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Das TV-Jahr 2017: Die verstorbenen deutschen Serienschaffenden

Die verstorbenen deutschen Serienschaffenden 2017

In memoriam

Eine Auswahl der verstorbenen deutschen Serienschaffenden 2017 (c) Collage: Serienjunkies.de

Auch in diesem Jahr hieß es einmal mehr Abschied nehmen von einigen geliebten deutschen Serienstars und -machern. In unserer jährlich erscheinenden Rückschau wollen wir ihnen Tribut zollen. Besonders traurig stimmt uns natürlich der viel zu frühe Abschied eines Redaktionsmitglieds.

Das Jahr 2017 stand für uns Serienjunkies unter keinem guten Stern: Völlig schockiert nahmen wir die Nachricht vom Tode unseres langjährigen Redaktionsmitglieds Christian Junklewitz auf. Wir wollen an dieser Stelle noch einmal an ihn erinnern und geben ihm deshalb den Ehrenplatz in unserer Gedenkliste der verstorbenen deutschen Serienstars und -macher des Jahres.

(c) ARD
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Christian Junklewitz

Am 28. April erreichte uns die erschütternde Nachricht von Christians Tod. Serienjunkies-Gründer Mariano und unser langjähriger Chefredakteur Bernd nahmen hier mit sehr persönlichen und bewegenden Worten ihren Abschied von unserem hochgeschätzten Kollegen.

Es vergeht kein Tag, an dem wir ihn und seine hervorragende Arbeit nicht vermissen.

(c) SWR
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Dietz Werner Steck

Bereits am Silvestertag 2016 starb der Darsteller Dietz Werner Steck (hier links zu sehen) im Alter von 80 Jahren. Sein letzter Einsatz als Tatort-Kommissar ernst Bienzle mit dem Ruf eines schwäbischen Columbos liegt nun fast zehn Jahre zurück, doch besonders in Süddeutschland erinnert man sich noch gut an den schweigsamen und geduldigen Ermittler mit dem Hut. Seit 1973 hat er in der Stuttgarter Ausgabe der Krimiserie ermittelt.

Den Grundstein für seine Karriere legte der 1936 geborene Schwabe in den 1960er-Jahren an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, wo ihm seine Lehrerin Lilly Ackermann den zusätzlichen Vornamen Dietz empfahl. Damit wurde er 1962 bereits am Staatstheater Stuttgart angestellt. 1972 schnupperte er mit einer wiederkehrenden Rolle als Pfleger Franz in „Ein Chirurg erinnert sich“ erstmals Serienluft, zehn Jahre später übernahm er die Rolle des „Tatort“-Kommissars Bienzle.

Neben den 25 Episoden der Kultkrimireihe war er immer wieder Gast in anderen Serien, darunter in Die Rosenheim-Cops und Großstadtrevier. Auch in Filmen schlug er regelmäßig auf, sein letzter Auftritt vor der Kamera war 2012 in der schwäbischen Mundartkomödie „Die Kirche bleibt im Dorf“.

Für den SWR und das Schwabenland war der Schauspieler weit mehr als ein weiterer Tatort-Kommissar. Mit seiner Paraderolle als Bienzle formte der gebürtige Waiblinger das Bild des Schwaben im Rest der Republik. Nach seinem Rückzug aus der Krimiserie 2007 kamen die Markenzeichen seiner Figur, der Hut und der Mantel, ins Haus der Geschichte in Stuttgart. Er selbst wurde kurz darauf zum Ehrenkomissar der baden-württembergischen Polizei ernannt, die sich in der Darstellung des Schauspielers stets gut vertreten fühlte.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtete, lebte Dietz-Werner Steck die letzten zweieinhalb Jahre seines Lebens in einem Pflegeheim in Birkach. Nach einem Schlaganfall saß er zuletzt im Rollstuhl und musste laut seiner Frau Hanna mehrere schwere Operationen überstehen. Mit ihr war der Darsteller fast ein halbes Jahrhundert verheiratet.

(c) WDR
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Franz Jarnach

Am 16. Januar starb Franz Jarnach im Alter von 73 Jahren in Hamburg. Er erarbeitete sich mit einer einzigen Mini-Rolle Kultstatus: In der Comedyserie „Dittsche - das wirklich wahre Leben“ war er als schweigender Imbissgast Schildkröte zu sehen. Seine Dialogzeilen beschränkten sich meist auf folgende Worte zum Schluss einer Episode: „Halt die Klappe, ich hab Feierabend.

Jarnach war seit 2004 in 188 Episoden als Stammgast im Imbiss von Gastwirt Ingo (Jon Flemming Olsen) zu sehen, ehe er zum Schluss der jeweiligen Folgen seine bekannten Worte sprechen durfte, bei denen er oftmals wegen der aberwitzigen Ausführungen Dittsches (Olli Dittrich) mit dem Lachen kämpfen musste.

Neben seinem Engagement bei „Dittsche“ lebte der 1944 in Bad Godesberg geborene Schauspieler für die Musik und spielte unter dem Künstlernamen „Mr. Piggi“ in diversen Bands. Dabei stand er als Pianist mit der Band „The Rattles“ auf der Bühne und trat auch gemeinsam mit Schlagerstars wie Roland Kaiser oder Jürgen Drews auf.

(c) ZDF
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Martin Lüttge

Am 22. Februar starb Martin Lüttge (in unserem Bild auf der linken Seite) im Alter von 73 Jahren im schleswig-holsteinischen Plön. Er war bekannt durch seine Rolle als Tatort-Kommissar Bernd Flemming, die er zwischen 1987 und 2000 in 18 Episoden spielte. Nach vielen anderen TV-Rollen trat er schließlich in beinahe 100 Episoden als Wolfgang Leitner in „Forsthaus Falkenau“ auf.

(c) Kinowelt
(c) Kinowelt

Christine Kaufmann

Am 28. März starb die deutsche Schauspielerin Christine Kaufmann im Alter von 72 Jahren in München. In der Nachkriegszeit avancierte sie zum Kinderstar, ihre Karriere brachte sie bis nach Hollywood. Außerdem war sie als Dauergast in deutschen Talkshows bekannt, wo sie zu beinahe jedem Thema etwas zu sagen hatte.

Im Alter von 16 Jahren spielte sie bereits an der Seite von Kirk Douglas in „Stadt ohne Mitleid“. Für diese Rolle gewann sie einen Golden Globe als vielversprechendste Newcomerin des Jahres. Zwei Jahre später heiratete sie den 20 Jahre älteren Schauspieler Tony Curtis. Weitere zwei Jahre später wurde die Ehe bereits aufgelöst. Ihre berühmteste Fernsehrolle spielte sie in „Monaco Franze“ von Helmut Dietl.

(c) ARD
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Renate Schroeter

Am 3. April starb TV-Star Renate Schroeter im Alter von 77 Jahren in Freiburg. Sie war nicht nur im ersten Tatort zu sehen, „Taxi nach Leipzig“, sondern auch im bisher quotenstärksten. 1978 sahen 26,6 Millionen Zuschauer zu, wie sie in „Rot - rot - tot“ von ihrem Serienehemann erdrosselt wurde. Im Fernsehen war sie außerdem in „Ein Haus in der Toskana“, in „Der Landarzt“ und „Der letzte Zeuge“ zu sehen.

(c) Wikimedia Commons
(c) Wikimedia Commons

Michael Ballhaus

Am 11. April verstarb die deutsche Kameralegende Michael Ballhaus im Alter von 81 Jahren in Berlin. Obwohl er nie als Regisseur arbeitete, kann er zurecht als wichtigster deutscher Filmemacher-Export der vergangenen Jahrzehnte bezeichnet werden. Vor allem durch seine Dauerkooperation mit Regielegende Martin Scorsese wurden Ballhaus und seine einzigartigen Bilder zu einem internationalen Markenzeichen.

Drei Mal war er für den Oscar nominiert, gewonnen hat er leider keinen. Unvergessen wird seine Arbeit trotzdem bleiben - in Werken wie „The Departed“, „Gangs of New York“ oder „Goodfellas“.

(c) Icestorm Entertainment
(c) Icestorm Entertainment

Margot Hielscher

Im hohen Alter von 97 Jahren starb Margot Hielscher am 20. August in München. Sie war ein echter Tausendsassa: Nicht nur sang sie für Deutschland beim Grand Prix Eurovision de la Chanson, sie trat auch in vielen Spielfilmen auf und moderierte als erste Frau eine Talkshow im deutschen Fernsehen. Sie war in über 50 Filmen und 200 TV-Produktionen zu sehen, zuletzt in der Serie „Der Nelkenkönig“ im Jahre 1994.

(c) X Filme
(c) X Filme

Andreas Schmidt

Der Charakterdarsteller Andreas Schmidt verstarb am 28. September im Alter von 53 Jahren in Berlin. Bekannt war er für seine markigen Rollen, in denen er oftmals komplexe, schwierige Figuren darstellte. Er war in unzähligen Fernseh- und Filmproduktionen zu sehen, etwa im Tatort oder in der Berliner Komödie „Sommer vorm Balkon“ von Andreas Dresen.

(c) Concorde
(c) Concorde

Oliver Grimm

Der einstige Kinderstar Oliver Grimm starb am 10. Oktober im Alter von 69 Jahren in München. Bekanntheit erlangte er erstmals in seiner Rolle des sechsjährigen Ulli an der Seite von Heinz Rühmann in „Wenn der Vater mit dem Sohne“ von 1955. Der frühe Erfolg blieb ihm später leider weitestgehend verwehrt. Als Erwachsener arbeitete er vornehmlich als Synchronsprecher und Theaterschauspieler.

(c) Warner Home Video
(c) Warner Home Video

Karin Dor

Am 6. November verstarb die Schauspielerin Karin Dor im Alter von 79 Jahren in München. Berühmtheit erlangte sie mit ihrer Rolle als bis heute einziges deutsches „Bond-Girl“: Im Jahre 1967 trat sie neben Sean Connery in „James Bond 007 - Man lebt nur zweimal“ auf.

Außerdem war sie drei Jahre zuvor als Indianermädchen Ribanna in „Winnetou II“ mit Pierre Brice zu sehen. Sie spielte für Regielegende Alfred Hitchcock in „Topas“ (1969) oder in der TV-Serie „Der Chef“ (1970). Zuletzt erschien sie in zwei Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen und einem Drama mit Katja Riemann namens „Ich bin die Andere“.

(c) ARD
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Dieter Bellmann

Der deutsche Schauspieler, Synchronsprecher und Regisseur Dieter Bellmann verstarb am 20. November im Alter von 77 Jahren. Er hinterlässt seine Frau, die Schauspielerin Astrid Höschel-Bellmann, und einen Sohn.

Bellmann war vor allem durch die erfolgreiche ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ bekannt, in welcher er von 1998 an 19 Jahre lang mitwirkte. Er spielte Prof. Dr. Gernot Simoni, den Chefarzt und späteren Direktor der fiktiven Sachsenklinik, der nach seiner Pensionierung im Jahr 2015 noch in Gastauftritten zu sehen war.

Als Absolvent der Leipziger Theaterhochschule verschlug es den Schauspieler zu Beginn seiner Karriere zunächst auf verschiedene Theaterbühnen. 1963 feierte er schließlich im DEFA-Film „Jetzt und in der Stunde meines Todes“ sein Leinwand-Debüt. Seine erste TV-Rolle folgte im Jahr 1968 in der Serie „Rote Bergsteiger“. Zahlreiche weitere Serienrollen folgten in Formaten wie „Polizeiruf 110“, „Wunschpunsch“ oder dem Tatort mit dem Titel Verhängnisvolle Begierde aus dem Jahr 2001.

Andreas von der Meden  © WDR
Andreas von der Meden © WDR

Verstorbene Synchronsprecher

Andreas von der Meden

Ende April 2017 verstarb Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher Andreas von der Meden. Er war den deutschen Zuschauern als Stimme von David Hasselhoff oder „Kermit“ bekannt. Auch Onkel Quentin („Fünf Freunde“) oder Skinny Norris („Drei ???“) waren bekannte Sprechrollen des Hamburgers. 

Neben seiner Arbeit in der deutschen Synchronbranche, war von der Meden auch als Musiker unterwegs. Er spielte Banjo und Gitarre, konnte aber seit 2012 aus gesundheitlichen Gründen kaum noch auftreten.

Hartmut Neugebauer

Im Juni 2017 ereilte uns die Nachricht, dass Hartmut Neugebauer im Alter von 74 Jahren verstorben ist. Neugebauer war einer der meistbeschäftigten Synchronsprecher des Landes. Er verlieh zum Beispiel John Goodman und Gene Hackman seine Stimme. Außerdem war er die deutsche Stimme von Rubeus Hagrid aus den Harry-Potter-Filmen. Oder man kannte ihn als die deutsche Stimme von Charlie Naseweis in „Toy-Story 1-3“. 

Im Fernsehen konnte man Neugebauer unter anderem in der deutschen Krimiserie Derrick sehen. Außerdem spielte er 1970 in Der Kommissar mit.

Da Neugebauer die deutsche Stimme von Dan Conner in der US-Serie Roseanne war, wird diese Rolle nun neu besetzt werden müssen.

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Axel Schmitt

Der Artikel Die verstorbenen deutschen Serienschaffenden 2017 wurde von Axel Schmitt am Uhr erstmalig veröffentlicht.

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