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Christoph Waltz
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Christoph Waltz

Serienübersicht und Biografie

Quentin Tarantino sagt über Christoph Waltz „Er ist ein netter Kerl, er wird nur missverstanden“. Spricht man jedoch mit Menschen aus seinem Heimatland Österreich, geraten sie ins Schwärmen. Er ist der einzige Österreicher (er hat aber auch einen deutschen Pass), der zwei Academy Awards gewinnen konnte, was die Bewohner der kleinen Alpenrepublik ganz stolz macht. Dabei arbeitet er schon vor seinem internationalen Durchbruch in unzähligen Film- und Fernsehproduktionen mit und schafft es so, seine Familie mit der nicht ganz so brotlosen Kunst zu ernähren.

Biografie von Christoph Waltz

Karriere

Über-Bingo!

Mit diesem Ausdruck schafft es Christoph Waltz in die Filmgeschichtsbücher, nach seiner Oscarrede. Er wächst als Sohn eines deutsch-österreichischen Bühnenbildner- und Kostümdesigner-Ehepaars in Wien auf. Die drei Geschwister und Waltz werden schon früh mit der Welt des Theaters konfrontiert, denn auch ihre Großmutter und der Stiefgroßvater sind bekannte Burgtheater-Schauspieler.

Waltz besucht als junger Bub das Theresianium und das Billroth-Gymnasium in Wien, bevor er das Schauspiel am Max Reinhard Seminar erlernt. Nach seinem Abschluss in den späten siebziger Jahren verschlägt es ihn nach New York an das bekannte Lee Strasberg Institut, wo er das sogenannte Method Acting studiert. Seine ersten schauspielerischen Auftritte bekommt er auf diversen Theaterbühnen, darunter am Schauspielhaus Zürich und am Wiener Burgtheater.

Zu der Zeit lebt Waltz mit seiner ersten Ehefrau in London und pendelt zwischen seinen Auftritten und der englischen Hauptstadt. Es folgen die ersten TV-Serien und Filmengagements. Der englischsprachige Durchbruch bleibt ihm jedoch lange Zeit verwehrt. So kann man ihn unter anderem in Rollen in Ein Fall für Zwei, Derrick und Der Alte sehen, oder auch in Rosa Roth, Schimanski, dem Tatort und Komissar Rex.

Über dreißig Jahre lang spielt er in unzähligen TV-Filmen und Kinoproduktionen die unterschiedlichsten Rollen, so zum Beispiel in „Du bist nicht allein - Die Roy Black Story“ (1996), in „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ (1999), in „Herr Lehmann“ (2003) und in „Lapislazuli - Im Auge des Bären“ (2006). Im Nachhinein sagt Waltz selbst, dass er sich sehr glücklich schätzt, seine Familie durch seine fleißige Schauspielerei ernähren zu können.

Dann lernt Waltz 2009 Regisseur Quentin Tarantino kennen, der ihn für seine Nazi-Satire „Inglorious Basterds“ castet. Als SS-Standartenführer Hans Landa überzeugt der Österreicher nicht nur die Kinogänger, sondern vor allem sämtliche internationale Kritiker. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit 27 Preisen wird Waltz für seine Darstellung ausgezeichnet - darunter der Oscar als bester Nebendarsteller, der Golden Globe und der BAFTA Award.

Seine sympathische Rede bei der Entgegennahme des Academy Awards, in der er vom Über-Bingo spricht, katapultiert ihn in die Herzen des internationalen Publikums und öffnet ihm unzählige Türen in der bekanntesten Filmindustrie. Er ist fortan nicht nur einer von vielen Schauspielern, er zählt zur Elite Hollywoods.

2011 spielt er in vier Filmen mit: „The Green Hornet“, im Drama „Wasser für die Elefanten“, in dem auch Robert Pattinson und Reese Witherspoon mitspielen, im Remake „Die Drei Musketiere“ und in Roman Polanskis „Der Gott des Gemetzels“.

2012 schafft er, was noch kein Österreicher vor ihm schaffte: Er gewinnt das zweite Mal einen Oscar als bester Nebendarsteller, wieder in einem Quentin Tarantino-Film. In „Django Unchained“ spielt Waltz dieses Mal Dr. King Schultz, einen deutschen Kopfgeldjäger. Mit von der Partie sind unter anderem auch Jamie Foxx, Leonardo DiCaprio, Kerry Washington und Samuel L. Jackson.

Es folgt die Rolle des Qohen Leth im Sci-fi-Film „The Zero Theorem“ (2013) und ein Cameo Auftritt in „Muppets Most Wanted“ (2014). In „Kill the Boss 2“ (2014) spielt Waltz den schlitzohrigen Unternehmer Bert Hanson, der versucht die drei Freunde (Jason Bateman, Jason Sudeikis und Charlie Day) in den Ruin zu treiben. In Tim Burtons „Big Eyes“ (2015) spielt er Walter Keane und im 24. James-Bond-Film „James Bond 007 - Spectre“ den Antagonisten Blofeld.

Im 2016 erschienenem „The Legend of Tarzan“, in dem Alexander Skarsgard die Titelrolle übernimmt und Margot Robbie Jane verkörpert, spielt der Schauspieler wieder einen Bösewicht, dieses Mal handelt es sich um den belgischen Schurken Leon Rom. Waltz gesteht, dass er am liebsten die Bösewichte verkörpert und meint gegenüber der Hannoverschen Zeitung: „Die Bösen machen dann am meisten Angst, wenn sie ganz normal aussehen. Darin liegt ja die dramatische Funktion der Schurken. Sie müssen die Widerstände erst mal schaffen, die der Held dann überwinden kann“, und das versucht der Schauspieler in seinen Rollen bis hin zur Perfektion umzusetzen.

2017 steht Waltz in zwei Kinofilmen vor der Kamera. „Tulpenfieber“ spielt in Amsterdam im siebzehnten Jahrhundert. Ein Künstler verliebt sich, während er ihr Porträt malt, in eine verheiratete Frau. In der Gesellschaftssatire „Downsizing“ realisiert ein junges Paar, dass ihr Leben aus den Fugen geraten ist und die beiden melden sich für das Experiment sich schrumpfen zu lassen. In weiteren Rollen sind Matt Damon, Kristen Wiig, Jason Sudeikis, Alec Baldwin und Neil Patrick Harris zu sehen.

2018 spielt Waltz in dem Sci-Fi-Streifen „Alita: Battle Angel“ mit, ebenso wie Kollege Jackie Earle Haley.

Privatleben

Das geht euch gar nichts an

Christoph Waltz spricht nicht gerne über sein Privatleben, besser gesagt, er spricht gar nicht über sein Privatleben. Mit seiner ersten Frau Jackie hat er drei gemeinsame Kinder. Mit seiner zweiten Frau, die Kostümbildnerin Judith Holste, ein weiteres. Beruflich bedingt pendelt der Darsteller zwischen seiner Heimat London, Los Angeles und Berlin.