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The Mandalorian 1x01 Kapitel 1: Der Mandalorianer (Chapter 1: The Mandalorian)

Episodenbild The Mandalorian 1x01
Episodenbild The Mandalorian 1x01© 2019 Disney+

Episode:Staffel: 1, Episode: 1
(The Mandalorian 1x01)
Deutscher Titel der Episode:Kapitel 1: Der Mandalorianer
Titel der Episode im Original:Chapter 1: The Mandalorian
Erstausstrahlung der Episode in USADienstag, 12.November 2019 (Disney+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland:Sonntag, 22.März 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich:Sonntag, 22.März 2020
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz:Dienstag, 24.März 2020
Autor:Jon Favreau
Regisseur:Dave Filoni

Inhaltsangabe zu der Episode The Mandalorian 1x01: «Chapter 1: The Mandalorian»

Ein mandalorianischer Kopfgeldjäger ist im Auftrag seines wohlhabenden Kunden einer Zielperson auf den Fersen.

Kritik zum Serienstart der Serie „The Mandalorian“

Passt, wackelt, hat Luft nach oben. The Mandalorian startet knackig kurz, technisch brillant und gibt uns ausreichend Stoff zum Nachdenken an die Hand, um die Fortsetzung herbeizusehnen. Für einen Auftakt ist das sicher nicht weltbewegend, doch mehr als genug.

Vorwort

Wenn ich auf Conventions mit Sci-Fi-Fans spreche, spüre ich, wie stark ich inzwischen mit dem anderen großen Sternenfranchise in Zusammenhang gebracht werde; sei es wegen meines Buches „Es lebe Star Trek“ oder der vielen Artikel, Rezensionen und Podcasts. Die Wahrheit ist jedoch, dass „Star Wars“ mich in den 1980er Jahren zum großen Kinofan gemacht und mir erstmals Kinomagie vorgeführt hatte. Für mich gehört die Leidenschaft für das eine zur Leidenschaft für das andere ganz eng dazu. Umso mehr freue ich mich, für SERIENJUNKIES.DE® nun auch diese neue Serie besprechen zu dürfen, von der ich schon seit vielen, vielen Jahren nicht mal zu träumen gewagt habe.

Was passiert?

Ein Kopfgeldjäger bringt einen Job zu Ende, muss sich jedoch in Sachen Bezahlung teilweise mit einem weiteren Auftrag begnügen. Dieser führt ihn nicht nur in die Einöde, sondern auch zu einem mehr als unerwarteten „Gefangenen“.

Zur Einordnung

Doch Moment einmal: Wo und wann befinden wir uns eigentlich? Die Schlacht um Endor liegt einige Jahre zurück, das Imperium ist ebenso wie der zweite Todesstern zerstört. Irgendwo im Nirgendwo folgen wir der Geschichte eines Einzelgängers und erleben die Auswirkungen dessen, was die Star-Wars-Originaltrilogie vor mehr als 42 Jahren begonnen (und beendet) hat.

Die erste Realserie aus dem von George Lucas erdachten Universum, das sich seit 2012 in Händen von Disney befindet, wird in der ersten Staffel mit acht Episoden daherkommen, die der Einfachheit halber nur als Kapitel eins bis acht gekennzeichnet sind und somit keine expliziten Namen besitzen. Auch auf einen ausführlichen Vorspann verzichtete man offenbar. Die Serie wird seit dem 12. November 2019 auf Disney+ veröffentlicht. Leider zunächst nur in den USA und in Europa ausschließlich in den Niederlanden. Deutschland ist erst am 31. März 2020 an der Reihe. Wer sich nicht spoilern lassen will, sollte nun eher nicht mehr weiterlesen. In dieser Rezension werden verschiedene Aspekte der Story deutlich angesprochen.

Der Alltagsjob

Zu Beginn der Geschichte verzichtet man nicht nur auf die kultige Franchise-Laufschrift, es gibt auch keine unnötige Exposition. Stattdessen werden wir mitten hineingeworfen in den Alltag eines einsamen Kopfgeldjägers, der weder einen Namen erhält noch seine Maske abnimmt. Der Darsteller Pedro Pascal (Game of Thrones, Narcos) ist daher auch nur schwer zu bewerten - zumindest vorerst. Seine Figur ist ein Mandalorian (wie einst Boba Fett und Jango Fett) und bringt gerade einen Auftrag ins Ziel. Er zeigt sich dabei unnahbar und ruppig (und obendrein extrem wortkarg) und muss in Sachen Bezahlung schließlich (zumindest teilweise) mit einem ominösen Anschlussjob vorliebnehmen. Eine kurze Erinnerungssequenz in seine Kindheit zeigt uns, dass noch mehr hinter der Blechmaske steckt. Wir warten gespannt ab.

In diesen ersten Minuten passiert zugegebenermaßen nicht viel. Auch der Worte werden nur wenige gewechselt (und wenn, dann vom plappernden Gefangenen des Mandalorian). Die neue Serienwelt zeigt sich staubig, entschleunigt und rau und erinnert frappierend an die glorreiche Zeit des Italowestern und dazugehörigen Ikonen wie Sergio Leone. Der Mando (wie man ihn auch abkürzen kann) steht dabei für einen postapokalyptischen Clint Eastwood, der mit herbem Charme seinem Tagwerk nachgeht. Aufgrund der Machart fühlen wir uns dennoch sofort heimisch und an Orte wie Tatooine und den gefährlichen Raumhafen Mos Eisley erinnert. Viele bekannte und liebgewonnene außerirdische Spezies sowie gelungene und oft versteckte Reminiszenzen an die Filme runden das Bild ab.

Das besondere Kopfgeld

Nach diesem ersten Job ändert sich in Sachen Handlung zunächst nicht viel, als unser Held seinen neuen Auftraggeber kennenlernt. Der deutsche Regisseur und Schauspieler Werner Herzog erhielt einen stillen, eindringlichen Part, den man (noch) nicht richtig einordnen kann. Er schart ramponierte Stormtrooper um sich und scheint irgendwie eine Art neue Bewegung aufbauen zu wollen. Das alles bleibt jedoch noch vage. Handelt es sich vielleicht um einen Wink Richtung Erste Ordnung?

Doch alleine schon für den Moment, als die bekannten weißen Uniformen hinter der Tür auftauchen, hat sich die Sequenz doppelt und dreifach gelohnt und verdeutlicht uns obendrauf, wo und wann wir uns befinden: in der Zeit direkt nach den Ereignissen aus der geliebten ersten Trilogie. Wir sind endlich mittendrin in den Nachwehen dessen, was wir als Kinder fieberhaft verfolgt haben. Wie auch im „Trek“-Sektor mit der 2020 startenden Serie Star Trek: Picard erleben wir nun vermutlich exakt jene Zeit, die viele Fans schon immer am meisten interessiert haben dürfte.

Der Ritt durch die Wüste

Der neue Auftrag führt den Mandalorian derweil weiter auf seiner Reise und erweitert die Western-Klischeeliste um diverse Punkte: Da hätten wir die Farm im Nirgendwo, den merkwürdigen Fremden, die Ausbildung zum Westernreiter mit ein wenig Pferdeflüstern und den Ritt durch die Einsamkeit an der Seite des geheimnisvollen Verbündeten. Das Rad wird hier sicher nicht neu erfunden, Spaß machen die Szenen zwischen dem von Nick Nolte gespielten Kuii und unserem Mandalorian aber dennoch, auch wenn zu spüren ist, dass in diesen ersten vierzig Minuten der Stil der Serie noch nicht gänzlich gefunden ist. Zu sehr wechseln sich meditative Sequenzen, die ihre Wucht aus der visuellen Umsetzung und Langsamkeit ziehen, mit Klamauk ab, den man eher aus der zweiten Trilogie des George Lucas kennt. Das alles ist zwar beileibe nicht schlimm, fällt im direkten Kontrast aber doch auf.

Doch währt auch diese Sequenz ohnehin nur kurz. Man spürt einfach, dass die Macher eine kurze Liste verschiedener Puzzlestücke abhaken, die den Helden von A nach B nach C nach D führt. Nächster Halt: der Showdown!

Die Einnahme des Forts

Dieser gestaltet sich dann auch erneut wie aus dem Westernlehrbuch. Unser Held muss ein Fort einnehmen, in dem sich das Ziel seiner Suche befindet. Aus dem Lonesome Cowboy wird dabei kurzzeitig der Teil eines Buddymovies, als sich der Androide IG-11, der den gleichen Auftrag verfolgt, zum Partner aufschwingt. Dieser wurde von den Effektspezialisten bei ILM perfekt umgesetzt und sorgt mit seinen ewigen Selbstzerstörungsphantasien sogar für ein Schmunzeln.

Gemeinsam besiegt man selbstverständlich die übermächtigen Feinde (mit einer Mordswumme und starker Action), sammelt dabei viele Coolnesspunkte, sprengt schließlich das Tor und betritt die eingenommene Festung.

Es ist... grün

Die letzten Minuten gehören dann nicht nur dem (vermeintlichen?) Ende der neuen Bromance, da der Mandalorian seinen Blechfreund kurzerhand ausschaltet, sondern vor allem dem Objekt der gemeinsamen Suche. Aus einer Art fliegenden Babyschale lugt vorsichtig ein Yoda-Baby hervor, das - Disney kann es eben am besten! - nicht nur perfekt das Kindchenschema bedient, sondern auch dafür sorgt, dass weltweit in den Spielwarenläden die Korken knallen dürfen. Für uns Fans der ersten Stunde, die wir den kleinen grünen Waldschrat vor vielen Jahrzehnten so sehr lieben gelernt haben, ist die Sequenz zudem gänsehautfördernd und gänzlich unerwartet. Ein starker Job in Sachen Geheimhaltung, Disney!

Übrigens: Hätte Steven Spielberg die Episode inszeniert, der Lütte hätte am Ende garantiert nicht nur den „E.T.“-Finger nach unserem Helden ausgestreckt, sondern auch noch „Mama“ gesagt. Gut, dass der Steven aber gerade etwas anderes zu tun hatte.

Das große Ganze

Sind wir mal ehrlich: Die erste Episode ist eine rasante Hatz, besitzt hier und da Humor, Action und gute Sprüche, bescheidet sich aber ansonsten mit rudimentären Figuren und Dialogen sowie einer A-nach-B-Handlung, die schlichter kaum sein könnte. Der Protagonist ist vorerst nur ein schweigsamer Geselle mit unübersehbaren Fähigkeiten, seine Weggefährten erhalten teilweise nicht einmal Namen, geschweige denn eine Identität. Einzig Nick Nolte als Farmer Kuiil („Ich habe gesprochen“) sowie Blechkopp IG-11 mit der Stimme von Taika Waititi bleiben im Gedächtnis. Werner Herzog, der den Chef der Kopfgeldjägergilde spielt, übertreibt es derweil fast mit dem deutschen Understatement, lässt aber stellenweise auch dämonische Züge erkennen. Potential ist vorhanden.

Dass all diese inhaltlichen Kürzungen nicht weiter ins Gewicht fallen, liegt auf der einen Seite an der hoch gehaltenen Spannung, der kurzen, knackigen Laufzeit und dem Setting, an dem man sich einfach nicht sattsehen mag.

The Mandalorian“ meistert dabei den schwierigen Job, unmenschliche Erwartungen erfüllen zu müssen, indem man sich zunächst auf das Wesentliche konzentriert, alles in technischer Perfektion abwickelt und zum Schluss die große Emotionskeule schwingt.

Technisch betrachtet

Wenn sich über einen Aspekt der Serie (fast) alle einig sein werden, dann über die Qualität der Umsetzung. Die Welt ist exakt jene, die wir aus der alten Trilogie kennen und erinnert mehr an einen Western denn an ein kunterbuntes Sci-Fi-Abenteuer, wie es uns heute oft von allen Seiten um die Ohren gehauen wird. Raumschiffe, Aliens (in einer Mischung aus CGI, Puppen und Masken), Effekte, Sets, Kostüme - alles bis ins Kleinste perfekt und mit Wow-Effekt dargebracht. Der Score von Ludwig Göransson („Black Panther“) ist darüber hinaus spektakulär und ungewöhnlich. An dieser Front macht Disney keine Gefangenen. Respekt!

Das Drehbuch stammt - wie insgesamt sechs von acht der ersten Staffel - von Jon Favreau. Dieser ist insbesondere durch seine Regie bei „Iron Man“, „Iron Man 2“ und den Neuverfilmungen von „The Jungle Book“ und „The Lion King“ bekannt geworden. Hier liefert er eine stringente, schnörkellose, reduzierte Arbeit ab, die einzig dem Ziel dient, Setting und Held kurz vorzustellen, auf eine rasante Reise zu schicken und uns dann mit einem gelungenen Cliffhanger zurückzulassen. Manchmal ist Reduktion auf das Wesentliche bekanntlich die eigentliche Kunst. Dass er dabei noch nicht durchgängig einen klaren Stil prägt, kann man also verschmerzen.

Regie führte Dave Filoni, der sich mit seiner Arbeit an Star Wars: The Clone Wars und Star Wars Rebels sowie einigen Spieleprojekten große Meriten im „Wars“-Universum verdienen konnte. Ihm gelingt eine fokussierte Arbeit, die zwischen ruhigen Momenten, Humor und Action wechselt und auf dem Weg keine Zeit vergeudet.

Fazit

Wer „Star Wars“ schon immer als ernsthafte und visuell bahnbrechende Realserie erleben wollte, wem Firefly immer noch fehlt und wer „Red Dead Redemption“ nicht nur zocken, sondern auch sehen will, ist bei The Mandalorian goldrichtig.

Die Mischung aus straightem Western, geerdeter Science-Fiction, dem starken Score und den gigantischen Schauwerten macht bereits nach rund 40 Minuten dermaßen Laune, dass man das zweite Kapitel eigentlich sofort konsumieren möchte. Dass bei all dem Lob auch noch Luft nach oben vorhanden ist, sollte keine Schande sein. Der Auftakt passt. Was will man mehr? Ich habe gesprochen.

Schon am Freitag steht in den USA die zweite Episode Chapter 2 bereit.

Hier der Trailer zu The Mandalorian:

Björn Sülter

Der Artikel The Mandalorian: Chapter 1 - Review wurde von Björn Sülter am Mittwoch, den 13. November 2019 um 12.00 Uhr erstmalig veröffentlicht.

Schauspieler in der Episode The Mandalorian 1x01

Darsteller   Rolle
Pedro Pascal …………… The Mandalorian
Carl Weathers …………… Greef Karga
Werner Herzog …………… The Client
Omid Abtahi …………… Dr. Pershing
Nick Nolte …………… Kuiil
Taika Waititi …………… IG-11
John Beasley …………… Bartender
Horatio Sanz …………… Mythrol
Tait Fletcher …………… Alpha Trawler
Ryan Watson …………… Beta Trawler
Dmitrious Bistrevsky …………… Quarren Trawler
Chris Bartlett …………… Ferryman
Brian Posehn …………… Speeder Pilot
Emily Swallow …………… Armorer
Misty Rosas …………… Kuiil Performance Artist

Musik zur Episode The Mandalorian 1x01

Interpret Titel
Ludwig Goransson Back for Beskar
Ludwig Goransson Blurg Attack
Ludwig Goransson Bounty Droid
Ludwig Goransson Face to Face
Ludwig Goransson HammerTime
Ludwig Goransson Hey Mando!
Ludwig Goransson The Asset
Ludwig Goransson The Mandalorian
Ludwig Goransson You Are a Mandalorian

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