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Transparent: Jeffrey Tambor nach Untersuchung offiziell entlassen

Transparent: Jeffrey Tambor nach Untersuchung offiziell entlassen

Jeffrey Tambor in „Transparent“ (c) Amazon Prime Video
Jeffrey Tambor in „Transparent“ (c) Amazon Prime Video

Was sich bereits im November abzeichnete, ist nun offiziell: Jeffrey Tambor darf nach Missbrauchsvorwürfen nicht zu Transparent zurückkehren. Amazon nahm sich für diese Entscheidung viel Zeit. Inzwischen meldete sich auch der Betroffene selbst zu Wort.

Ende November machte die Nachricht die Runde, dass Jeffrey Tambor nach Missbrauchsvorwürfen seiner Kolleginnen Van Barnes und Trace Lysette nicht mehr Teil von Transparent sein werde. Der Schauspieler selbst sagte: „Ich sehe nicht, wie ich nun noch zurückkehren kann.“ Doch dann will Tambor Anfang Dezember plötzlich missverstanden worden sein. Seitdem stand hinter seiner Zukunft bei der mehrfach preisgekrönten Dramedy ein großes Fragezeichen...

Zumindest bis gestern, denn nun haben die Verantwortlichen aufseiten des Studios laut TVLine eine offizielle Entscheidung getroffen - und die lautet: Tambor muss gehen. Somit wird seine Figur der Maura Pfefferman in der fünften Staffel nicht mehr zu sehen sein. Wie genau man im Writers' Room mit dem Ausscheiden Tambors umgeht, ist noch nicht bekannt. Allerdings kamen bereits vor Monaten erste Gerüchte auf, wonach der Charakter einen klassischen Serientod sterben solle.

Amazon hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Erst nachdem die umfassende interne Untersuchung abgeschlossen war, wollte man ein endgültiges Urteil fällen. Die Serienschöpferin Jill Soloway äußerte sich zur Entlassung ihres Hauptdarstellers wie folgt: „Ich habe den größten Respekt vor Van Barnes und Trace Lysette, deren Courage, ihre Erlebnisse bei ,Transparent' offen auszusprechen, ein dringend benötigtes Beispiel in Sachen Anführerschaft zu diesem Zeitpunkt unserer Kultur darstellt.“ Man werde alles tun, damit sich solche Vorfälle künftig nicht mehr wiederholen und damit die Transparent-Familie wieder heilen könne.

Auch der Beschuldigte selbst meldete sich derweil zu Wort: „Ich bin zutiefst enttäuscht davon, wie Amazon mit diese falschen Anschuldigungen gegen mich umgegangen ist. Noch enttäuschter bin ich aber von Jill Soloways unfairer Charakterisierung meiner selbst als jemanden, der seinen Schauspielkollegen jemals solchen Schaden zufügen würde.“ In den vier Jahren, die er an der Serie gearbeitet habe, seien die Vorwürfe nie direkt mit ihm besprochen worden. Tambor schließe daraus, dass die Untersuchung höchst mangelhaft gewesen sein müsse. „Wie ich immer wieder betont habe, bereue ich jegliche meiner Taten, die von irgendwem falsch interpretiert wurden, zutiefst und ich werde mich weiterhin verteidigen.“ Am meisten Schmerz bereite ihm, dass so eine „bahnbrechende Serie“ wie Transparent wegen dieser Angelegenheit nun in Mitleidenschaft gezogen worden sei.

Drei Frauen hatten damals Anschuldigen gegen Jeffrey Tambor erhoben: Die Schauspielerin Trace Lysette behauptete, er habe sie während der Dreharbeiten zur zweiten Staffel am Set in eine Ecke gedrängt und seine Leistengegend an sie gerieben. Außerdem soll es wiederholt sexuelle Kommentare gegeben haben. Seine frühere Assistentin Van Barnes sprach ebenfalls von verbaler Belästigung. Darüber hinaus soll er sie begrapscht haben. Zudem liegt ein Vorwurf der Make-up-Künstlerin Tamara Delbridge vor, mit der Tambor 2001 am Film „Never Again“ zusammengearbeitet hatte. Dort soll es zu einem unerwünschten Kuss gekommen sein.

Bjarne Bock

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