McConnell …………… Test Pilot
Joseph Meuse …………… Test Pilot
Tyler Jacob Moore …………… Bud Jennings
Andres Perez-Molina …………… Non-Military Friend
Barbara Ryan …………… Secretary
Justin Smith …………… Jimmy Reed
Ward G. Smith …………… Minister
Jeshua Vargas …………… Server
Kristen Wharton …………… Nurse Screening Rm
Matthew Williams …………… Air Force Frank

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?