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Willow: Review der Pilotepisode von Disney+

Willow: Review der Pilotepisode von Disney+

Kritik zur Episode 1x01: The Gales

Willow (c) Disney+
Willow (c) Disney+

Mit Willow schickt Disney+ die serielle Fortsetzung des gleichnamigen Fantasy-Kinoklassikers von 1988 ins Rennen. Die Pilotfolge The Gales hinterlässt dabei einen guten, wenn auch noch nicht ganz perfekten Eindruck. Was bereits gefällt und wo es Verbesserungspotential gibt, wird in der Kritik verraten.

Das geschieht

Etwa 20 Jahre sind vergangen, seit dem der kleine Nelwyn Willow und der raubeinige, aber gutherzige Schwertkämpfer Madmartigan sich zusammenschlossen, um das Daikini-Baby Elora Danan vor der bösen Hexe Bavmorda zu beschützen. Seitdem ist viel geschehen. Sorsha heiratete Madmartigan und regiert nun über Tir Asleen. Ihre Tochter Kit will eine große Kriegerin werden, während sich der ganz nach seinem verschwundenen Vater schlagende Airk Tanthalos dem Schwertkampf und Vergnügungen mit jungen Mägden und Adligen hingibt. Doch der lange Frieden neigt sich dem Ende, denn immer wieder umfangen böse Visionen und Träume Sorshas Geist. Die Galen, die jenseits der magischen Barriere leben, kündigen ihr Kommen an. Eines Tages ist so weit. Zwei mächtige Schwarzmagier, ein albtraumhaftes, muskelbepacktes Wesen und ein schauriger Hexer überfallen Sorshas Burg und entführen Airk.

Die Königin schickt ihren Schwertmeister Jorgen (Simon Amstrong) und ihre Tochter Kit (Ruby Cruz) auf die gefährliche Suche nach Airk, die sie jenseits der Neun Reiche führen wird. Begleitet werden die beiden von Kits bester Freundin Jade Claymore (Erin Kellyman), eine künftige Ritterin Galladorns, dem Königssohn des Reiches Galladorn Graydon (Tony Revolori) und dem kampferprobten Schurken Thraxus Boorman (Amar Chadha-Patel). Zusammen mit der Magd Dove (Elli Bamber) begeben sie sich auf die Suche nach dem Nelwyn-Zauberer Willow (Warwick Davis), denn nur er kann ihnen dabei helfen, die Spur der Entführer aufzunehmen.

Zurück nach Nockmaar

Auf einem verstaubten Alchemistentisch ruht ein wunderschönes altes Buch. Auf dem Deckel prangt ein Symbol, das Fans des Films nur zu gut kennen. Es handelt sich um die geheimnisvolle Rune, die das kleine Daikini-Baby Elora Danan auf dem rechten Arm trug und das sie als Erfüllerin einer kraftvollen Prophezeiung kennzeichnete. Die erste Seite öffnet sich wie durch Zauberhand und auf dem Deckblatt der vergilbten Seiten erscheint in großen Lettern der Name Willow.

Auf der nächsten Seite ist das Wort „Prologue“ zu lesen, darunter befindet sich eine Skizze, die nun zum Leben erwacht. So beginnt das neue Fantasy-Serienepos Willow, von dem seit heute die ersten beiden Folgen auf Disney+ zur Verfügung stehen. Der Einstieg in die Welt Nockmaars gestaltet sich märchenhaft und macht deutlich, dass Serienerfinder, Showrunner und Head Writer Jonathan Kasdan nicht etwa eine Konkurrenz zu Game of Thrones und ähnlich hartgesottenen Shows für Erwachsene im Sinn hatte. Vielmehr schwebte ihm offensichtlich ein episches Abenteuer für die ganze Familie vor, als er den Plot entwickelte, ganz im Sinne des Films eben.

Familientauglich

Und das ist gut so. Denn Brutalo-High-Fantasy gibt es dieser Tage im Fernsehen wahrlich mehr als genug. Nicht falsch verstehen, bitte. House of the Dragon und The Witcher sind großartige Serien, doch für einige vergnügliche Fernsehnachmittage im Kreise auch der jüngeren Familienmitglieder, sind derartige Shows nun einmal nicht ausgelegt. Willow richtet sich hingegen an das gesamte Four-Quadrant-Zuschauerspektrum und das gelingt der Pilotfolge recht gut. Nach dem Intro erfreuen wir uns zunächst an einer von Sorsha aus dem Off gesprochenen Rückblende, die mit einigen wichtigen Szenen des Streifens von 1988 startet, das Publikum aber nach etwa eindreiviertel Minuten in die Geschehnisse danach einweiht.

Wir erfahren, dass Willow Ufgood nach seinem Sieg über Bavmorda Visionen plagten. Elora Danan, so sah der Zauberer voraus, wird dereinst von einer bösen Macht entthront und ermordet. Die Neun Reiche fallen daraufhin zurück in die Dunkelheit. Um dies zu verhindern, errichteten (wie man später erfährt) Raziel und Cherlindrea eine magische Barriere, die Nockmaar vor Angriffen der Dunklen schützen soll. Das alles bewegt sich sowohl inhaltlich als auch visuell wundervoll im Rahmen dessen, was man als Fan kennt und liebt. Es ist dieses warme Gefühl, nach vielen Jahren nach Hause zu kommen, und zu erfahren, was aus liebgewonnenen Menschen wurde, das so fesselnd wirkt.

Neu erfunden

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle allerdings, dass die Serie die drei Romane (vgl. hierzu unseren Artikel zum Film) ignoriert und eine andere Geschichte erzählt, als Leserinnen und Leser sie kennen dürften. Jedenfalls lebte Elora in der Show niemals in Angwyn und wurde auch nicht in die Schattenkriege verwickelt. Dies verwundert kaum, zumal George Lucas mit den Geschichten von Chris Claremont nie wirklich warm wurde. Allzu übel kann man Jonathan Kasdan die Entscheidung entsprechend nicht nehmen und sein Storytelling kann sich darüber hinaus auch gut sehen lassen.

Der Autor präsentiert eine typische High-Fantasy-Welt, in der Gut gegen Böse antritt und junge Heldinnen und Helden sich auf eine epische Quest begeben und sich selbst finden. Begleitet werden sie auf ihrer Reise von einem erfahrenen Krieger und einem weisen Zauberer. Das mag auf den ersten Blick nicht sonderlich innovativ sein und tatsächlich mag der ein oder andere Zuschauer in der Pilotfolge das rasante und harte Storytelling der eingangs erwähnten Serien vermissen. Andererseits stellt The Gales die Hauptfiguren in guter Disney-Manier mit einer gekonnten Mischung aus schönen Bildern, der genau richtigen Prise Humor und routiniert inszenierter Action vor. Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass da etwas Böses auf die Welt zukommt, das die Neun Reiche in die Finsternis treiben wird, wenn es nicht aufgehalten wird.

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Reinhard Prahl

Der Artikel Willow: Review der Pilotepisode von Disney+ wurde von Reinhard Prahl am Uhr erstmalig veröffentlicht. Reinhard Prahl hat bereits 135 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Reinhard Prahl

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