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The Orville 1x02

The Orville 1x02

Ed (Seth MacFarlane) und Kelly (Adrianne Palicki) werden von einem Hologramm von einem Schiff in Not ausgetrickst und sind gefangen in einer Kopie ihres ehemaliges Zuhauses. Hier sind dazu gezwungen, ihre Differenzen beizulegen, um aus dieser Lage zu entkommen.

Denn: Sie gehöre plötzlich zum Inventar eines sonderbaren Weltraum-Zoos, wo sie für immer gefangen sein könnten. Jedoch nicht, wenn es Alara (Halston Sage) verhindern kann. Sie übernimmt Verantwortung und begibt sich auf eine heldenhafte Mission, um die beiden zu retten.

Währenddessen erhalten Bortus (Peter Macon) und Klyden (Chad L. Coleman) erfreuliche, aber unerwartete Neuigkeiten.

Was passiert?

Captain Mercer (Seth MacFarlane) muss 21 Tage auf Bortus (Peter Macon) verzichten, der ein Ei gelegt hat und nun brüten muss. Ungünstig, dass der Captain und sein erster Offizier genau jetzt entführt werden und somit die junge und unerfahrene Alara (Halston Sage) das Kommando übernehmen und einige heikle Entscheidungen treffen muss...

Dies & das

    Regie führte diesmal der aus Star Trek: Voyager bekannte Robert Duncan McNeill (Tom Paris).

    Hier wird das erste Mal der vollständige Vorspann der Serie gezeigt. Die Parallelen zu „Star Trek“ werden dabei später noch thematisiert.

    Ed Mercer hat ein Kermit-Kuscheltier auf seinem Schreibtisch, weil er ihn als vorbildlichen Anführer sieht, der auch immer eine positive Atmosphäre bei seinen Leuten verbreitet.

    Die Eltern von Ed Mercer tauchen zumindest als Simulationen auf.

    Der von Eds Eltern angesprochene Planet Deneb III klingt verdächtig nach Deneb IV, zu dem die Crew der USS Enterprise-D am Anfang von Encounter at Farpoint unterwegs ist. Erwähnt wird Deneb auch im Classic-Piloten Where no man has gone before durch Gary Mitchell.

    Admiral Tucker erinnert vom Namen natürlich an den beliebten Chefingenieur der NX-01, Charles „Trip“ Tucker III, gespielt von Connor Trinneer.

Spruch

You know, I not just gonna try comedy with you anymore.“ (Mercer zu Bortus)

Das hättest du bei „Star Trek“ sicher nicht gehört

You suck, Sir.“ (Malloy zu Alara)

Das hättest du bei „Star Trek“ sicher nicht gesehen

Ein Hauptcharakter, der sich per Replikator erst mal Mut antrinkt. Cheers!

Ja, ich weiß. Wir müssen darüber sprechen.

Mit der zweiten Episode wurde im Gegensatz zum Piloten nun erstmals der vollständige Vorspann der Serie gezeigt, der in schönster „Trek“-Tradition visuelle Effekte rund um das titelgebende Raumschiff mit einem Orchesterstück paart. Der Score gefällt dabei durch Eingängigkeit und die Bilder passen wunderbar zur tragend-fröhlichen Atmosphäre. So weit, so gut. Die Hommage an die „Trek“-Serien der 90er Jahre wurde hier jedoch so weit getrieben wie nur möglich. Wer alle Anlehnungen an die Sequenzen aus „TNG“, „DS9“ und „Voyager“ entdeckt, darf sie gerne behalten. Alle drei Serien sind ausreichend vertreten, werden zitiert (oder mehr als das?) und lassen diese Sequenz zu einer Art Best of werden. Das kann man (wie der Schreiber dieser Rezension) charmant und auf jeden Fall auch ein wenig dreist finden oder sich gegebenenfalls auch darüber aufregen oder wundern. Schlafen die Juristen bei CBS eigentlich?

Seth MacFarlanes große „Trek“-Revue

Nein - es hat dem Macher von „The Orville“ offenbar nicht gereicht, seiner Serie einen absoluten „Trek“-Look zu verpassen, „Trek“-Darsteller, -Autoren, -Produzenten und -Regisseure an Bord zu holen und hier nun sogar einen „Trek“-Vorspann zu präsentieren. Er hat mit dieser zweiten Episode auch noch ein Potpourri an Versatzstücken aus 51 Jahren „Trek“ und anderen Reihen zusammengeschustert, dass man das Gesamtkunstwerk eigentlich mit Buhrufen und dem Werfen von überreifen Eiern quittieren müsste.

Doch, Halt! Warum macht das Ganze dann trotzdem so viel Spaß?

Seth Macfarlane und Adrianne Palicki in %26bdquo;The Orville%26ldquo; © FOX
Seth Macfarlane und Adrianne Palicki in %26bdquo;The Orville%26ldquo; © FOX

Der Rezensent verliert sich in Selbstzweifeln

Wie oft habe ich den vergangenen zwanzig Jahren „Trek“-Episoden für das Kopieren von bärtigen Geschichten durch den Kakao gezogen und ihnen mit der großen Moralkelle vorgehalten, keine eigenen Ideen zu finden? Viel zu oft. Die zweite Episode von The Orville nun kombiniert die Entführung von Captain und erstem Offizier (auf die Star Trek: Enterprise das größte Patent besaß) mit einem unerfahrenen Offizier, der lernen muss, mit Druck zu leben, einer Alienrasse, die andere Spezies zu ihrem Vergnügen ausstellt und schließlich sogar einer Lösung, die vermutlich jeden direkt an eine klassische Szene aus einem „Trek“-Film erinnert. Klingt echt übel? Doch der Reihe nach...

Die Eröffnungsszene mit Mercer und Bortus ist eigentlich die einzige der ganzen Episode, die wirklich die Kalauerkelle schwingt. Mercers Versuche, den Worf der Orville aus der Reserve zu locken, sind nicht wirklich geistreich, dennoch passt diese Unbeholfenheit einfach gut zu Mercer und MacFarlane. Hübsch auch, dass wir es hier mit einem Captain zu tun haben, der nicht von einem Idol der Vergangenheit inspiriert wird, sondern von Kermit, dem Frosch.

Als man auf ein Schiff trifft, das offenbar angegriffen wurde, geht alles ganz schnell. Erwähnenswert ist noch die kurze, aber sehr unterhaltsame Begegnung mit Mercers Eltern. Dass diese sich kurz darauf als Illusion herausstellen, als die beiden Offizier einfach so wegteleportiert werden, ist dabei zweitrangig. Nun steht die Crew der Orville vor einem Problem. Bortus hat ein Ei gelegt und muss brüten und Alara hat - trotz ihrer Jugend - nun das Kommando.

Was macht die gute Frau? Erst mal wegrennen. Doch Bortus (der nackt auf einer Art Turban um sein episch großes Ei sitzt) ist nicht bereit, das Leben seines Ungeborenen zu gefährden und schiebt seiner Kollegin den schwarzen Peter direkt zurück. Was macht die gute Frau? Erst mal einen Kurzen aus dem Replikator. Nun muss sie doch aber wirklich bereit sein, oder? Zumindest fast - erst wird noch schnell der Magen entleert, dann folgt direkt die erste Fehlentscheidung ihrer jungen Karriere. Die Sonde (und somit das einzige Überbleibsel der Entführung) zerstört fast das Schiff, Bortus fällt sogar von seinem Ei und Alara hat keine Lust mehr. Sie bittet Dr. Finn sogar, sie dienstunfähig zu schreiben. Sie wäre sogar bereit, als drogenabhängig zu gelten - völlig egal.

Scott Grimes und J. Lee in %26bdquo;The Orville%26ldquo; © FOX
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Doch hier zeigt sich, dass die Episode noch ein Ass im Ärmel hat. Dr. Finn, die in der Pilotepisode noch recht blass blieb, entpuppt sich als weise Mentorin, die Alara mit deutlichen Worten wieder auf Kurs bringt und auch den Rest der Zeit an ihrer Seite bleibt.

Auch Isaac hat diese Woche mehr zu tun. Er findet wie Data die Spuren, die die Crew zur richtigen Adresse führen. Doch befindet sich die Entführerspezies offenbar im verbotenen Territorium, wie ein wenig sympathischer Admiral erklärt - dieser ist natürlich ebenfalls ein eindeutiges „Trek“-Klischee.

Alara folgt den Befehlen, Ed und Kelly aufzugeben und zur Erde zu fliegen zunächst, auch wenn Malloy ihr kräftig den Marsch bläst. Sie verweist den armen Kumpel des Captains sogar von der Brücke. In dieser Phase ist es dann erneut Dr. Finn, die mit einer sehr treffenden Rede klarstellt, welche Möglichkeiten Alara hat. Nummer sicher oder wie Captain Kirk? Alara bleibt vorerst bei ihrer Entscheidung. Nach einem weiteren Tequila und einer erneut deutlichen Ansage von Malloy kippt sie jedoch um. Der Applaus der ganzen Schiffsmesse ist ihr dafür sicher.

Am Ziel angekommen zitiert MacFarlane dann noch einmal mit vollen Händen. Das Schiff wird per Holotechnik getarnt und man durchfliegt so den Raum der Fremden. Gut aufgepasst beim sechsten Kinoabenteuer - es fehlten nur die Wörterbücher.

Doch was ist eigentlich derweil mit Ed und Kelly? Die beiden erwachen in ihrer alten gemeinsamen Bude, Kermit liegt auf dem Tisch und alles scheint so zu sein wie vor einigen Jahren. Zunächst hat dieses Setting auch einen sehr positiven Einfluss auf das Duo - bei Kuchen und Wein nähert man sich im Bademantel fast schon zu sehr wieder an. Doch birgt der nächste Morgen ein schlimmes Erwachen. Die Wohnung ist ein Käfig und unsere Helden die neuesten Exponate in einem Alienzoo. Die Idee ist so neu nun auch nicht (und erinnert zudem ein wenig an den Originalpiloten von Star Trek namens „The Cage“), wird aber kreativ durchgespielt. Der Frieden zwischen den beiden hält aber zum Glück auch nicht zu lange. Bald kehren alte Probleme zurück und als man sich just die Köpfe einschlagen will, tauchen Alara und Isaac auf.

Schnell muss nun noch der Zookeeper überredet werden (was passenderweise Alara gelingt) und schon kann Mercer zurück an Bord seine junge Offizierin auszeichnen. Vorher gilt es nur noch, eine weitere Hommagesequenz zu überleben, als von beiden Seiten Reinigungsstrahlen Ed und Kelly in die Enge treiben, wie einst die Müllpresse die Helden rund um Luke und Han. Viel Drama destilliert das Drehbuch somit natürlich nicht aus seiner Geschichte, der Flow ist jedoch durchaus in Ordnung. Nett ist auch, dass Kelly und Ed ein kleines Alienkind aus dem Zoo gerettet haben, das nun offenbar als eine Art Kind bei den beiden leben soll. Ob wir es noch mal wiedersehen werden?

Alaras Lösung für das Zookeeper-Problem ist übrigens auch zugleich das Highlight der Episode. Sie überlässt den Aliens eine Datenbank an Trash-TV von der Erde, das die Zoobesucher auch direkt mit Faszination verfolgen. Stimmt ja auch - mehr über die Menschen lernen als beim Bachelor, bei den Desperate Housewives oder den Kardashians zu Hause geht einfach nicht.

So kommt das Drehbuch also ganz am Schluss doch noch mit einer kreativen, eigenständigen Idee um die Ecke. Wie man bei „Star Trek Beyond“ das Universum mit Rockmusik rettete, muss hier das Reality-TV unserer Zeit herhalten. Gaga, aber witzig.

Seth MacFarlane und Halston Sage in %26bdquo;The Orville%26ldquo; © FOX
Seth MacFarlane und Halston Sage in %26bdquo;The Orville%26ldquo; © FOX

Am Ende sitzt Bortus übrigens immer noch auf seinem Ei, das direkt zu knacken beginnt und offenbar nicht das preisgibt, was er und sein Lebensgefährte erwartet haben. Wie es möglich ist, dass eine eingeschlechtlich (männliche) Spezies ein weibliches Kind bekommen kann und wie es kommt, dass die Papas die Weiblichkeit direkt erkennen können - das erfahren wir sicher in der dritten Episode.

So bleibt es auch nach der zweiten Runde beim Fazit: Die Serie ist definitiv nicht von dieser Welt. Wie „TNG“-B-Seiten, die in einen Eimer mit aufgelösten Witzchen gefallen sind, kommen die Episoden bisher daher und verbreiten damit Charme und Freude, wenn man sich auf die fehlende Tiefe und die geklauten Einzelteile einlassen kann. Wohin das führt? Keine Ahnung. Aber wissen, was aus Bortus Ei schlüpft, möchte ich trotzdem!

Ey Alter, wo isch mein Humor?

Wurde man im Auftakt noch schier erschlagen von fast zu vielen Gags, drehte man den Level hier extrem nach unten. Zwischenzeitlich durfte man sich ernsthaft und verwundert fragen, ob die Serie plötzlich zu einer reinen SF-Show mutiert ist. Klar ist, dass die Macher am Anfang noch die richtige Form der Präsentation suchen müssen, der Wechsel zur ersten Dreiviertelstunde fiel hier aber schon extrem aus. Irgendwann wird es sicher auf einen Mittelweg hinauslaufen. Eine klassische „Trek“-Episode wie hier, die ab und zu zum Schmunzeln einlädt, ist jedoch gar nicht mal so eine schlechte Idee.

Technisch betrachtet

Was man in dieser Episode an CGI-Effekten zeigt, verstärkt den Eindruck, dass die Serie eher eine moderne Fassung von Neunziger-TV ist, als wirklich zu versuchen, aktuelle Standards zu erreichen. Alles sieht definitiv gut, aber auch eine Spur zu klinisch rein aus. Gleiches gilt im Übrigen für das Matte-Painting im Zoo, das als solches auffällt, aber dabei eben auch mehr als charmant an Star Trek: The Next Generation erinnert. Dafür sind aber erneut sowohl die Kulissen der Orville und des Zoos als auch die Alienmasken fantasievoll umgesetzt worden.

An der Schauspielfront gibt es diese Woche keine Aussetzer, Halston Sage spielt die Wandlung der unsicheren Alara mit viel Knuddelfaktor und Penny Johnson Jerald gibt in ihren wenigen Momenten eine Galavorstellung als weise Medizinerin und Mentorin. Klasse!

Gib dem Kind einen Namen

Command Performance: Ein simpler Titel, der schlicht auf Alaras Chance, sich zu beweisen, anspielt.

Fazit

Seth MacFarlane klaut sich für die zweite Episode quer durch den „Star Trek“-Garten, garniert das Ganze diesmal aber nur mit einer Prise (treffendem) Humor und mehr als sympathischen Charakteren und zeigt, dass ein Plagiat herzerwärmend und spaßig sein kann. Warum zur Hölle hat Brannon Braga das bei all seinen Versuchen zu Zeiten von Star Trek: Enterprise eigentlich nie so unterhaltsam hinbekommen?

The Orville 1x02 Trailer

Schauspieler in der Episode The Orville 1x02

Darsteller   Rolle
Seth MacFarlane …………… Capt. Ed Mercer
Adrianne Palicki …………… Cmdr. Kelly Grayson
Penny Johnson …………… Dr. Claire Finn
Scott Grimes …………… Lt. Gordon Malloy
Peter Macon …………… Lt. Cmdr. Bortus
Halston Sage …………… Lt. Alara Kitan
J. Lee …………… Lt. John LaMarr (as J Lee)
Mark Jackson …………… Isaac
Chad Coleman …………… Klyden
Jeffrey Tambor …………… Ben Mercer
Holland Taylor …………… Jeannie Mercer
Larry Joe Campbell …………… Steve Newton
Ron Canada …………… Admiral Tucker
Brett Rickaby …………… Lurenek
JD Cullum …………… Calivon Zoo Administrator
Gerard O'Donnell …………… Captain of the USS Bleriot
Andrew Bering …………… Technician Jennings
Mike Gray …………… Ensign Parker
Alaina Fleming …………… Technician Reed
Jeremy Guskin …………… Furry Alien
Maxwell Hurlburt …………… Greenish Alien
George Tsai …………… Shuttle Bay Officer #1
Ryan Dietz …………… Calivon Official #1
Shannon McClung …………… Calivon Official #2
Sarah Buehler …………… Calivon Mother
Armen Nahapetian …………… Calivon Child
Tory Belleci …………… Calivon Alien
Kari Byron …………… Calivon Alien
Carey Jones …………… Ock'or
Nick Marietta …………… Leiken
Ryan Phillips …………… MoClan Alien
Dirk Rogers …………… Alien Bartender
Erin St. James …………… Calivon

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?