Musik in TV-Serien: 5000 Dollar für eine Note

„Für eine Handvoll Dollar“, so liefen die Dinge 1964 in Sergio Leones berühmtem Italo-Western. Wer heute einen populären Song in einer Fernsehserie verwenden will, muss dafür schon deutlich mehr als nur eine Handvoll Dollar auf den Tisch legen. Auch die Tatsache, dass Plattenfirmen und Sender inzwischen häufig zu den gleichen Medienkonglomeraten gehören, hilft den Produzenten nur wenig.
In einem Gespräch mit dem Branchenblatt The Hollywood Reporter haben sich nun einige Showrunner zum Problem der Musikfreigabe geäußert.
Am meisten davon betroffen ist natürlich Ryan Murphy, der Erfinder und Produzent von Glee: In der Regel vier Monate vor dem Dreh einer Folge muss er sich bereits darum kümmern, die Rechte für die Musik zu erwerben. Dabei kann er nur hoffen, dass sich die Prophezeiung seines Kollegen Steven Levitan von Modern Family erfüllt, dass mit den steigenden CD-Verkäufen durch die Serie es für Glee auch leichter wird, die Rechte an den Musikstücken zu bekommen.
Wie schwierig sich das gestalten kann, weiß Levitan aus eigener Erfahrung: Für die wenigen Sekunden, in denen in der Pilotfolge eine Melodie aus dem Soundtrack von „The Lion King“ zu hören ist, mussten die Produzenten ABC-Senderchef Steve McPherson einschalten, der sich wiederum mit einer Bitte um diesen persönlichen Gefallen an Elton John selbst wandte.
Um ihre Wunschmusik zu erhalten, müssen die Serienproduzenten bisweilen tief in die Tasche greifen. Als The Big Bang Theory-Produzent Chuck Lorre in einer Serie das charakteristische „cha-chunck“ aus dem Intro von Law & Order benutzen wollte, wurden dafür 5000 Dollar fällig. Pro Note. Ein Glück für Lorre, dass es ja nur zwei Noten sind.
Den absoluten Vogel schoss jedoch R&B-Sänger Usher ab. Dessen Label ließ Entourage-Macher Doug Ellin mitteilen, dass, wenn er einen Song von Usher verwenden wolle, er erst einmal einen Bentley für 300.000 Dollar „rüberwachsen“ lassen solle. Dann könne man ja mal reden.
Gar keine Anfragen stellt Family Guy-Schöpfer Seth McFarlane, wenn es um Disney-Songs geht: „Da kriegen wir sowieso nur den Finger gezeigt.“
Wie gesagt: Die Musikfreigabe ist ein schwieriges Feld...






















