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Snowdrop: Review der Pilotepisode

Snowdrop: Review der Pilotepisode

Snowdrop: Review der Pilotepisode

Von der ebenso unmöglichen wie turbulenten Liebe zweier junger Menschen im von politischen Unruhen erfüllten Südkorea der späten 80er-Jahre erzählt die neue Dramaserie Snowdrop auf Disney+: Eine Studentin verliebt sich in einen flüchtigen Spion.

Im Frühling des Jahres 1987 liegen die Dinge in Südkorea bei Weitem nicht so idyllisch, wie es auf den ersten Blick scheinen mag: Politische Umbrüche zeichnen sich ab, die schließlich in der Demokratisierung des bis dahin autoritär geführten Landes gipfeln. Vor diesem Hintergrund studiert die junge Eun Yeong-ro (Kim Ji-Soo, zuweilen auch Jisoo abgekürzt, „Arthdal Chronicles“) an einer streng geführten Mädchenuniversität. Trotz des gnadenlos von Hausmutter Pi (Yoon Se-Ah, „The Road: Tragedy of One“) geführten Regiments haben die junge Frau und ihre Zimmerkolleginnen, die angehende Opernsängerin Go Hye-ryeong (Jung Shin-hye, „Angry Mom“), die intellektuelle Yeo Jeong-min (die Anfang des Jahres verstorbene Kim Mi-soo, „Hellbound“), die naive Yoon Seol-hui (Choi Hee-jin, „I'm a Cyborg“) sowie die nicht zur Studentenschaft gehörende Telefonistin Gye Bun-ok (Kim Hye-yoon, „True Beauty“) so viel Spaß wie unter den gegebenen Umständen möglich.

Eines Tages lernt sie bei einem Gruppen-Blind Date den attraktiven Lim Soo-Hoo (Jung Hae-In, „Something in the rain“), einen Studenten von einer anderen Fakultät kennen und verliebt sich auf den ersten Blick in ihn. Es dauert jedoch, ehe sie ihn wiedersieht und die Romanze in Gang kommt, denn Soo-Hoo hat ein düsteres Geheimnis: In Wahrheit ist er ein nordkoreanischer Spion, der von Agentenjäger Lee Gang-Jo ([actor)=Jang Seung-Jo], „Familiar Wife“) und seinem Team erbarmungslos gejagt wird. Während einer Demonstration wird Soo-Hoo verletzt und flüchtet sich ausgerechnet in das Wohnheimzimmer von Yeong-ro.

Eine ungewöhnliche Love-Story

Weit gefehlt, wer sich unter Snowdrop eine süßliche Romanze vorstellt: Obwohl sich die Pilotfolge beinahe eineinhalb Stunden Zeit damit lässt, die weibliche Hauptfigur, ihre Freundinnen sowie die Hintergrundfiguren aus der (nur in Bezug auf die politischen Umbrüche, nicht aber die Ereignisse und Personen, wie uns ein einführender Text erklärt) politischen Rahmenhandlung vorzustellen (über Spion Lim Soo-Hoo erfährt man etwas weniger, dafür wird er mit einer ungeheuer actionreichen Sequenz eingeführt), kommt dabei keine Minute Langeweile auf. Vielmehr erinnert der Pilotfilm (auch die restlichen 15 Folgen sind rund 90 Minuten lang) an eine Mischung aus Teenie-Komödie, Polit-Drama und Actionfilm.

Vielseitiges Serienland Südkorea

Nicht erst neuerdings gilt Südkorea mit Produktionen wie Squid Game oder Twenty Five Twenty One als mittlerweile nicht mehr ganz so geheimer Geheimtipp für Serienfans insbesondere im Streaming-Bereich.

Aus dem ostasiatischen Land kommen mittlerweile Science-Fiction-Serien (The Silent Sea) ebenso wie solche aus dem Horror-Genre (All of Us Are Dead) - und eben auch ungewöhnliche actionreiche Liebesgeschichten. Zwar kann man dabei den großen Vorreitern aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten (noch) nicht ganz das Wasser reichen, aber für spannende Binge-Watching-Sessions im Freundeskreis reicht das Ganze inzwischen alle Male.

Erfolg im Herkunftsland

In Südkorea, wo Snowdrop vom 18. Dezember 2021 bis zum 30. Januar 2022 beim Kabelfernsehsender JTBC zu sehen war (der die Serie auch zusammen mit der TV-Gesellschaft Drama House produzierte), war die Serie höchst erfolgreich, was man sich angesichts der schon im Pilotfilm erkennbar ungewöhnlichen Handlung sehr gut vorzustellen vermag. Die Hauptrollen spielen in ihrer Heimat Starruhm genießende Multimedia-Talente, die neben in Fernsehserien und Filmen häufig auch in Videoclips zu sehen sind, modeln oder als Sänger zu hören. Ein tragisches Schicksal ereilte im Januar die erst 29-jährige Kim Mi-soo, die in Snowdrop als politisch aktive Jeong-min zu sehen ist: Noch während der Laufzeit der Serie und während der Dreharbeiten für die Disney-Produktion „Kiss Six Sense“ verstarb sie aus ungeklärter Ursache.

Eine Serie für Liebhaber

Freilich ist dergleichen nichts für jedefrau und jedermann: Natürlich sollten potenzielle Zuschauer von Snowdrop (was übrigens Schneeglöckchen bedeutet, während der koreanische Originaltitel Snowdrop lautet) ein Faible für die für ihre gegenüber westlichen Produktionen sehr ungewöhnliche Machart asiatischer Serien im Allgemeinen und südkoreanischer im ganz Speziellen haben. Wer dieses jedoch sein Eigen nennt, der dürfte von Snowdrop ab dem Pilotfilm eingenommen sein und sich an herrlich skurrilen Charakteren und allerlei schrägen Situationen erfreuen können, während die politischen Umwälzungen im Hintergrund der actionreichen Liebesgeschichte wie ein Damoklesschwert über den beiden Hauptdarstellern und einer ganzen Riege von Nebenfiguren hängen. Vom Rezensenten, der immer wieder einmal gern für ungewöhnliche Serien zu haben ist, gibt es hierfür vier von möglichen fünf Spionen.

Hier der Trailer zu „Snowdrop“:

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