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The 100 1x05 Ein Licht am Horizont

The 100 1x05 Ein Licht am Horizont

Clarkes Beziehung zu Finn wird gefährdet. Octavia bekommt einen Schlag auf den Kopf und wacht auf, nur um festzustellen, dass ein Grounder auf sie aufpasst.

Auf der Ark enthüllt Abby Kanes Plan, die Bevölkerung zu reduzieren. Jaha und Abby entdecken ein Signal und realisieren, dass zumindest einige der 100 Erdreisenden immer noch am Leben sind.

Es dürfte vielleicht dem einen oder anderen ein wenig schwer fallen, in die aktuelle Episode Twilight's Last Gleaming der US-Serie The 100 reinzukommen. In der letzten Folge machte sich zum Ende Raven (Lindsey Morgan) auf den Weg in Richtung Erde, damit Abby (Paige Turco) endlich Kontakt mit den „100“ aufnehmen kann. Zur gleichen Zeit gaben sich Clarke (Eliza Taylor) und Finn (Thomas McDonell), Ravens Freund, einer heißen Liebesnacht hin. Mit der Ankunft Ravens auf der Erde rechnete man also schon mit einer Liebesdreieckproblematik, welche sich prominent in den Vordergrund der Geschichte drängen und worunter eventuell die Gesamthandlung leiden könnte.

Glücklicherweise passiert dies hier nicht, auch wenn sich die Serienmacher den potentiellen Konflikt für spätere Episoden aufgehoben haben könnten. Dennoch plätschert insbesondere der Beginn der aktuellen Episode eher nichtssagend vor sich hin. Es dauert ungefähr bis zur Hälfte von Twilight's Last Gleaming, bis endlich mehr Spannung aufkommt. Dann stellt sich die fünfte Episode des Sci-Fi-Dramas auch plötzlich als eine der bis dato wohl emotional bewegendsten heraus und nimmt den Zuschauer so durchaus mit.

Welcome Home

Während wir sehen, wie Raven in ihrer notdürftig zusammengeschraubten Raumkapsel Mutter Erde ansteuert, scheinen Clarke und Finn im siebten Himmel zu schweben. An dieser Szene ist vor allem auszusetzten, dass hier ein wenig zu dick aufgetragen wird, um den Zuschauer auch ja zu vermitteln, dass es bald zu einer neuen Stresssituation kommen könnte - immerhin ist Finns Freundin im Anmarsch...

Wie bereits erwähnt, fällt ein solcher Konflikt jedoch - erst einmal - flach, womit sich die Serienmacher uns Zuschauern und sich selbst einen großen Gefallen tun, denn es gibt wahrlich wichtigere Sachen, als sich jetzt einem derartigen Drama widmen zu müssen. Auf der Arc spitzt sich nämlich die Situation dramatisch zu, Raven muss schnellstmöglich den Kontakt mit der Raumstation herstellen, um so den Tod von über 300 Menschen zu verhindern.

Trifft eine äußerst bescheidene Entscheidung: Anführer Bellamy (Bob Morley).   © The CW
Trifft eine äußerst bescheidene Entscheidung: Anführer Bellamy (Bob Morley). © The CW

Jedoch tritt Bellamy (Bob Morley) auf den Plan, der zum einen um seine Machtposition innerhalb des Camps fürchtet und sich zum anderen Sorgen um die Strafverfolgung seiner selbst macht. Er hatte Chancellor Jaha (Isaiah Washington) angeschossen, um mit seiner Schwester Octavia (Marie Avgeropoulos) auf die Erde geschickt zu werden. Langsam wird Bellamys wahre Motivation deutlich und so dämlich seine Aktion auch ist, das entscheidende Funkgerätteil in einem Fluss zu versenken - sein Handeln und seine Befürchtungen sind nachvollziehbar.

Section 17

Auf der Arc droht die Situation derweil zu eskalieren, macht den Menschen doch ein weiterer Ausfall im System der Sauerstoffversorgung der Raumstation zu schaffen. Immer mehr Leute weisen gefährliche Krankheitssymptome auf, also wird Abby, die nach ihrer Aktion aus der letzten Episode eingesperrt wurde, wieder auf freien Fuß gesetzt, um den Menschen mit ihrer ärztlichen Expertise zu helfen.

Counselor Kane (Henry Ian Cusick) erklärt derweil Chancellor Jaha, dass das Opfern von 320 Bewohnern der Arc, um so die wichtigen Sauerstoffvorräte für den Rest zu sparen, in bereits wenigen Stunden vonstattengehen wird. Jaha zeigt dann charakterliche Größe, als er sich dazu bereiterklärt, sich ebenfalls in „Section 17“ zu begeben und sich dort für das Fortbestehen der Arc-Bevölkerung zu opfern. Kane soll dann seinen Posten übernehmen und Kanzler werden, weil er eben Fähigkeiten besitzt, die benötigt werden und die Jaha in sich selbst nicht sieht.

Isaiah Washington hat das schauspielerische Talent, solche Szenen mit entsprechender Würde zu tragen. Dies beweist er nicht nur in diesem Moment. Auch im weiteren Verlauf der Episode ragt einige Male sein eindringliches Schauspiel hervor, so abgedroschen manche Dialogzeile seiner Figur auch klingen mag. Interessant ist außerdem, dass die Serienmacher einen Verdacht gegenüber Kane einstreuen. Bellamys Attentat auf Jaha entstand nämlich aus einem Auftrag einer unbekannten Person heraus. Der unmittelbare Cut zur Raumstation und dem Gespräch zwischen Jaha und Kane, nachdem Bellamy seine Geschichte den anderen preisgegeben hat, ist vielsagend und vertieft so das augenscheinliche komplexe Handlungskonstrukt von The 100. Auch Kanes dubiose Motive bedürfen einer Aufklärung. Mit Henry Ian Cusick konnte man hier einen erfahrenen und fähigen Darsteller verpflichten, der uns mit seiner Rolle in Zukunft einige interessante Konflikte und Inhalte liefern könnte.

May they be remembered forever

Auch Abby erkennt, dass es so an Bord der Arc nicht weitergehen kann. Ihre Hoffnung, dass Raven eine erlösende Nachricht von der Erde gen Orbit absetzen kann, schwindet langsam. Also greift sie zu drastischeren Mitteln, um so nicht nur die Menschen an Bord der Raumstation zu informieren, sondern vor allem auch, um mit ihrem Gewissen ins Reine zu kommen. Sie spielt das Video ihres Ehemanns (Chris Browning) ab, welches über sämtliche Kanäle der Arc flimmert und die Leute über die sich anbahnende Situation und den Tod von 320 von ihnen aufklärt.

Die Videonachricht von Clarkes verstorbenem Vater Jake (Chris Browning) weiht die Arc-Bewohner ein.   © The CW
Die Videonachricht von Clarkes verstorbenem Vater Jake (Chris Browning) weiht die Arc-Bewohner ein. © The CW

Was folgt, ist wahrscheinlich der emotionale Höhepunkt von Twilight's Last Gleaming. Wo die Verantwortlichen um Jaha und Kane mit Chaos und einem Aufstand der Menschen gerechnet hatten, werden sie genau wie wir von einem Akt der absoluten Selbstlosigkeit überrascht. Wie sich herausstellt, treten zahlreiche - und weit mehr als 320 Leute - hervor und bieten sich an, ihr Leben für ihre Liebsten zu opfern. Dabei ragt vor allem ein sorgenvoller Familienvater hervor, dessen kleine Geschichte manch einen vielleicht sogar zu Tränen rühren könnte.

Es ist schon ein wenig erstaunlich, wie gut diese Sequenz funktioniert. Zugegeben, man hätte wohl viel eher mit einem Aufstand und gewalttätigen Unruhen gerechnet, doch diese Art der Lösung ist zufriedenstellender als alles andere - so tragisch sie in ihrem Kern auch ist... Man wird zweifellos emotional abgeholt und hofft sogar inständig, dass die Jugendlichen auf der Erde doch noch irgendwie eine Möglichkeit finden, Kontakt mit der Arc aufzunehmen, um so das Schlimmste zu verhindern.

Leider bleibt uns dieses Happy End verwehrt, denn die Serienmacher lassen die 320 Freiwilligen mit gnadenloser Konsequenz versterben. Dieser Moment hallt nach und lässt uns frustriert mit Abby und Jaha mitfühlen, die in der letzten Einstellung der Episode die Signale von der Erde erspähen. Das macht den vorangegangenen Opfertod hunderter von Menschen gleich noch viel dramatischer und ärgerlicher.

Shooting Stars

Diesen kann im Grunde genommen niemand Geringeres als Bellamy auf seine Kappe nehmen, dessen sinnfreies Verhalten den Jugendlichen viel Zeit kostete, um die Arc zu kontaktieren. Den Serienmachern muss man an dieser Stelle zugutehalten, dass sie bis zum Schluss die Illusion aufrechterhalten, dass die 320 Todgeweihten an Bord der Raumstation tatsächlich noch gerettet werden könnten. Dass die Raketengeschosse unglücklicherweise zu spät abgefeuert wurden, wissen die Jugendlichen (noch) nicht. Gerade Bellamy wird eine harte Zeit durchleben, wenn er erfährt, was sein eigennütziges Treiben nach sich gezogen hat.

Alleine am Ende von Twilight's Last Gleaming, welches an und für sich ausgezeichnet hätte werden können, schleichen sich jedoch abermals bekannte Makel von The 100 ein. Das mag gar nicht so sehr an der erneut dick aufgetragenen musikalischen Untermalung liegen, welche hier durchaus in Ordnung geht, sondern viel mehr daran, dass die Serienmacher immer wieder Probleme damit haben, einen runden Episodenabschluss zu finden.

So überrascht wie wir Zuschauer: Chancellor Jaha (Isaiah Washington).   © The CW
So überrascht wie wir Zuschauer: Chancellor Jaha (Isaiah Washington). © The CW

Dabei ist das Endbild, wie Jaha und Abby die Leuchtsignale von der Erde vorbeifliegen sehen, sehr gelungen. Doch vorher klatscht man mit Octavias Solotrip noch schnell eine Nebenhandlung rein, welche uns auf die nächste Episode vorbereiten soll. Ganz davon abgesehen, dass sich anscheinend niemand darum kümmert, dass Octavia verschwunden ist - nicht einmal ihr Bruder, welcher sie ja unbedingt beschützen wollte -, auch generell ist ihr Aufeinandertreffen mit einem grounder recht lieblos und billig geraten. Hier hätte man sich weitaus cleverer anstellen können und vielleicht sogar müssen. So verliert man nicht nur ein wenig den Fokus auf die dramatischen Ereignisse an Bord der Arc, auch der geheimnisvolle Handlungsstrang um die grounders wird eher banal und viel zu einfach wieder aufgegriffen.

Fazit

Es ist ein wenig frustrierend, dass die Serienmacher von The 100 abermals Probleme bekommen, ihre Episode wirklich zufriedenstellend zu einem Abschluss zu bringen. Dabei hatte sich doch angeboten, das dramatische Finale in Twilight's Last Gleaming zu nutzen, den Zuschauer nachdenklich zu stimmen und bewegt zu hinterlassen. Leider macht man sich dies durch die Devise, dass man seine Folgen mit abschließenden Montagen immer wieder überfrachten muss, ein wenig kaputt. Weniger ist manchmal mehr, das hat man in dieser narrativ einfach gehaltenen Episode sehen können.

Die Stärken von Twilight's Last Gleaming liegen vor allem in den ruhigen Momenten. Das Drama ist greif- und nachvollziehbar und das aufopferungsvolle Verhalten der Menschen hinterlässt ein eindringliches Gefühl. Außedem mausert sich die Episode mit der gebührenden Konsequenz zu einer der besseren Episoden der The CW-Serie. Man hätte eventuell noch weitergehen können, indem man auch Jaha nicht verschont hätte. Andererseits hat man mit Isaiah Washington einen starken Schauspieler mit an Bord, dessen darstellerische Fähigkeiten die Dramaserie noch bereichern könnten.

Da nun die Arc im Bilde ist, dass die Jugendlichen noch am Leben sind, könnte es interessant werden, was als Nächstes folgt. So reingequetscht Octavias Begegnung mit dem grounder auch ist: Ihr und den anderen scheint eine hitzige Auseinandersetzung mit den mysteriösen Erdbewohnern bevorzustehen. Hoffen kann man derweil nur, dass die Macher weiter an den kleinen Fehlern und Unzulänglichkeiten schrauben, denn dann könnte The 100 für einige Zuschauer zu mehr als nur einer unterhaltsamen Guilty-Pleasure-Serie werden. Die Voraussetzungen dafür sind durchaus zu erkennen.

Schauspieler in der Episode The 100 1x05

Darsteller   Rolle
Eliza Taylor …………… Clarke Griffin
Paige Turco …………… Dr. Abigail Griffin
Thomas McDonell …………… Finn Collins
Marie Avgeropoulos …………… Octavia Blake
Bob Morley …………… Bellamy Blake
Christopher Larkin …………… Monty Green (credit only)
Devon Bostick …………… Jasper Jordan (credit only)
Isaiah Washington …………… Thelonious Jaha
Henry Ian Cusick …………… Marcus Kane
Lindsey Morgan …………… Raven Reyes
Ricky Whittle …………… Lincoln
Lilah Fitzgerald …………… Reese Lemkin
Mac Brandt …………… Tor Lemkin
Terry Chen …………… Commander Shumway
Alessandro Juliani …………… Jacapo Sinclair
Sachin Sahel …………… Dr. Eric Jackson
Bill Marchant …………… Senior Council Member
Celia Reid …………… Roma
Alyson Bath …………… Bree
Shane Symons …………… Jones
Dean Redman …………… Guard
Genevieve Buechner …………… Fox
T. Roy Kozuki …………… Volunteer
Jane Craven …………… Miss Lucy
Chris Browning …………… Jake Griffin
James Forrester …………… Juvenile Delinquent
Josh Ssettuba …………… Connor
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