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Night Court: Review der Pilotepisode der Comedy mit Melissa Rauch

Night Court: Review der Pilotepisode

Kritik der Episode 1x01

Poster zur Serie Night Court (c) NBC
Poster zur Serie Night Court (c) NBC

Mit der Comedy Night Court belebt NBC einen Stoff wieder, der von 1984 bis 1992 im amerikanischen Fernsehen lief und hierzulande Harrys wundersames Strafgericht hieß. In der neuen Version gibt The-Big-Bang-Theory-Star Melissa Rauch die Hauptfigur einer jungen Richterin.

Mit Night Court kommt ein Revival ins Fernsehen, von dessen Original man sich schnell vorstellen kann, worum es geht, auch wenn man - wie wohl viele hierzulande - kaum eine Episode gesehen hat. Doch das sollte einen nicht davon abhalten, dem NBC-Wiederbelebungsversuch mit The Big Bang Theory-Star Melissa Rauch eine Chance zu geben.

Wovon handelt die Serie Night Court?

Die Prämisse ist schnell erklärt: Die junge Richterin Abby Stone (Rauch) beginnt eine neue Stelle am Night Court. Sie wird uns als die Tochter des verstorbenen Richters Harry Stone (Harry Anderson) vorgestellt. Auch ohne Vorwissen wird den Zuschauer:innen schnell klar, dass es sich dabei um die Hauptfigur der Originalserie gehandelt haben muss.

Wie ihr Vater tritt Abby ihre neue Position nicht so an, wie die anderen es erwarten. Statt Zynismus und Desinteresse zeigt sie Empathie, Einsatz und Geistesschärfe. Sie ist nicht zu übertölpeln, weder von der arroganten, ehrgeizigen Staatsanwältin Olivia (India de Beaufort) noch von dem bunten Strauß an Angeklagten, denen sie sich gegenübersieht.

Schon in ihrer ersten Arbeitsnacht schmeißt der Pflichtverteidiger hin. Das bringt zwar den Gerichtsangestellten und Assistenten der Richterin, den ironischen Neil (Kapil Talwalkar), nicht zum Verzweifeln, stört aber den Ablauf vor Gericht sehr wohl. Um dem Abhilfe zu schaffen, stattet Abby einem alten Bekannten einen Besuch ab. Auch im Fall von Dan Fielding (John Larroquette) erkennt man schnell, dass er zum Stamm-Cast des Originals zählte. Als Ankläger stand er einst Harry bei oder entgegen, je nachdem. Nun versucht Abby, ihn als Verteidiger zu gewinnen. Das gelingt vor allem, weil Dans Glück ziemlich angeschlagen ist. Davon ist seine Selbstüberzeugung jedoch nicht betroffen... Das Gericht ist zum Ende der Pilotepisode also vollzählig bestückt und wartet auf die Fälle, derer da kommen werden.

Wie kommt es rüber?

Selbst, wenn man nichts über das Original weiß, bekommt man angesichts des Revivals schnell ein Gefühl dafür, was damals los war und auch, was hier los ist. Denn die neue NBC-Serie geht keine neuen Wege, sondern versucht, das alte System in ein neues Gewand zu hüllen und partiell zu modernisieren. Wir finden eine Workplace-Sitcom vor, deren Figuren die typischen Genre-Stereotype recht gut erfüllen und dank eines charismatischen Casts dabei sogar recht gut und frisch rüberkommen. Die Dynamik ist schnell etabliert. Die junge Staatsanwältin ist die Zynikerin, die Karrieregetriebene, die den anderen in den Rücken fallen würde (aber vermutlich im Laufe der Episoden noch ein weiches Herz, mindestens einen weichen Fleck offenbart).

Abby selbst ist die Menschenfreundin, die alle anderen dazu bringt, ihre Jobs ernst zu nehmen und sich manchmal auch selbst zu betrachten. Doch sie ist keine gutmütige, naive Figur. Als sie verlangt, dass eine Verurteilung wegen Betrugs gegen eine Hellseherin nur in Betracht kommt, wenn bewiesen wird, dass die Dame nicht hellsehen kann, zweifeln die meisten Anwesenden an ihrem Verstand. Die Angeklagte liest aus Abbys Verhalten und Aussehen heraus, was sie kann, doch sie muss feststellen, dass Abby sie absichtlich an der Nase herum geführt hat, indem sie ihren Verlobungsring versteckt hat. Das führte die angebliche Hellseherin zu der Annahme, die Richterin sei unglücklich in der Liebe. Abby will sich ihren Fällen mit Mitgefühl, aber auch mit Intelligenz nähern.

Wie genau der frisch gebackene Verteidiger Dan in die Gleichung fällt, bleibt abzuwarten. In den wenigen Momenten vor Gericht zeigt er jedoch bereits, dass er - wie wohl in der Vorlage - eine große Bereicherung für das Setting ist.

Die neue Sitcom lässt vieles liegen, was man als Revival-Produktion gut hätte anfassen können. Kritik am Justizsystem gibt es in der ersten Episode nicht, auch ein sozialer Kommentar ist zunächst Fehlanzeige. Die Autoren stellen hingegen die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander in den Mittelpunkt. Diese auszuleuchten, dazu dienen auch die Fälle in erster Linie. Außerdem bringen die Angeklagten eine ulkige Note in die Sitcom, die sich manchmal angenehm einfügt, manchmal aber auch zu viel des Guten ist.

Für die Zukunft ist das Modell jedoch vielversprechend. Der ständige Wechsel an Gastfiguren eröffnet viele Möglichkeiten, auch der Ton der Serie wechselt mitunter je nach Fall.

Als Arbeitsplatz-Comedy mit einem besonderen Extra könnte die Serie aber durchaus eine Fangemeinde gewinnen.

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Loryn Pörschke-Karimi

Der Artikel Night Court: Review der Pilotepisode wurde von Loryn Pörschke-Karimi am Uhr erstmalig veröffentlicht. Loryn Pörschke-Karimi hat bereits 536 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Loryn Pörschke-Karimi

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