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Quantum Leap: Atlantis - Review zu Episode 1x02

Quantum Leap: Atlantis - Review

Metaplot

Im übergreifenden Handlungsbogen geht es weiterhin um die Frage, warum Ben ohne Genehmigung von Magic (immer noch toll gespielt von Ernie Hudson) einen Sprung wagte und sich dabei Unterstützung von Al Calaviccis Tochter Janis holte, die selbst eine brillante Physikerin ist. Zwar finden Magic und Sicherheitschefin Jenn (ebenfalls prima: Nanrisa Lee) heraus, von wo aus Janis operiert, doch näher kommen sie der Lösung des Rätsels nicht wirklich. Die Tochter des verstorbenen Al Calavicci rückt in dieser Episode etwas stärker in den Fokus, erreicht aber noch lange nicht das Potential, das der Figur innewohnt. Es bleibt also abzuwarten, wie sich der Plot um sie entwickelt.

Schön ist hingegen, dass das Team um Herbert „Magic“ Williams auch dank Ian Wrights Initiative (der sich allmählich zur Lieblingsnebenfigur des Autors entwickelt) immer mehr zusammenwächst. In einer Szene übergibt Addison ihm einen Speicherstick und bittet ihn, ihn zu entschlüsseln und den Fund geheim zu halten, woran sich Ian auch hält. Dennoch ist er ebenso dem ganzen Team gegenüber loyal, zumal Magic und Jenn gegenüber Ben ein nicht ganz unbegründetes Misstrauen hegen.

Schließlich gelingt es ihm, Addison dazu zu überreden, Magic zu vertrauen. Das bringt nicht nur dem Charakter von Mime Mason Alexander Park Sympathiepunkte ein, sondern auch dem bisher noch eher militaristischen Magic und der zurückhaltenden, pflichtbewussten Jenn. Am Ende weitet sich das etablierte Mysterium der Staffel dann noch aus. Statt nur zu versuchen, Ben in die Gegenwart zurückzubringen und herauszufinden, warum er tat, was er tat, führen die Autoren eine weitere spannende Frage ein.

Auf dem bereits erwähnten Stick befindet sich eine durch Raum und Zeit führende Karte, die zu einer bestimmten Destination führt, deren Sinn und Zweck noch nicht einmal der geniale Ian erfassen kann. Offensichtlich handelt es sich dabei aber um den Grund, der zu Bens Alleingang führte. Das ist eine tolle Idee, mit der sich das Reboot vom Original abgrenzt und neue Wege einschlägt, die hoffentlich im Verlauf der Season zu einem befriedigenden Ergebnis führen. Falls die Serie ein „Go“ für eine zweite Runde bekommt, ist natürlich nicht davon auszugehen, dass dem erwartungsheischenden Publikum die Lösung mit Episode zehn (oder 13) auf dem Silbertablett serviert wird. Stattdessen darf man in diesem Fall wohl eher von einem ziemlich fiesen Cliffhanger ausgehen, der dann in die kommende Season überleitet...

Fazit

Das Quantum Leap-Reboot Quantum Leap (2022) zeigt sich bislang von einer besseren Seite als erwartet. Das fünfköpfige Autorenteam, dem übrigens auch der ursprüngliche Serienerfinder Donald P. Bellisario zumindest nominell angehört, hat sich wirklich Gedanken darüber gemacht, wie man dem Original Ehre erweist, das Konzept aber trotzdem angemessen in die Moderne überführen kann. Der übergreifende Handlungsbogen verspricht interessante Wendungen und ein Rätsel, das sich über die Serie hinweg möglicherweise immer weiter aufbaut und in einem großangelegten Finale mündet. Die schauspielerischen Leistungen können sich sehen lassen, die Produktion wirkt nicht billig und ist routiniert in Szene gesetzt. Zudem versprühen die ersten beiden Episoden genügend Charme, um gut zu unterhalten. Grund genug, um der Serie eine Chance zu geben und am Ball zu bleiben, wenn auch der ganz große Wurf bisher noch ausbleibt.

Vier von fünf Quantum Leaps

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode, „Somebody Up There Likes Ben“ (1x03), der Serie „Quantum Leap“:

Reinhard Prahl

Der Artikel Quantum Leap: Atlantis - Review wurde von Reinhard Prahl am Uhr erstmalig veröffentlicht. Reinhard Prahl hat bereits 130 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Reinhard Prahl

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