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Star Trek: Strange New Worlds 1x06

Star Trek: Strange New Worlds 1x06

Ein idyllischer Planet wird bedroht. Das bringt Captain Pike mit der verlorenen Liebe seines Lebens wieder zusammen. Um sie und ein wissenschaftliches heiliges Kind vor einer Verschwörung zu schützen, bietet Pike seine Hilfe an und ist gezwungen, sich den ungelösten Gefühlen seiner Vergangenheit zu stellen.

Lift Us Where Suffering Cannot Reach

Neue Woche, neues Abenteuer. Nach dem komödiantisch angehauchten Ausflug namens Spock Amok wird es dieses Mal wieder ernster - und zwar an mehreren Fronten. Captain Pike (Anson Mount) trifft auf Alora (Lindy Booth), die er vor zehn Jahren bereits retten durfte und die ihm einen Ausweg offeriert, mit welchem er seinem Schicksal entgehen könnte.

Die aktuelle Mission, bei der es offenbar Bösewichte auf ein besonderes Kind mit der Bezeichnung First Servant (Ian Ho) abgesehen haben, steht allerdings im Vordergrund und soll nach einigen Wendungen ein anderes Licht auf die Bevölkerung von Majalis werfen, deren paradiesisches Leben in den Wolken mit einem unglaublichen Preis daherkommt.

Ernst wird es auch für Dr. M'Benga (Babs Olusanmokun), dessen todkranke Tochter Rukiya (Sage Arindell) durch die Technologie, die Gamal (Husein Madhavji) und seine Landsleute bieten könnten, gerettet werden könnte. Denn auf Majalis gibt es keine Krankheiten mehr und selbst eine Gehirnerschütterung verheilt wesentlich schneller als es die „aktuelle“ Medizin der Föderation möglich macht. Allerdings ist Gamal vorerst nicht bereit, sein Wissen mit M'Benga zu teilen.

Für Uhura (Celia Rose Gooding) ist diese Woche Sicherheitstraining angesagt. Natürlich unter der Leitung von La'an (Christina Chong), die wiederum ähnlich schwierig wie Hemmer (Bruce Horak) zu fassen ist. Jedenfalls, wenn es darum geht, die Vorgesetzte zu beeindrucken. Sicherlich der amüsantere Part dieser Folge, wenngleich der bislang schwierigste für Uhura, deren Fähigkeiten erneut auf die Probe gestellt werden.

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Science, Service, Sacrifice

Eigentlich wollte die Enterprise bloß den Sektor kartographieren, aber als ein fremdes Shuttle von einem anderen Schiff angegriffen wird und um Hilfe bittet, steht direkt eine Rettungsmission an. Relativ mühelos kann die Crew des Shuttles gerettet werden, während das angreifende Schiff schwer getroffen auf den Planeten stürzt. Anschließend werden wir durch Alora, Gamal und den First Servant mit der Situation vertraut gemacht, lernen im Folgenverlauf mehr über die Bewohner von Majalis und ahnen schon zu Beginn, dass die vermeintlichen Bösewichte vielleicht gar nicht so böse sind, wie eingangs angenommen. Denn neben Science und Service steht da noch das Wort Sacrifice im Motto und besagtes Opfer, welches tatsächlich wörtlich zu verstehen ist, lässt nicht nur Pike am Ende schwer schlucken.

Trotz diverser Vorahnungen, die sich mit jeder Wendung ergeben und weiterentwickeln, ehe wir erfahren, wie das paradiesische Leben in den Wolken auf Majalis bezahlt werden muss, ist man am Ende schockiert. Da wird ein Kind geopfert, welches bis zum Tod einen qualvollen Leidensweg in der „heiligen Kammer“ beschreitet - und das freiwillig, damit die Stadt in den Wolken nicht auf die lavareiche Planetenoberfläche hinabfällt. Diese „Lösung“ wird als alternativlos dargestellt und wirft natürlich die Frage auf, ob dieses eine Opfer zum Wohle aller Bewohner vertretbar ist.

Papa Gamal entscheidet sich zum Nein, Pike versucht am Ende, den Jungen zu retten und auch unsereins würde meinen, dass dieser Preis (auch wenn er „nur“ ein Kind betrifft) zu hoch ist. Alora ist sicher anderer Meinung, ähnlich wie der Großteil der Bevölkerung von Majalis. Aber unterm Strich regt diese Episode sicher zum Nachdenken und Diskutieren an, denn die Vorzüge dieses einen Opfers lassen sich nicht von der Hand weisen.

Was mir hingegen (neben der großen Enthüllung am Ende) Bauchschmerzen bereitet, ist die Art und Weise, wie es technologisch um Majalis bestellt ist. Medizinisch ist man der Föderation klar überlegen und wenn der First Servant sogar Spock (Ethan Peck) mit seinen Kenntnissen über Subraum-Kommunikation beeindrucken kann, liegt auf der Hand, dass diese Spezies technologisch bereits viel weiter ist als die Föderation träumen kann. Und trotzdem vermögen sie es nicht, ihre Schiffe und Shuttles adäquat zu schützen - vielleicht noch verständlich, weil Feindseligkeiten womöglich nicht antizipiert werden. Aber wenn man technologisch so weit ist, sollte es dann nicht auch möglich sein, eine Alternative zur „heiligen Kammer“ und dem damit verbundenen Kindesopfer zu finden?

Alora verneint dies (wurde probiert, aber nicht gelöst) und gibt vor, dass man eben nicht wisse, weshalb die ominösen Vorfahren sich dazu entschieden haben. Eine Krux, denn auf mich wirkt es äußerst unglaubwürdig, wenn diese scheinbar hochentwickelte Spezies nicht dazu in der Lage ist, dieses offenbar „einfache“ Problem zu lösen.

© Paramount+
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Pike & Alora

Unser Captain gerät bereits ins Stottern, ehe der Vorspann läuft. Denn das Wiedersehen mit Alora, auf die er damals als Lt. Pike bereits ein Auge geworfen hatte, soll sich diese Woche zu einem Schäferstündchen entwickeln. Außerdem ist Alora sehr eindeutig darin, Pike anzubieten, auf dem Planeten zu bleiben und damit seinem vorprogrammierten Schicksal zu entgehen. Kann er nicht machen, nachdem ihm bewusst wird, worauf diese Welt aufbaut. Aber vielleicht stellt sich doch die Frage, ob er nach seinem Unfall nicht auf Majalis hätte landen müssen - wo man medizinisch sehr viel weiter ist und seinen zukünftigen Zustand eventuell hätte umkehren können.

Aber zurück zur Folge. Pike wird durch Alora sicher benebelt, aber bleibt zu Beginn bereits integer und besteht darauf, dass das abgestürzte Schiff untersucht wird. Später findet er sich zwar in einer Situation wieder, in der durch Uhura aufgezeigt wird, dass Alora nicht ehrlich war und versucht, die Lage aus Aloras Blickwinkel zu betrachten.

Aber er lässt sich bis zuletzt eben nicht vollständig auf sein love interest ein und nimmt die Schlussfolgerungen seiner Crew wahr - wie es ein guter Captain eben machen sollte. Insgesamt bleibt der Captain damit eine sympathische Figur, die sich zwar durch romantische Beziehungen ein wenig blenden lässt, aber das große Ganze nicht aus den Augen verliert.

Krankenstation

Der First Servant wurde verletzt, weshalb er zusammen mit seinem leiblichen Vater Gamal zur Krankenstation geleitet wird. Dr. M'Benga und Christine Chapel (Jess Bush) kümmern sich um den Jungen und staunen nicht schlecht, als sie auf die Möglichkeiten der Bio-Implantate aufmerksam gemacht werden, die der aktuellen Föderationstechnologie weit überlegen sind. Aber auch der Junge sorgt mit seinem Wissen und seinen praktischen Fähigkeiten für staunende Gesichter. Da wird mal eben nebenbei M'Bengas Geheimnis gelüftet, der den Jungen und die eigene Tochter später beim Spielen erwischt.

Die Episode versteht es, uns den First Servant sympathisch zu machen (womit sein Ende umso bitterer wirkt). Gleichzeitig sehen wir, wie bei M'Benga die Hoffnung steigt, seiner todkranken Tochter mit Hilfe der Technologie zu helfen, die Gamal und dessen Kollegen zur Verfügung steht. Allerdings ist Majalis kein Föderationsmitglied und Gamal vorerst nicht bereit, die nötige Hilfe zu liefern. Erst später, als sein Versuch aufgeflogen ist, den eigenen Sohn vor seinem Schicksal zu bewahren, ist Gamal bereit, unserem Doktor einen Hinweis zu geben, auf dem er aufbauen kann.

Für mich war dieser Teil der Episode recht herzergreifend und die spielenden Kinder ein kleiner Höhepunkt, der auch M'Benga nicht entgeht, der seiner Tochter natürlich genau ein solches Umfeld gönnen würde, aber gleichzeitig weiß, dass Rukiya hier ein Risiko eingeht. Über Väter (oder auch Mütter) und deren Kinder ließe sich an dieser Stelle ein großes Kapitel schreiben, denn natürlich wollen alle Eltern für ihren Nachwuchs nur das Beste und sehen sich tagtäglich mit Entscheidungen darüber konfrontiert, wie sie dieses Ziel erreichen können. Diese Nebenhandlung ist jedenfalls eng mit der Haupthandlung verflochten und zeigt uns auf, weshalb Gamal seinen Sohn retten möchte und dass M'Benga schließlich einen kleinen Fortschritt zur Rettung seiner Tochter erzielen soll - was er daraus macht, bleibt abzuwarten.

Als kleineren Kritikpunkt würde ich an dieser Stelle einwerfen, dass letzte Woche bei M'Benga ein Angelausflug anstand, während seine Tochter diese Woche offenbar bemerkt, dass er bei den vorgelesenen Geschichten Fehler begeht und sich wiederholt. Den besorgten Vater kauft man insofern nur bis zu einem bestimmten Punkt ab, wenngleich diese Woche Fortschritte erzielt werden.

Uhura © Paramount+
Uhura © Paramount+

Uhura

Diese Woche findet sich Uhura im Sicherheitstraining wieder und ich bin sehr gespannt darauf, welche weiteren Stationen sie noch durchlaufen wird. Mal wieder soll sich ihre Fähigkeit mit Sprachen rentieren und im Grunde genommen ist sie es sogar, die den Captain und die Crew mit den Hinweisen ausstattet, die diese Woche lösungsweisend sind.

Ich mag Uhura und ihre wöchentlichen „Rotationen“, bei denen sie sich beweisen muss. Sie tappt dabei zwar immer wieder in diverse Fallen und begeht kleinere Fehler (wie den Schuss auf das Schiff zu Beginn der Folge, was eigentlich nicht ihr Fehler war), aber wer kann das schon verübeln, wenn sie im Vorfeld die Lektionen nicht kennt, die ihr von La'an beigebracht werden sollen? Übrigens ein weiterer Kritikpunkt, den ich an dieser Episode habe. Denn die Ausbildung einer Kadettin sollte voraussetzen, dass sie im Vorfeld mit den Regeln vertraut gemacht wird und nicht jedes Fettnäpfchen mitnehmen muss, welches diese Ausbildung bereithält.

Weiter drüber nachgedacht, ist es sogar sehr unfair, wie mit Uhura umgegangen wird. Klar, diverse Crewmitglieder wissen bereits, was auf sie zukommt, zitieren zuweilen sogar - wie Ortegas (Melissa Navia) - die entsprechenden Lektionen oder geben wie Pike eine Warnung im Vorfeld zur siebten Lektion. Aber für mich sieht das erstmal nach Mobbing aus, weil Uhura die Regeln offenbar vorenthalten werden. Und wenn La'an schließlich auf sie zurückkommt, um ihre besonderen Fähigkeiten zu nutzen, hat das nur wenig mit ihrer Ausbildung zu tun. Schön und gut, dass Uhura so begabt ist und die Nadel im Heuhaufen findet. Aber da entfernen wir uns eben wieder vom Sicherheitstraining, was einen leicht bitteren Beigeschmack hinterlässt.

© Paramount+
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Sonstiges

Nur wenige Auftritte von Una (Rebecca Romijn) diese Woche. Irgendwie scheint man mit Number One noch immer wenig vorzuhaben oder anzufangen zu wissen, denn bisher waren es gerade einmal zwei Folgen, in denen sie größere Rollen spielen durfte. Ähnliches gilt für Samuel Kirk (Dan Jeannotte), der diese Woche endlich wieder einmal kurz durchs Bild hüpfen darf. Dafür gibt es auf der Brücke ein paar neue Gesichter zu sehen. Wie Fähnrich Shankar (Shawn Ahmed) oder Lt. Jenna Mitchell (Rong Fu), wobei ich letztere vorher schon am Rande gesehen habe.

Majalis sieht übrigens klasse aus. Da hat die Special Effects Abteilung wieder sehr gute Arbeit geleistet. Wobei es generell kaum etwas zu mosern gibt, wenn es um die Spezialeffekte geht.

Fazit

Eine interessante Folge, die anschließend zum Nachdenken und Diskutieren einlädt, wenn wir den Preis erfahren, den die Bevölkerung von Majalis regelmäßig für ihr Paradies bezahlt. Charakterlich steht Captain Pike im Fokus, aber wie üblich sind auch mehrere der anderen Crewmitglieder mit dem Abenteuer beschäftigt, machen eigene Entdeckungen und entwickeln sich weiter. Kritikpunkte fallen derweil klein aus, sind aber durchaus vorhanden. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen. Und von Euch?

Schauspieler in der Episode Star Trek: Strange New Worlds 1x06

Darsteller   Rolle
Anson Mount …………… Captain Christopher Pike
Ethan Peck …………… Spock
Rebecca Romijn …………… Una Chin-Riley
Jess Bush …………… Nurse Christine Chapel
Christina Chong …………… La'an Noonien-Singh
Celia Rose Gooding …………… Nyota Uhura
Babs Olusanmokun …………… Dr. M'Benga
Melissa Navia …………… Erica Ortegas
Lindy Booth …………… Alora
Dan Jeanotte …………… Lieutenant George Samuel 'Sam' Kirk
Ian Ho …………… First Servant
Huse Madhavji …………… Elder Gamal
Shawn Ahmed …………… Ensign Shankar
Sage Arrindell …………… Rukiya
Rong Fu …………… Jenna Mitchell
André Dae Kim …………… Chief Kyle
Adam Kolozsvari …………… Kier
Antonette Rudder …………… Aide
Stephen Sparks …………… Majalan Official
Avaah Blackwell …………… Linnarean Guard
Shannon Widdis …………… Bridge Crew

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