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Was man vor der Netflix-Serie Wednesday über die Addams Family wissen muss

Wednesday: Was man über die Addams Family wissen muss

Poster zu einigen bisherigen Addams-Family-Editionen (c) MGM/Netflix/Paramount / Collage: Serienjunkies.de
Poster zu einigen bisherigen Addams-Family-Editionen (c) MGM/Netflix/Paramount / Collage: Serienjunkies.de

Bei Netflix lief diese Woche die Serie Wednesday über die von Jenna Ortega gespielte Tochter der altbekannten Addams Family an. Die amüsante bis morbide Gruselsippe schreibt bereits seit den 60er Jahren Film- und Fernsehgeschichte und ist in Comicform sogar noch viel älter.

Seit Mittwoch dieser Woche hat Netflix die Horrorkomödie Wednesday von Regisseur Tim Burton und den Showrunnern Al Gough und Miles Millar im Programm. You-Star Jenna Ortega spielt die Titelrolle der gruseligen Goth-Göre Wednesday Addams, die auf die Nevermore Academy geht, während Catherine Zeta-Jones und Louis Guzman als Elternpaar Morticia und Gomez, Fred Armisen als Onkel Fester und Isaac Ordonez als Bruder Pugsley zu sehen sind. Zusammen mit Familie Brady und den Simpsons dürfte es sich bei Familie Addams um eine der berühmtesten, klassischen TV-Sippen handeln, obwohl sie gehörig aus der Reihe tanzen. Doch was macht die finstere Fernsehfamilie so genial?

The Addams Family“ geht auf einen Comicstrip in der New York Times zurück, den der Karikaturist Charles Addams von 1938 bis zu seinem Tod im Jahr 1988 zeichnete. Dieser hatte zunächst wenig mit den heute bekannten Version der Addams zu tun und diente vornehmlich als satirischer Kommentar über das abgehobene und eingestaubte Leben von schrägen Old-Money-Aristokraten. An Sozialkommentaren fehlte es aber auch in späteren Fassungen nicht, wobei unter anderem amerikanische Politik, das Justizsystem, popkulturelle Erscheinungen, das Spießbürgertum oder die Diskriminierung marginalisierter Gruppen durch den Mainstream zum Ziel wurden.

Bei der Ausarbeitung der TV-Serie, für welche die Charaktere endlich Namen und ausführlichere Charakterisierung benötigten, war Charles Addams direkt beteiligt und scheint einiges von sich selbst in seine Schöpfung gesteckt zu haben, ob bewusst oder unbewusst. Beschrieben wurde der Zeichner nämlich als höflich, gut gekleidet, mit einem schwarzen Sinn für Humor und dem Ruf, ein regelrechter ladykiller zu sein, ganz wie Patriarch Gomez.

Die Addams-Family-Serie (1964/1965)

Im Titellied der aus dem Rahmen fallenden Familien-Sitcom The Addams Family heißt es: „They're creepy and they're kooky, mysterious and spooky.“ Eine Familie, die das Groteske, das Makabere und die dunklen Aspekte von Leben und natürlich Tod zu schätzen weiß. Und trotzdem vollbringt es die ABC-Serie von 1964, dass man als Zuschauer:in ganz auf ihrer Seite ist und nicht etwa auf der Seite jener Normalos, die von den verrückten Traditionen von Familie Addams schockiert sind. Ihr Enthusiasmus für das Schaurige ist geradezu ansteckend. Gleichzeitig zeichnen sie einen Gegenentwurf zum konservativen Ideal der amerikanischen Familie, wie es in den 50er Jahren in Serien wie „Vater ist der Beste“ oder beim stets frustrierten Paar aus „The Honeymooners“ (der geistige Vorgänger zu King of Queens) vorgelebt wurde.

Ganz im Gegensatz dazu sind der wahnsinnig dreinblickende Gomez Addams (John Astin) und seine bedrohlich mit Bedacht sprechende Frau Morticia (Carolyn Jones) alles andere als ein sexloses TV-Paar. Trotz langjähriger Ehe und allerlei Familie im Haus lassen sie keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig wild zu machen, sind verliebt wie am ersten Tag, gehen vergnügt ihren morbiden Interessen nach und sind absolut vernarrt in ihre Kinder. Die kleine Wednesday (Lisa Loring) kommt ganz nach ihrer Mutter, die ganz offenbar der Kopf der Familie und ganz nebenbei noch immer Goth-Stilikone ist. Sohnemann Pugsley (Ken Weatherwax) hingegen ist eher die Verwandtschaft zum einfältigen, aber gutmütigen Onkel Fester (Jackie Coogan) anzumerken. Komplettiert wird die Familie durch die alte Hexe Grandma (Blossom Rock), das eiskalte Händchen aka Thing und den behäbigen Butler Lurch (Ted Cassidy), der direkt aus den Studios der Universal-Monsterfilme gekrochen zu sein scheint. Nicht zu vergessen Hauslöwe Kitty, der stets als Besucherschreck gut ist.

Parallel zur Addams Family von ABC lief damals das abgekupferte „The Munsters“ auf NBC, das es ebenso auf zwei Staffeln brachte und sogar für etwas höhere Zuschauerzahlen sorgte. Vielleicht, weil die Familienmitglieder eindeutiger an berühmte Universal-Filmmonster angelehnt waren oder weil der Humor weniger subtil vonstatten ging als bei Familie Addams, bei welcher das Wort understatement stets groß geschrieben wurde.

Ausgewählte, vollständige Episoden der Serie kann man in der englischen Originalversion auf dem YouTube-Kanal von MGM finden.

Hier ein Video dazu:

Mario Giglio

Der Artikel Wednesday: Was man über die Addams Family wissen muss wurde von Mario Giglio am Uhr erstmalig veröffentlicht. Mario Giglio hat bereits 12.784 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Mario Giglio

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