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SAG-Tarifverhandlungen: Streikgefahr wächst

SAG-Tarifverhandlungen: Streikgefahr wächst

Die Gefahr eines neuen Streiks in Hollywood nimmt in bedenklichem Ausmaß zu: Die Verhandlungen zwischen der US-amerikanischen Schauspieler-Gewerkschaft SAG und dem Studioverband AMPTP haben auch nach drei Wochen keine substantiellen Ergebnisse gebracht. Immerhin haben beide Seiten vereinbart, auch über die ursprünglich gesetzte Frist am Freitag hinaus bis einschließlich Dienstag weiterzuverhandeln.

Im Kern fordert die SAG das Gleiche, was schon die Autorengewerkschaft WGA wollte: Eine Beteiligung an den Einnahmen der Online-Distribution von Spielfilmen und Fernsehserien - sowie eine Verdopplung der DVD-Tantiemen. Darüber hinaus strebt die SAG eine Erhöhung von Mindestlöhnen und eine Verbesserung der Gagen von Schauspielern im mittleren Einkommensbereich an.

Die AMPTP bietet den Schauspielern im Wesentlichen den gleichen Deal an, den auch Regisseure und Autoren in Bezug auf die Neuen Medien erhalten haben. Die SAG strebt dagegen eine Verbesserung dieses Deals an. Was den Studios bei den Verhandlungen in den letzten Wochen besonders missfallen haben dürfte, ist die Forderung der Schauspieler, auch die Formel für die DVD-Tantiemen zu verbessern. Die Autoren hatten diese Forderung ihrerzeit aufgegeben - in der Hoffnung, auf diese Weise zu einer Einigung bei der New-Media-Problematik zu gelangen und einen Streik abwenden zu können.

Die Studios argumentieren, dass sie insbesondere angesichts der exorbitant gestiegenen Marketingkosten auf die Einnahmen aus dem DVD-Geschäft angewiesen sind. Die Schauspieler-Gewerkschaft sieht die Lage dagegen so, dass man schon seit den Vereinbarungen zu den VHS-Tantiemen von den Studios über den Tisch gezogen worden sei, was man im aktuellen Fall der New-Media-Beteiligungen unbedingt verhindern - und im Falle der DVD so weit wie möglich rückgängig machen wolle.

Die Forderung nach einer Verdopplung der DVD-Tantiemen hat die SAG allerdings inzwischen wieder vom Tisch genommen, da dies eine Bedingung der AMPTP zur Weiterführung der Gespräche über das Wochenende hinweg gewesen ist. Allerdings fordern die Schauspieler dafür eine Erhöhung bei den Krankenkassen- und Rentenzuschüssen der Arbeitgeber.

Ob es zu einer Einigung der beiden Seiten kommt, ist derzeit mehr als ungewiß. Die AMPTP scheint fest entschlossen zu sein, den Schauspielern nicht mehr anzubieten als das, was auch Regisseure und Autoren erhalten haben - auch um etwaige Nachforderungen (die bei einem besseren Abschluß einer Schwestergewerkschaft möglich sind) von dieser Seite zu entgehen. Die SAG als die mit 120.000 Mitgliedern stärkste Einzelgewerkschaft sieht umgekehrt die von DGA und WGA erreichten Tarifverträge als ungenügend an - und will auf jeden Fall eine Verbesserung erzielen.

Ob die SAG tatsächlich in den Streik geht, wenn die Verhandlungen am Dienstag ebenfalls ohne Ergebnis bleiben sollten, ist unklar. Noch hat die Gewerkschaftsführung keine Abstimmung über eine Streikautorisation angesetzt. Allerdings stehen die Zeichen in Hollywood derzeit eindeutig auf Konfrontation. Hinsichtlich der Produktionsaktivität macht sich dies derzeit vor allem im Spielfilm-Sektor bemerkbar: Aus Angst vor einem drohenden zweiten Streik geben die Studios derzeit für keine neuen Projekte das grüne Licht, bis eine Einigung mit der SAG erzielt werden kann.

Christian Junklewitz

Der Artikel SAG-Tarifverhandlungen: Streikgefahr wächst wurde von Christian Junklewitz am Uhr erstmalig veröffentlicht.

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