Rizzoli & Isles: Review zum Piloten
Cagney und Lacey 2.0

Die Rechnung des amerikanischen Kabelsenders TNT ist aufgegangen: The Closer, das starke Lead-in mit Kyra Sedgwick in der Hauptrolle, verhalf der neuen Krimiserie Rizzoli & Isles am Montag zu einem fulminanten Start. Fast 7,6 Millionen Zuschauer sahen den Staffelauftakt der neuen Crime-Serie basierend auf den erfolgreichen Romanen von Tess Gerritsen.
Worum es geht
Jane Rizzoli ist Ermittlerin bei der Bostoner Mordkommission. Sie ist knallhart, ihr Auftritt eher rabiat. Grantig erscheint sie in der Pilotepisode am Tatort eines Mordes, nachdem sie sich beim wöchentlichen Basketballspiel mit ihrem jüngeren Bruder fast die Nase gebrochen hätte. Dass ihr neuer Partner sich beim Anblick von Leichen übergeben muss, ist Rizzolis Laune nicht gerade förderlich. Zur Seite steht ihr jedoch die hübsch zurechtgemachte Doktorin Maura Isles, die als Gerichtsmedizinerin den Mordfall untersucht. Ein wiederkehrendes Tatmuster liefert die Vermutung, dass ein Serienkiller, der einst Rizzoli in seiner Gewalt hatte, aber derzeit im Gefängnis sitzt, einen Nachahmer gefunden hat.
Der Hintergrund
Ein solider Krimi erwartet den Zuschauer beim Anblick des Piloten von Rizzoli & Isles. Mit einer ähnlichen Brutalität, wie wir sie aus The Closer kennen, untersuchen diesmal zwei weibliche Charaktere die Mordfälle in Boston. Jedoch wird nicht etwa die Gerichtsmedizinern dem knallharten Detective zugeteilt; die beiden Damen kennen sich bereits eine geraume Zeit und wissen mit den jeweiligen Macken des anderen umzugehen.
Rizzoli zieht sich unvorteilhaft an, benutzt fast nie Lippenstift, adoptiert einen stinkenden Hund, hat bezeichnende Klingeltöne für verschiedenen Anrufer und eine Mutter, die sich ständig einmischt. Isles hingegen ist immer perfekt gekleidet, trägt hohe Absätze zum Aufräumen, Rüschenblusen beim Abhängen und besitzt auch noch ein ungewöhnliches Haustier. Angie Harmon spielt in diesem ungleichen Duo wieder einmal den harten Cop, Jane Rizzoli. Im Vergleich zu ihrer Rolle bei Women's Murder Club ist sie jedoch schlechter gekleidet und etwas in die Jahre gekommen. Warum das Ex-Model immer die Toughe mimen muss, bleibt ein Rätsel. Zumindest macht sie ihre Rolle recht überzeugend und scheint an diesem „Typecasting“ ihre Freude zu haben.
Sasha Alexander versucht, etwas ruhiger in die Herzen der Zuschauer zu gelangen und schafft es mit den zarten Blicken der allwissenden Gerichtsmedizinerin nicht ganz, gegen die Präsenz von Harmon anzukommen. Die Chemie der beiden stimmt jedoch. Und wäre da nicht noch der eingeschaltete FBI-Agent Gabriel Dean (Billy Burke, derzeit auch in „Eclipse“ in den Kinos zu sehen), könnte es sich auch um eine lesbische Crime-Serie handeln, was Rizzoli neben Isles im Bett liegend so andeutet: „Are we having a sleepover, or is this your way of telling me you're attracted to me?“






















