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Streamingtipp: Tatort Mittelalter - Rätselhafte Todesfälle

Streamingtipp: Tatort Mittelalter - Rätselhafte Todesfälle

Die Dokureihe Tatort Mittelalter - Rätselhafte Todesfälle im ZDF erzählt in sechs Teilen aufwändig und spannend inszeniert die Geschichte von insgesamt 18 Opfern, deren Todesursache Archäologen und Historikern bis heute Rätsel aufgibt. Die Spurensuche der Experten gerät dabei äußerst unterhaltsam und ist True Crime für Geschichtsinteressierte.

True Crime im Mittelalter

True-Crime-Geschichten üben eine ganz besondere Faszination aus. Anders als Thriller und Krimis sind sie nicht fiktiv oder basieren lose auf Realereignissen, sondern rekonstruieren echte Verbrechen. Wenn dieses beliebte Format mit einer toll gemachten Geschichtsdokumentation kombiniert wird, macht das Ganze gleich doppelt so viel Spaß, wie „Tatort Mittelalter- Rätselhafte Todesfälle“ zeigt. Die Filmreihe von Axel Gerdau, Robert Wieczorek Stephan Arapovic, Thomas Langelage, Christoph Weber und anderen widmet sich in jedem Teil drei mehr oder weniger bekannten Fällen, die mit hohem schauspielerischen Aufwand und unter Beteiligung zahlreicher Experten für das Publikum greifbar gemacht werden.

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Die Fälle

Teil eins, der ab Samstag, dem 24. September 2022 in der ZDFmediathek zu sehen ist, greift beispielsweise einleitend den spektakulären Tod von Richard Löwenherz im Jahr 1199 auf. Nachdem der Herrscher des angevinischen Reiches aus der Gefangenschaft Heinrich VI. nach einer Lösegeldzahlung von 100000 Mark entlassen worden war, führte er auf französischem Boden (das angevinische Reich umfasste weite Teile Westfrankreichs und zeitweise ganz Großbritannien) Krieg gegen Phillip II. Während der Belagerung der Burg Chalus-Chabrol soll Richard laut Chroniken aus über 100 Metern Entfernung vom Bolzen einer Armbrust tödlich getroffen worden sein. Ob diese Darstellung im Bereich des Möglichen liegt, untersuchen gleich vier Fachleute und stellen sich dieser spannenden Frage aus kulturhistorischer, archäologischer und experimentalarchäologischer Sicht.

Im zweiten Fall befassen sich die Kuratorin des Halland Museums für Kulturgeschichte, Christina Andersson-Wiking und ihre Kollegen mit dem Mord an dem berühmten Bockstenmann, der im 14. Jahrhundert ermordet und erst 1936 im schwedischen Hochmoor Bockstens mosse gefunden wurde. Mittels Radiocarbonmethode, DNA-Analysen und CT-Scans ziehen die Rechtsarchäologin Marita Genesis und andere Expertinnen und Experten spannende und sehenswerte Schlüsse. Im dritten Abschnitt geht es nach Peru, wo der Archäologe Professor Peter Eeckhout drei Kindermumien der Inka aus dem 15. Jahrhundert untersucht, die wahrscheinlich den Göttern geopfert wurden.

In den weiteren Dokumentationen geht es um Raubzüge, Giftmorde, Attentate und andere historische Kriminalfälle, denen Archäologen, Forensiker, Medizinhistoriker, Experimentalarchäologen oder Kulturgeografen nachspüren. Nicht selten kommen Fachleute zum Schluss, dass die jeweiligen Überlieferungen nicht stimmen können und die Chronisten ihre Zeitgenossen sogar absichtlich in die Irre führten.

Empfehlenswert

Die ersten drei gesichteten Filme zeichnen sich durch einen hohen Unterhaltungswert aus. Nicht nur die zahlreichen schauspielerischen Einlagen tragen dazu bei, die Verbrechenskultur im Mittelalter greif- und fühlbar zu machen. Auch die lebhaften Schilderungen der Expertinnen und Experten bereiten aufgrund der durchweg allgemeinverständlich gehaltenen Ausführungen viel Freude. Darüber hinaus kann man einiges über die moderne Arbeitsweise des großen akademischen Feldes der Archäologie erfahren, nicht zuletzt über Datierungs-, Ausgrabungs- und medizinische Untersuchungsmethoden.

Informationen zu Themengebieten wie Quellenrecherche und experimentelle Forschung gibt es sozusagen on top. Im besten Fall motiviert die Reihe sogar dazu, selbst näher in die Historie von Richard Löwenherz, dem chinesischen Entdecker Admiral Zheng He (1371 -1433/1435) oder der Verbrennung von Jean d'Arc (im dritten Teil) einzutauchen. So viel sei an dieser Stelle vorweggenommen. In jeder Fallakte klaffen Lücken, die nicht immer abschließend geschlossen, aber stets nachvollziehbar und plausibel interpretiert werden. Geschichte, vor allem alte Geschichte, ist eben keine exakte Wissenschaft, sondern auf die Interpretation der vorhandenen Quellen und die der archäologischen Funde und stratigrafischen Befunde angewiesen. Doch gerade das macht den Reiz dieser Serie aus. „Mittelalter - Rätselhafte Todesfälle“ ist also in jeder Hinsicht eine Empfehlung für historisch Interessierte und True-Crime-Fans gleichermaßen.

Die Reihe startet am Samstag, dem ersten Oktober 2022 um 21.45 auf ZDFinfo. Wer allerdings so lange nicht warten möchte, kann ab dem 24. September in der ZDFmediathek fündig werden, in welcher alle sechs Teile für zwei Jahre zur Verfügung stehen werden.

Reinhard Prahl

Der Artikel Streamingtipp: Tatort Mittelalter - Rätselhafte Todesfälle wurde von Reinhard Prahl am Uhr erstmalig veröffentlicht.

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