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Star Trek: Strange New Worlds 1x02

Star Trek: Strange New Worlds 1x02

Ein uraltes außerirdisches Relikt hindert die Besatzung der Enterprise daran, einen Kometen umzuleiten, der auf einen bewohnten Planeten zusteuert.

Children of the Comet

Neue Woche, neues Abenteuer. Children of the Comet beschert uns und der Besatzung der Enterprise einen Kometen, der offenbar auf Kollisionskurs mit einer bewohnten Welt steht. Um das Ende dieser Zivilisation und des Planeten zu verhindern, soll der Kurs des Kometen angepasst werden. Leichte Aufgabe, oder? Aber nein, es steckt natürlich mehr dahinter, wenn der Komet die Kurskorrektur durch Schilde abwehrt und schließlich eine unbekannte, recht weit entwickelte Spezies auftaucht, die Pike (Anson Mount) und seine Besatzung davor warnt, mit „M'Hanit“ (der Komet hat einen Namen) zu intervenieren.

Charakterlich steht derweil Nyota Uhura (Celia Rose Gooding) im Fokus, die bei der anfänglichen „Party“ offenbart, dass die Sternenflotte nicht wirklich ihr Ziel war, obwohl sie zahlreiche andere Kandidaten ausgestochen hat, um schließlich an Bord der Enterprise zu landen. Ihr Stressfaktor wird enorm erhöht, als sie zusammen mit Spock (Ethan Peck), La'an (Christina Chong) und Samuel Kirk (Dan Jeannotte) zur ersten Außenmission aufbricht, die obendrein noch von ihren Kenntnissen profitieren soll. Wobei „profitieren“ das falsche Wort ist. Denn es geht ums nackte Überleben, wenn die vier plötzlich abgeschnitten von der Enterprise sind und alles daran hängt, dass Uhura einen Ausweg finden soll.

Bei den anderen Figuren sind die Fortschritte zwar wesentlich kleiner, aber erneut bleibt kaum jemand auf der Strecke. Pikes Zukunft wird mit Una (Rebecca Romijn) diskutiert, Spock scheint an allen Fronten dabei zu sein und erhält sogar eine actionreiche Sequenz, während uns der Aenar Hemmer (Bruce Horak) anfangs kurz vorgestellt wird und Samuel Kirk ebenfalls zu Beginn die meisten Eindrücke zu seiner Person liefern kann. Ortegas (Melissa Navia) sticht immer wieder mal hervor, ebenso wie La'an. Kurz gesagt lernen wir wieder mehr über die Crew, während das Abenteuer läuft.

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Abenteuer der Woche

Es wirkt tatsächlich sehr klassisch, wenn eine einfache Beobachtungsmission plötzlich zur Rettungsmission wird und der Planet der Deleb vor dem Kollisionskurs mit einem Kometen gerettet werden soll. Diese Prämisse allein würde schon reichen, um eine Episode zu füllen. Jedenfalls, sofern es nicht einfach wäre, eine Kursänderung zu bewirken oder falls die Frage über das Nichteinmischungsprinzip der Föderation diskutiert würde. Aber darauf zielt diese Folge nicht ab, wenn Pike seiner Crew nahelegt, den Planeten vor dem Frühstück zu retten. Vielmehr erwarten uns zwei wesentliche Wendungen. Denn einmal verfügt der Komet über Schutzschilde und innere Strukturen, die anschließend im Rahmen einer Außenmission erforscht werden müssen und zweitens tauchen plötzlich die sogenannten Shepherds auf, deren Captain (Thom Marriott) darauf besteht, „M'Hanit“ in Ruhe und auf seinem Kurs zu lassen.

In meinen Augen wird damit ein bisschen viel in die Episode hineingestopft, zumal noch wesentlich mehr erforderlich wird, um die Mission erfolgreich zu beenden. Spocks Shuttleflug zum Beispiel, der ähnlich aussichtsreich (aber optisch weit gelungen) aussieht wie die Zerstörung des Todessterns (oder mehrerer davon) aus einem anderen Franchise. Und doch passt alles hinein und ergibt irgendwie Sinn. Das größere Episodenthema ist sicher Schicksal vs. freier Wille, was anhand des Abenteuers und der Figuren gut teleportiert wird und letzten Endes ist selbst der Shuttleflug eine kleine Lektion, wenn Pike und wir recht überraschend einen lachenden Spock hören. „Sometimes things go so badly, you just have to laugh.

Ausschnitt aus der Episode Children of the Comet der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds ©Paramount+
Ausschnitt aus der Episode Children of the Comet der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds ©Paramount+

Was derweil richtig zu überzeugen weiß und Uhura vor ihre bislang größte Herausforderung stellt, ist ein Ei. Oder naja, ein Ei-ähnliches Konstrukt auf dem Kometen, welches es zu erforschen gilt und den Schlüssel zur Rettung des Außenteams darstellt. Da wird der Science-Fiction-Faktor sehr hoch nach oben gekurbelt, wenn eine Mischung aus Musik, Mathematik und Sprache herangezogen wird, um das Ei zu öffnen, äh, die Schilde zu senken und das Rätsel zu lösen. Eine großartige Idee, von denen in den kommenden Episoden hoffentlich zahlreiche weitere kommen werden.

Kleinere (!) Kritikpunkte bleiben trotzdem zurück, denn irgendwie möchte ich am Ende doch noch mehr über alles wissen. Mehr über M'Hanit und das Ei, mehr über die Shepherds und auch mehr über die Deleb, die jetzt kurioserweise eine bessere Umwelt erhalten. Kurios deshalb, weil ein abgetrenntes (wenn auch großes) Stück Eis wohl kaum dauerhaft den zuvor wüstenhaften Planeten verändern wird. Das wird ein einmaliger Regen bleiben und durch die Augen der Deleb sicher als Wunder gewertet werden. Ah, Moment, da sind wir wieder beim Thema Glauben...

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Uhura

Kadettin Uhura wird von Ortegas „traditionell“ mit formalem Outfit zum Captain's Dinner (es gibt Rippchen) bestellt und fühlt sich schon deshalb direkt unwohl. Der erste Kontakt mit Hemmer und Spock gestaltet sich ebenfalls schwierig, wenngleich beide sich beeindruckt durch ihren Konter zeigen (was sie leider nicht mitbekommt). Aber natürlich kommt es, wie es kommen muss, denn gegenüber Pike gibt sie Preis, dass die Sternenflotte nicht nur nicht ihre erste Wahl war, sondern sie noch gar nicht weiß, was sie anstrebt, geschweige denn, wo sie sich in zehn Jahren sieht. So willkommen ihre Ehrlichkeit auch sein mag, erhält sie den Eindruck, ein Partykiller zu sein, was durch Spock anschließend noch bekräftigt wird. Aber im Verlauf der Episode soll sich das Blatt gleich mehrfach wenden.

Die tragische Hintergrundgeschichte hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht, aber ich kann durchaus mitfühlen, wenn Uhura ihren ursprünglichen Werdegang verändert hat und der Sternenflotte mehr oder weniger ziellos beigetreten ist. Nicht jeder hat eben seine Karriere direkt geplant und Uhura weiß entsprechend noch nicht, ob sich ihr momentan eingeschlagener Kurs noch ändern wird. Aber ihre Fähigkeiten sprechen schlicht für sich und wenn sie durch Spock im Folgenverlauf gleich mehrere (auf seine Art und Weise formulierte) Ermunterungen erhält, dann hat man als Zuschauer ein breites Grinsen im Gesicht.

Denn Uhura ist essentiell für diese Episode und steht im Mittelpunkt - ob sie es nun möchte oder nicht. Gleichzeitig wird sie aufmerksam darauf, was eine Außenmission bedeutet und weshalb ihre Fähigkeiten nicht zu unterschätzen sind. Wir können diese Entwicklung des Charakters sehr genau beobachten. Was den allgemeinen Druck betrifft, der auf sie ausgeübt wird und auch den Druck betrifft, den die Außenmission fordert. Am Ende wirkt sie jedenfalls gefestigter als Figur, hat sich eine gute Portion Respekt von den anderen verdient und lenkt durch die Analyse der Botschaft auch noch das Thema der Woche in Richtung „Schicksal“.

Pike & Crew

Fangen wir mit dem Captain an, der trotz aller Situationen die Ruhe weghat und sich stets locker gibt. In manchen Fällen vielleicht ein wenig zu locker, weil nicht jeder Spruch in Anbetracht der Lage funktioniert (aber dennoch amüsant ist). Aber vielleicht ist diese Art und Weise, wie Pike die Enterprise kommandiert, auch dem Wissen geschuldet, dass er bis zu einem bestimmten Punkt in etwa zehn Jahren „sicher“ ist oder vielmehr von sich erwartet, dass er durch sein aufgezeigtes Schicksal bis dahin alle Abenteuer überstehen wird. Witzigerweise nimmt Pike damit einen Gegenpol zu Uhura ein (er kennt seine Zukunft, sie nicht) und doch sitzen beide mehr oder weniger im gleichen Boot, wenn um die Erkundung neuer Welten geht oder auch (falls Pike sich seinem Schicksal nicht hingeben will) die Mitgliedschaft in der Sternenflotte.

Wir und auch Una merken bereits beim Dinner, dass die Frage, wo Uhura sich in zehn Jahren sieht, nicht leicht über Pikes Lippen kommt. Insofern ist auch immer eine nachdenkliche und ernste Seite beim Captain präsent, der sich mit „Number One“ darüber austauscht. Die Frage, ob er seinem Schicksal entkommen oder dieses durch freien Willen verhindern kann, wird sicher auch in weiteren Folgen diskutiert. „What if your fate is what you make it?“ - eine Frage, die sich wie ein Kompromiss anhört. Dabei wissen wir leider, wie es für Pike enden wird. Jedenfalls, sofern die Macher hier nicht vielleicht einen Kurswechsel planen und den „heiligen Kanon“ erneut abändern. Aber halt, den letzten Satz habe ich natürlich nie geschrieben und noch weiß ein Pike nicht, dass er selbst nach der Rettung der Namen, die er gegen Ende aufruft, nicht unbedingt ein schlechtes Leben haben wird. Im Gegenteil, die TOS-Doppelfolge „The Menagerie“ deutet eher auf ein Happy End hin.

Ausschnitt aus der Episode Children of the Comet der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds ©Paramount+
Ausschnitt aus der Episode Children of the Comet der US-Serie Star Trek: Strange New Worlds ©Paramount+

Bei den anderen Figuren, die des Öfteren im Rampenlicht stehen, sticht für mich diese Woche Ortegas ein wenig hervor, die ein Manöver auch gleich nach sich benennt. Davor kommt vielleicht noch Spock, der mehrere Einsätze und Szenen erhält, die zuweilen recht unterschiedlich ausfallen. Über Hemmer und Kirk lässt sich leider noch nicht viel berichten, obwohl es sich bei Kirk als Mitglied der Außenmission angeboten hätte, der aber (zusammen mit seinem Schnurrbart) den Fehler begeht, zu dicht an ein bestimmtes Ei heranzugehen und beinahe zum Redshirt wird. Trotzdem weiß die Folge darauf hinzuweisen, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um das Abenteuer zu überstehen. Und das wird verdammt gut umgesetzt, egal welche Fehler oder Mängel ein einzelnes Crewmitglied auch aufweisen mag. Es ist jedenfalls gut zu wissen, dass der Erfolg der wöchentlichen Mission nicht ausschließlich auf den Schultern einer Einzelnen (wie Uhura) landet, sondern sämtliche Konsequenzen nach wie vor vom Team getragen werden.

Fazit

Auch die zweite Folge von Star Trek: Strange New Worlds ist äußerst unterhaltsam und hält das Versprechen, episodische Folgen abzuliefern, während die Charakterentwicklung vorangetrieben wird. Für mich nicht ganz auf der Höhe mit dem Auftakt, aber dennoch eine Folge, die definitiv Lust auf mehr macht und von mir vier von fünf Sternen erhält. Und von Euch?

Schauspieler in der Episode Star Trek: Strange New Worlds 1x02

Darsteller   Rolle
Anson Mount …………… Captain Christopher Pike
Ethan Peck …………… Science Officer Spock
Rebecca Romijn …………… Number One
Jess Bush …………… Nurse Christine Chapel
Christina Chong …………… La'an Noonien-Singh
Celia Rose Gooding …………… Cadet Nyota Uhura
Melissa Navia …………… Lt. Erica Ortegas
Bruce Horak …………… Hemmer
Dan Jeanotte …………… Lieutenant George Samuel 'Sam' Kirk
Dana Beddoe …………… Alien Daughter (Deleb)
Amber Cull …………… Alien Mother (Deleb) (as Amber V. Cull)
Jennifer Hui …………… Ensign Christina
Alex Kapp Horner …………… USS Enterprise Computer (voice)
André Dae Kim …………… Chief Kyle
Thom Marriott …………… Shepherd Captain

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