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The 100 1x12 Aufbruch

The 100 1x12 Aufbruch

Clarke und Finn entkommen einer gefährlichen Situation, nur um kurz darauf einem neuen Feind gegenüberzustehen.

Bellamy rettet unterdessen in einer heroischen Aktion Jasper. Raven sieht einer neuen Gefahr entgegen und Murphy bekommt endlich seine Rache.

Die restlichen Bewohner der Ark finden sich derweil mit dem Unausweichlichen ab.

Vielleicht liegt es ein wenig an der Episode aus der Vorwoche (The Calm), die im Vergleich zu den vorangegangenen Folgen des Sci-Fi-Dramas The 100 etwas schwächer war - die aktuelle, We Are Grounders, kommt jedenfalls in einem fast gänzlich anderen Gewand daher. Dadurch kann sie die Stärken des The CW-Formats gekonnt ausspielen.

Wo letzte Woche noch etwas zu hektisch zwischen den einzelnen Handlungsebenen hin- und hergesprungen wurde, fühlt sich die zwölfte Episode der ersten Staffel von „The 100“ wesentlich runder und unaufgeregter an. Wobei die Bezeichnung „unaufgeregt“ ein wenig irreführend sein könnte, entpuppt sich We Are Grounders doch als eine sehr spannende und kurzweilige Episode, die auch in dieser Hinsicht die Folge vom letzten Donnerstag übertrumpfen kann. Auch wenn nicht alles perfekt ist, mit dem sehr unterhaltsamen „We Are Grounders“ wurde schon einmal der richtige Schritt in Richtung eines guten Staffelfinals gemacht.

51 Hours

Diese Woche starten wir mit einer Szene auf der Ark, die wiederum wenig hoffnungsvoll ist und den Anschein vermittelt, als hätten sich schon viele Bewohner der Raumsstation mit ihrem traurigen Schicksal abgefunden. So verkündet nämlich Jaha (Isaiah Washington), dass man sämtliche Szenarien und Simulationen durchgespielt habe, um die Ark am Leben zu erhalten - doch alles vergebens. Binnen 51 Stunden gehen ein für alle Mal die Lichter aus. Wo Jaha mit seinem und dem verheerenden Ende der Menschheit bereits abgeschlossen hat, möchte Kane (Henry Ian Cusick) noch nicht aufgeben. Es ist allerdings etwas verwunderlich, dass der unentwegte und stets bemühte Kanzler jetzt doch die Flinte ins Korn wirft. Ist hier wirklich schon aller Tage Abend?

Time is up

Nicht nur auf der Ark sieht es zappenduster aus. Auch auf der Erde herrscht große Anspannung ob des bevorstehenden Kampfes mit den grounders. Die Serienmacher halten uns bis jetzt geschickt hin und vermögen es, Woche für Woche nachvollziehbar die spannungsgeladene Situation innerhalb des Camps und unter den Jugendlichen selbst zu skizzieren.

Bellamy (Bob Morley) präsentiert sich dabei als eine Art manischer Feldherr, der die Verteidigung des Camps mit allen Mitteln verstärken will. So unter anderem mit zahlreichen Landminen, die rund um die Befestigungen verbuddelt werden. Hierbei wird sehr gut sein Konflikt deutlich, der auch an ihm und seiner geistigen Verfassung nagt: Soll er einen Suchtrupp nach Clarke (Eliza Taylor), Finn (Thomas McDonell) und Monty (Christopher Larkin) entsenden und so den grounders offene Arme rennen lassen? Oder sollen sie sich lieber verschanzen und kein Risiko eingehen? Er entscheidet sich für letzteres, was durchaus sinnvoll ist. Die Anspannung steigt. Selbst bei Bellamy, obwohl er sich zuvor doch in vielen Situationen als guter Anführer herausgestellt hatte und seine Qualitäten noch von großem Wert sein könnten.

Gefordert wie noch nie zuvor: Anführer Bellamy (Bob Morley)   © The CW
Gefordert wie noch nie zuvor: Anführer Bellamy (Bob Morley) © The CW

Als hätten die Campbewohner noch nicht genug um die Ohren, manifestieren sich sogleich neue, hausgemachte Probleme. Der undurchsichtige Murphy (Richard Harmon) offenbart nämlich sein eigentliches Ich und sinnt nach Rache für seinen Beinahetod. Nachdem er den angeschlagenen Myles (Brendan Meyer) kaltblütig umgebracht hatte, nimmt er Jasper (Devon Bostick) als Geisel. Es ist wohl jetzt auszuschließen, dass Murphy im Bunde mit den grounders steht. Vielmehr verfolgt er eine persönliche Racheagenda - und auf seiner Liste steht ein Name ganz oben: der von Bellamy.

Now we run

Während sich im Camp der Jugendlichen eine problematische Geiselsituation entspinnt, hat auch Clarke schon einmal bessere Tage gesehen. Nachdem sie am Ende der letzten Episode in eine Falle der grounders getappt war, droht ihr nun der Tod. Mit Entsetzen muss sie gar mit anhören, wie bereits Finn das Zeitliche gesegnet haben soll.

Am interessantesten in dieser Szene sind aber wohl die grounders selbst. Neben der entschlossenen Anya (Dichen Lachman) tritt hier eine neue Figur in Erscheinung, die den Namen Tristan (Joseph Gatt) trägt. Dieser wurde vom „Commander“ entsendet, um Anya vorerst abzulösen, da sie größtenteils versagt hatte. Mit diesen undurchsichtigen Dialogzeilen wird der Zuschauer gebannt an den Bildschirm gefesselt. Unbedingt möchte man mehr über die Hintergründe sowie die Hierarchiestruktur der geheimnisvollen Erdbewohner erfahren.

Als dann auf einmal die Rede von den sogenannten reapers ist - eine weitere Gefahr, die selbst von den grounders gefürchtet wird -, ist man als Zuschauer komplett gepackt. Wer oder was sind diese reapers? Eine Frage, deren Antwort Clarke wohl nicht mehr erhalten wird, scheint ihr letztes Stündchen doch geschlagen zu haben.

Aber weit gefehlt: Ihr augenscheinlicher Henker entpuppt sich als Lincoln, der sie in einer visuell ansehnlichen Sequenz auf dem Rücken eines leicht mutierten Pferdes in Sicherheit bringt. Dort wartet bereits Finn auf die beiden, der dank Lincoln auch noch am Leben ist. Letzterer hatte nämlich zuvor nicht nur für eine Ablenkung gesorgt, sondern auch einen anderen grounder getötet, um Clarke und Finn zu retten. Nun begeben sich die drei auf die Flucht und werden beinahe noch von Anya und ihren Leuten gestellt. Jedoch können sie in ein altes Minensystem flüchten, welches so einige scheußliche Überraschungen für sie und die Zuschauer bereithält.

In der Befehlskette weiter unten als zuvor noch angenommen: Grounder Anya (Dichen Lachmann)   © The CW
In der Befehlskette weiter unten als zuvor noch angenommen: Grounder Anya (Dichen Lachmann) © The CW

They're alive

In diesem verschachtelten Höhlensystem scheinen die drei erst einmal in Sicherheit zu sein, doch Lincoln weiß es besser. Bevor sie tiefer in die alte Mine hervorstoßen, an deren einem Ausgang unweit das Camp der Jugendlichen liegen soll, muss der grounder jedoch erst einmal medizinisch versorgt werden. Er wurde von Anya mit einem Pfeil erwischt. Diesen Moment nutzt Lincoln auch, um zu erklären, warum er Finn und Clarke zu Hilfe eilte. Er kann sich schlichtweg nicht mehr mit seinen ehemaligen Gefolgsleuten identifizieren, ganz zu schweigen mit deren Methoden. Zusätzlich spielt auch seine Zuneigung für Octavia keine unwesentliche Rolle. Eine interessante Entwicklung, die dem Charakter Lincoln guttut und ihn darüber hinaus komplexer macht.

In den Höhlen müssen Clarke und Finn dann mit Entsetzen feststellen, wer oder was die reapers wirklich sind: Es handelt sich hierbei um mutierte Menschen, die ganz nebenbei auch noch Kannibalen zu sein scheinen. Auch diese Bilder sind heftig mit anzusehen und durch das tolle Setdesign der alten Mine kommen dem Zuschauer Assoziationen zu einschlägigen Filmen aus dem Horrorgenre in den Sinn. Erneut nimmt die Spannung zu, erneut weiß die stimmungsvolle Inszenierung zu gefallen.

Nachdem sich Lincoln selbstlos opfert, die reapers ablenkt und Clarke und Finn noch einen letzen Hinweis gibt, wo sie sich hinflüchten sollen, stellt Clarke schockiert fest, dass ein Opfer der reapers immer noch am Leben ist. Im Zuge dieser Unachtsamtkeit wird Finn von einer solch grässlichen Gestalt attackiert, kann den Angreifer jedoch abwehren und töten. Wieder an der Oberfläche angekommen ist Finn ob seiner Tat sichtlich durch den Wind. Sein Liebesbekenntnis gegenüber Clarke, welche diese wiederum nicht erwidert, wirkt hier leider ein wenig reingequetscht und dadurch deplatziert. Sicherlich mag es irgendwie passen, dass Finn sich in seiner emotionalen Lage nun dazu hinreißen lässt, Klartext zu sprechen. Dennoch hat man das Gefühl, dass es dafür vielleicht einen besseren beziehungsweise anderen Zeitpunkt geben hätte können.

In control

Im Camp spitzt sich die Lage derweil immer mehr zu. Murphy verbarrikadiert sich mit Jasper als Geisel im Schlepptau. Bellamy ist sich seiner Verantwortung bewusst und bietet sich als Tauschobjekt für Jasper an. Murphy willigt ein, denn er ist vor allem von einem Wunsch getrieben: Rache an Bellamy zu nehmen und diesen zu töten. Murphy kostet seine Vergeltung dann auch voll und ganz aus. So ist es schon etwas grenzwertig, mit ansehen zu müssen, wie Bellamy zum Spielball Murphys wird und ähnlich wie sein Peiniger zuvor an einem Strick aufgeknüpft wird.

Unterdessen infiltrieren Raven (Lindsey Morgan) und Jasper die Raumkapsel, in der sich Murphy verschanzt, um deren Tür zu öffnen und letzteren so zu stellen. Jedoch werden sie von Murphy entdeckt, welcher daraufhin blindlinks ein paar Schüsse abfeuert. So kurzsichtig sein Verhalten auch ist, die Spannung wird gewahrt. Insbesondere, wenn Bellamy dann endgültig in der Luft baumelt. Glücklicherweise naht Rettung und so kommt er noch einmal mit einem blauen Auge davon. Nicht so Raven, die von Murphys wildem Geballer eine Schusswunde davongetragen hat.

Während Murphy dank einiger Schießpulvervorräte und anschließender Explosion die Flucht gelingt, kehren Clarke und Finn zum Camp zurück und warnen ihre Mitstreiter hinsichtlich des Großangriffs durch die grounders in den nächsten paar Stunden. Bellamy gibt nun eine mitreißende Rede zum Besten, die seine Position als Anführer stärkt und deutlich macht, dass er es satthat, wegzulaufen. Eine gute Szene, in der Bob Morley überzeugen kann.

Für die Flucht plädieren dahingegen Clarke und Finn, insbesondere, nachdem sie gesehen haben, was auf sie zukommt. Außerdem hat ihnen Lincoln im Osten nahe eines Ozeans Hilfe versprochen. Und obwohl Bellamys Kampfansprache nicht motivierender und eindringlicher hätte sein können: Die Entscheidung fällt auf die Flucht vor den grounders. Ob diese in dieser kurzen Zeit noch gelingt, bleibt jedoch fraglich.

To the ground

Abseits von alledem hat sich die Situation auf der Ark nicht großartig geändert. Viele der Bewohner wollen ihre letzten Stunden mit ihren Liebsten verbringen. Abby (Paige Turco) hingegen gibt noch einmal alles, um das Leben eines jungen Mädchens zu retten, was ihr jedoch misslingt. Dass diese Szene stellvertretend für den Verlust von Abbys Tochter Clarke steht, ist mehr als eindeutig. Auch die warmen Worte ihres Kollegen Jackson (Sachin Sahel) können nur kurz Trost spenden. Abby hat ihre Tochter verloren und wird sie wohl nie wieder sehen, obwohl noch so vieles zwischen den beiden offen ist.

Hat doch noch eine Idee parat: Chancellor Jaha (Isaiah Washington).   © The CW
Hat doch noch eine Idee parat: Chancellor Jaha (Isaiah Washington). © The CW

Doch wie man schon erahnen konnte, gibt es vielleicht doch noch eine Lösung, die das Ende aller Bewohner der Raumstation verhindern könnte. Der Einfall, der Jaha bei der Verköstigung eines jahrzehntealten Scotchs und der Sichtung alter Videoaufnahmen kommt, ist sicherlich auch schon so manchem Zuschauer gekommen. Er ist genauso einfach wie offensichtlich. Der Plan: die Ark gezielt auf der Erde abstürzen lassen und dabei die Schäden für die Insassen so gering wie möglich halten. Die Lösung aller Probleme ist eher simpel und weniger spektakulär, dennoch ist ein großes Risiko damit verbunden. In Kombination mit einer kraftvollen musikalischen Untermalung kommt gerade zum Ende von We Are Grounders noch einmal Aufbruchsstimmung auf. Es ist tatsächlich noch nicht aller Tage Abend.

Fazit

Bei einer dynamischen und unterhaltsamen Episode wie We Are Grounders kann man hinsichtlich einiger gestelzter Dialoge getrost ein Auge zudrücken. Die zwölfte Episode der The CW-Serie The 100 kann durch reichlich spannende Momente und interessante Entwicklung überzeugen und so zu einer der stärkeren Folgen des Formats gezählt werden.

Für die finale Episode haben die Serienmacher einige Fragen offengelassen, deren Beantwortung mit Spannung erwartet werden darf. Ob es nun (endlich) der große Kampf gegen die grounders, die mögliche Zusammenführung der Handlungsebenen Erde und Ark, Montys Schicksal oder weitere unerwartete Wendungen à la reapers sind: Die Erwartungen sind geschürt, was man den Machern durchaus hoch anrechnen kann. Nun heißt es abwarten, was in der Finalepisode nächste Woche daraus gemacht wird.

Schauspieler in der Episode The 100 1x12

Darsteller   Rolle
Eliza Taylor …………… Clarke Griffin
Paige Turco …………… Dr. Abigail Griffin
Thomas McDonell …………… Finn Collins
Marie Avgeropoulos …………… Octavia Blake
Bob Morley …………… Bellamy Blake
Christopher Larkin …………… Monty Green (credit only)
Devon Bostick …………… Jasper Jordan
Isaiah Washington …………… Thelonious Jaha
Henry Ian Cusick …………… Marcus Kane
Lindsey Morgan …………… Raven Reyes
Ricky Whittle …………… Lincoln
Richard Harmon …………… John Murphy
Dichen Lachman …………… Anya
Joseph Gatt …………… Tristan
Jarod Joseph …………… Nathan Miller
Alessandro Juliani …………… Jacapo Sinclair
Sachin Sahel …………… Dr. Eric Jackson
Keenan Tracey …………… Sterling
Ella Pitkin …………… Young Clarke
Brendan Meyer …………… Myles
Ty Benefield …………… Young Wells
Lizzie Boys …………… Patient (as Elizabeth Boys)
Kate Bateman …………… Woman
Genevieve Buechner …………… Fox
Levi Meaden …………… Drew
Breanna Podlasly …………… Grounder
Chelsey Reist …………… Harper McIntyre
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