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Quibi: Streamingservice macht dicht

Quibi: Streamingservice macht dicht

Logo der Plattform (c) Quibi
Logo der Plattform (c) Quibi

Quibi versprach kleine Serienhäppchen auf dem Weg zur Arbeit. Doch dann kam die Corona-Pandemie pünktlich zum Start des Streaminganbieters und fesselte die potentiellen Kunden an ihr Zuhause. Nun ist die Plattform pleite...

Eigentlich müssten VOD-Plattformen in Pandemiezeiten regelrecht aufblühen, weil die Menschen mehr zuhause bleiben und dann eben Serien schauen. Doch Quibi brach COVID-19 das Genick. Der Grund: Der US-amerikanische Streaminganbieter hatte sich den „Serienspaß für unterwegs“ auf die Fahne geschrieben. Zielgruppe waren vor allem Pendler auf dem Weg zur Arbeit, die in Bus oder Bahn kleine Häppchen auf dem Handy konsumieren. Und die waren nun im Homeoffice.

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Anfang März war Quibi mit rund 50 Eigenproduktionen auf ein Mal an den Start gegangen (viel mehr als Netflix und Co ihrer Zeit). Zumal man sich die Dienste unzähliger Hollywood-Stars wie Christopher Waltz, Sophie Turner, Idris Elba, Rachel Brosnahan, Zac Efron, Lisa Kudrow, Anna Kendrick, Kevin Hart, Kiefer Sutherland und Dwayne Johnson sichern konnte. Für die Schauspieler waren die jeweils nur fünf bis 10 Minuten langen Serienfolgen kein allzu großes Commitment.

Die zwei Unternehmensgründer Jeffrey Katzenberg und Meg Whitman hatten im Vorfeld rund zwei Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt. Die wurden nun also in den Sand gesetzt. Wobei man sicherlich ein Teil des Geldes wieder reinholen kann, indem man einige der durchaus hochkarätigen Formate vielleicht an die Konkurrenz verkauft. Aus vielen Miniserien könnten sich beispielsweise leicht Filme zusammenschneiden lassen, was für Netflix oder Amazon Prime Video ziemlich verlockend sein dürfte, weil Dreharbeiten für neue Streifen derzeit nicht so einfach sind.

Ein weiteres Problem, mit dem sich Katzenberg und Whitman herumärgern mussten, war eine Patentklage der Medienplattform Eko, die sich um ihr technisches Konzept betrogen fühlte. Ein besonderer Clou bei Quibi war die Möglichkeit, die Serien entweder im Quer- oder Hochformat zu schauen. Allerdings bedeutete das auch ein doppeltes Datenvolumen beim Streamen, denn es mussten ja beide Varianten ständig abrufbereit sein, sodass die Episode nicht gleich unterbricht, wenn man das Handy dreht. Als die Downloadzahlen immer tiefer in den Keller gingen, erlaubte man es den Abonnenten auch, die Inhalte via Chromecast oder Apple TV abzurufen, also auf dem großen Bildschirm.

Auch hierzulande konnte beziehungsweise kann man Quibi derzeit noch abonnieren. Der US-Preis liegt bei 5 Dollar mit Werbepausen und 8 Dollar ohne Unterbrechungen. Für einen kurzen Zeitraum konnte man die Plattform außerdem 90 Tage gratis testen (was rückblickend fast der Hälfte der Lebensspanne des Service selbst entspricht).

Katzenberg und Whitman nahmen laut Wall Street Journal in der Mitteilung an die Investoren Verantwortung für das Scheitern von Quibi. „Entweder war die Idee selbst nicht stark genug, um einen eigenen Streamingservice dafür zu rechtfertigen oder es lag am Timing“, heißt es in ihrem offenen Brief. In diesem versprachen die zwei Geschäftsführer und Gründer darüber hinaus, den übriggebliebenen Content und auch technische Ressourcen nun zu veräußern.

Bjarne Bock

Der Artikel Quibi: Streamingservice macht dicht wurde von Bjarne Bock am Uhr erstmalig veröffentlicht. Bjarne Bock hat bereits 8.020 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Bjarne Bock

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