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Der Herr der Ringe - Die Ringe der Macht: Kritik zum Auftakt der Tolkien-Serie von Amazon

The Lord of the Rings - The Rings of Power: Kritik zum Auftakt der Serie

Amazon schickt seine Rekordbudget-Fantasyserie über das Zweite Zeitalter aus J. R. R. Tolkiens Schriften in den Ring, welche tausende Jahre vor den Ereignissen mit Bilbo, Frodo und Co angesiedelt ist. Wir haben uns die ersten beiden Episoden von The Lord of the Rings: The Rings of Power angesehen und berichten zurück aus Mittelerde.

Nachdem es in den 1980er Jahren einen Fantasy-Boom mit Filmen wie „Willow“ und „Legend“ gegeben hatte, waren die 90s bis auf „Dragonheart“ eine ganz schöne Durststrecke, die auch mit dem verheerenden „Dungeons & Dragons“-Film von 2000 nicht enden wollte. „I was there. I was there 3.000 years ago...“ Erst, als Peter Jackson seine überaus ambitionierte Verfilmung von J. R. R. Tolkiens maßgeblichem Werk „The Lord of the Rings“ veröffentlichte, begann ein weiteres Fantasy-Zeitalter, welches ein Jahrzehnt später mehr durch die zynische HBO-Serie Game of Thrones als durch Jacksons unpassend auf episch gebürstete „The Hobbit“-Trilogie am Leben gehalten wurde.

Mit The Lord of the Rings: The Rings of Power aka „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ steht nun eine weitere Reise nach Mittelerde an, die im Vorfeld für viele Fansorgen - einige berechtigt, andere weniger - gesorgt hat. Dabei lohnt es, zu erwähnen und erinnern, dass die meisten Hardcore-Tolkien-Fans auch von den Jackson-Filmen vor 20 Jahren nicht viel erwartet hatten und zumindest von der ersten Trilogie angenehm überrascht wurden. Kann die Amazon Prime Video-Serie vom Showrunner-Duo J. D. Payne und Patrick McKay dieses Zauberkunststück wiederholen?

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Bisher sind zwei der insgesamt acht Episoden der ersten Staffel erschienen, die allein schon 465 Millionen US-Dollar gekostet haben soll. Mit fünf geplanten Seasons, die irgendwann 50 Stunden umfassen sollen, wenn sie abgeschlossen sind, wird es also nicht lange dauern, bis die Budget-Milliardengrenze geknackt ist. Schon jetzt ist das Projekt die teuerste Serie aller Zeiten. Aber wird sie dem (zugegebenermaßen spärlichen) Material über das Zweite Zeitalter von Mittelerde aus Tolkiens Schriften und ihrem exorbitanten Preis gerecht werden?

Prolog

Ähnlich wie bei Peter Jacksons Trilogie-Einstieg „The Fellowship of the Ring“ beginnen wir mit einem Prolog in die vorige Ära. Während der Ringkrieg der Filme nämlich am Ende des Dritten Zeitalters stattfindet und zunächst vom Schmieden der magischen Ringe im Zweiten Zeitalter erzählt wird, sind wir nun in ebendieser dort nur angedeuteten Zeit und blenden zunächst ins Erste Zeitalter zurück. Eine noch sehr junge Galadriel (Amelie Child Villiers) unterhält sich mit ihrem Bruder Finrod (Will Fletcher) in Valinor, dem heiligen Land westlich von Mittelerde, wo damals noch die beiden leuchtenden Bäume anstelle einer Sonne und eines Mond standen. Dies ist das unsterbliche Paradies, in welches die Elben zurücksegeln, sobald ihre Zeit in Mittelerde vorüber ist.

Tolkien erzählte Geschichten vom Kampf zwischen Gut und Böse, ohne dabei oberflächlich zu werden, was sich hoffentlich auch die Autor:innen der Serie vorgenommen haben. Die Konversation zwischen Bruder und Schwester ist ein guter Anfang. Diese dreht sich anhand einer sehr passenden Lichtmetapher um den moralischen Kompass, den Galadriel noch für sich justieren muss. Die Szene klärt auch ganz nebenbei auch auf, wer die Gestalt auf dem allerersten zur Serie veröffentlichten Bild ist, die wir auf dem Screenshot nur von hinten sahen... Es ist Finrod, nicht Galadriel.

Ein Blick zurück ins Erste Zeitalter  © Amazon Studios
Ein Blick zurück ins Erste Zeitalter © Amazon Studios

Im Anschluss erfahren wir, wie Melkor aka Morgoth, der erste dunkle Herrscher, der aus den eigenen Reihen des Götter-Pantheons der Valar stammte, die heiligen Bäume zerstörte und Mittelerde in einen sehr langen Krieg zerrte, der mit seiner Verbannung das Erste Zeitalter beendete. Viele Tolkien-Fans hätten an dieser Stelle sicher auch gern die Riesenspinne Ungoliant gesehen, die Morgoth mit dem Verschlingen des Lichts der Bäume beauftragte, was offenbar durch die Lizenzlage verhindert wurde. Offiziell besitzen die Amazon Studios nämlich nur die Rechte an den beiden Hauptwerken plus Appendix, nicht jedoch an „The Silmarillion“, auch wenn im Einzelfall die Erlaubnis des Tolkien Estates eingeholt werden kann. Überhaupt so viel aus dem Ersten Zeitalter mitzubekommen, ist aber ein äußerst spannender Start für jene, die an der Mythologie des Legendariums interessiert sind.

Finrod fällt schließlich im Kampf gegen die finsteren Mächte, zu denen auch ein aufstrebender Dark Lord und Hexenmeister namens Sauron zählt, von dem Ihr vielleicht schon mal gehört habt... Doch nur die Wunden an Finrods Leichnam deuten sein kanonisches Schicksal an, wie er sich opferte und von einem Werwolf getötet wurde, um einen Menschen zu retten. Die erwachsene Galadriel (Morfydd Clark) sieht sich nach ihrem Verlust verpflichtet, Finrods Kreuzzug gegen das Böse zu übernehmen und an seiner Stelle mit seinem gold-silbernen Dolch im Design der beiden Bäume nach Spuren für einen weiteren Schatten zu suchen, den viele noch nicht wahrhaben wollen...

Mit einer Kindheitsszene anzufangen ist recht kühn und wird die Nörgler, die sich unbedingt von Anfang an über etwas Unepisches beschweren wollen, nicht gerade besänftigen. Allerdings dürfte es schwer fallen, nicht vom darauffolgenden Galopp durch die bedeutsamen Ereignisse der vorhergehenden Ära beeindruckt zu sein. Voller Gravitas wird damit der Ton für das Kommende angegeben und so, wie es nach zwei Folgen aussieht, wurde nicht zu viel versprochen.

Mario Giglio

Der Artikel The Lord of the Rings - The Rings of Power: Kritik zum Auftakt der Serie wurde von Mario Giglio am Uhr erstmalig veröffentlicht. Mario Giglio hat bereits 12.761 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Mario Giglio

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