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The Larazus Project: Kritik zur Pilotfolge

The Larazus Project: Kritik zur Pilotfolge

The Larazus Project: Kritik zur Pilotfolge

Der achtteilige Science-Fiction- Mystery-Thriller The Lazarus Project auf Sky Atlantic und den Sky-Streamingdiensten variiert das Zeitreisethema und strickt in der Pilotfolge aus den bekannten Genre-Versatzstücken eine spannende und actionreich inszenierte Agentenstory, die Spaß macht und zum Weiterschauen einlädt.

Das geschieht

George (Paapa Essiedu, Gangs of London) ist ein erfolgreicher App-Entwickler und Start-up-Unternehmer, der auf eine glückliche Zukunft mit seiner Verlobten Sarah (Charly Clive, Pure) blickt. Eines Tages wird die heile Welt des Paares erschüttert, als sich ein Virus in London ausbreitet und die schwangere Sarah sich infiziert. Gerade als die Situation ausweglos erscheint, erwacht George wie aus einem schlimmen Albtraum.

Allerdings ist er offensichtlich sechs Monate in der Zeit zurückgereist, denn der Wecker zeigt genau jenes Datum - den 1. Juli - an, an dem das Unglück begann. Egal, was George auch versucht, niemand glaubt ihm was er erlebte, bis er auf die mysteriöse Archie (Anjli Mohindra, Vigil) trifft, die ihm mitteilt, dass sie Teil des Lazarus-Projekts ist, eine geheime überstaatliche Organisation, die die Zeit zurückdreht, um Katastrophen in der Vergangenheit zu verhindern. Sie ist gekommen, um George zu rekrutieren, denn er gehört zu den wenigen Menschen auf der Welt, die den Effekt bewusst erleben.

Alles schon gesehen (?)

Und ewig grüßen die 12 Monkeys den Time Tunnel. So oder so ähnlich lässt sich The Lazarus Project vielleicht am besten umschreiben. Zeitreisen, das Verhindern von Katastrophen in der Vergangenheit und das Erleben des immer selben Tages sind die Kernelemente, die den britischen achtteiligen Science-Fiction- und Mystery-Thriller bestimmen. Wie am obigen, zugegebenermaßen plakativen Vergleich ersichtlich, ist die Prämisse der Miniserie weder frisch aus dem Hut gezaubert, noch besonders ideenreich. Allerdings muss an dieser Stelle betont werden, dass so ziemlich jedes mögliche Themenfeld in sämtlichen Genres wohl schon beackert wurde und man wirklich Neues daher wie die Nadel im Heuhaufen suchen kann.

Dass die Serie dennoch Spaß macht, liegt vornehmlich am spannenden Mix der erwähnten Versatzstücke und ebenso an der Tatsache, dass das Zeitreisephänomen zumindest im Ansatz erklärt wird. Eine Singularität im Sonnensystem, welche die Erde auf ihrer Reise durch das All regelmäßig am 1. Juli jeden Jahres passiert, sorgt dafür, dass man immer wieder zu diesem Datum zurückkehren kann. Wenn also ein mörderisches Virus grassiert, hat das Team stets fast ein Jahr lang Zeit, den Schaden zu beheben, oder muss die Zeit vor Ablauf des Datums wieder auf den Ausgangspunkt zurückdrehen. Mittels einer weltweiten, ultramodernen Überwachungsanlage spürt das Projekt Terroristen, Diktatoren, Viren, die aus militärischen Laboren entweichen und andere den Fortbestand der Menschheit zerstörende Gefahren auf und beseitigt sie, wenn nötig, mit Waffengewalt.

Gut gespielt

George gerät in das Blickfeld der Agenten, weil er sich als einer von wenigen Menschen an die Time-Loops erinnert und damit der perfekte Kandidat für eine Rekrutierung ist. Denn nur, wessen Gedächtnis bei jedem Sprung intakt bleibt, kann mit dem bisher gesammelten Wissen das nächste Unglück verhindern. Es ist schon spannend mit anzusehen, wie der übrigens klasse von Paapa Essiedu gespielte George verzweifelt versucht, seiner Verlobten Sarah zu erklären, was er erlebt hat. Sein Wunsch, seine Liebe vor dem „MERS-Virus“ zu beschützen, gerät zu einer fast grotesken Prepping-Orgie, die natürlich dazu führt, dass sie ihn für völlig durchgedreht hält.

Auf der anderen Seite ist da die coole Archie, eine mit allen Wassern gewaschene Agentin des Lazarus Project, die offenbar einen Narren an ihm gefressen hat und ihn für seinen Auftrag vorbereitet. So wird aus dem Finanz-App-Entwickler ein Kämpfer, der an der Seite seiner Kollegen Shiv (Rudi Dharmalingam, Wakefield), Greta, (Salome Gunnarsdottir, Pennyworth), The Dane (Lukas Loughran, Krypton) und Wes (Caroline Quentin, The Other One) den fiesen Terroristen Rebrov (Tom Burke, The Musketeers) jagt.

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Rasante Action

Dass die Aufträge nicht immer ganz reibungslos verlaufen, wird spätestens im zweiten Drittel der Pilotfolge klar, als so ziemlich alles schiefgeht, was nur schiefgehen kann und bis auf George und The Dane jeder Agent erschossen wird. Was nun kommt, ist eine wilde Verfolgungsjagd, die sich auch hinter großen Kinoproduktionen nicht zu verstecken braucht und vor allem überwiegend in Handarbeit entstanden ist. Es kracht und scheppert gewaltig. Polizeiautos fliegen im hohen Bogen durch die Luft, Räder qualmen und im Weg stehende Fahrzeuge werden wie Spielzeugpuppen beiseitegeschoben.

Mal zeigt uns die Kamera Danes angespanntes und Georges' geschocktes Gesicht durch die Scheibe ihres Wohnwagens hindurch im Portrait, dann wieder das flüchtende Motorrad aus der Verfolgerperspektive und so weiter. Das alles ist handwerklich routiniert und rasant inszeniert und ebenso cool anzuschauen, wie die zuvor mit Elementen eines Egoshooter-Computergames gefilmte Schießerei zwischen Rebrov und den Lazarus-Leuten. Wie die Folge endet, verraten wir an dieser Stelle aus Spoilergründen nicht, doch das Finale verspricht eine spannende Fortsetzung der Geschichte.

Fazit

Sicherlich: Auch The Lazarus Project erfindet das Rad nicht neu, doch die Kombination aus bekannten Versatzstücken aus Science-Fiction, Mystery, Thriller und Actionfilm greift gut ineinander und vermag es, die altbekannte Zeitreisethematik in einem schick gekleideten Gewand zu präsentieren. Der deutsche Regisseur Marco Kreuzpaintner, dessen bekannteste Werke die Miniserie „Beat“ und der Thriller „The Collini Case“ sein dürften leistet richtig gute Arbeit und lässt keine Langeweile aufkommen.

Autor John Barton, den wir unter anderem von Humans sowie der Netflix-Serie „Giri/Haji“ („Pflicht und Schande“) kennen, nimmt sich nicht allzu viel Zeit, die Figuren einzuführen und konzentriert sich stattdessen darauf, den Plot voranzutreiben und uns den Terroristen Rebrov als skrupellosen und offenbar grenzenlos fanatischen Menschen darzustellen, der sich offensichtlich seiner Haut mehr als gut zu wehren weiß. Das macht Spaß und verspricht auch für den Rest der Season gute Unterhaltung. Viereinhalb von fünf Sternen.

Hierzulande feiert die Serie am Donnerstag, den 8. September um 20.15 Uhr beim Pay-TV-Sender Sky Atlantic ihre Premiere. Zum Auftakt werden zwei Folgen hintereinander gezeigt. Bei WOW/Sky Q/Sky Go stehen diese dann auch zum Streamen zur Verfügung.

Hier abschließend der aktuelle Trailer zur heute startenden Sky-Serie „The Lazarus Project“:

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