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The Rookie: Review der Pilotepisode

The Rookie: Review der Pilotepisode

Szenenbild aus der Pilotepisode von „The Rookie“ (c) ABC
Szenenbild aus der Pilotepisode von „The Rookie“ (c) ABC

Nathan Fillion ist wieder da. Der Castle-Star spielt diesmal aber in seiner neuen Serie The Rookie nicht nur den Berater für die Polizei, sondern will als John Nolan selbst in die blaue Uniform schlüpfen. Aber das ist für einen 40-jährigen Neueinsteiger nicht einfach...

Worum geht es?

John Nolan (Nathan Fillion) ist vierzig und weiß in der Serie The Rookie nichts mit sich anzufangen. Seine Frau und er haben sich gerade getrennt und ihr Kind ist auf dem College. Weil er sich um seine Familie kümmern musste, hat er sein Studium frühzeitig aufgeben müssen und war zwei Jahrzehnte als Bauarbeiter tätig. Bisher hat er nie wirklich viel aus seinem Leben gemacht und jetzt, da er die Möglichkeit hat, noch einmal etwas anderes auszuprobieren, weiß er nicht, wo er überhaupt anfangen soll. Als er einen Bankraub miterleben muss und sieht, wie Polizisten eingreifen und ihm das Leben retten, wird ihm sein neues Lebensziel klar: Er will auch ein Polizist werden.

Sechs Monate später kommen er und zwei weitere „Rookies", also Neueinsteiger, im Quartier der LAPD an. Allerdings sind seine beiden Kollegen fast zwanzig Jahre jünger als er, was zu allgemeiner Belustigung führt. John wird kaum von jemandem ernst genommen und gerade sein Vorgesetzter, Sergeant Wade Grey (Richard T. Jones) macht keinen Hehl daraus, dass er John nicht hier haben will, weil er ihn als „Midlife Crisis auf zwei Beinen“ („walking midlife-crisis“) sieht. Grey sagt John offen, dass er sein Möglichstes tun wird, ihn aus der Polizei herauszuekeln.

© IMAGO
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Szenenbild aus der Pilotepisode von The Rookie  © ABC
Szenenbild aus der Pilotepisode von The Rookie © ABC

An seinem ersten Tag kommt einiges auf John zu. Zusammen mit seiner Ausbilderin muss er sich unter anderem mit eskalierender häuslicher Gewalt auseinandersetzen, mit einem Vater, der sein Kind in eine lebensbedrohliche Lage bringt, und mit einem gefährlichen Kriminellen. Schnell wird ihm klar: Er war nicht vorbereitet auf die Arbeit als Polizist. Aber das hält ihn nicht ab, sein Bestes zu geben.

Die einzigen (relativ) aufmunternden Worte bekommt Nolan von seinem Captain Zoe Anderson (Mercedes Mason), die auf seine langjährige Arbeitsmoral baut. Auch von den anderen beiden Rookies bekommt er Unterstützung. Da wäre einmal Lucy Chen (Melissa O'Neil), eine ehrgeizige junge Frau, die sich in einem Kampf behaupten kann. Ihr Ausbilder Tim Bradford (Eric Winter) greift zu harten Testmethoden, die Lucy an ihre Grenzen bringen. Sie hat es wirklich am schwersten von den Rookies.

Lucy und John sind sich in den letzten Monaten auf der Police Academy nähergekommen, aber Lucy möchte es nicht öffentlich machen. Nicht nur ist es gegen die Dienstvorschrift, als weibliche Polizistin fühlt sich Lucy bereits unter großem Druck, sich beweisen zu müssen. Würde ihre Beziehung ans Licht kommen, dann wären ihre Karrierechancen zerstört. Diese Furcht bestätigt ihr Officer Bishop (Afton Williamson), Johns Ausbilderin. Sie sieht die beiden zusammen und rät ihr, die Beziehung mit Nolan sofort zu beenden, weil sie sonst gebrandmarkt wird.

Der dritte Rookie ist Jackson West (Titus Makin), dessen Vater der Commander vom Dezernat der internen Ermittlungen ist. Anfangs scheint er alle Hürden des ersten Tages gut wegzustecken und nach seinem Vater zu kommen, aber bei einer Schießerei wird die Situation zu viel für ihn: Er erstarrt und gibt seiner Ausbilderin Angela Lopez keine Rückendeckung, was sie wirklich wütend macht...

Alte Leier, neuer Anstrich?

Polizeiserien gibt es wie Sand am Meer. „The Rookie“ ist weit davon entfernt, das Rad neu zu erfinden, vieles in der Serie hat man so oder so ähnlich schon gesehen. Was diese hier etwas hervorhebt, ist die Idee eines Mannes, der sein Leben von Grund auf umkrempelt. Ohne vorherige Erfahrung zieht John Nolan nach L.A. und möchte in einem ganz neuen Beruf anfangen. Dabei hat er sich nicht den einfachsten ausgesucht. Das ist der Punkt, den diese Pilotfolge immer wieder betont: Polizist zu sein ist schwer. Nicht jeder ist dafür geeignet und es erfordert starke Nerven und Durchhaltevermögen. Wie einer der Polizisten sagt: Die Arbeit ist eine Berufung. Das aus der Sicht eines ungewöhnlichen Neueinsteigers zu zeigen, ist eine gute Entscheidung, weil man so als Zuschauer unaufdringlich an die Hand genommen wird und alles mit dem Protagonisten zusammen erlernt. Außerdem fragt man sich (anfangs) selbst, genau wie Sergeant Grey, ob Nolans Herz wirklich in der Sache steckt oder ob seine Midlife-Crisis nur etwas ausgeartet ist. Aber er beweist genug Mut, um wenigstens mich von seiner Entscheidung bis zum Ende der Episode zu überzeugen.

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Szenenbild aus der Pilotepisode von The Rookie  © ABC
Szenenbild aus der Pilotepisode von The Rookie © ABC

Von Rebell zu Autor zu Polizist

Nathan Fillion spielt den titelgebenden Rookie und bringt wie in allen seinen Rollen genug Charme mit, dass man nicht lange braucht, um auf seiner Seite zu sein. John Nolan, ganz im Gegenteil zu Fillions anderen berühmten Charakteren wie beispielsweise Castle, hat großen Respekt vor Autorität, was eine überraschende Abwechslung ist. Auch ist er weitaus einfühlsamer als der Star-Autor oder Captain Reynolds aus Firefly. Tatsächlich ist das Johns große Stärke in dieser Folge. Gleich dreimal schafft Nolan es, eine Situation zu entschärfen, indem er mit den Menschen redet und ihnen zuhört. Zwar hat Fillion deswegen noch nicht wirklich Gelegenheit, seine komödiantischen Muskeln spielen zu lassen, aber das kommt in den nächsten Episoden sicherlich noch.

Und sonst so?

Der Pilot hat auch ein paar Schwächen. Zum Beispiel die verkorkste Geschichte hinter Officer Bradford und seiner Frau. Erstens ist Bradford dermaßen unsympathisch bis hin zu dieser Szene, dass das plötzliche Auftauchen seiner Frau keine wirkliche emotionale Reaktion bei mir bewirkt hat. Zweitens wirkte die Szene seltsam abgekapselt vom Rest der Episode und lässt den Pilot überladen wirken. Der Serie hätte es gutgetan, diesen Handlungsstrang erst in Episode drei oder vier einzuführen. Außerdem ist die Chemie zwischen John und Lucy praktisch nicht existent. Vielleicht liegt es am Altersunterschied, aber die zwei wirken eher wie gute Freunde und nicht wie ein verliebtes Pärchen.

Fazit

The Rookie“ hat ein altbekanntes Konzept nach Handbuch mit einem leichten Twist. Der Plot der ersten Episode ist solide und die Schauspieler machen ihre Sache gut. Der Einblick in das gefährliche Alltagsleben eines Großstadtpolizisten ist spannend, aber kein Meisterwerk. Fans von Nathan Fillion sollten dieser Serie definitiv eine Chance geben, für alle anderen gibt es wahrscheinlich bessere Sendungen da draußen.

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Christina Greiner

Der Artikel The Rookie: Review der Pilotepisode wurde von Christina Greiner am Uhr erstmalig veröffentlicht. Christina Greiner hat bereits 173 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht.

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