Du bist hier: Serienjunkies » Serien » Star Trek: Strange New Worlds » Star Trek: Strange New Worlds 1x03
Star Trek: Strange New Worlds 1x03

Star Trek: Strange New Worlds 1x03

Una muss sich einem Geheimnis stellen, das sie verheimlicht hat, als eine Seuche das Schiff heimsucht und den Rest der Besatzung außer Gefecht setzt.

Ghost of Illyria

Neue Woche, neues Abenteuer. Dieses Mal von einer merkwürdigen Krankheit geprägt, die nicht nur das Außenteam wie die Motten zum Licht gehen lässt. Während Spock (Ethan Peck) und Pike (Anson Mount) auf dem Planeten zurückbleiben und sich vor einem Ionensturm in Sicherheit bringen müssen, ist es jetzt an Una (Rebecca Romijn), den Ausbruch unter Kontrolle zu kriegen. Zwar kommt sie auch kurz in den Genuss der Symptome und verschweigt das gegenüber Dr. M'Benga (Babs Olusanmokun), aber aus irgendwelchen Gründen behält sie nicht nur die Oberhand über die Krise, sondern kann Schlimmeres verhindern, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Währenddessen sind Spock und Pike vorerst auf sich selbst angewiesen. Der Ionensturm ist schon schlimm genug, bleibt aber nicht alles, was unserem kleinen Team geboten wird. Da lauern Kreaturen in der „Luft“, deren Intention vorerst unklar ist und zunächst feindselig ausschaut. Es gibt einige Geheimnisse zu lüften, was den Planeten und deren (ehemalige) Bewohner angeht, die gerne Teil der Föderation geworden wären, aber mit Blick auf die eigenen, genetischen Veränderungen nie dazu die Chance erhalten haben.

Wobei uns auch an anderer Stelle diverse Geheimnisse erwarten. Prominent vertreten natürlich durch Una alias „Number One“, aber spätestens, wenn Dr. M'Benga auspackt, wird uns aufgezeigt, dass das Flaggschiff der Föderation direkt mehrere charakterliche Geheimnisse an Bord hat und die Hintergrundgeschichte von Uhura (Celia Rose Gooding), die uns letzte Woche präsentiert wurde, dabei noch das kleinste davon ist.

Du kannst Star Trek Picard - Staffel 1 - Limited Steelbook (Blu-ray) jetzt sofort bei Amazon Prime Video streamen.

Spock & Pike

Da das Rampenlicht diese Woche anderen Figuren vergönnt ist, bleiben Spock und Pike auf dem Planeten zurück und müssen Unterschlupf finden, damit sie den Ionensturm überstehen. Denn erst danach besteht die Möglichkeit, unsere beiden Hauptfiguren in die vermeintliche Sicherheit der Enterprise zurückzubeamen. Spock liest sich derweil durch, was die illyrianischen Kolonisten hinterlassen haben und findet heraus, dass genau diese Kolonisten auf dem Weg waren, ihre genetischen Modifikationen zu revidieren. Der Beitritt zur Föderation war das Ziel, aber im Folgenverlauf lernen wir, weshalb die Kolonie gescheitert ist.

Ausschnitt aus der Folge Ghost of Illyria der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds © Paramount+
Ausschnitt aus der Folge Ghost of Illyria der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds © Paramount+

Denn die Krankheit, die auch die Enterprise heimsucht, nachdem Chief Kyle (Andre Dae Kim) den größten Teil des Außenteams mit der Unterstützung von Hemmer (Bruce Horak) an Bord holen konnte, hat auch die Illyrianer getroffen und dafür gesorgt, dass die Kolonisten jetzt die vermeintliche Bedrohung darstellen. Wenn Spock verletzt wird, um diese merkwürdigen Kreaturen daran zu hindern, in die Bibliothek einzudringen, die ihm und Pike Schutz bieten soll, dann läuft es auch vorerst darauf hinaus, dass beide diese Kreaturen als feindselig wahrnehmen.

Aber Moment, hier soll noch eine Wendung kommen, wenn besagte Kreaturen Spock und Pike vor dem Ionensturm retten, der doch noch in die Bibliothek eindringt. Weshalb Spock vorher verletzt wurde (Pike wäre an einer solchen Verletzung möglicherweise gestorben), bleibt ungewiss. Und das ist nur ein Problem, was diese Folge hat. Denn vieles ergibt einfach nur wenig Sinn, auch wenn uns das anders verkauft werden soll.

Krankheit

Una gehörte zum Außenteam, dessen Mitglieder relativ schnell auf der Krankenstation landen, nachdem sie sich wie Fähnrich Lance (Daniel Gravelle) verhalten, der eine (schmerzhafte) Affinität zu Lichtquellen entwickelt hat. Irgendwie (dazu komme ich gleich noch) haben diverse Filter des Transporters nicht so funktioniert, wie sie es sollten und entsprechend greift an Bord eine Krankheit um sich, die schließlich auch auf Personen übergeht, die nicht zum Außenteam gehören. Dr. M'Benga und Una sind zunächst ratlos und machen im Folgenverlauf mehrere Entdeckungen, die zur Lösung des Problems beitragen sollen.

Ausschnitt aus der Folge Ghost of Illyria der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds © Paramount+
Ausschnitt aus der Folge Ghost of Illyria der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds © Paramount+

An sich eine spannende Prämisse und oberflächlich betrachtet ergeben diverse Hinweise wie ein Vitamin D Mangel oder die Übertragung von einer Person zur anderen durch Licht sogar ein wenig Sinn. Näher betrachtet bekleckern sich die Autoren Akela Cooper und Bill Wolkoff aber nicht gerade mit Ruhm, denn offenbar haben sie sich nicht damit beschäftigt, welche Folgen ein Vitamin D Mangel hat und welche nicht, wie Krankheitserreger sich übertragen können und wie nicht oder auch, dass in Unas Fall das Fehlen von Antikörpern nach erfolgreicher Bekämpfung der Krankheit direkt dafür sorgen würde, dass sie sich erneut infizieren kann. Insofern wird sich jeder mit einem kleinen, medizinischen Grundverständnis direkt am Kopf kratzen und fragen, wo denn der „Science“-Anteil dieser merkwürdigen Krankheit versteckt ist, die eben eindeutig und selbst mit den aufgezeigten Erklärungen ausschließlich aus dem Bereich „Fiction“ stammt. Und dabei habe ich die ehemaligen Kolonisten, die Spock und Pike das Resultat dieser Krankheit aufzeigen und selbst nicht in der Lage waren, sich dagegen zu wehren, noch nicht erwähnt.

Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht allzu weit ausholen und jede physikalische Unmöglichkeit ansprechen, der sich die Episode bedient. Als Denkanstoß nur mal ein Beispiel dafür, wie Dr. M'Benga seinen Patienten hätte helfen können: Vitamin D, wie es im Körper aufgebaut wird und welche Bedeutung es für uns hat, ist weitreichend bekannt. Um Mangelsymptome (nein, niemand wird dabei zum Licht hingezogen) zu lindern, kann es bereits seit Jahrzehnten verabreicht oder durch die Nahrungsaufnahme bestimmter Lebensmittel (siehe verlinkten Artikel) angereichert werden. Wenn ein Dr. M'Benga feststellt, dass seine Patienten einen Mangel aufweisen, sollte es ihm also leicht möglich sein, diesen Mangel zu beheben. Außerdem sollte er (anschließend) feststellen können, wodurch dieser Mangel ausgelöst wird und somit dem Erreger näherkommen, der diesen Mangel verursacht. Derartige Überlegungen lassen sich übrigens leicht auch auf andere Unzulänglichkeiten in Bezug auf den Übertragungsweg anwenden. Aber wie gesagt, soweit möchte ich an dieser Stelle gar nicht gehen.

Du kannst Star Trek - Discovery: Staffel 4 im Stream jetzt sofort bei Amazon Prime Video streamen.

Number One

Una kann ihre Erkrankung leicht abschütteln, was sie gegenüber Dr. M'Benga verschweigt. Sie ist natürlich daran interessiert, den Ausbruch der Krankheit einzudämmen und darf im Folgenverlauf mehrere Entdeckungen machen, die dazu beitragen, eine Lösung zu finden. Wichtigster Schritt ist hier die Entdeckung, wie Uhura einer Infektion entgehen konnte. Und klar, ein Lockdown hilft natürlich auch weiter, wie uns allen aufgrund aktueller Ereignisse bekannt ist und wovon die Autoren hier ebenfalls Gebrauch machen.

Mich hat es diese Woche auch gefreut, dass Una im Fokus steht und wir mehr über sie erfahren. Sie sieht sich einer außergewöhnlichen Situation gegenüber und muss diese irgendwie meistern, während Pike und Spock auf der Planetenoberfläche durchhalten müssen. Das ist fraglos spannend und sehenswert. Jedenfalls, bis wir zu einem bestimmten Punkt in der Episode gelangen und damit meine ich (den infizierten) Hemmer, den sie daran hindert, einen Teil des Planetenkerns an Bord zu beamen und anschließend mit Leichtigkeit über die Schulter nimmt, um ihn zur Krankenstation zu bringen.

Die Auflösung über ihre Kräfte und auch über ihre Fähigkeit, die Krankheit schnell abzuschütteln, erfahren wir wenig später. Denn sie ist eine Illyrianerin und hat somit jahrelang die Föderation getäuscht. Der Crew der Enterprise soll ihre wahre Herkunft mitsamt aller genetischen Modifikationen nun weiterhelfen, denn kurz gesagt, wäre die Enterprise ohne sie in dieser Woche den Bach runtergegangen. Da lässt sich gegen Ende auch leicht verstehen, dass Pike ihren Rücktritt ablehnt. Aber hätte man nicht vorher bereits feststellen müssen, dass Una kein Mensch ist? Mag ja sein, dass diese Spezies sich dem Umfeld (genetisch) anpasst, aber irgendwie blicke ich doch etwas ungläubig drein, wenn sie jetzt ihre wahre Identität preisgibt.

Was mir hingegen aber sehr gefallen hat, ist der Umgang mit einer Spezies, die sich genetisch den jeweiligen Umständen anpasst. Unas Diskussionen mit La'an (Christina Chong) stechen dabei hervor, involvieren auch einen gewissen Khan Noonien-Singh und die Eugenischen Kriege, die die Haltung der Föderation gegenüber genetischen Modifikationen geprägt haben. Einerseits verständlich, andererseits aber nicht vorurteilsfrei, was diese Folge bestätigt. Insofern ein interessantes Thema, wenn Una anführt, dass ihre Spezies nie darauf aus war, irgendwelche Welten zu dominieren. Und dann werfen wir nochmal einen Blick auf den Staffelauftakt, wo Chapel (Jess Bush) das Außenteam genetisch (zumindest äußerlich) getarnt hat. Die Föderation nutzt also derartige Anpassungen für bestimmte Missionen, hat aber grundsätzlich ein Problem damit, wenn diese dauerhaft zum Nutzen einer Spezies angewendet werden? In der Tat eine interessante Debatte, die hier losgetreten wird und die Folge ein bisschen aufwertet.

Dr. M'Benga

In Sachen Geheimnisse steht uns auch bei Dr. M'Benga ein bisschen was bevor. Wobei ich der Meinung bin, dass an dieser Stelle doch einiges übertrieben wird. Ich habe nichts gegen diverse Geheimnisse von Crewmitgliedern und bislang hat sich Star Trek: Strange New Worlds nicht so weit aus dem Fenster gelehnt, dass ich diese als unglaubwürdig einstufen würde. Das Beispiel zu Uhura habe ich bereits genannt und auch La'ans Vergangenheit wird kein Zuckerschlecken gewesen sein, weil sie eben einen bestimmten Nachnamen trägt.

Ausschnitt aus der Folge Ghost of Illyria der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds © Paramount+
Ausschnitt aus der Folge Ghost of Illyria der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds © Paramount+

Aber in meinen Augen wird diese Woche einfach übertrieben viel offenbart, denn ohne das Geheimnis von Dr. M'Benga hätten wir diese Krankheit gar nicht erst zu Gesicht bekommen. Seine Motivation ist natürlich herzergreifend und soll durch Una gefördert werden, die volles Verständnis für den Vater hat, der seine Tochter vor einer tödlichen Krankheit retten möchte. Durch Hemmer erfahren wir bereits, dass mit den medizinischen Transportern etwas nicht stimmt und M'Benga ein Geheimnis hat, welches er nicht teilen möchte. Aber wie soll es ihm gelungen sein, seine Tochter in den Transporter-Speichern der Enterprise zu verstecken?

Mit Blick auf die weitere Reise würde ich mir jedenfalls weniger drastische Charaktereinblicke wünschen. Tragische Hintergründe zu einzelnen Figuren nehme ich gerne mit, solange sie halbwegs glaubwürdig bleiben. Aber diese Woche entsteht der Eindruck, dass das Flaggschiff der Föderation ausschließlich mit Problemkindern bestückt ist und das will nicht so recht sitzen.

Fazit

Leider keine gute Folge, denn dafür bleiben zu viele Fragen zurück. Das betrifft nicht nur die aktuelle Prämisse, sondern auch charakterliche Überraschungen, die nicht so recht schmecken wollen. Schade, denn die ersten beiden Folgen haben einen überraschend guten Start hingelegt. Lichtblick bleibt trotzdem, dass sich mit diversen Vorurteilen auseinandergesetzt wird und unsere Crew zusammenhält. Aber mehr als zweieinhalb von fünf Sternen sind meinerseits diese Woche nicht drin. Wie sieht Eure Wertung aus?

Sneak Peek zur nächsten Folge der Serie Star Trek - Strange New Worlds:

Hier abschließend noch das Sneak Peek zur nächsten Episode (1x04) der Serie Star Trek: Strange New Worlds:

Schauspieler in der Episode Star Trek: Strange New Worlds 1x03

Darsteller   Rolle
Anson Mount …………… Captain Christopher Pike
Ethan Peck …………… Spock
Rebecca Romijn …………… Una Chin-Riley
Jess Bush …………… Nurse Christine Chapel
Christina Chong …………… La'an Noonien-Singh
Celia Rose Gooding …………… Nyota Uhura
Babs Olusanmokun …………… Dr. M'Benga
Melissa Navia …………… Erica Ortegas
Bruce Horak …………… Hemmer
Sage Arrindell …………… Rukiya
Andre Colquhoun …………… Probasco
Daniel Gravelle …………… Ensign Lance
Alex Kapp Horner …………… USS Enterprise Computer (voice)
André Dae Kim …………… Chief Kyle
Curtis Legault …………… Carter
Selina An …………… Crew Member
Prosha Hussein …………… Sick Crew Member #1

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?