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The 100 1x02 Wir sind nicht allein

The 100 1x02 Wir sind nicht allein

Als sie entdecken, dass Jasper immer noch am Leben ist, begeben sich Clarke, Bellamy, Octavia, Finn und Monty auf eine Mission zur Rettung ihres Freundes. Dabei machen sie eine schockierende Entdeckung.

Unterdessen hat sich Abby auf der Ark in den Kopf gesetzt, zur Erde zu gelangen. Sie beauftragt Raven damit, ein Rettungsschiff zu bauen.

Bevor wir uns der Besprechung der zweiten Episode der neuen The CW-Serie The 100 widmen, möchten wir von SERIENJUNKIES.DE® selbst ein paar Worte an unsere Community richten. Es hat uns ein wenig überrascht, aber vor allem auch sehr erfreut, dass die Pilotfolge von „The 100“ so viel Aufmerksamkeit erregt und einen umfangreichen Austausch unter den einzelnen Nutzern im Kommentarbereich hervorgerufen hat. Wir als Redaktion sind uns selbst im Klaren, dass sich die einzelnen Autoren nie ganz von irgendwelchen Vorurteilen freimachen können. Ziel ist immer, neuen Formaten eine faire Chance zu geben, egal auf welchem Sender diese gezeigt werden.

The CW bildet sicherlich einen besonderen Fall auf SERIENJUNKIES.DE®, da hier die Meinungen in der Redaktion als auch in der Community oft stark auseinandergehen. Hinsichtlich einer Rezension die Objektivität zu wahren, ist nie einfach. Außerdem sollte man nicht außer Acht lassen, dass subjekte Ansichten immer Teil einer persönlichen Kritik sind. Da der Auftakt von The 100 offensichtlich für großen Gesprächsbedarf gesorgt hat, möchten wir uns vorerst weiterhin der neuen Serie widmen und hoffen natürlich - wie auch in der Woche zuvor - auf Eure rege Teilnahme an der Diskussion zur Serie.

We're so screwed

Nachdem die Pilotepisode mit dem vielleicht etwas zu vorhersehbaren Schocker endete, wie der junge Jasper (Devon Bostick) nach der erfolgreichen Überquerung des Flusses von einem Speer durchbohrt wurde, befinden sich die restlichen Mitglieder der Gruppe um Clarke (Eliza Taylor) nun erst einmal auf der Flucht. Dabei stoßen sie auf einige Skelettüberreste und einem unförmigen Skelettschädel, der ihnen Gewissheit gibt, dass sie definitiv nicht allein sind. Ein gequälter Aufschrei Jaspers verrät uns und der Gruppe dann, dass dieser doch noch am Leben ist. Zwar könnte dem einen oder anderen Zuschauer die mangelnde Konsequenz in diesem Fall etwas übel aufstoßen, doch läutet Jaspers Überleben auch die Möglichkeit ein, diesen in einer spannenden Episode aus den Fängen von wem auch immer zu retten. So viel sei vorweggenommen: Die Serienmacher vergeuden leider diese Chance.

Während auf der Arc die Verantwortlichen versuchen, die Ruhe und Ordnung angesichts des drohenden Ausfalls der Lebensversorgung auf der Raumsstation zu bewahren, haben es sich die jugendlichen Straftäter auf der Erde derweil gemütlich gemacht. Dabei erinnert ihr zusammengewürfeltes Lager eher an ein unkontrollierbares Chaos, in dem sich der durchsetzungsstarke Bellamy (Bob Morley) zum Anführer erhoben hat. Hier kommt es abermals zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und Wells (Eli Goree), dem Sohn des „Arc Chancellor“ (Isaiah Washington), doch die Rückkehr von Clarke und Co. kann vorerst schlimmere Konsequenzen verhindern.

Hope is everything

Clarke mobilisiert dann sogleich einen Rettungstrupp, um Jasper zu helfen, wodurch einige neue Gruppierungen geschaffen und einzelnen Figuren mehr Spielraum gegeben wird. Dieser Plan der Serienschöpfer geht jedoch nur bedingt auf. Zwar kann man der neuen Gruppe um Clarke, Finn (Thomas McDonell), Wells, Bellamy und dem bis jetzt profillosen Murphy (Richard Harmon) einiges an Konfliktpotential abgewinnen, doch auch hier macht die Vorhersehbarkeit der einzelnen Szenen den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. Auch die Abspaltung von Octavia (Marie Avgeropoulos) ist eher problematisch, auch wenn diese eine gelungene Szene mit dem technikaffinen und sympathischen Monty (Christopher Larkin) hat. Ihre aufgesetzte Liebesgeschichte mit einem der vielen austauschbaren Gesichtern der einhundert mag vielleicht für die Romantiker mit Hang zum Kitsch funktionieren. Dem Rezensenten blieb hier jedoch nichts anderes übrig, als angestrengt mit den Augen zu rollen. Gerade auch in Anbetracht dessen, dass es in der Pilotfolge bereits zwischen ihr und Jasper knisterte, sie diesen jedoch jetzt anscheinend komplett vergessen hat.

Generell muss man festhalten, dass die vielen einzelnen und vor allem oft sehr kurzen Szenen zwischen den verschiedenen Charakteren eher Spannung rausnehmen, als diese aufzubauen. Es lassen sich in Earth Skills leider viel zu wenige ausführliche, intensive Szenen finden, welche wirklich einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Dies gelingt zum Beispiel während des Aufeinandertreffens zwischen Chancellor Jaha und Councillor Kane (Henry Ian Cusick). Jedoch überwiegen die eher banalen Momente und bedeutungslosen Intermezzos. Diese versuchen zwar, Tiefe aufzubauen, doch verfehlen ihr Ziel größtenteils um Längen, weil sie schlicht und einfach zu uninteressant und langweilig sind.

Who shot me?

Hier stellt sich die Handlung auf der Arc im Vergleich zur Handlung auf der Erde als kleiner Wermutstropfen heraus. Auf der Raumstation kündigen sich gleich mehrere interessante Konflikte an, welche zumindest das Interesse seitens des Zuschauers aufrechterhalten können. Sei(en) es nun der Machtkampf zwischen Jaha und Kane, die wichtige Rolle von Clarkes Mutter Abigail Griffin (Paige Turco) mit Blick auf die Erhaltung der Versorgung der Arc oder die ersten Unruhen unter den Bewohnern der Raumstation. Diese Konflikte und Dynamiken sind nachvollziehbar und stellen sich als eine der Stärken von Earth Skills heraus. Das neue Ultimatum und die politische Spaltung innerhalb des Verwaltungsrats an Bord der Arc lässt so einiges an dramatischem Potential erkennen.

Die Einführung der neuen Figur Raven (Lindsey Morgan), welche augenscheinlich die Freundin von Finn ist, ist zwar etwas holprig. Es verwundert nämlich schon, dass ausgerechnet sie die Antwort auf die Frage hat, warum die Armbänder der Jugendlichen, welche deren Vitalfunktionen übertragen, nacheinander ausfallen. Dennoch strahlt ihr Charakter ein natürliches Selbstbewusstsein aus, das durchaus für Furore sorgen könnte. Da sie sich wohl schon bald mit Abigail Griffin auf der Erde wiederfinden wird, werden wir wohl auch hier mit dem vorhersehbaren Beziehungsdreieck zwischen ihr, Finn und Clarke rechnen dürfen. Doch ein Charaktertyp wie der ihrige könnte der Handlung auf der Erde durchaus guttun.

Take out that gun

Trotz all den Dingen, welche sich im Laufe von Earth Skills ereignen, plätschert die Handlung im Gesamtbild jedoch für den größten Teil der 42 Minuten Laufzeit nur so vor sich hin. Die weiter oben erwähnte Chance, die Entführung von Jasper zu nutzen, um der Geschichte etwas mehr Schwung zu verleihen, wird so leider nicht wahrgenommen. Gerade mal zum Ende hin, als die Gruppe Jasper an einen Baum geknebelt auffindet, kommt noch einmal ein wenig Tempo in die Handlung. Viel Spannung kann jedoch nicht mehr aufgebaut werden.

Als Zuschauer muss man auch wieder eine ganze Menge Toleranz zeigen, schleichen sich doch diverse Logikfehler ein. Clarke zufolge muss man sich keine Sorgen über die Folgen der Verstrahlung der Erde machen, denn anscheinend leben auch andere Menschen auf dem Planeten. Dass sie wenige Minuten zuvor einen alles andere als gesund aussehenden und verformten Totenschädel eines Menschen in den Händen hielt, scheint sie schon wieder vergessen zu haben. Jasper wurde fatal von einem Speer im Brustbereich getroffen, doch dafür macht er eigentlich einen ganz guten Eindruck. Auch das eher stümperhafte Verhalten und Clarkes Fasttod, als sie in eine Falle stürzt, sorgen für Stirnrunzeln. So notwendig dieses Szene auch ist, um zu zeigen, dass auf Bellamy doch Verlass sein kann - es bleibt ein fader Beigeschmack ob des sehr naiven, geradezu exemplarischen Verhaltens von Clarke.

Die Auseinandersetzung mit einer computergenerierten Raubkatze ist dann der eher verhaltene Spannungshöhepunkt der Episode. Auch an dieser Stelle darf man Zuschauern, welche Wert auf die technische Umsetzung legen, es nicht übel nehmen, dass sie sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Die Computereffekte gehören sicherlich nicht zu den Stärken von The 100 und benötigen zweifelsfrei Verbesserung. Zum Ende wird uns dann noch eine klassische Popmusikmontage präsentiert, welche gewohnt die einzelnen Fäden noch einmal zusammenführt. Ein kurzer Blick auf einen der sogenannten „Grounder“ soll dann die Erwartungen an die nächste Episode in die Höhe schrauben, was nur bedingt gelingt. So ist man doch schon ein wenig enttäuscht, dass sich die Rettung von Jasper so unkompliziert gestaltet hat und die wahre Bedrohung überhaupt nicht präsent war.

Fazit

Auch wenn die Handlung auf der Arc schlussendlich viele Scherben aufgelesen hat, welche von dem Handlungsstrang auf der Erde fabriziert wurden, die zweite Episode von The 100 bleibt hinter ihren Erwartungen zurück. In der Auftaktepisode konnte man noch mit der Etablierung der Prämisse punkten, hier wissen die Serienmacher nicht wirklich, wie sie uns bei der Stange halten wollen. Es passiert zu wenig und nicht genügend Relevantes, um die Zuschauerschaft wirklich fesseln zu können und aufrichtiges Interesse zu wecken.

Nach wie vor gestalten sich viele der Handlungsstränge zu vorhersehbar. Außerdem triefen einige Dialoge dermaßen vor schmalzigen Plattitüden, dass es einem die Nackenhaare aufstellt. Zwar gewöhnt man sich langsam an die einzelnen Charaktere, doch der Funke springt auch in der zweiten Episode noch nicht richtig über. Den Serienmachern möchte man an dieser Stelle etwas mehr Mut wünschen, einige Dinge unausgesprochen zu lassen und so aus The 100 ein anspruchvolleres Format zu machen. So bleibt die The CW-Serie bis jetzt eher einfach und kann trotz einiger dramaturgischen Verbesserungen auf der Arc mit Earth Skills nicht an die durchaus solide Auftaktepisode von letzter Woche anschließen.

Schauspieler in der Episode The 100 1x02

Darsteller   Rolle
Eliza Taylor …………… Clarke Griffin
Paige Turco …………… Dr. Abigail Griffin
Thomas McDonell …………… Finn Collins
Christopher Larkin …………… Monty Green
Marie Avgeropoulos …………… Octavia Blake
Bob Morley …………… Bellamy Blake
Devon Bostick …………… Jasper Jordan
Isaiah Washington …………… Thelonious Jaha
Henry Ian Cusick …………… Marcus Kane
Lindsey Morgan …………… Raven Reyes
Richard Harmon …………… John Murphy
Ricky Whittle …………… Lincoln
Eli Goree …………… Wells Jaha
Rhys Ward …………… Atom
Sachin Sahel …………… Dr. Eric Jackson
Aaron Miko …………… John #2
Ben Cotton …………… Red
Freda Perry …………… Council Member #1
Sharon Taylor …………… Council Member #2
Hiro Kanagawa …………… Council Member #3
Jake Croker …………… Rough Looking Boy
Bill Marchant …………… Senior Council Member
Nicole Hombrebueno …………… Satisfied Girl
Dalias Blake …………… Other Tech
Joleigh Schultz …………… Hard Looking Girl
Primo Allon …………… Chief Guard
James Forrester …………… Juvenile Delinquent
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