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The Mandalorian 2x08

The Mandalorian 2x08

Der Mandalorian (Pedro Pascal) und seine Verbündeten versuchen eine riskante Rettungsmission.

Was passiert?

Mit Hilfe von Dr. Pershing (Omid Abtahi) finden Din Djarin (Pedro Pascal) und seine Gang das Schiff von Moff Gideon (Giancarlo Esposito), um die Rettung von Grogu anzugehen. Sie haben jedoch nicht mit der schieren Unbesiegbarkeit der finsteren Dunkeltruppen gerechnet …

Nur schnell keine Zeit verlieren

Frei nach Helge Schneider eröffnet die achte Episode etwas überraschend direkt mit der recht simplen Gefangennahme von Dr. Pershing, der auch freimütig alle benötigten Informationen über Moff Gideon, sein Schiff, die kleine Droiden-Armee an Bord und den Standort von Grogu preisgibt.

Die Macher beweisen an dieser Stelle erneut, wie wenig Interesse sie daran haben, die Episoden unnötig in die Länge zu ziehen. Natürlich kann so etwas auch die Glaubwürdigkeit strapazieren, wenn die Sprünge zu groß wirken und die Handlung zu stark vereinfacht wird. Keine Frage: Es wäre möglich gewesen, hier etwas weiter auszuholen und uns besser mitzunehmen. Machen wir angesichts dessen, was noch kommen sollte, jedoch mal eine Ausnahme. Schließlich ist die Episode für Mandalorian-Verhältnisse sogar die bisher viertlängste!

Rein!

© Disney+
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Die Übernahme des Schiffes läuft ebenfalls erstaunlich geordnet und souverän ab. Während Dins Trupp im Vorbeigehen alle Stormtrooper erledigt (das kennen wir schon…), schleicht der Held zu den Dunkeltruppen, um sie vom Einsatz abzuhalten. Da Mando dabei jedoch zu gemütlich vorgeht, gelingt einem von ihnen der Ausbruch, was uns erlaubt, die immense Zerstörungskraft dieser neuen Droiden zu erleben. Seien wir ehrlich: Gegen ein Exemplar behält Din Djarin hier die Oberhand; wenn auch denkbar knapp. Zwei von der Sorte hätten ihn vermutlich in Stücke gerissen. Dennoch: Es geht gut aus und der Rest des Droidentrupps wird ins Weltall geblasen. Oder gesogen? Ich rufe kurz mal Commander Data an.

Bo-Katan (Katee Sackhoff), Fennec (Ming-Na Wan), Cara (Gina Carano) und Co haben inzwischen die Brücke eingenommen, während es im Zellenblock zur finalen Konfrontation zwischen Din und dem Moff kommt. Dass dieser dabei sein Dunkelschwert wie ein Henker über Grogu hält, bringt ihm sicher keine neuen Sympathiepunkte ein. Doch wird auch dieser Endkampf weitestgehend problemlos beseitigt. Gideons Trick wirkt zwar zu einfach, wird aber von Din nicht durchschaut, am Ende gelingt aber auch hier der Sieg. Gute Action pflastert diesen Weg durch die Story, alles lebt von der Spannung und einer bedrohlichen Stimmung.

© Disney+
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Raus?

Mit einer Vollversammlung der Helden samt Grogu und dem finsteren Moff auf der Brücke kommt dann allerdings die Frage auf, was vom Showdown der Episode wohl noch zu erwarten ist. Die Antworten nehmen uns die Dunkeltruppen ab, die wie Heuschrecken zurück ins Schiff fliegen und sich nun den Weg zum Kommandozentrum bahnen. Schnell wird klar: Sobald sie nicht mehr nur anklopfen, sondern das Metzeln beginnen, werden nur Gideon und Grogu übrigbleiben. Was tun?

Erinnern wir uns kurz an die letzte Episode. Der kleine grüne Mann hatte letztlich erfolgreich sein Signal ausgeschickt, einen Jedi zu finden, der ihn abholen möge. Auftritt X-Flügler. Es entsteigt ein Mann im Umhang mit Kapuze, der ein grünes Lichtschwert führt. Die werden doch wohl nicht…? Überlegen wir kurz gemeinsam: Wer ist denn der einzige Jedi dieser Zeit, der noch leben könnte und ein grünes Lichtschwert führt? Wessen Auftreten wäre krass genug, dass man es auf diese epische Weise inszenieren würde? Denn episch ist das, was an dieser Stelle folgt, allemal. Die Musik, die Anspannung aller Beteiligten, das Staunen über die tödliche Perfektion, mit der diese Erscheinung Droide um Droide dahinstreckt. Das wird doch wohl nicht…?

Doch. Als alle finsteren Gesellen zerlegt sind, öffnet Din die Tür und lässt die Gestalt ein. Unglaublich, aber wahr, erleben wir hier eine digital verjüngte Version Mark Hamills, wie er nach Episode VI aussah. ER ist der Jedi, der Grogu nun offenbar unterweisen wird, er ist der Jedi, der den Ruf hörte und Din Djarins Trupp rettete. An seiner Seite: R2-D2. Mehr Fanservice ist nicht möglich.

© Disney+
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Sorry, wenn es an dieser Stelle nach Fanboy klingt, doch genau das war der Schreiber dieser Zeilen nun endgültig wieder: der kleine Junge, der Anfang der 80er-Jahre mit sechs Lenzen zum ersten Mal staunend Episode IV sah, zu Luke Skywalker aufschaute und mit ihm und seinen wunderbaren Freunden gegen das Imperium kämpfte. Hier war er nun wieder, der einzig wahre Jedi-Meister!

Sicher darf man dabei auch ein wenig das Hirn einschalten, es ganz genau nehmen und das De-Aging nicht perfekt finden. Dazu gibt es dazu wie immer die verschiedensten Meinungen im Fandom. Diesem Fan hier hat es jedoch komplett gereicht. Der Look, das Gesicht, die Stimme, die Musik - ein Gänsehautmoment für die Ewigkeit und das perfekte Finale für eine tolle Staffel (und technisch betrachtet nebenbei um Welten besser gelöst als der Auftritt von Leia in „Rogue One“.

Vergessen wir aber nicht die Verabschiedung von Din und Grogu. Noch einmal nimmt der Mandalorianer dafür vor versammelter Mannschaft seine Maske ab, diesmal um dem kleinen Mann sein Gesicht zu zeigen. Inzwischen scheint es ihm gar nicht mehr schwer zu fallen, oder? Ein wenig erinnert der Moment natürlich auch an Luke und seinen Vater, als dieser ihn bat, er würde seinen Sohn gerne ein einziges Mal mit seinen eigenen Augen sehen. Geschichte wiederholt sich eben auf unterschiedliche Art und Weise.

Staffelfazit

Nehmen wir uns nun noch kurz Zeit, auf das gesamte zweite Jahr der Serie zurückzublicken. An Machart und Struktur hat sich nichts geändert. Es gibt ein Problem der Staffel (die Hauptmission) und viele Nebenmissionen, die vom Kurs ablenken und schließlich nur dezent weiterführen. Wir treiben mit den Helden durch viele actionreiche Abstecher auf verschiedene Welten, lernen neue Verbündete und Feinde kennen, lieben und hassen und müssen dann doch jedes Mal schnell weiterreisen. Während der Oberbösewicht Moff Gideon erneut nur ein Schattendasein fristete, lief am Ende dann wie schon im ersten Jahr alles auf das Endspiel von Mandos Team und dem von Gideon hinaus; dieses Mal jedoch mit vertauschten Vorzeichen, war am Ende der ersten Staffel doch der Moff mit seinen Leuten gekommen, um Din Djarin und Co einzukesseln und Grogu zu holen.

© Disney+
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Allerdings gelang es den Machern, in fast allen Bereichen wie Pacing, Musik (einfach grandios!), Effekte und Worldbuilding noch zuzulegen. Einzig bei den Nebenfiguren und den Charakterisierungen blieb alles weitestgehend oberflächlich. Das gilt diesmal sowohl für Cara Dune (die noch am meisten zu tun bekam) als auch für Fennec Shand, die diversen (anderen) Rückkehrer aus dem ersten Jahr (wie Greef Karga, Dr. Pershing, Peli Motto) und erstaunlicherweise sogar für Boba Fett (Temuara Morrison), über den wir verwirrend wenig erfuhren und dessen Screentime sich stark in Grenzen hielt. Doch vielleicht ändert sich genau das ja mit einem neuen Projekt, das in der ersten Post-Credit-Sequenz der Serie angeteasert wurde.

Dafür wurden aber auch wieder spannende neue (oder altbekannte, je nach Blickwinkel) Figuren eingeführt, die Laune machten: Dazu gehören eindeutig Bo-Katan, deren Darstellerin Katee Sackhoff richtig Lust auf mehr machte, Ahsoka Tano (Rosaria Dawson) und natürlich Luke Skywalker. Das Universum wird dadurch zunehmend nur noch reicher und anspielungsfreudiger.

Man kann es sich leicht machen: Wer die Serie in den ersten acht Episoden bereits mochte, wird auch diesmal bestens bedient worden sein. Wer jedoch so seine Probleme mit der Kürze, der Tiefe (oder dem Fehlen selbiger) hatte, dürfte keine neuen Argumente zum Einschalten erhalten haben. Die Macher wissen was sie wollen und ziehen es weiter konsequent durch.

Viel interessanter ist allerdings die Frage, wie die Serie sich nun verändern wird. Schließlich ist die Formel „Kerl mit Helm schützt süßen Fratz“ nicht mehr länger existent. Mehr noch: Durch inzwischen drei Situationen sind wir an das wahre Gesicht des Helden schon gewohnt, was auch diesen Zauber aus dem Spiel nimmt. Zudem ist die Razor Crest Geschichte. Und mit Moff Gideon hat man den bisherigen Antagonisten, wie auch seine Dunkeltruppen, für den Moment weitestgehend demontiert. Wohin führt also der Weg? Wird Din mit Cara durchs All reisen? Oder geht er mit Bo-Katan nach Mandalor? Die Serie könnte sich stark verändern, denn alles ist offen. Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit...

Beobachtungen

© Disney+
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Die erste Post-Credit-Sequenz der Serie gibt uns einen Ausblick auf das Projekt „The Book of Boba Fett“, welches offenbar Ende 2021 auf unseren Fernsehern landen soll. In diesem Zusammenhang sehen wir auch die Behausung des verstorbenen Jabba wieder, die Boba und Fennec nun offenbar als ihren neuen Lebensmittelpunkt auserkoren haben. Man darf gespannt sein.

Insbesondere deswegen, weil genaugenommen gar nicht klar wird, ob es sich dabei überhaupt um eine eigenständige Serie handelt. Vielleicht erzählen die Macher auch im Rahmen dieser Serie die Geschichte von Boba Fett? Demnach wären die Abenteuer von Din Djarin dann vorbei oder würden nur noch am Rande ablaufen? Oder man pausiert sie? Viele Fragen für die kommenden Monate.

Ach, ein Gedanke noch: Ist es dramaturgisch sinnvoll, die Droiden derart furchteinflößend aufzubauen und dann direkt so spielerisch von Luke auseinandernehmen zu lassen? Die Macher bringen sich damit in eine Situation, nur noch schlimmere Gegenspieler zu benötigen, obwohl diese Dunkeltruppen ja wirklich ziemlich furchteinflößend waren. Nun ja, immerhin hat nicht jedes Team einen Luke. Somit dürften die schwarzen Blechheinis in Zukunft vielleicht wieder erfolgreicher abliefern können.

Technisch betrachtet

Auch wenn es zur Gewohnheit wird: Der Score ist mal wieder der Star, was in einer Episode mit Mark Hamill schon eine Aussage darstellt. Das Thema der Dunkeltruppen sowie die komplette Luke-Skywalker-Sequenz stellen vermutlich das Beste dar, was seit langer Zeit im Serienbereich zu hören war.

Fazit

Die Staffel endet mit einem Paukenschlag. Ignoriert man die letzten zehn Minuten haben wir es „nur“ mit einem krachenden, spannenden und atemlosen Actionfinish zwischen Dins Team und Moff Gideon zu tun, das visuell und insbesondere in Sache Score begeistert. Was dann jedoch passiert, hebt das Geschehen nochmal auf einen ganz anderen Level und bietet Fanservice der Extraklasse. Spätestens jetzt steht fest: Die Macht ist stark in den Machern dieser Serie. Möge sie ihnen auch weiterhin treu bleiben …

Anmerkung des Autors: Vielen Dank an alle Serienjunkies fürs Mitlesen! Ich würde mich freuen, wenn wir uns spätestens zur dritten Staffel (sowie bei den nächsten Rezensionen zur Fortsetzung von The Orville oder auch bei einem ganz anderen Projekt an dieser Stelle wiederlesen würden. Bleibt gesund, frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr. Euer Björn Sülter

Schauspieler in der Episode The Mandalorian 2x08

Darsteller   Rolle
Pedro Pascal …………… The Mandalorian
Gina Carano …………… Cara Dune
Giancarlo Esposito …………… Moff Gideon
Temuera Morrison …………… Boba Fett
Ming-Na Wen …………… Fennec Shand

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?