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The 100 1x09 Der Anschlag

The 100 1x09 Der Anschlag

Clarke und Finn versuchen, einen Frieden zwischen den Grounders auszuhandeln. Die Verhandlungen werden jedoch unterbrochen, als Bellamy, Jasper und Raven bewaffnet auftauchen und sich in eine Schlacht stürzen wollen.

Die Beziehung zwischen Octavia und Lincoln wird unterdessen inniger. Während der Feier zum Unity Day kommt es indes auf der Ark zu einer Tragödie.

Nach der soliden achten Episode Day Trip aus der letzten Woche gelingt es den Machern von The 100, mit der neuesten Folge Unity Day ein äußerst packendes Kapitel der ersten Staffel des Sci-Fi-Dramas abzuliefern. Es treibt nicht nur konsequent ein Gros der relevanten Handlungsstränge voran, sondern kann auch mit einer Vielzahl von überraschenden Momenten aufwarten.

Sowohl die Handlung auf der Erde als auch auf der Raumstation weiß mit spannenden Sequenzen zu überzeugen, gleichzeitig tun sich einige Charaktere hervor, die nachhaltig Eindruck hinterlassen können. Auch wenn sich, wie so oft, einige kleinere Schönheitsfehler finden lassen: Unity Day fühlt sich wie eine äußerst runde Episode an, die behutsam das sich anbahnende Finale zur ersten Staffel von The 100 einläutet.

Lockdown

Gleich zu Beginn von Unity Day schlagen die Serienmacher einen Weg ein, der sich durchaus auszahlt. So werden wir Zeugen, wie sowohl die Bewohner der Ark als auch die Jugendlichen auf der Erde den sogenannten „Unity Day“ feiern. Vor langer Zeit und angesichts der drohenden Nuklearkatastrophe schlossen sich zwölf Raumstationen verschiedener Nationen zusammen und bildeten so die Ark, den letzten sicheren Zufluchtspunkt der Menschheit. Der „Unity Day“ erinnert an dieses bedeutende Ereignis. Diese Einführung in die Episode ist äußerst gelungen, denn man erfährt mehr über das Serienuniversum von The 100, die Geschichte und Hintergründe der Ark, wodurch das Format gleich viel mehr Substanz und Tiefe erhält.

Da mag man vorerst auch über den Fakt hinwegsehen können, dass die kleine Inszenierung von Kindern suggeriert, auf der Ark eine Vielzahl verschiedener Nationalitäten antreffen zu können. Bis jetzt hatte man es jedoch nur mit englischsprachigen Vertretern zu tun. Dieser Aspekt der ethnischen Diversität an Bord der Raumstation ist sicherlich sehr interessant und sollte früher oder später auch thematisiert werden, da hier auch einiges an Potential schlummert.

Man könnte sich also an solch kleinen Details stören, würden die Macher von The 100 es nicht schaffen, derartig konsequent und schockierend von dieser Art Fragen abzulenken. Die Feierlichkeiten finden nämlich ein abruptes und wahrhaftig scheußliches Ende, als plötzlich eine Bombe detoniert und damit eine Explosion auslöst, die mehrere Todesopfer nach sich zieht. Eine heftige Sequenz, die den Zuschauer sofort packt und schockiert zurücklässt. Nicht nur, dass Kane (Henry Ian Cusick) in einer sehr emotionalen Szene den Tod seiner eigenen Mutter verkraften muss, auch die anderen Ratsmitglieder sind tödlich verletzt worden. Es scheint sich also um eine Art Coup zu handeln, der Jaha (Isaiah Washington) ein für alle Mal zu Fall bringen soll. Doch wer steckt dahinter? Der Verdacht fällt auf die ehemalige Kanzlerin und das neue Ratsmitglied Diana Sydney (Kate Vernon).

Survival at any cost

Von diesen dramatischen Entwicklungen an Bord der Raumstation bekommen die Jugendlichen auf der Erde nicht viel mit. Ganz im Gegenteil, die Feierlaune im Camp ist groß, woran auch Jaspers (Devon Bostick) spezieller, selbst gebrauter Trunk einen großen Anteil hat. Auch Clarke (Eliza Taylor) nutzt die Gelgenheit, etwas zu entspannen, obwohl sie sich nach wie vor große Sorgen um einen möglichen Angriff der grounders macht.

Feiert ausgiebig: Jasper (Devon Bostick) und sein selbst gebrautes Partygetränk.   © The CW
Feiert ausgiebig: Jasper (Devon Bostick) und sein selbst gebrautes Partygetränk. © The CW

Andernorts suchen Finn (Thomas McDonell) und Raven (Lindsey Morgan) das Gespräch, in dem sich wiederum zeigt, dass die Anspannung zwischen den beiden sehr hoch ist. Interessant ist auch, dass Raven ähnlich rigoros wie Bellamy (Bob Morley) handeln und die feindseligen Erdbewohner um jeden Preis bekämpfen will. Finn hingegen denkt da weitaus diplomatischer und mausert sich zum heimlichen Helden von Unity Day. Seine Gedankengänge sind logisch und auf lange Sicht sinnvoll, seine Rolle als moralischer Kompass markiert einen wichtigen Pol in der Serie. Gerade durch sein weitsichtiges Denken baut man als Zuschauer schnell Sympathien zu Finn auf, der den Konflikt mit den grounders auf friedvolle Art und Weise lösen will.

Bring guns

Octavia (Marie Avgeropoulos) nutzt derweil die allgemeine Feierlaune im Camp, um sich ungesehen davonzustehlen und Lincoln (Ricky Whittle) zu treffen. Im Gegensatz zu der etwas zu schwülstigen Waschlappenszene aus der letzten Episode funktioniert das Liebesspiel zwischen ihr und dem grounder diese Woche nach Meinung des Rezensenten besser. Die Verbindung zwischen den beiden wird durch deren sinnliches Zusammensein deutlicher, als es noch zuvor der Fall war. Letztendlich treffen Octavia und Lincoln dann auf Finn, der über letzteren eine friedvolle Aussprache mit den grounders anleiern will.

Diesen Deal geht Lincoln auch ein, also berichtet Finn Clarke von dem möglichen Treffen mit Vertretern der ungemütlichen Erdbewohner. Diese hat jedoch berechtigterweise wenig Vertrauen darin, dass dieses Treffen gut ausgehen wird und weiht hinter Finns Rücken Bellamy über die bevorstehende Aussprache ein. Dieser mobilisiert wiederum Raven und Jasper, mit denen er sich ein paar Schusswaffen schnappt und Finn und Clarke folgt. Eine Vorsichtsmaßnahme, die nachvollziehbar ist, betrachtet man die bisherigen Aufeinandertreffen mit den grounders.

Reckoning

Es bietet sich an dieser Stelle ein Abstecher zurück zur Ark an, wo die Situation ebenfalls ordentlich am Brodeln ist. Sydney ist in der Tat für das Attentat verantwortlich gewesen und schmiedet jetzt Pläne, wie sie weiter vorgehen soll. Durch einen perfiden Trick kann zuerst Kane überwältigt werden. Sydney scheint zahlreiche Anhänger unter den Bewohnern und Wachen der Raumstation zu haben, die den Umsturz der Regierung unter Leitung Jahas weiter vorantreiben.

Diana plant, sich die Raumkapsel für das Projekt „Exodus“ zu eigen zu machen. Rücksichtslos nimmt sie dafür auch das mögliche Ende der Ark in Kauf, denn diese hängt im Rahmen der von Jaha verordneten Abriegelung der Raumstation hinsichtlich ihrer Energieversorgung am seidenen Faden. Jaha und seine loyalen Gefolgsleute versuchen, sie um jeden Preis aufzuhalten, doch Sydney gelingt es, auch unter Jahas Anhängerschaft Zweifel ob der ganzen Lügen des derzeitigen Kanzlers zu säen. Clarkes Mutter Abby (Paige Turco) findet sich derweil inmitten dieser Pattsituation wieder, beweist aber ihre Loyalität gegenüber Jaha.

Ein Bombenattentat auf der Ark fordert seine Opfer; darunter auch Kanes (Henry Ian Cusick) Mutter.   © The CW
Ein Bombenattentat auf der Ark fordert seine Opfer; darunter auch Kanes (Henry Ian Cusick) Mutter. © The CW

Live together in peace

Zurück auf der Erde bahnt sich derweil der Höhepunkt von Unity Day an, denn das Treffen zwischen den Jugendlichen und den grounders steht kurz bevor. Während Octavia, Clarke und Finn an einem sehenswerten Schauplatz auf Lincoln treffen, gehen Bellamy, Raven und Jasper im naheliegenden Dickicht in Position. Alsbald treten drei berittene groudners auf den Plan, darunter die vermeinliche Anführerin Anja (Dichen Lachman). Die Gestaltung der dubiosen Bewohner der Erde macht einiges her und hinterlässt einen starken Eindruck. Endlich kommen wir mehr mit der undurchsichtiten Bedrohung durch die grounders in Berührung, endlich erfahren wir etwas mehr über diese Gruppierung.

Clarke führt dann ein klärendes Gespräch mit Anja, jedoch erweisen sich die Fronten als deutlich verhärtet. Anja bringt dabei einige überzeugende Argumente, warum die Jugendlichen als Invasoren angesehen und dementsprechend attackiert wurden. Zu allem Überfluss gingen nämlich die Leuchtsignale aus Twilight's Last Gleaming über einem Dorf der Erdbewohner nieder, das daraufhin komplett abbrannte. Man merkt gleich, dass eine friedvolle Allianz weitaus schwieriger zu erreichen ist, als man vorher vielleicht noch angenommen hätte.

So wird auf beiden Seiten erst einmal mit den Säbeln gerasselt, wobei Clarke in gewisser Weise das wohl überzeugendste Argument präsentieren kann. Schon bald ist nämlich mit der Ankunft weiterer „Invasoren“ von der Ark zu rechnen, die neue Probleme mit sich bringen könnten sowie neue Konflikte und vor allem aber auch neue Todesopfer. Es wäre also für beide Seiten sinnvoll, sich friedvoll zu einigen und ein gemeinsames Miteinander anzustreben. Außerdem könnten für beide Parteien einige Vorteile aus diesem Bündnis hervorgehen. Doch Anja bleibt skeptisch, gibt es doch keine Garantie, dass Clarke diese Versprechungen von Frieden auch einhalten kann. Dennoch bekommt man den Eindruck, dass durch ausführliche Verhandlungen Frieden eine Option ist.

At war

Jegliche Chancen dafür werden jedoch von einem impulsiven Jasper zunichtegemacht. Dieser erspäht in einigen Bäumen versteckte grounders. Die Erdbewohner sind anscheinend ähnlich skeptisch wie Clarke und Bellamy gewesen und haben ebenfalls einige Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. In einer wilden Schießerei gehen dann einige grounders zu Boden, Lincoln fängt gar einen Pfeil für Octavia ab und die Jugendlichen ergreifen die Flucht. Schlechter hätte das Treffen wohl nicht verlaufen können.

Insbesondere Finn ist sichtlich angesäuert und sich augenscheinlich der kommenden Konsequenzen bewusst. Es bahnt sich eine Entzweiung unter den Jugendlichen an, vor allem Finn und Bellamy geraten noch einmal aneinander. Finns Wut ist dabei absolut nachvollziehbar, aber auch Bellamys Argumentation ist verständlich, konnte man sich doch nicht sicher sein, wie die grounders sich verhalten würden. Fakt ist aber auch, dass Jasper den ersten Schuss abgefeuert hatte und somit eine Kettenreaktion auslöste, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen könnte.

Anführerin der Grounders: Die dubiose und beinharte Anja (Dichen Lachman).   © The CW
Anführerin der Grounders: Die dubiose und beinharte Anja (Dichen Lachman). © The CW

Schlussendlich geht dieser „Unity Day“ sicherlich nicht als bedeutsamer Tag der Einigkeit unter den Jugendlichen und den Erdbewohnern in die Geschichte ein. Ein wenig Hoffnung kann Clarke dann jedoch die Raumkapsel machen, die sie und Bellamy am Himmel erspähen. Was diese jedoch nicht wissen ist, dass es Sydney und ihren Mannen gelungen ist, die Kapsel von der Ark zu trennen und die Flucht zu ergreifen, wodurch die Ark selbst einen schwerwiegenden Energieausfall erleidet. Jedoch hätten sich Sydney und Co. ihre Landung auf der Erde sicherlich sanfter vorgestellt, denn die Raumkapsel rauscht ungebremst in eine naheliegende Bergkette. Clarke ist sichtlich schockiert, zerschellen mit dem Absturz der Transportkapsel doch gleich mehrere Hoffnungen. Dass ihre Mutter mit an Bord ist und nun tot sein könnte, ist eine weitere Hiobsbotschaft, die Clarke deutlich mitnimmt.

Fazit

Wie bereits erwähnt, gibt es einige Kleinigkeiten, die man in Unity Day durchaus kritisieren kann. Ein Beispiel dafür ist der komplette Energieausfall der Ark aufgrund der Abkapselung der „Exodus“-Sonde, der dramaturgisch und wissenschaftlich sicherlich irgendwie Sinn hat, aber dennoch ein wenig aus der Luft gegriffen zu sein scheint. Jedoch sollte man sich in „Unity Day“ nicht an solchen kleinen Makeln festbeißen, steht hier doch die packende Unterhaltung im Vordergrund.

Diese gelingt nämlich sehr ordentlich und vermag es, den Zuschauer mitzureißen und zu überraschen. Das Attentat am Anfang der Episode ist ein waschechter Schocker, doch auch das Aufeinandertreffen der Jugendlichen und der grounder-Fraktion gefällt sehr gut. Gleichzeitig weben die Serienmacher einige interessante Hintergrundinformationen mit ein. Ob jetzt bezüglich der grounder-Gemeinschaft und deren Kultur, bezüglich dem Ursprung der Ark oder auch bezüglich einzelner Charaktere, die sich hervorheben können. Unity Day hat generell Substanz und kündigt verheißungsvolle Auseinandersetzungen der einzelen Lager auf der Erde sowie dramatische Entwicklungen auf der Ark an. Somit gehört die neunte Episode von The 100 zu einer der besten Episoden der bisherigen ersten Staffel der Serie.

Schauspieler in der Episode The 100 1x09

Darsteller   Rolle
Eliza Taylor …………… Clarke Griffin
Paige Turco …………… Dr. Abigail Griffin
Thomas McDonell …………… Finn Collins
Marie Avgeropoulos …………… Octavia Blake
Bob Morley …………… Bellamy Blake
Christopher Larkin …………… Monty Green (credit only)
Devon Bostick …………… Jasper Jordan
Isaiah Washington …………… Thelonious Jaha
Henry Ian Cusick …………… Marcus Kane
Lindsey Morgan …………… Raven Reyes
Ricky Whittle …………… Lincoln
Christine Willes …………… Vera Kane
Kate Vernon …………… Diana Sydney
Dichen Lachman …………… Anya
Alessandro Juliani …………… Jacapo Sinclair
Jarod Joseph …………… Nathan Miller
Keenan Tracey …………… Sterling
Catherine Lough Haggquist …………… Council Member #1 (as Catherine Lough-Haggquist)
Sharon Taylor …………… Council Member #2
Hiro Kanagawa …………… Council Member #3
Genevieve Buechner …………… Fox
Teach …………… Ridley
Rob Hayter …………… Chief Guard
Dalila Bela …………… Child / Leigh
Artine Brown …………… Lt. Graco (as Artine Brown)
Ben Cotton …………… Red
Patrick Sabongui …………… Rebel Guard
James Forrester …………… Juvenile Delinquent