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The 100 1x10 Nun bin ich der Tod geworden

The 100 1x10 Nun bin ich der Tod geworden

Murphy kehrt ins Lager zurück und behauptet, von den Grounders gefangengenommen und gefoltert worden zu sein.

Clarke und Bellamy streiten sich um die richtige Bewertung seiner Rückkehr, während Octavia sich fortschleicht, um Lincoln zu finden. Sie kehrt mit einer ernstzunehmenden Warnung zu den 100 zurück.

Das Camp wird schließlich von einem mysteriösen Virus heimgesucht, was viele der Insassen in die Quarantäne zwingt. Jasper wird zum Helden des Tages.

In der letzten Episode Unity Day ergaben sich einige brenzlige Situationen und Umstände, die nun in I Am Become Death ihre Konsequenzen nach sich ziehen. Interessant ist hierbei, dass in „I Am Become Death“ kein einziges Mal zur Ark gewechselt wird, womit auf clevere Art die Kontinuität gewahrt wird. Die neueste Episode von The 100 steht ganz im Zeichen der Bedrohung durch die Grounders für die Jugendlichen. Auf der Ark herrscht Funkstille, was nach dem totalen Energieausfall aus der letzten Woche durchaus Sinn hat.

Der Fokus auf die Jugendlichen und ihren bevorstehenden Kampf mit den ungemütlichen Erdbewohnern ist dabei eine nette Abwechslung, auch wenn abermals deutlich wird, dass die Serienmacher hier und da einige Probleme haben, die Balance zwischen den einzelnen Handlungsebenen zu halten. Dennoch bleibt I Am Become Death eine solide Episode des Sci-Fi-Dramas, die mit einigen spannenden Momenten aufwarten und so überzeugen kann.

Fire in the hole

Am Ende von Unity Day ging die Fluchtkapsel der Ark eher unsanft zu Boden und ließ Clarke (Eliza Taylor) das Schlimmste ob des Schicksals ihrer Mutter Abby (Paige Turco) befürchten. Nun haben sich die Jugendlichen zur Absturzstelle begeben und müssen feststellen, dass man wohl jedwede Hoffnung auf Überlebende aufgeben kann. Die Kulisse des Absturzortes macht einen recht passablen Eindruck, auch wenn die am Computer generierten Hintergründe deutlich hervorstechen. Auch wenn Clarke und Co. hier ein paar verbrannte menschliche Überreste finden, man kann sich nur schwer von dem Gefühl freimachen, dass hier wirklich sämtliche Insassen ums Leben gekommen sind. Ob sich von diesen eventuell eine/r direkt in die Wildnis geflüchtet hat und später noch einmal auf den Plan treten wird, bleibt abzuwarten. Dass dies schon das Ende der erst kürzlich eingeführten Diana Sydney (Kate Vernon) und Clarkes Mutter Abby gewesen sein soll, mag der Rezensent noch nicht so recht glauben.

Im Camp der Jugendlichen ist derweil zumindest ein klein wenig Ruhe eingekehrt. Auch wenn die Lage sichtlich angespannt ist, ist man doch in Erwartung eines Angriffs durch die Grounders. Jasper (Devon Bostick) lässt sich unterdessen als Kriegsheld feiern, was eine eher nervige Seite seines Charakters offenbart. Ähnlich wie Kumpel Monty (Christopher Larkin) erkennt man, dass er auch recht unsympathisch sein kann. So beliebt er jetzt auch sein und welche Vorteile ihm diese Beliebtheit auch bringen mag, Octavia (Marie Avgeropoulos) bringt es treffend auf den Punkt: Sein dümmliches Gefasel ist nur schwer zu ertragen.

Gleichzeitig kommt wieder etwas Leben in die Bude, als außerhalb des Camps verdächtige Bewegungen ausgemacht werden. Octavia hatte zuvor noch ein Signal Lincolns (Ricky Whittle) erspähen können, und ist sichtlich schockiert, als Schüsse fallen und sie einen menschlichen Körper am Boden ausmacht. Dieser ist aber nicht Lincoln, sondern der einst verstoßene Murphy (Richard Harmon), der nun übel zugerichtet ist und anscheinend aus den Händen der Grounders entfliehen konnte. Er wird erst einmal ins Camp gebracht - ohne Kenntnis, welche Gefahr von ihm ausgeht.

Biological Warfare

Clarke sieht in Murphy vor allem eine Chance, an Informationen über die Grounders zu gelangen. Bellamy (Bob Morley) hingegen hegt nach wie vor einen Groll gegenüber dem gefolterten Fiesling und will diesem endgültig den Garaus machen. Dies wäre im Nachhinein gar keine so schlechte Idee gewesen, denn mit der Ankunft Murphys im Camp ergibt sich ein neues handfestes Problem für die Jugendlichen.

Clarke (Eliza Taylor) mit dem übel zugerichteten Murphy (Richard Harmon)   © The CW
Clarke (Eliza Taylor) mit dem übel zugerichteten Murphy (Richard Harmon) © The CW

Wie sich schnell herausstellt, wird Murphy von den gewieften Erdbewohnern als wandelnde Biowaffe benutzt. So trägt dieser nämlich ein Virus in sich, der sich rasch im Camp der Jugendlichen verbreitet und schon bald seine ersten Todesopfer fordert. Auch Clarke zeigt die ersten blutigen Symptome, die Lage wird immer angespannter und immer mehr Jugendliche erkranken an dem Virus. Auch wenn die Informationen dazu etwas schwammig sind, die Einführung dieser neuer Krise offenbart einige interessante Dynamiken unter den Jugendlichen. Gleichzeitig halten die Macher auch nicht mit heftigen Szenen hinterm Berg und präsentieren das ganze grässliche Ausmaß der Erkrankung.

Cure

Nur wenige sind nicht von dem Virus betroffen, darunter zum Beispiel Octavia. Diese bekommt von Clarke den Auftrag, sich entgegen der Anweisung von Bellamy aus dem Camp zu schleichen und Lincoln aufzusuchen, um so vielleicht ein Heilmittel gegen den Virus zu finden. Octavia trifft dann auch auf Lincoln, doch ein Heilmittel kann er ihr nicht geben, weil es schlichtweg keines für diese Erkrankung gibt. Mit diesem Virus sollen die Schwächsten der Jugendlichen beseitigt werden, was im Nachhinein etwas verwunderlich stimmt, wenn man bedenkt, wer noch alles an dem Virus erkrankt und nach Lincolns Definition beziehungsweise dem Muster des Virus nach als schwach definiert ist.

Lincoln weiht dann Octavia in seine neuerlichen Pläne ein, die einige interessante Informationen mit sich bringen. Der Grounder ist bei seinesgleichen in Ungnade gefallen und plant jetzt seine Flucht, auf welcher Octavia ihn begleiten soll. Dabei könnte ein Clan im Osten den beiden Obhut bieten. Octavia wirkt alles andere als abgeneigt und will Lincoln begleiten, doch zuvor muss sie zurück ins Camp kehren, denn Lincolns Informationen zufolge steht bei Anbruch des ersten Tageslichts ein Angriff der Grounders bevor, vor denen Octavia ihre jugendlichen Mitstreiter zumindest warnen will.

Bomb

Unter diesen macht sich inzwischen immer mehr Panik breit, wodurch die Ausmaße einer Hysterie aufgrund des Ausbruchs eines lebensbedrohlichen Virus deutlich werden. So schlagen die Grounders gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Nicht nur, dass sie die Jugendlichen immer mehr dezimieren und zermürben, auch die immer größer werdende Angst unter diesen spielt den Erdbewohnern in die Karten. Octavias Nachricht, dass ein Angriff der Grounders kurz bevorsteht, macht es alles andere als besser. Es muss eine Kontertaktik her, die dann auch recht schnell gefunden ist.

Abermals präsentiert sich Finn (Thomas McDonell) als einer der weitsichtigsten Charaktere des Ensembles und kann so erneut beim Zuschauer punkten. Die Vorbereitung auf eine direkte Auseinandersetzung mit den Grounders ist schön und gut, doch es gibt eine bessere Lösung, sich vorerst vor den angriffslustigen Erdbewohnern zu schützen. So soll die Brücke und somit der Übergang zum Grounder-Territorium gesprengt werden. Zum einen kann so der Angriff durch diese verlangsamt und verzögert werden, zum anderen wahrt man die Illusion, in Besitz mehrerer solcher hochexplosiver Vorrichtungen zu sein, wodurch wiederum eine Art Frieden erzwungen werden könnte, da keine der beiden Seiten einen weiteren Vorstoß wagen würde.

Zu allem bereit: Raven (Lindsey Morgan)   © The CW
Zu allem bereit: Raven (Lindsey Morgan) © The CW

Die Bombe ist dann von Raven (Lindsey Morgan) auch relativ schnell zusammengezimmert, kann sie sich doch bei der hochexplosiven Flüssigkeit bedienen, die aus den Überresten der abgestürzten Raumkapsel trieft. Mit einem gezielten Schuss ließe sich diese dann entzünden und die Brücke wäre passé. Da aber auch Bellamy erste Symptome des Virus zeigt, wird dem hochtrabenden Jasper die Ehre zuteil, mit Finn die Bombe hochgehen zu lassen.

War Drumms

Wäre da nicht Raven, die sich auf eigene Faust zur Brücke aufmacht und die Bombe im Gepäck hat. Warum sie diesen Solotrip durchzieht, ist anfangs nicht wirklich klar, jedoch bekommt man später eine mehr oder minder zufriendenstellende Antwort auf diese Frage. Raven selbst ist nun ebenfalls von der Erkrankung betroffen und schleppt sich gerade so zur Brücke, um diese in die Luft zu sprengen.

In einer recht spannenden Sequenz, in der endlich wieder auf treibende Musik gesetzt wird und die Anspannung kontinuierlich in die Höhe getrieben wird, erreichen Finn und Jasper die Brücke, während auf der anderen Seite die Grounders zügig durch den Wild vorstoßen. Raven will sich zunächst selbstlos opfern, doch Finn packt sie und bringt sie in Sicherheit. Nun liegt es an Jasper, die Bombe hochgehen zu lassen, doch ist er mitnichten der begnadete Schütze, für den ihn so viele halten. Glücklicherweise tritt Monty auf den Plan und hat Nachschub im Gepäck. Auch diese kleine Szene ist - wie so viele andere - ein wenig zu zweckdienlich, doch man mag darüber hinwegsehen können, da zumindest das Gesamtbild stimmt.

So detoniert im letzten Moment die Bombe und auch wenn sich die heranstürmenden Grounders zuvor entgegen ihrer bis dato etablierten Cleverness ein wenig dämlich angestellt haben, hinterlässt das Ausmaß der Detonation einen beachtlichen Eindruck. Aus der Ferne sehen Clarke, Bellamy und Co die atompilzartigen Rauchschwaden aufziehen. Dass Clarke dann das episodentitelgebende Zitat des Erfinders der Atombombe Robert Oppenheimer „I am become death, the destroyer of worlds“ (selbst ein Zitat aus einer heiligen Schrift des Buddhismus) zum Besten gibt, ist somit recht passend und vielsagend, auch wenn es gleichzeitig ein wenig zu dick aufgetragen wirkt.

My people

Während Raven, Finn, Jasper und Monty ins Camp zurückkehren, sucht Octavia erneut Lincoln auf, um diesem mitzuteilen, dass sie doch bei ihren Freunden, aber vor allem auch bei ihrem Bruder bleiben wird. Dieser vermeintliche emotionale Abschied funktioniert gut, auch wenn heftigst auf die Tränendrüse gedrückt wird. Gleichzeitig werden von Lincoln die mysteriösen mountain men erwähnt, die schon bald alle Jugendlichen töten werden. Auch hier darf man gespannt sein, welche Gefahren noch lauern.

Im Camp wird man langsam Herr der Lage, klingen die Symptome des Virus doch allmählich ab. Dennoch mussten 14 Jugendliche zu Grabe getragen werden. Auch Raven muss sich nun erst einmal auskurieren, jedoch führt sie zuvor und unter Einsatz ihrer letzen Kräfte noch ein klärendes Gespräch mit Finn. Die Serienmacher können an dieser Stelle mit einer unaufgeregten Lösung des angespannten Liebesdreiecks zwischen Clarke, Finn und Raven punkten. Zwischen letzteren scheint es nun endgültig aus zu sein, jedoch möchte sich der Rezensent an dieser Stelle weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass diese Problematik in den letzen drei Folgen sicherlich noch einmal aufgegriffen werden wird.

Finn (Thomas McDonell) und Bellamy (Bob Morley) im Zwiegespräch   © The CW
Finn (Thomas McDonell) und Bellamy (Bob Morley) im Zwiegespräch © The CW

Zum Abschluss tritt dann noch einmal Murphy prominent in Erscheinung. Dieser hatte sich bis jetzt recht handzahm präsentiert, doch letztendlich offenbart er seine hässliche Fratze doch noch und bringt kaltblütig einen seiner Ankläger um. Ob es sich hier nun um eine persönliche Rache handelt oder Murphy vielleicht eine größere Agenda verfolgt, lässt sich schwer sagen. Die Tendenz geht eher zu ersterem, aber Murphys angebliche Gefangenschaft bei den Grounders wirft auch einige Fragen auf. Gut möglich, dass hier eine kleine Überraschung vorbereitet wird.

Fazit

The 100 behält seine gute Form bei, auch wenn nicht ganz an die Episode der Vorwoche angeknüpft werden kann. Dennoch ist I Am Become Death eine äußerst solide Folge, die eine interessante Problematik anbietet und in der an den richtigen Stellen das Tempo angezogen wird. Auch wenn sich einige Elemente ein wenig zu zweckmäßig gestalten, im Gesamtbild gelingt es den Machern, erneut eine unterhaltsame Episode hervorzuzaubern.

Hier und da bedient man sich an eher einfachen Erklärungen, doch I Am Become Death macht generell eine gute Figur und treibt die Handlung konsequent weiter voran. So kann man auch auf die Handlung an Bord der Ark verzichten, da genügend interessante Einflüsse auf der Erde präsentiert werden. Nun heißt es abwarten, was die finalen drei Episoden der ersten Staffel von The 100 noch für uns bereithalten.

Schauspieler in der Episode The 100 1x10

Darsteller   Rolle
Eliza Taylor …………… Clarke Griffin
Paige Turco …………… Dr. Abigail Griffin (credit only)
Thomas McDonell …………… Finn Collins
Marie Avgeropoulos …………… Octavia Blake
Bob Morley …………… Bellamy Blake
Christopher Larkin …………… Monty Green
Devon Bostick …………… Jasper Jordan
Isaiah Washington …………… Thelonious Jaha (credit only)
Henry Ian Cusick …………… Marcus Kane (credit only)
Lindsey Morgan …………… Raven Reyes
Ricky Whittle …………… Lincoln
Richard Harmon …………… John Murphy
Josh Ssettuba …………… Connor (as Joshua Ssettuba)
Wesley MacInnes …………… Derek
Chelsey Reist …………… Harper McIntyre
Jake Croker …………… Healthy Kid
Manny Jacinto …………… Boy #1
Osrig Chau …………… Red Eyed Boy
Genevieve Buechner …………… Fox
Dejan Loyola …………… Chivalrous Boy #2
Darren Mann …………… Chivalrous Boy #3
James Forrester …………… Juvenile Delinquent
Jarod Joseph …………… Nathan Miller
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