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Star Trek: Strange New Worlds 1x07

Star Trek: Strange New Worlds 1x07

Während einer gefährlichen humanitären Mission stolpert die Besatzung der U.S.S. Enterprise in ein erschütterndes Spiel mit dem tödlichsten Weltraumpiraten des Quadranten

The Serene Squall

Neue Woche, neues Abenteuer. Dr. Aspen (Jesse James Keitel) bittet Captain Pike (Anson Mount) und die Enterprise um Hilfe, denn am Rande des Föderationsgebietes befinden sich mehrere Schiffe von Kolonisten in Schwierigkeiten und den Besatzungen gehen die Nahrungsmittel aus. Auf den ersten Blick (mal wieder) eine einfache Mission, aber als die Enterprise schließlich eintrifft, findet sie nur Trümmer vor - offenbar waren Weltraumpiraten am Werk - und Pike beschließt, den Föderationsraum zu verlassen, um die Verfolgung aufzunehmen und die Kolonisten zu retten, die womöglich entführt wurden und als Sklaven verkauft werden sollen. Doch die Piraten haben mit einer Verfolgung gerechnet und nachdem die erste Falle überwunden ist, gelingt es Remy (Michael Hough) und seinen Gefolgsleuten sogar, die Enterprise erfolgreich zu entern, während das Außenteam um Pike und La'an (Christine Chong) in eine weitere Falle tappt.

Charakterlich fokussiert sich die Folge ein weiteres Mal auf Spock (Ethan Peck). Seine Beziehung zu T'Pring (Gia Sandhu) sowie seine eigene Identität als halbmenschlicher Vulcanier stehen in den Dialogen mit Christine Chapel (Jess Bush) und Dr. Aspen zur Diskussion, während die wöchentliche Krise ihren Lauf nimmt. Für Captain Pike heißt es derweil, diverse Risiken einzugehen, um die Fallen der Piraten zu überwinden und diese schließlich gegeneinander aufzubringen, indem er eine Meuterei einleitet. Für die größte Wendung darf Dr. Aspen sorgen, wobei sich hier vermutlich die meisten (kleineren) Kritikpunkte wiederfinden.

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Insgesamt betrachtet ergibt sich ein gelungenes Piratenabenteuer am Rande des Föderationsgebietes, wo Hilfe nicht verfügbar ist und mehrere brenzlige Situationen die Spannung stets hochhalten. Da sind unsere Figuren darauf angewiesen, ungewöhnliche Lösungen zu finden, während wir in Einzelfällen erneut mehr über die Beteiligten erfahren. Das Ende lässt zudem vermuten, dass wir Captain Angel erneut begegnen werden und auch ein gewisser Xaverius noch eine Rolle spielen wird.

The Boy Scout

Schauen wir zunächst auf Captain Pike, der die Enterprise diese Woche (unbewusst) in mehrere Fallen steuert. Ihn als „Pfadfinder“ zu bezeichnen (steht laut Una (Rebecca Romijn) sogar in seiner Akte) scheint durchaus gerechtfertigt, denn sein Ziel ist es stets, das „Richtige“ zu tun, auch wenn das bedeutet, die Regeln der Sternenflotte gegebenenfalls außer Acht zu lassen. So verlässt er den Föderationsraum und ist wenig später Teil des Außenteams. In beiden Fällen ein Wagnis, von denen es noch mehrere geben soll, aber in allen Fällen durchaus begründet. Schließlich will er die Kolonisten (die es nicht gibt) retten und später die eigene Crew, was ihm auch gelingen soll. Wir haben dabei zwar im Hinterkopf, dass er sich vielleicht deshalb seiner Sache sicher ist, weil er seine eigene Zukunft gesehen hat. Aber das gilt eben nicht für die Besatzung, die er neben seiner eigenen Person retten muss.

Besonders gefallen haben mir dabei die kleineren Dialoge. Die Anweisung, dass Spock seinem „Gefühl“ folgen soll, um die Falle, die aus The Tholian Web (3x09) stammen könnte, zu überwinden sowie der ständige Schlagabtausch mit Ortegas (Melissa Navia), die für amüsante Momente sorgt. Diese Woche darf Una ein wenig mitwirken, wenn es um „Alpha Braga IV“ geht und der Plan unseres Captains aufzugehen scheint. Dennoch muss ich anmerken, dass Una abermals die zweite Geige spielt und gerne mal wieder stärker in Erscheinung treten darf.

Wobei der Humor, so nett der auch eingeworfen wird, nicht immer stimmig wirkt. Schließlich ist die Lage stets ernst, was durch diese Auflockerungen mitunter verwässert wird. So fällt es mir beispielsweise schwer zu glauben, dass ein Remy sich darauf einlässt, Pike für seine Besatzung kochen zu lassen. Klar, das gehört zu Pikes Plan, um eine Meuterei unter den Piraten einzuleiten und später soll sich auch herausstellen, dass Remy nicht der Anführer ist. Aber mit Blick darauf, dass es für Remy gilt, die Zugangscodes zur Enterprise zu erlangen, wirkt die kleine Auszeit zur Kombüse doch fragwürdig.

Ausschnitt aus der Folge The Serene Squall der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds © Paramount+
Ausschnitt aus der Folge The Serene Squall der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds © Paramount+

Gefallen hat mir derweil, dass die titelgebende „Serene Squall“ tatsächlich ein Schiffsruder hat. Und Pikes Piraten-Performance gegen Ende war der Lacher schlechthin. Aber nochmals, da wird der Ernst der Lage verwässert und die Tatsache, dass es am Ende nicht einen Toten an Bord der Enterprise zu beklagen gibt, lässt das Abenteuer in meinen Augen weniger authentisch wirken als es der Fall sein könnte. Ich will natürlich nicht sehen, wie Crewmitglieder sterben (die Redshirts dürfen sicher warten), aber so unterm Strich hätte sich eben doch das eine oder andere Opfer ergeben müssen. Wenn schon nicht bei der Übernahme der Enterprise, dann später als die Crew in Gefangenschaft war.

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Spock

Spock hadert diese Woche erneut mit der eigenen Identität und sucht nach einem Austausch mit T'Pring, die die Fernbeziehung gerne in Sachen menschlicher Sexualität aufpeppen möchte, Christine Chapel auf, von der er abermals ein paar Tipps erhält. Für uns Zuschauer ist dabei ersichtlich - wie bereits vor zwei Wochen - dass es zwischen Chapel und Spock durchaus ein wenig funkt. Ein Punkt, den Spock später aufgreift, um T'Pring davon zu überzeugen, nicht den Deal mit Captain Angel einzugehen.

Aber bleiben wir zunächst beim Folgenverlauf. Nachdem die Enterprise am Krisenherd eingetroffen ist und die Verfolgung der Piraten aufnimmt, steht die erste Falle an, bei der Spock eine Lösung findet. Allerdings stehen die Chancen 50:50, dass die Enterprise bei der falschen Zielwahl zerstört wird. Mit den Worten „follow your gut“ ist Spock gezwungen, eine Entscheidung aus dem Bauch heraus zu treffen. Natürlich hat er Glück, aber dieser Moment gibt ihm zu Denken und soll anschließend auch die weitere Diskussion zwischen ihm und Dr. Aspen fördern, die ihn ähnlich wie Chapel dazu auffordert, einen eigenen Weg zu finden und nicht stur vulcanisch oder menschlich zu agieren.

Uns ist zwar bewusst, dass Spock sich hier noch in einer frühen Phase der Selbstfindung befindet, denn die Ablehnung des Kolinahr (ein Ritual, bei dem die Vulcanier sich von sämtlichen Emotionen lossagen, um einen rein logischen Pfad zu beschreiten) liegt zu diesem Zeitpunkt noch in ferner Zukunft. Dennoch schaden die Eindrücke, die wir diese Woche von Spock erhalten, dem Charakter sicherlich nicht. Im Gegenteil, die innere Zerrissenheit, sein Bestreben, sich von seiner menschlichen Hälfte loszusagen und im Endeffekt auch die Lösung, um den „Geiselaustausch“ zu verhindern, machen uns diese Figur schmackhafter und heben die Besonderheit von Spock hervor, mit der er mitunter zu kämpfen hat.

Witziges Detail am Rande ist übrigens Stonn (Roderick McNeil), den wir in der Rehabilitationseinrichtung der Vulcanier zusammen mit T'Pring sehen. Wer Amok Time (2x01) gesehen hat, wird wissen, was ich meine. Aber auch unabhängig vom Kanon wird die weitere Reise von Spock sicher interessant werden. Zwar erklärt T'Pring am Ende, dass sie seine „menschliche Schauspielkunst“ durchschaut hat und Chapel erklärt wiederum, dass sie keine Beziehung mit jemandem eingehen würde, der bereits vergeben ist. Aber wie gesagt, ein gewisses Knistern zwischen Spock und Chapel lässt sich nicht von der Hand weisen.

Captain Angel

Wurdet ihr von Dr. Aspen a.k.a. Captain Angel auch um den Finger gewickelt? Unsereins hat diesen Twist jedenfalls nicht kommen sehen und war deutlich überrascht als die Enthüllung kam. Man konnte die zwar wittern, als Remy preisgibt, dass das dritte Schiff der Kolonisten nicht existiert und Pike & Co. sich an Bord der Serene Squall gebeamt haben - keine Kolonisten hier. Aber die Ausmaße und Hintergründe dieser Enthüllung ließen sich nicht absehen. Von daher ein Pluspunkt für eine gelungene Überraschung.

Ausschnitt aus der Folge The Serene Squall der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds © Paramount+
Ausschnitt aus der Folge The Serene Squall der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds © Paramount+

Andererseits lässt sich aber vieles monieren, wenn man die Folge unter dem Gesichtspunkt dieser Enthüllung erneut betrachtet. Allein schon, dass Captain Angel sich als Dr. Aspen (was ist aus der echten Aspen eigentlich geworden?) ausgeben kann, wirft Fragezeichen in die Runde. Außerdem musste sie zusehen, dass sie das Flaggschiff der Föderation (und kein anderes) in die heikle Zone im Grenzgebiet leitet, weil im Endeffekt Spock ihr Ziel war. Ferner haben wir noch die erste Falle, bei der die Enterprise durchaus hätte zerstört werden können und ganz viele andere Knackpunkte (wie Remy als präsentierten Piraten-Anführer), die im Endeffekt weniger rund wirken. Das reicht zwar nicht, um die gesamte Episode zu zerreißen, die durchaus sehenswert ist, aber es reicht eben, um sich zu fragen, wie glaubwürdig die Handlung ist, wenn man im Vorfeld bereits weiß, was es mit Dr. Aspen auf sich hat.

Fazit

Star Trek: Strange New Worlds macht weiterhin Spaß und erkundet mit den wöchentlichen Abenteuern zahlreiche Genres. Vielleicht nicht immer „logisch“ und kanontreu, was die Handlungen betrifft, aber in Sachen Charakterentwicklung ist und bleibt die Serie vorerst sehr spannend und liefert diese Woche gleich zwei (Gast-)Figuren, die uns sicher noch begegnen werden. Schade nur, dass nicht alle Figuren zur Geltung kommen und einige sogar vernachlässigt werden. Von mir gibt es erneut vier von fünf Sternen. Und von Euch?

Schauspieler in der Episode Star Trek: Strange New Worlds 1x07

Darsteller   Rolle
Anson Mount …………… Captain Christopher Pike
Ethan Peck …………… Spock
Rebecca Romijn …………… Una Chin-Riley
Jess Bush …………… Nurse Christine Chapel
Christina Chong …………… La'an Noonien-Singh
Babs Olusanmokun …………… Dr. M'Benga
Melissa Navia …………… Erica Ortegas
Jesse James Keitel …………… Dr. Aspen
Gia Sandhu …………… T'Pring
Shawn Ahmed …………… Ensign Shankar
Michael Hough …………… Remy
Phi Huynh …………… Pirate #1 (as Phil Huynh)
Alex Kapp Horner …………… USS Enterprise Computer (voice)
Lawrence Libor …………… Weapons Pirate
Roderick McNeil …………… Stonn
Sophia Walker …………… Fran
Shannon Widdis …………… Bridge Crew

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