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Vierwändeplus: Review der Pilotepisode der ZDFneo-Serie

Vierwändeplus: Review der Pilotepisode der ZDFneo-Serie

Kritik der Episode 1x01

Comedys über junge Familien, die neue Lebensmodelle auf dem Land testen, stehen bei den Öffentlich-Rechtlichen derzeit hoch im Kurs. Nun legt ZDFneo mit Vierwändeplus nach. Darin hat sich eine Gruppe Freunde gefunden, die nun durch ein gemeinsames Wohnprojekt eine Framilie werden wollen.

Mit Vierwändeplus schickt der Sender ZDFneo eine weitere Comedy aus der Bauhölle der Vorstadt auf die Mattscheibe. Dieses Mal begleiten wir eine Gruppe Freunde dabei, wie sie sich ihren Traum vom Eigenheim dadurch verwirklichen wollen, dass sie ein gemeinsames Haus bauen. Wir steigen passend zum Einzug ein. Doch der letzte Hammerschlag ist da noch lange nicht getan.

Wovon handelt die Serie Vierwändeplus?

Im Zentrum der Geschichte steht wohl die Frage, wie neue Lebensmodelle, angepasst an die Herausforderungen der Zeit und der Trends, aussehen könnten. Ein Einfamilienhaus in den Speckgürtel bauen können sich nicht mehr viele leisten. Also versuchen die sieben Erwachsenen aus der ZDFneo-Serie, sich ihren Traum vom erschwinglichen Idyll im Grünen zusammen zu erfüllen, als Baugemeinschaft. Fünf Jahre Planung und Umsetzung liegen bereits hinter der illustren Truppe, als wir sie zum Einzugstag kennenlernen. Doch so richtig vollständig ist das Haus noch nicht, unter anderem fehlen selbst zu den Toiletten noch die Türen.

Doch das kann die treibende Kraft, den harmoniesüchtigen Martin (Alexander Prince Osei) nicht in seiner Euphorie bremsen. Er ist am Ziel seiner Träume angekommen. Leider sieht seine Frau Caro (Birte Hanusrichter) das nicht ganz so. Die planungsorientierte Mutter der beiden Kinder Luisa (Nola Essam) und Emma (Mary Amber Oseremen Tölle) beweist mit ihrer jüngsten Entscheidung alles andere als gutes Timing: Mitten im Umzug will sie ihren Mann verlassen. Doch Martin handelt noch zwei Monate Frist aus, schließlich würde das Wohnprojekt auseinanderfallen ohne die beiden im Zentrum.

Zu den neuen Mitbewohnern gehört auch das Paar Anna (Antonia Bill) und Erik (Moritz Vierboom), von denen man zunächst nur erfährt, dass sie durchgehend an dem Projekt „Kinderkriegen“ arbeiten und auch gerne etwas zu weitgehende Informationen mit ihren Freunden teilen. Ebenfalls eindimensional bleibt Freddie (Eugen Bauder), der im Internet reich geworden ist und sich nun so aufführt, wie man das von einem Bitcoin-Wohlhabenden erwarten darf: in erster Linie unreif. Die letzten im Bunde der erwachsenen Mitbewohner sind das Paar Julia (Henrike Hahn) und Bo (Kotti Yun). Zu ihnen gehört Julias Teenagersohn, der Klimaaktivist Gregor (Julien Neisius).

Wie kommt es rüber?

Die ComedyserieVierwändeplus“ tanzt einen verwirrenden Tanz zwischen Klischees, Überkorrektheit und Groteske. Hart landende Gags sucht man vergebens, vor allem werden einem weichgespülte Scherze serviert, immer wieder unterbrochen von absurden Ideen der Autoren, wie zum Beispiel der Waffenliebe eines der Kinder. Doch abgesehen von diesen seltsamen Momenten fügt sich die Serie ohne Widerrede ein in die harmonieorientierte Dauerberieselung, mit der viele öffentlich-rechtliche Projekte derzeit geschlagen sind. Es soll um die Zukunft gehen, es soll divers sein, neu und anders - und landet mit Zielsicherheit im Fremdschämen. Denn mit der am Reißbrett entworfenen Diversität holen die Serienmacher niemanden ab, außer die Wutbürger, die nicht müde werden, zu rufen, dass die Quote für Minderheiten die Serienqualität kaputtmache. Diesen Vorurteilen spielt man damit leider in die Hände.

Bei der neuen ZDF-Produktion kommt außerdem hinzu, dass sie sich an neuen Lebensmodellen versucht, aber das Idyll am Ende immer in der Vergangenheit findet. Abgesehen davon, dass die Gruppe das Haus zusammen gebaut hat, scheint am Ende dennoch das klassische Familienmodell immer wieder das Glück zu verheißen...

Was auch immer die Serienmacher hier versuchen, es scheint sich ins Gegenteil zu verkehren, denn lustig und fortschrittlich sind nicht die Wörter, die einem als Erstes einfallen.

Die erste Staffel Vierwändeplus ist jetzt in der ZDF-Mediathek zu streamen. Am Dienstag, den 16. August um 21.45 Uhr steht dann die Free-TV-Premiere in Doppelfolgen bei ZDFneo auf dem Sendeplan.

Mehr auf der Themenseite: Pilot Reviews

Loryn Pörschke-Karimi

Der Artikel Vierwändeplus: Review der Pilotepisode der ZDFneo-Serie wurde von Loryn Pörschke-Karimi am Uhr erstmalig veröffentlicht.

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