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The Undeclared War: Review der Pilotepisode der Peacock-Serie

The Undeclared War: Review der Pilotepisode

The Undeclared War: Review der Pilotepisode

Die Abhängigkeit der modernen Welt vom Internet und seinen Errungenschaften und die Bedrohung durch einen Cyber-Angriff von unbekannter Seite sind das Thema der Serie The Undeclared War, die seit kurzem auch bei uns bei Sky Q/Go und WOW zu sehen ist.

Die junge Studentin Saara Parvin (Hannah Khalique-Brown, „Muse“) absolviert in der nahen Zukunft des Frühjahrs 2024 ein Praktikum beim Government Communications Head Quarters, sozusagen die Computerabteilung des britischen Geheimdienstes. Bereits an ihrem ersten Tag wird die junge Frau mit einem folgenschweren Vorfall konfrontiert: Durch einen Cyberangriff durch noch nicht ermittelte Verursacher, der während eines routinemäßigen Systemtests erfolgt, werden große Teile des Internets lahmgelegt.

Im Gegensatz zu den erfahrenen Fachleuten unter der Leitung von Danny Patrick (Simon Pegg, „Mission Impossible“-Filmreihe) sucht Saara im Anschluss nach kleinen Details und findet tatsächlich eine gravierende Sicherheitslücke, was der GCHQ abgekürzten Institution einen massiven Rüffel durch den Stab von Premierminister Makinde (Adrian Lester, „Hustle“) einbringt.

Da es durch das Versäumnis um ein Haar zu einem zweiten Cyberangriff mit noch verheerenderen Folgen gekommen wäre, werden Patrick und seine Leute zu äußerster Effizienz bei der Suche nach weiteren Fallen aufgefordert, was die begabte Studienpraktikantin natürlich mit einschließt. Diese steht unter enormem persönlichen Druck, da sich ihr psychisch kranker Vater suizidiert hat und sie ihre Familie in der schweren Zeit nicht unterstützen kann.

Krieg per Computer

Beim Begriff britische Spionageserie denken die meisten Zuschauer natürlich fast zwangsläufig an den berühmten „James Bond“ 007 und seine actionreichen Abenteuer. Mit im Agentenmilieu angesiedelten Fantasy-Storys hat The Undeclared War jedoch denkbar wenig zu tun, gewährt die Serie einen überaus realistischen Einblick in jene Bereiche geheimdienstlicher Arbeit, die überwiegend am Computerterminal stattfindet. Um den entsprechenden Realismus in der Erzählweise einbringen zu können, engagierte man das globale Cyber-Sicherheitsunternehmen NCC Group als Berater während der Realisierung von The Undeclared War. Und so erlebt der Zuschauer also eine nah an der Wirklichkeit befindliche Spionagegeschichte ganz ohne schießende Automobile, Mini-Flugzeuge oder eroberungslüsterne Superbösewichter.

Deutsche Veröffentlichung nach der britischen Ausstrahlung

In England, woher die insgesamt sechsteilige Mini-Serie stammt, war The Undeclared War zwischen dem 30. Juni und dem 4. August im britischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Channel 4 zu sehen, während sie in den USA beim Streamingdienst Peacock veröffentlicht wurde. Seit dem 2. September können auch deutsche Zuschauer die Serie bei den Sky-Streamingdiensten Sky Q/Go sowie WOW sehen und somit der spannenden Geschichte folgen. In der tragenden Nebenrolle des Danny Patricks ist der unter vielem anderem auch als Scotty in den Reboot-Filmen von „Star Trek“ sowie als Stimme des Aliens Unkar Plutt in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ bei Fans eher fantastischer Unterhaltung bekannte Simon Pegg zu sehen.

Die von Playground Entertainment, Stonehenge Films und Universal International Studios in Co-Produktion realisierte Serie entstand mit dem auch in Hollywood durchaus bekannten Regisseur und Autor Peter Kosminsky (unter anderem: „The State“ und „Gelobtes Land“) als Showrunner, der auch die Regie bei den sechs Folgen übernahm.

Pessimistisches, dystopisches Spannungsfernsehen

Obwohl die vorliegende Pilotfolge eher darauf hindeutet, dass es sich bei The Undeclared War nicht um eine Serie mit dem Actionfaktor im Vordergrund handelt, verstehen es die Macher, schon von Beginn an ein durchaus akzeptables Maß an Spannung zu erzeugen, auch wenn man als Zuschauer kein Computerexperte ist und den gezeigten technischen Details nicht im gleichen Maß folgen kann wie ein gestandener Technik-Fan: Es wird durchaus auch für Laien sehr deutlich, wie groß die Bedrohung durch einen hypothetischen Cyberangriff wie dem in der Serie gezeigten wirklich ist und dass ein solcher ohne Weiteres sämtliches öffentliches Leben in der westlichen Welt lahmlegen könnte.

Die Machart bleibt dabei stets britisch kühl, wie man es von Serien von der Insel von jeher kennt, dennoch wird gleich zu Beginn Sympathie für die Hauptdarstellerin geweckt, die als einzige in ihrer eher konservativen muslimischen Familie mit dem schrulligen Patriarchen zurechtkommt (den wie erwähnt ein unglückseliges Schicksal ereilt, über das zu trauern seiner Tochter keine Zeit bleibt, was ihr den Zorn insbesondere ihrer Mutter einträgt).

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Fortsetzung?

Bisher war noch nichts darüber zu vernehmen, ob den sechs Folgen von The Undeclared War eine Fortsetzung folgen wird. Da die Serie jedoch mit einem Cliffhanger endet, erscheint es recht wahrscheinlich, dass dies der Fall sein wird.

Gut funktionierender Pilotfilm

Der Pilotfilm zur Produktion jedenfalls tut das, was Pilotfolgen im Allgemeinen tun sollen: Die Charaktere einführen, die weitere Handlung anteasern und die Zuschauer neugierig auf die nachfolgende Serie machen. Und das gelingt ihm summa summarum recht gut, wenngleich derartige TV-Unterhaltung mit ihren unüberhörbaren politischen Untertönen immer eher speziell ist und nicht für alle Publikumsgruppen das Richtige. Alleine schon wegen des ansehnlichen Spannungsbogens und der guten Besetzung vergibt der Rezensent hier jedoch verdiente vier von fünf Sternen.

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