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True Detective: Kritik zum Start der 3. Staffel des HBO-Krimis

True Detective: The Great War and Modern Memory - Review

Kritik der Episode 3x01

Mahershala Ali leitet die Ermittlungen in der dritten Staffel von „True Detective“. (c) HBO
Mahershala Ali leitet die Ermittlungen in der dritten Staffel von „True Detective“. (c) HBO

Nic Pizzolatto versucht sich in der dritten Staffel True Detective an einer Imitation seiner eigenen Arbeit. Kann diese Rechnung aufgehen? Zumindest wirkt der neue Fall mit Oscarpreisträger Mahershala Ali wieder viel fokussierter.

Neue Staffel, neues Glück. Die Anthologieserie True Detective kehrt nach fast dreieinhalb Jahren Sendepause zurück mit ihrer nunmehr dritten Ausgabe. Trotz der äußerst enttäuschenden Season zwei scheint der Kabelsender HBO weiterhin vollstes Vertrauen in den jungen Autor Nic Pizzolatto zu haben - auch, wenn man ihm dieses Mal den erfahrenen Deadwood-Schöpfer David Milch zur Seite stellte. Um jeden Preis will Pizzolatto an den Erfolg der damaligen Auftaktstaffel mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson wieder anknüpfen. Diese erlang im Januar 2014 aufgrund ihrer dichten Atmosphäre und wuchtigen Dialoge fast schon Kultstatus. Aber ist es wirklich eine gute Idee, die Erfolgsformel einfach noch mal zu kopieren?

Den Anfang machten gestern die Episoden The Great War and Modern Memory (3x01) und Kiss Tomorrow Goodbye (3x02). In der vorliegenden Besprechung soll es zunächst nur um erstere gehen. Sie präsentiert uns den neuen „wahren Detektiv“, gespielt von Oscarpreisträger Mahershala Ali („Moonlight“, House of Cards). Die Geschichte findet diesmal in den Ozark Mountains statt und verteilt sich auf drei verschiedene Zeitebenen: 1980, 1990 und 2015. Im Mittelpunkt steht eine von echten Begebenheiten inspirierte Kindesentführung. Dementsprechend düster geht das Ganze los...

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Gänsehaut bekommt man schon beim Intro, das dieses Jahr mit dem Song „Death Letter“ von Cassandra Wilson unterlegt ist. Anschließend serviert uns Regisseur Jeremy Saulnier („Green Room“, „Blue Ruin“), der ursprünglich alle acht Episoden inszenieren sollte, schaurig-schöne establishing shots vom Handlungsort. Genau wie einst Rust Cohle wird nun auch unser neuer Held, Wayne Hays, von der Polizei verhört. Es geht um einen alten Fall im Örtchen West Finger in Arkansas, der den Ermittler selbst zehn Jahre später noch nicht loslässt. Und auch nach 35 Jahren beschäftigt ihn die Entführung der jungen Purcell-Geschwister genauso wie am Tag, als es passierte. Das zeigen uns die Dreharbeiten für einen Dokumentarfilm, für den sich Wayne von der Journalistin Elisa Montgomery (Sarah Gadon) als alter Mann erneut befragen lässt.

Um die Zuschauer nicht unnötig zu verwirren - wie mit dem überladenen Politikplot in Staffel zwei -, legt Pizzolatto anfangs großen Wert darauf, die drei Zeitebenen klar voneinander abzugrenzen. Ali spielt seinen Charakter zwar sowohl in jung als auch in alt, doch dank professioneller Make-up-Kunst gelingt der Altersspagat problemlos (anders als zuletzt bei The Walking Dead). Mindestens genauso wichtig scheint es dem Chefautor aber zu sein, Wayne als good guy darzustellen, weshalb er auf den guten alten „Save the Cat!“-Trick zurückgreift - auch wenn es hier nun eigentlich ein Fuchs ist, den sein zynischer Partner Roland West (Stephen Dorff) aus purer Langeweile abknallen will. Als Vietnamveteranen haben beide großen seelischen Schaden erlitten, den sie sich als schweigsame Männer allerdings nicht anmerken lassen wollen.

Bjarne Bock

Der Artikel True Detective: The Great War and Modern Memory - Review wurde von Bjarne Bock am Uhr erstmalig veröffentlicht. Bjarne Bock hat bereits 8.032 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Bjarne Bock

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