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Streamingtipp: The Personal History of David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück

Streamingtipp: The Personal History of David Copperfield in der ARD-Mediathek

Szenenfoto aus dem Film The Personal History of David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück (c) Searchlight
Szenenfoto aus dem Film The Personal History of David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück (c) Searchlight

Mit der neuesten Adaption des Charles-Dickens-Romans David Copperfield liegt in der ARD-Mediathek aktuell eine moderne Verfilmung vor, die mit den bisherigen, klassisch gehaltenen Versionen bricht und ein sehenswertes Highlight für Fans historischer Stoffe ist.

Bei den Streaming-Tipps aus der Redaktion von SERIENJUNKIES.DE® lassen sich unsere Redakteurinnen und Redakteure in ihre persönlichen Watchlists blicken und teilen ausgewählte Serien-, Film- und Dokutipps mit Euch. Diese könnt Ihr Euch dann direkt über den jeweiligen VoD-Anbieter auf die Bildschirme holen. Und, falls diese Woche nichts für Euch dabei ist, schaut Ihr am besten auf unsere Streaming-Tipps-Themenseite für die Empfehlungen und Geheimtipps der vergangenen Wochen. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern und gute Unterhaltung!

Der unverwüstliche David Copperfield

Charles Dickens gehört zweifelsfrei zu den einflussreichsten Literaten des viktorianischen Englands und hat mit seinen Romanen „Oliver Twist“, „A Christmas Carol“ und „David Copperfield“ zeitlose Meisterwerke geschaffen, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen. Das letztgenannte Werk des Autors spielte in seinem Leben sicherlich eine herausragende Rolle, weil Dickens in sein Masterpiece „David Copperfield or the Personal History, Adventures, Experience and Observation of David Copperfield the Younger of Blunderstone Rookery (Which He Never Meant to Publish on Any Account)“ zahlreiche autobiografische Details einfließen ließ. Der brutale Stiefvater, die harten Jahre als Etikettenaufkleber in einer Weinhandlung, der stets verschuldete Mr. Micawber (eine Analogie auf seinen Vater), seine Liebe zu Dora, die in Wirklichkeit Maria Beadnell hieß - all diese im Roman vorkommenden Episoden beruhen auf wahren Begebenheiten.

Kein Wunder also, dass das aus der Ich-Perspektive erzählte Werk so intensiv ist, dass es vielfach für das Kino und später auch das Fernsehen adaptiert wurde. Allein zwischen 1911 und 1922 entstanden drei Stummfilme. 1935 folgte die berühmte US-amerikanische Variante von David O. Selznick („King Kong“, 1933) mit dem unvergesslichen Basil Rathbone als brutaler Stiefvater Mr. Murdstone und Frank Lawton („The invisible Ray“) in der Titelrolle. 1956 zeigte die BBC eine 13-teilige TV-Serie mit Robert Hardy und zehn Jahre später eine weitere, diesmal mit Ian McKellen alias dem späteren Gandalf („Lord of the Rings“) als David Copperfield. Andere große Namen, die in diversen Adaptionen eine prominente Rolle übernahmen, sind Richard Attenborough („Jurassic Park“, der Weihnachtsklassiker „Das Wunder von Manhattan“), Laurence Oliver, Daniel Radcliffe (1999) und Nigel Davenport.

Aus Alt mach Neu

Was jedoch allen Versionen bisher gemein war, ist die Tatsache, dass ihnen jegliche Satire abging. 2018 schickte sich nun der britische Komiker, Regisseur, Autor und Produzent Armando Iannuccci an, mit der den bisherigen Werken eigenen Biederkeit aufzuräumen. Sein Blick auf den Klassiker sollte skurril, beißend vor Ironie und divers sein. Entsprechend farbenfroh setzt sich der Cast zusammen, allen voran der großartige Dev Patel („Lion“) als David Copperfield. Unterstützt wird er von tollen Mimen wie Peter Capaldi als Mr. Micawber, Tilda Swinton (Betsey Trotwood), Nikki Amuka-Bird (Mrs. Steerforth) und Benedict Wong, der einen fantastischen Mr. Wickfield abgibt.

Abgesehen von seinem Witz zeichnet sich der erstmalig 2019 auf dem Toronto International Film Festival gezeigte Titel durch die liebevolle, aufwändige Ausstattung und seine mutige Interpretation des Stoffs aus. „David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück“ hält sich nicht sklavisch an die Vorlage, sondern erlaubt sich hier und da die eine oder andere kleine Freiheit, die sich aber stimmig ins Gesamtbild einfügt und dem ironischen Tenor des Werks sehr guttut. Denn abgesehen davon, dass Armando Iannucci eine dramatische Lebensgeschichte erzählt, die vor Eigenartigkeiten und spleenigen Figuren nur so strotzt, setzt er den Fokus auch auf eine humoristische Kritik am viktorianischen Zeitalter.

Kolonialismus? Rassismus? Arrogante Überlegenheitsattitüde? All dies erklärt Ianucci für sinnlos und sogar nichtig, indem er sich munter über Klischees und Konventionen hinwegsetzt, ohne jedoch die historische Vorlage und den Spaß an Kostümfilmen zu verleugnen. Ist „David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück“ ein ungewöhnlicher Film? Ganz sicher. Lohnt sich ein näherer Blick? Auf jeden Fall!

Wann und wo (?)

Wer also in den nächsten Tagen nichts vorhat und einen modernen, witzigen und interessant inszenierten Streifen vor dem Hintergrund eines literarischen Meisterwerks genießen möchte, wird ab heute, den 2. Dezember 2022 in der ARD-Mediathek fündig. Im linearen TV ist „David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück“ dann auch am 24. Dezember um 23.00 Uhr im BR zu sehen. Welche Option man immer auch wählt, einschalten lohnt sich ganz sicher!

Hier abschließend noch der Trailer zum hier vorgestellten Film „David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück“:

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Reinhard Prahl

Der Artikel Streamingtipp: The Personal History of David Copperfield in der ARD-Mediathek wurde von Reinhard Prahl am Uhr erstmalig veröffentlicht. Reinhard Prahl hat bereits 132 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Reinhard Prahl

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