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Leonard Nimoy

Serienübersicht und Biografie

Biografie von Leonard Nimoy

Leonard Nimoy bekam die Schauspielerei nicht gerade in die Wiege gelegt. Als Kind aus einer russisch-jüdischen Einwandererfamilie in Boston sollte er nach dem Willen seiner Eltern eigentlich etwas „Anständiges“ wie Arzt, Anwalt oder Ingenieur werden. Doch die Faszination des Schauspiels, welche Nimoy bereits als Kind ergriffen hatte, ließ ihn nicht mehr los.

Für kurze Zeit studierte Nimoy in Boston Schauspiel, doch schnell zog es ihn an die Westküste, wo er von 1951 an in unzähligen Klein- und Kleinstrollen in Filmen und Fernsehserien zu sehen war. Bereits 1952 spielte er zum ersten Mal einen Außerirdischen - in dem Kino-Serial „Zombies of the Stratosphere“. Nimoy, der bereits sehr jung heiratete und Vater wurde, nahm so ziemlich jede Arbeit an, die er bekommen konnte.

Entsprechend kam er in den 50er und frühen 60er Jahren auch zu zahllosen Gastrollen in TV-Serien: „Highway Patrol“, „Dragnet“, „Sea Hunt“, „Wagon Train“ (das Western-Vorbild für „Star Trek“), „Twilight Zone“, „Perry Mason“, „Rauchende Colts“, „The Outer Limits“ und „Solo for U.N.C.L.E.“ - in der betreffenden Episode traf er auch zum ersten Mal einen gewissen William Shatner, der ebenfalls ein Gastdarsteller war.

Der große Wendepunkt in Nimoys Karriere kam mit einem Auftritt als Filmstar in der Fernsehserie „The Lieutenant“ im Jahr 1964. Produziert wurde The Lieutenant nämlich von Gene Roddenberry, der für sein nächstes Projekt, den Piloten einer Science-Fiction-Serie namens Star Trek, einen Schauspieler suchte, der einen Außerirdischen spielte sollte. Und Majel Barrett, seine Geliebte und spätere Ehefrau, die in der obigen Szene gemeinsam mit Nimoy gespielt hatte, schlug diesen als Mr. Spock vor.

Nimoy, der Vulkanier

1966 ging Star Trek dann in Serie. Für Nimoy war es die erste feste Serien-Hauptrolle. Und dazu noch eine, die ihm enorme Anerkennung bescherte. Denn Mr. Spock war nicht nur der Liebling der Fans, er sorgte auch dafür, dass man in Branchenkreisen auf Nimoy aufmerksam wurde. Vor Star Trek hatte der längste Job, den Nimoy in einem Film oder in einer Fernsehserie hatte, zwei Wochen gedauert. Mit dem Star Trek kam sein erstes dauerhaftes Engagement.

Auf diesem Hintergrund ist wahrscheinlich zu verstehen, mit welcher Hingabe und Intensität sich Leonard Nimoy in die Rolle des Mr. Spock gestürzt hat. Viele Schauspieler setzen sich mit ihrem Part auseinander. Aber nur die wenigsten leisten einen derart gewichtigen Beitrag, die Figur überhaupt erst zu formen. Vieles, was Spock (und die Vulkanier) ausmacht, stand zunächst gar nicht im Drehbuch, sondern wurde von Nimoy selbst entwickelt: der vulkanische Handgruß mit den gespreizten Fingern, der Betäubungsgriff am Nacken. Dreimal in Folge, also die gesamte Laufzeit von Star Trek über, wurde Nimoy für den Emmy als bester Nebendarsteller nominiert.

Von daher war es kaum überraschend, dass Nimoys Karriere nach Star Trek von allen an der Serie Beteiligten zunächst am besten lief. Direkt im Anschluss bekam er eine Rolle in Mission Impossible, wo er für zwei Jahre beschäftigt blieb. Neben vereinzelten Gastauftritten (Night Gallery, Columbo) spielte er unter anderem in „Catlow“ (1971) neben Yul Brynner, in „Die Körperfresser kommen“ (1977) mit Donald Sutherland und in „Golda Meir“ (1982) mit Ingrid Bergman. Für seinen Part als Meirs Ehemann erhielt er seine vierte Emmy-Nominierung.

Im Zuge der Star Trek-Kinofilme verlagerte sich die öffentliche Wahrnehmung von Nimoy wieder auf Mr. Spock - und er selbst auf das Regieführen. Entsprechend weniger wurden die Rollen, die er vereinzelt in TV-Serien (darunter sein Gastauftritt als Spock in Star Trek: The Next Generation) und in Filmen (zum Beispiel „Die Bibel - David“, 1997) übernommen hat.

Für das „Star Trek“-Reboot im Kino (2009) holte J.J. Abrams den Schauspieler noch mal aus dem Ruhestand - und rang ihm dabei auch noch die wiederkehrende Gastrolle als Dr. William Bell in Fringe (2009-2012) ab. Auch die Produzenten von The Big Bang Theory konnten den Spock-Darsteller 2012 für einen akustischen Auftritt gewinnen.

Nimoy, der Regisseur

Leonard Nimoy war der erste Schauspieler aus der Darsteller-Riege von Star Trek, der auch selbst die Regie übernommen hat. Nach dem großen Erfolg von „Star Trek II - Der Zorn des Khan“ (1982) wollte die Produktionsfirma Paramount unbedingt einen weiteren Film produzieren - und auch Nimoy wieder dabei haben. Der Preis, den der Darsteller dafür forderte, war die Regie des Films. Und tatsächlich erklärten sich die Studio-Bosse damit einverstanden.

Erste Erfahrungen als Regisseur hatte Nimoy unter anderem bei den TV-Serien Night Gallery und T.J. Hooker gesammelt.

Nachdem auch „Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock“ (1984) sich an den Kinokassen sehr erfolgreich schlug, war Nimoy automatisch als Regisseur des vierten Teils gesetzt. Auch wenn dieser ihm eine erhebliche Mehrarbeit abverlangte. Denn nach Spocks Wiederauferstehung musste er sowohl vor als auch hinter der Kamera agieren. Doch das tat „Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart“ (1986) keinen Abbruch - im Gegenteil.

Mit einem US-Einspielergebnis von 109 Millionen Dollar wurde der Film zum bis dahin (und bis „Star Trek“ im Jahre 2009!) erfolgreichsten Kino-Abenteuer der gesamten Reihe. Fortan war Nimoy ein gefragter Regisseur, dem schon ein Jahr später der nächste Streich gelang: Mit dem US-Remake der französischen Komödie „Drei Männer und ein Baby“ brachte er den einnahmestärksten Film des Jahres 1987 ins Kino.

Danach konnte sich Nimoy sein nächstes Projekt aussuchen. Und entschied sich für ein kompliziertes Familiendrama: „Der Preis der Gefühle“ (1988) mit Diane Keaton und Liam Neeson in den Hauptrollen. Doch weder kommerziell noch bei der Oscar-Jury konnte der Film einen Erfolg landen.

Nimoy kehrte daraufhin zu den Komödien zurück. Aber auch mit „Kein Baby an Bord“ (1990) mit Gene Wilder und „Holy Days“ (1994) mit Patricia Arquette wollte sich kein Hit mehr einstellen.

Erfolgreicher war Nimoy da schon als Produzent: 1991 bot man ihm die Regie von „Star Trek VI - Das unentdeckte Land“ an, die er jedoch ausschlug. Stattdessen übernahm er die Aufgabe des Executive Producer und entwickelte gemeinsam mit Nicholas Meyer die Geschichte des Films rund um Tschernobyl und den Fall der Berliner Mauer im Weltraum.

Nimoy, der Sänger

Für kurze Zeit hat Leonard Nimoy auch eine Gesangs-Karriere verfolgt. „Schuld“ daran war Star Trek. 1967 wollte ein Produzent eine Platte mit Musik aus der Serie herausbringen - und entschied auf Drängen seiner Enterprise-begeisterten Tochter, dass auch Mr. Spock auf der Platte vertreten sein müsste. Und so erschien im gleichen Jahr „Mr. Spock's Music From Outer Space“. Die Platte war so erfolgreich, dass noch vier weitere Alben mit Musik von Leonard Nimoy erschienen.

Nimoy, der Moderator

Leonard Nimoy ist im US-Fernsehen auch immer wieder als Moderator in Erscheinung getreten. Seinem Image als Darsteller des Wissenschaftsoffiziers Spock entsprechend handelte es sich dabei meist um Sendungen mit (pseudo-) wissenschaftlichem Bezug.

So präsentierte Nimoy zwischen 1976 und 1982 die für den Syndication-Markt produzierte Doku-Serie „In Search of...“, in der es um paranormale Phänomene wie Ufos, das Loch-Ness-Monster oder Bigfoot ging. In den 90er Jahren war er in ähnlicher Funktion auch für die beiden Sendungen „Ancient Mysteries“ und „History's Mysteries“ tätig.

Nimoy, der Dichter und Fotograf

Möglicherweise als Teil einer unbewussten Strategie, um nach der Erfahrung mit Mr. Spock seine gefühlvolle Seite zum Ausdruck zu bringen, begann Leonard Nimoy in den 70er Jahren - parallel zu seinen musikalischen Ambitionen - auch mit der Veröffentlichung einiger Gedichtbände (unter anderem „Warmed By Love“, „Will I Think of You“, „These Words Are For You“).

Seine wahre Leidenschaft neben dem Schauspiel gehörte jedoch der Fotografie. Bereits als 13-jähriger Junge begann Nimoy mit seinem Fotoapparat zu experimentieren. Anfang der 70er Jahre - nach dem Ende von Star Trek und seinem Ausstieg bei Mission Impossible - dachte Nimoy ernsthaft über einen Karrierewechsel nach. Neben seiner Arbeit als Schauspieler nahm er in dieser Zeit ein Studium der Fotografie an der UCLA auf.

Nimoy privat

1954 heiratete Leonard Nimoy die Schauspielerin Sandra Zober. Die beiden bekamen zwei Kinder, Adam und Julie. Das Paar ließ sich 1987 scheiden.

Nimoy ging mit Susan Bay 1989 seine zweite Ehe ein.

Die Muttersprache des Darstellers war Jiddisch. Er war zeitlebens aktiv in der jüdischen Gemeinde.

Abschied von Nimoy

A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory. LLAP“ (Ein Leben ist wie ein Garten. Perfekte Momente kann man haben, aber nicht behalten, außer in der Erinnerung. Langes Leben und Frieden.)

Das sind die letzten Worte, die Leonard Nimoy am 23. Februar 2015 getwittert hat.

Am 27. Februar 2015 ist der Schauspieler in seinem Haus in Bel Air / Los Angeles an den Folgen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) gestorben, mit der er Anfang 2014 diagnostiziert worden war. Wegen Brustschmerzen war der Schauspieler zwischenzeitlich ins Krankenhaus eingeliefert, dann jedoch wieder entlassen worden.