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Star Trek - Lower Decks: Grounded - Review

Star Trek - Lower Decks: Grounded - Review

Star Trek - Lower Decks: Grounded - Review

Mit der Folge Grounded aka Startverbot startet die dritte Staffel der US-Serie Star Trek: Lower Decks. Captain Freeman steht auf der Erde vor Gericht und Mariner fasst den Entschluss, nicht tatenlos zuzuschauen, wie ihre Mutter verurteilt wird.

Grounded

Mit Grounded (deutscher Titel „Startverbot“) setzt die dritte Staffel am Cliffhanger von First First Contact an, als Captain Carol Freeman (Dawnn Lewis) unverhofft gegen Ende der Episode verhaftet wurde. Sie soll verantwortlich für das Zünden der Bombe auf dem Heimatplaneten der Pakleds sein und es gibt sogar Videobeweise dafür. Während Admiral Freeman (Phil LaMarr) seiner Tochter Beckett Mariner (Tawny Newsome) rät, in das System zu vertrauen und den Ausgang der Verhandlung abzuwarten, nimmt Mariner (natürlich) die Beweisführung in die eigene Hand. Zusammen mit Boimler (Jack Quaid), Rutherford (Eugene Cordero) und Tendi (Noel Wells) versucht sie, Logbucheinträge herbeizuschaffen, die die Unschuld ihrer Mutter beweisen sollen.

Angesiedelt ist das erste Abenteuer dieser Staffel zunächst auf der Erde und wimmelt wie üblich von Referenzen und Easter Eggs, die es für den Zuschauer zu entdecken und/oder zu erkennen gilt. Wenn Mariner ihre Kollegen einsammelt, erfahren wir beispielsweise vom Familienunternehmen der Boimlers, wo Brad gerade mit der Traubenernte beschäftigt ist. Die Referenz zum Weingut der Picards - bekannt aus Family (4x02) - ist überdeutlich, allerdings mit dem einen oder anderen Twist versehen, der auf die Lachmuskeln drückt. Ein bestimmter Freizeitpark ruft derweil nostalgische Momente hervor, erst recht, wenn unser Team ins eigentliche Abenteuer startet und dabei kurz von Holo-Zefram Cochrane (James Cromwell spricht im O-Ton der Folge seine alte Rolle) und Steppenwolf begleitet wird. Und hatte ich schon „Sisko's Creole Kitchen“ erwähnt?

Aber auch ohne die (teils versteckten) Referenzen macht der Auftakt einen Heidenspaß. Vielleicht geht es hin und wieder humortechnisch zu sehr unter die Gürtellinie, aber viel öfter passt der Humor und fühlt sich sehr stimmig an. Abgesehen davon kommt auch das Drama nicht zu kurz, welches einen guten Aufhänger hat, weil Mariner eben nicht tatenlos zusehen will, wie ihre Mutter womöglich verurteilt wird. Außerdem erhält jede unserer vier Hauptfiguren wesentliche Rollen im Verlauf des Abenteuers, die einerseits das Team festigen, welches sich gegenseitig unterstützt und andererseits die individuelle Nützlichkeit jedes Charakters aufzeigt. Viel mehr braucht es dann auch nicht, um sich auf diesen Startschuss der dritten Staffel einzulassen und in vollen Zügen zu genießen.

Logbücher

Bereits in den ersten Minuten wird deutlich, was Mariner von der Anklage und den „neuen Beweisen“ gegen ihre Mutter hält. Admiral Freeman versucht zwar, seine Tochter zu beruhigen, aber ohne Erfolg. Wenn Mariner sich etwas in den Kopf gesetzt hat, zieht sie das auch durch und trommelt schließlich das Team zusammen. Boimler hat die Idee, seine äußerst detaillierten (persönlichen) Logbucheinträge zu verwenden, die Captain Freeman entlasten sollen. Allerdings befinden sich diese Einträge an Bord der Cerritos, womit zunächst ein Weg dorthin gefunden werden muss.

An dieser Stelle könnte man direkt einwerfen, dass die Logbücher des Schiffs und der Offiziere dem Gericht ohnehin vorliegen müssten. Einzig der Videobeweis bereitet Kopfschmerzen, sollte aber mit den hochmodernen Mitteln der Föderation leicht als Fälschung zu entlarven sein. Ob es da am Ende die geheime Mission benötigt, um Captain Freeman zu entlasten, erscheint wohl eher fraglich. Aber für unsere Lower Decks ist das Abenteuer gesetzt und der Spaß kann beginnen.

Um zur Cerritos zu gelangen, setzt unser Team auf Rutherford, der Mariner, Boimler und Tendi zu einer Sternenflotteneinrichtung führt, die für die Transporter zuständig ist und von wo unser Team sich zur Cerritos beamen möchte. Als erstes Hindernis soll sich Chief Carlton Dennis (Bobby Moynihan) erweisen, denn der alte Mann ist viel zu freundlich, als dass es unsere Freunde übers Herz bringen, ihn zu überwältigen. Hier erfahren sie zwar, in welchem Dock die Cerritos liegt, aber dank der „Space Blobs“, die sich aktuell in der Atmosphäre aufhalten, können die Transporter nicht benutzt werden. Es muss also ein Schiff her, womit die nächste Station der Freizeitpark „Bozeman“ ist, wo man mit der Phoenix an einem Orbitalflug teilnehmen kann.

Man kann den Ideenreichtum von Autor Chris Kula nur bewundern, der unser Team von einem Hindernis zum nächsten führt, nebenbei unzählige Referenzen einbaut und dabei die Handlung immer weiter eskalieren lässt. Denn als es ihnen endlich gelingt, Boimlers Logbücher zu erhalten, sind diese mit zahlreichen persönlichen Einträgen gespickt - vom Schnüffeln am Captain's Chair, über das Versenken des Tricorders im Klo und bis hin zu Blähungen. Ein Twist, der Mariner zum nächsten, extremeren Schritt führt.

Team

Denn Beckett glaubt nicht, dass sich mit den Logbüchern was anfangen lässt, obwohl ihr der Rest des Teams das Gegenteil versichert. Ihr neuer Plan sieht vor, mit der Cerritos zu den Klingonen zu reisen und diese zu einem Geständnis zu zwingen (immerhin haben die auch die Bombe zur Verfügung gestellt). Die größte Eskalation ist aber, dass sie Rutherford, Tendi und Boimler nicht dabeihaben will und mit dem Team bricht.

Charaktertechnisch hat mir diese Wendung weniger gefallen, auch wenn Mariner eine gute Erklärung dafür hat. Denn nach allem, was die vier bis dahin zusammen durchgeführt haben, wäre es nicht nötig gewesen, dass Beckett einen weiteren Alleingang startet. Glücklicherweise kann Boimler das Shuttle mit einem Trick zurück zur Cerritos bringen, wo anschließend eine „Diskussion“ über das weitere Vorgehen stattfindet. Aber die Entführung der Cerritos aus dem Dock bleibt natürlich nicht unbemerkt, womit unseren vier Freunden ernste Konsequenzen drohen.

Im Höhepunkt der Folge finden alle aber wieder zusammen. Mariner kann eine herzergreifende Erklärung für ihren Alleingang geben und Tendi gelingt es (fast), der Sternenflotte eine einleuchtende Begründung für eine wissenschaftliche Mission zu verkaufen. Und Überraschung, während unser kleines Team Kopf und Kragen riskiert hat, wurde Captain Freeman bereits freigesprochen und darf unseren vier Freunden auch noch aus der Patsche helfen.

Also alles wieder gut? Nicht ganz, denn Mariners rebellisches Verhalten bleibt nicht ohne Konsequenzen. Ab sofort wird Commander Ransom (Jerry O'Connell) sie im Auge behalten und bei der nächsten Verfehlung womöglich das tun, was ihre Mutter bislang nicht übers Herz brachte. Womit der Spannungsbogen für die dritte Staffel in Kraft tritt. Hoffentlich schaffen es Boimler, Rutherford und Tendi, Mariners Rauswurf aus der Sternenflotte zu verhindern, sollte sie erneut gegen die Regeln verstoßen. Oder wird die Serie einen anderen Weg einschlagen?

Fazit

Ein gelungener Auftakt, der den Cliffhanger der zweiten Staffel auflöst und uns ein äußerst amüsantes Abenteuer beschert, welches mit Referenzen nur so um sich schmeißt. Unser Team der Lower Decks hält zusammen und hilft Mariner selbst dann, wenn sie jede Hilfe ablehnt und den Alleingang bevorzugt. Ein Thema, welches im Staffelverlauf sicher noch öfter aufgegriffen wird, da von nun an ihre Karriere in der Sternenflotte ernsthaft(er) auf dem Spiel steht. Von mir gibt es viereinhalb von fünf Sternen. Und von Euch?

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