Work It: Proteste gegen neue ABC-Sitcom

Am 3. Januar soll in den USA die neue Sitcom Work It auf Sendung gehen. Ben Koldyke (How I Met Your Mother) und Amaury Nolasco (Prison Break) spielen darin zwei Männer, die sich als Frauen verkleiden, um einen Job zu bekommen („Work It: Video-Vorschau auf die neue ABC-Comedy“ - Meldung vom 17.05.2011).
Zwei Verbände, die Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) und die Human Rights Campaign, haben nach Sichtung der Pilotfolge das Network ABC jetzt aufgefordert, die Ausstrahlung fallen zu lassen.
Die Schwulen- und Menschenrechtsaktivisten fürchten, dass die Serie dadurch, dass sie Männer in Frauenkleidern als per se lächerlich darstellt, Stereotype und Vorurteile gegen Transsexuelle verstärken werde und dafür sorgen könne, dass die Hemmschwelle weiter absinke, sich über Transsexuelle lustig zu machen.
„Transphobie ist in der Gesellschaft nach wie vor viel zu verbreitet,“ so GLAAD-Präsident Mark Thompson, „und diese Serie wird dazu noch weiter beitragen. Sie verstärkt die falsche Ansicht, dass transsexuelle Frauen nur Männer sind, die so tun als ob sie Frauen wären - und dass ihre Bemühungen, ein authentisches Leben als Frauen zu führen nur eine Form der Täuschung und Lüge sind.“
Besonders enttäuscht ist GLAAD von ABC, da das Network bislang der lesbisch-schwulen-transsexuellen Gemeinschaft gegenüber besonders freundlich gesonnen galt. So hat der Sender beispielsweise als erster in Dirty Sexy Money eine transsexuelle Schauspielerin (Candis Cayne) gecastet.
Auf der TCA Press Tour hatte der neue ABC-Chef Paul Lee zu seiner Entscheidung für Work It erklärt: „Ich bin Brite. Ich muss jedes Jahr eine Travestieserie machen. Ich bin mit „Monty Python“ aufgewachsen. Was soll ich machen?“ GLAAD antwortet darauf mit der Bitte, doch anzuerkennen, dass es in den letzten 40 Jahren seit „Monty Python“ zu sozialen Veränderungen gekommen ist, welche auch das Fernsehen berücksichtigen sollte.
Nicht zuletzt auch angesichts der Tatsache, dass Transsexuelle in den USA eine doppelt so hohe Arbeitslosenrate haben, halten die Verbände die Darstellung in der Serie - zwei arbeitslose Männer verkleiden sich als Frauen, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen - für besonders problematisch.






















