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Pachinko - Ein einfaches Leben 1x08 Kapitel Acht (Here's to Now, Here's to the Future)

Episodenbild Pachinko 1x08
Episodenbild Pachinko 1x08

Episode:Staffel: 1, Episode: 8
(Pachinko - Ein einfaches Leben 1x08)
Deutscher Titel der Episode:Kapitel Acht
Titel der Episode im Original:Here's to Now, Here's to the Future
Erstausstrahlung der Episode in USAFreitag, 29.April 2022 (Apple TV+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland:Freitag, 29.April 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek:Freitag, 29.April 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich:Freitag, 29.April 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz:Freitag, 29.April 2022
Autor:
Regisseur:

Es steht derzeit keine Episodenbeschreibung der Episode Pachinko 1x08: «Here's to Now, Here's to the Future» zur Verfügung.

Kritik der 1. Staffel der Serie „Pachinko - Ein einfaches Leben“

Das multigenerationale Familienepos Pachinko hat bei Apple TV+ seine Auftaktstaffel abgeschlossen. Wir blicken noch mal auf die Höhepunkte. Wie endet die Geschichte der Protagonistin Sunja - oder hat sie erst angefangen?

Ich setze hundert Kimchi-Kohlköpfe, dass Pachinko einen festen Platz auf jeder seriösen Jahresbestenliste kriegt. Das asiatisch-amerikanische Historiendrama von Apple TV+, das inzwischen seine achtteilige Auftaktstaffel abgeschlossen hat, war ein Meisterwerk mit Ansage - und kam trotzdem für viele überraschend. Die Serienschöpferin Soo Hugh (The Whispers) hat sehr viel Vorbereitungszeit gehabt, um jedes Detail durchzuplanen, und musste sich nach eigenen Angaben fast nie mit der zweiten Wahl zufriedengeben (das betrifft sowohl die Posten vor als auch hinter Kamera - hier übrigens unser Interview mit Florian Hoffmeister, einem der zwei Kameraleute der Produktion).

Mit der Inszenierung betraute Hugh die zwei so unterschiedlichen Regisseure Kogonada („After Yang“) und Justin Chon („Blue Bayou“), wodurch es nach der dritten Folge zu einem stilistischen Bruch kam, der aber perfekt zum Drehbuch passt, das die Showrunnerin zu großen Teilen selbst schrieb. Adaptiert wurde dabei der gleichnamige Bestsellerroman der Journalistin Min Jin Lee, welcher 2017 erschien (nur ein Jahr später kaufte Apple die Rechte an dem Buch, obwohl die hauseigene Streaming-Plattform damals selbst noch gar nicht online war).

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Für die Hauptrollen in der multigenerationalen und transpazifischen Familiengeschichte, die sich vor allem um die Themen Flucht und Heimat dreht, wurden unter anderem die Oscarpreisträgerin Youn Yuh-jung („Minari“), Jin Ha (Devs), Soji Arai, Kim Min-ha und der koreanische Superstar Lee Min-ho gecastet. Drei Zeitebenen decken den Großteil des auch auf dem asiatischen Kontinent so turbulenten 20. Jahrhunderts ab. Wir reisen von Korea über Japan weiter nach Amerika - und immer wieder dahin zurück, wo alles losging.

Eine Frau, die im Jetzt die Last der Zukunft schultert

Das Bindeglied der Geschichte heißt Sunja, die in den 1910er Jahren die japanische Tyrannei in ihrer koreanischen Heimatstadt Busan erlebt. Als Teenagerin (dann gespielt von Kim Min-ha - siehe Titelbild) kommt es zur verhängnisvollen Begegnung mit dem zwielichtigen Hafenhändler Hansu (Lee Min-ho), der eigentlich in Osaka lebt. Trotz anfänglichen Misstrauens verliebt sich Sunja bald in den gutaussehenden Geschäftsmann, der ihr das Blaue vom Himmel verspricht, aber nie um ihre Hand anhalten will (weil er in Japan schon eine Familie hat, von der Sunja nichts wusste).

Umso schlimmer wird es, als Sunja schwanger wird, womit ihr als alleinstehende Frau ein Leben in der Gosse droht. Dann klopft unverhofft ein Wunder an die Tür: der schwerkranke Wanderprediger Isak (Steve Sanghyun Noh). Nachdem Sunja und ihre Mutter Yangjin (Jeong In-ji) ihn wieder gesund gepflegt haben, will er sich revanchieren, indem er Sunja ehelicht. Als er ihr den Vorschlag macht und fragt, ob sie sich vorstellen kann, jemals wieder einen anderen Mann zu lieben - also ihn -, erreicht die Serie einen frühen emotionalen Höhepunkt. Umso schmerzlicher wird Sunjas Abschied von ihrer Mutter, weil die beiden sich niemals wieder sehen werden. Aber Yangjin schickt ihre Tochter mit der Botschaft auf den Weg, dass ihr Vater sich stets gewünscht habe, dass sie von Busan wegfliegt, während sie ihr Kind lieber Wurzeln schlagen sehen wollte.

Es ist wichtig, diese Prämisse in Sunjas Leben noch mal durchzugehen, denn auf ihr basiert auch alles andere - selbst die späteren Berufssorgen ihres Enkels Solomon (Jin Ha). Sunjas mehr oder weniger unfreiwilliger Umzug nach Japan und die Feindseligkeit ihrer neuen Landsleute bilden den Gründungsmythos der Familie. Nur dank Sunjas Stärke trotz aller Widrigkeiten gibt es die Familie überhaupt (und so eine Überfigur gibt es wahrscheinlich in den meisten Familien auf der Welt). Sunjas eigene Stütze war derweil ihre Schwägerin Kyunghee (Jung Eun-chae), mit der sie bis zum Ende zusammengehalten hat. Und irgendwann auch ihr erster Sohn Noa.

Ihr zweiter Sohn Mozasu (Soji Arai), der Besitzer der titelgebenden Pachinko-Spielhalle, ist es hingegen, der Sunja im hohen Alter den wichtigsten Wunsch erfüllt, der auf ihrer Seele liegt. Noch einmal will sie nach Busan zurückkehren und das Grab ihres Vaters besuchen. Doch dann merkt sie, dass es den Friedhof längst nicht mehr gibt, denn dort steht jetzt ein Parkhaus - eine perfekte Überspitzung für das brutale Rad der Zeit. Trotzdem wird es eine bereichernde Reise, denn ein paar ihrer alten Bekannten gibt es noch. Durch ein Wiedersehen mit einer alten Freundin kriegen wir die nächste Dialogszene für die Götter, von denen es in der Serie sicher eine Handvoll gibt.

Genauso könnte man ganze Abhandlungen über die Standalone-Episode Endless Love (1x7) schreiben, in der wir den Überlebenskampf vom vermeintlichen Serienschurken Hansu sehen, ein unglücklicher Zeitzeuge des Jahrhunderterdbebens von Yokohama. Hier kann der deutsche Bildgestalter Hoffmeister einmal mehr sein ganzes Können unter Beweis stellen, zumal man sich ohnehin fast jede Szene dieser Serie einrahmen und an die Wand hängen könnte. Viel mehr Aufmerksamkeit würden übrigens auch das spektakuläre Intro und der Soundtrack von Nico Muhly verdienen oder das Schauspiel der Grande Dame Youn, aber auch aller anderen Nebendarsteller:innen. Es ist einfach ein Meisterwerk auf allen Ebenen, das ganz am Ende mit realen Interview-Einspielern noch eine zusätzliche Dimension der Relevanz gewinnt.

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Stattdessen soll abschließend der Fokus zurück auf die junge Sunja gerichtet werden, das Herzstück von allem. Es geht um die letzte Einstellung im ersten Staffelfinale. Wir sehen, wie Sunja mit ihrem Kimchi-Stand zum Markt am Bahnhof fährt. Und sie macht das, was sie immer tut: Sie wächst - trotz ihrer Entwurzelung - über sich hinaus, damit ihre Familie überleben kann. Sie hat keine Zeit für Schüchternheit; sie wirft sich ins Getümmel und verkauft ihren Kohl, mit dem sie auch noch stolz ihre Heimat hochhält (zur Bedeutung von Essen in der Serie haben wir schon eine ganze Kolumne geschrieben).

Fazit

Dieser finale Moment ist der perfekte Abschluss dieser überwältigenden Auftaktstaffel vom Familiendrama Pachinko, das bei Apple TV+ ganz sicher zurückkehren wird (wir berichteten). Es handelt sich ohne den geringsten Zweifel um eine der stärksten Serien des Jahres, in der alle, die sie schauen, etwas finden werden (weil die Themen so universell sind). Und auch technisch lässt sich kaum ein Makel feststellen, weil einfach jede Kleinigkeit perfekt durchdacht wurde. Kein zufälliges Meisterwerk also, sondern ein gewolltes und verdientes.

Beeindruckend ist diesem Kontext vor allem, dass selbst die Handlungsstränge, die zunächst etwas vor sich hin zu mäandern scheinen - allen voran die Story von Solomon oder seine seltsame Romanze mit Hana (Mari Yamamoto) -, irgendwann dann doch wieder Sinn ergeben und genauso emotionale Abschlüsse finden. Das ist äußerst selten bei Serien, die sich mehrere Zeitebenen aufhalsen, denn normalerweise bleibt eine Ebene immer auf der Strecke. Doch hier hieven die starken Ebenen die schwachen wieder hoch, denn wieder ist es Sunja, die alles ins Verhältnis rückt und alles verknüpft.

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Hier abschließend noch mal der Trailer zur Apple-Serie Pachinko:

Bjarne Bock

Der Artikel Pachinko: Auf das Jetzt und auf die Zukunft - Kritik zur 1. Staffel wurde von Bjarne Bock am Samstag, den 30. April 2022 um 18.00 Uhr erstmalig veröffentlicht.

Schauspieler in der Episode Pachinko - Ein einfaches Leben 1x08

Darsteller   Rolle
Soji Arai …………… Baek Mozasu
Yeo-jeong Yoon …………… Older Sunja
Jin Ha …………… Solomon Baek
Minha Kim …………… Teen Sunja
Lee Min-Ho …………… Hansu (as Lee Minho)
Kaho Minami …………… Etsuko
Jimmi Simpson …………… Tom
Steve Sang-Hyun Noh …………… Isak
Mari Yamamoto …………… Hana
Jung Eun-chae …………… Young Kyunghee
Louis Ozawa Changchien …………… Mamoru Yoshii
Hye-jin Park …………… Han Geum-ja (as Hye Jin Park)
Yu-na Jeon …………… Young Sunja (as Yu-na Jeon)
Hideo Kimura …………… Mr. Shimamura
Jaejun Park …………… Baek Noa
Ian Ha …………… Buddy
Yuwan Shin …………… Japanese Boy #1
Carter Jeong …………… Mozasu (1938)
Koren Lee …………… Mozasu (1938)
Tsukasa Kondo …………… On-Call Doctor
June Fukumura …………… Female Nurse
Agatha Chung …………… Mrs. Cho
Sook Hexamer …………… Mrs. Park
Sang Chun Woo …………… Pastor Yoo
Junyoung Choi …………… Sexton Hu
Ryota Kaneko …………… Constable (1938)
Cheong Im Kang …………… Woman in Hanbok
In-woo Kim …………… Hasagewa-San (as In Woo Kim)
Seunghwa Kim …………… Kimi Hasegawa
Sky Kao …………… Japanese Orderly
Andrew Woo …………… Korean Translator
Ryo Hayashida …………… Senior Japanese Officer
Hidetaka Ishii …………… Japanese Officer #2
Woon Jung …………… Japanese Dog Walker
Hyu Im Cho …………… Cracker Ajumma
Mi Na Park …………… Soybean Paster Ahjumma
Nagajusa Hiromi …………… Manchurian Seaweed Vendor
Ko Dong-Hyoung …………… Vendor #1 (as Dong Hyoung Ko)
Captain Yoo …………… Vendor #2
Seung Chul Lee …………… Vendor #3 (as Seung Chul Lee)
Minwoo Choe …………… Pig Butcher
Chu Nam-Sun …………… Zainichi Interviewee
Hong Cha-Chul …………… Zainichi Interviewee
Im Yong-Gil …………… Zainichi Interviewee
Kang Bun-Do …………… Zainichi Interviewee
Kim Yong-Re …………… Zainichi Interviewee
Ri Chang-Won …………… Zainichi Interviewee
Yi Hong-Dal …………… Zainichi Interviewee
Jackie J. Kim-Wachutka …………… Oral Historian (voice)
Junwoo Han ……………
Inji Jeong ……………

Musik zur Episode Pachinko - Ein einfaches Leben 1x08

Interpret Titel
Dan Mangan In The Aeroplane Over The Sea
LEENALCHI Let's Live for Today (Single from Pachinko: Season 1) [Apple TV+ Original Series Soundtrack]

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