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The Mandalorian 1x04 Kapitel 4: Die Zuflucht (Chapter 4: Sanctuary)

Episodenbild The Mandalorian 1x04
Episodenbild The Mandalorian 1x04© 2019 Disney+

Episode:Staffel: 1, Episode: 4
(The Mandalorian 1x04)
Deutscher Titel der Episode:Kapitel 4: Die Zuflucht
Titel der Episode im Original:Chapter 4: Sanctuary
Erstausstrahlung der Episode in USAFreitag, 29.November 2019 (Disney+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland:Freitag, 3.April 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich:Freitag, 3.April 2020
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz:Freitag, 3.April 2020
Autor:Jon Favreau
Regisseur:Bryce Dallas Howard

Inhaltsangabe zu der Episode The Mandalorian 1x04: «Chapter 4: Sanctuary»

Der Mandalorianer (Pedro Pascal) tut sich mit einem ehemaligen Soldaten zusammen, um ein Dorf vor Plünderern zu schützen.

Kritik der Episode The Mandalorian 1x04: Chapter 4: Sanctuary

Nächster Halt, nächster Hit! Mit der zweiten starken Episode in Reihe beweist sich The Mandalorian nun auch als redseliges und rührendes Stück Drama-TV. Dabei wachsen uns Zuschauern sowohl der kauzige und deutlich gesprächigere Held als auch sein kleiner Kumpel immer mehr ans Herz.

Was passiert?

Irgendwo muss Mando seinen grünen Zwerg doch vor den Schergen des finsteren Auftraggebers verstecken können. Auf der Suche findet er zwar neue Freunde, gerät jedoch auch mitten hinein in den Konflikt eines friedlichen Volkes mit Plünderern und längst vergessenen Kampfmaschinen...

Vorwort

Bevor wir uns mit der Episode an sich befassen, sei eine Vorbemerkung gestattet. Der Beginn auf dem idyllischen Planeten mit diesen glücklichen Wesen, die ihrer täglichen Routine nachgehen, wirkt wie die Star-Wars-Version vom Auftakt zu „Star Trek: Insurrection“. Selbst der Score gibt sich alle Mühe, diese Assoziation zu wecken. Nur taucht mitten hinein in die schöne Stimmung dann kein wildgewordener Androide auf, sondern rauflustige Plünderer.

Doch verlassen wir trekkige Gefilde. The Mandalorian war uns von Beginn an wie eine Hommage an klassische Western serviert worden. Diesmal jedoch setzt man noch einen obendrauf, indem man eindeutige Anleihen an Werke wie „Die glorreichen Sieben“ von John Sturges in Kombination mit klaren Referenzen an Akira Kurosawas „Die sieben Samurai“ auftischt. Damit verbinden sich Motive des Western mit denen klassischer Samuraifilme und bilden ein schmackhaftes popkulturelles Potpourri (ich entschuldige mich für den Zungenbrecher und die inflationäre Benutzung von Begriffen aus dem Bereich der Nahrungsaufnahme).

Planet der blauen Shrimps

Als die Episode beginnt, wissen wir gar nicht so genau, wie lange unser namenloser Mandalorian und sein ebenso namenloser Freund (der natürlich nicht Yoda als Baby ist, aber in Ermangelung eines Namens von mir vorerst weiter so genannt wird) bereits gemeinsam durch die Gegend fliegen. Doch scheinen sie sich inzwischen wirklich gut zu verstehen. Der mürrische Kopfgeldjäger präsentiert sich inzwischen sogar als kompetente Vaterfigur und geht viel liebevoller mit dem kleinen Mann um. Des Reisens überdrüssig fällt die Wahl auf den Planeten Sorgan, auf dem außer traditionellem Shrimpsfischen nicht viel zu passieren scheint. Ein wenig Freizeit für das ungleiche Duo?

Doch ist leider gar nicht alles so idyllisch, wie es zunächst scheint. Die Einheimischen werden von Plünderern gepeinigt (Klatooinians, die seit Episode 1 immer mal wieder im Wars-Universum auftauchen). Es gibt also etwas zu Erledigen im Paradies.

Lord Helmchen

Abgesehen von den Dingen, die oberflächlich vor sich gehen, liegt der Fokus der Episode klar auf der Gefühlswelt des Helden. Dieser scheint zwar vollkommen in seiner Prägung durch die Mandalorians aufzugehen, eine tragische Note schwingt aber mit. Mit Omera (Julia Jones) trifft er auf eine Frau, die offen ihr Interesse an diesem rauen Kerl zeigt. Sie bietet ihm die Möglichkeit, alles hinter sich zu lassen, ein neues Leben zu beginnen und den Helm endgültig abzulegen. Wie wir lernen wäre das nämlich die Konsequenz: Nimmt er den Helm einmal vor jemand anderem ab, kann er ihn nie wieder aufsetzen. Das ist der Weg! So nahe wie hier sind wir Mando bisher noch nie gekommen. Zwar ist es für ihn normal (und logisch angesichts von Dingen wie Nahrungsaufnahme), dass er für sich alleine blankzieht, niemals jedoch in Gesellschaft. Einen Schritt weg von diesen Regeln unternimmt er jedoch, als er Omera und die Kinder essend beim Spielen beobachtet. Was, wenn dabei jemand in seine Richtung geblickt hätte?

Das Angebot zu bleiben hätte er obendrein offenbar nur zu gerne angenommen. Hin- und hergerissen war er in jedem Fall. Auch musste er sich die Frage stellen, ob es jemals einen besseren Moment oder Ort geben könne, um ein neues Leben zu beginnen? Er scheint noch nicht bereit zu sein. Oder wird er das vielleicht niemals sein? Die damit verbundenen Gefühle und Fragen werden ihn und uns sicher noch weiter beschäftigen.

Immerhin ringt er sich aber durch, Baby-Yoda ein besseres Leben schenken zu wollen und beschließt, ihn in der Obhut von Omera zu belassen.

Doch vergessen wir auch nicht die zweite starke Frau der Episode. Cara Dune (Gina Carano) ist eine ehemalige Rebellenkämpferin, die ihre eigene Agenda gefunden hat und nun verfolgt. Ihr Auftritt sorgt auch für ein wenig Namedropping, als Endor erwähnt wird. Nicht nur ist sie unserem Mando im Zweikampf überlegen (was inzwischen zu einem sympathischen Antihelden-Status führt, da er im Nahkampf gegen niemanden einen Stich zu sehen scheint), sie strahlt ebenfalls eine gewisse Faszination auf den unnahbaren Mann aus. Omera schaut Cara sogar einige Male mit deutlichem Missfallen oder sogar Eifersucht an. Absicht?

Dennoch kämpft man gemeinsam gegen die Plünderer und obsiegt. Da am Ende noch ein Kopfgeldjäger auftaucht (der das Baby töten will) und von Cara erledigt wird, muss Mando erneut umdenken und nimmt den kleinen Fratz wieder mit sich.

Father & Son

Zweimal konnte man in der Episode den Eindruck bekommen, die Macher würden nun eine Richtungsänderung einschlagen. Zunächst als der kleine Baby-Yoda fast erschossen worden wäre (dem Rezensenten blieb an dieser Stelle kurz das Herz stehen und ein heiseres „Pass auf!“ war eindeutig im ansonsten leeren Raum zu vernehmen), das andere Mal als Mando ihn zu seinem Schutz zurücklassen wollte. Für die Serie hätte das für die zweite Staffelhälfte bestimmt eine gänzlich neue Dynamik bedeutet. Dass man den Weg nicht wählte macht nur umso deutlicher, dass es den Produzenten offenbar wirklich um das Bonding zwischen diesen so unterschiedlichen Figuren geht. Der Status Quo bleibt gewahrt und Mando muss weiterhin den Aushilfsdaddy spielen. Gut für uns, bleibt uns doch auf diese Weise eines der verrücktesten Heldengespanne der Seriengeschichte noch etwas länger erhalten.

Technisch betrachtet

Erneut beweisen die Macher ihren Mut zum Retrolook. Alles auf dieser Welt könnte direkt aus der ersten Trilogie stammen, der Auftritt des AT-ST ist da nur die Sahnehaube auf dem Kuchen. In Sachen Score geht es diesmal fast beschwingt und doch melancholisch zu. Dazwischen haut man uns aber auch Klänge um die Ohren, die an vergangene Star-Wars-Schlachten erinnern. Stark!

Ein Kompliment sollte an dieser Stelle auch an die Macher des äußerst stilvollen Abspanns gerichtet werden, der zwar ein wenig an jene von Marvel-Filmen erinnert, dabei jedoch eine tolle Atmosphäre aufbaut, die es uns erlaubt, die Episode noch einmal Revue passieren zu lassen.

Schauspielerisch betrachtet gelingt es Pedro Pascal in dieser Episode bisher am besten, gegen sein starres Äußeres anzuspielen. Man möchte diesen melancholischen, aber doch so liebenswerten Antihelden und Daddy wider Willen immer nur Knuddeln und ihm nahelegen, die Rüstung an den Nagel zu hängen und einfach etwas Schönes mit seinem Leben anzufangen. Gleichermaßen versteht man aber auch den inneren Konflikt und seine Dankbarkeit gegenüber den Rettern aus der Not: Das ist der Weg!

Das Drehbuch stammt zum vierten Mal in Serie von Macher Jon Favreau, dem es gelingt, seine Helden emotional auszubauen, in kurzer Zeit neue, sympathische Figuren zu etablieren und nebenbei noch eine spannende Geschichte zu erzählen.

Die Regie führte mit Bryce Dallas Howard eine Schauspielerin, die man beispielsweise aus „Jurassic World“, „Rocketman“ oder Black Mirror kennt. Ihr gelingt die Vermischung aus Action, Charakterstudie und Innehalten exzellent.

Fazit

Die vierte Episode geht fast als geschwätzig durch und ringt unserem Helden viel Tiefe und neue, spannende Seiten ab. Dass es darüber hinaus noch gelingt, die Serienwelt reicher zu gestalten und uns wirklich mit dem Schicksal eines Blechmannes und seines grünen Langohrenzwergs mitfühlen zu lassen, ist als klares Kompliment an alle Beteiligten zu werten.

The Mandalorian“ hat mit den ersten beiden (arg kurzen) Episoden zwar ein wenig irritierend begonnen, nun jedoch satt Fahrt aufgenommen und mit geringen Mitteln eine Bindung an die Geschichte der Figuren erreicht, die uns mehr und mehr mitfiebern lässt.

Nächsten Freitag geht es für die Serie in den USA bereits in die fünfte Episode Chapter 5.

Björn Sülter

Der Artikel The Mandalorian: Chapter 4 - Sanctuary wurde von Björn Sülter am Samstag, den 30. November 2019 um 13.00 Uhr erstmalig veröffentlicht.

Schauspieler in der Episode The Mandalorian 1x04

Darsteller   Rolle
Pedro Pascal …………… The Mandalorian
Gina Carano …………… Cara Dune
Julia Jones …………… Omera
Isla Farris …………… Winta
Asif Ali …………… Caben
Eugene Cordero …………… Stoke
Tiffany Thomas …………… Sorgan Farmer #3
Aydrea Walden …………… Sorgan Farmer #4
Trula M. Marcus …………… Sorgan Farmer #5
Sala Baker …………… Klatooinian Raider Captain
Ida Darvish …………… Common House Proprietor

Musik zur Episode The Mandalorian 1x04

Interpret Titel
Ludwig Goransson Camp Attack
Ludwig Goransson Can I Feed Him?
Ludwig Goransson Mando Says Goodbye
Ludwig Goransson Off the Grid
Ludwig Goransson Spirit of the Woods
Ludwig Goransson Stay
Ludwig Goransson The Ponds of Sorgan
Ludwig Goransson Training the Plebs

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