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Monster - The Jeffrey Dahmer Story: Kritik zur Dahmer-Serie bei Netflix

Monster - The Jeffrey Dahmer Story: Review der Pilotepisode

Monster - The Jeffrey Dahmer Story: Review der Pilotepisode

Mit der zehnteiligen Miniserie Monster: The Jeffrey Dahmer Story (oder kurz: Dahmer) zieht Netflix einen Schlussstrich unter die Glorifizierung gefährlicher Psychopathen. Stattdessen stehen die Perspektiven der Opfer und die systematischen Ungerechtigkeiten im Zentrum.

Mit der Versace-Staffel seiner Anthologieserie American Crime Story beteiligte sich Ryan Murphy vor ein paar Jahren selbst an der Verklärung berüchtigter Mörder, die in Hollywood leider gang und gäbe ist. Bei Netflix, wo der Super-Produzent zuletzt die Eigen-Produktionen Ratched oder Halston unterbrachte, leistet er nun ein bisschen Wiedergutmachung, indem er das True-Crime-Genre auf einen neuen Kurs bringt. In der zehnteiligen Miniserie Monster: The Jeffrey Dahmer Story (aka „Dahmer“) geht es nämlich weniger um die Gefühle des Killers, sondern um die Wut der Opfer. Außerdem werden gesellschaftliche Ungerechtigkeiten angesprochen, die solche Verbrechen überhaupt erst möglich machen.

Die Titelrolle des bedauerlicherweise so kultigen Mörders Jeffrey Dahmer, der zwischen 1978 und 1991 in Milwaukee mindestens 17 Männer und Jungen getötet, zerstückelt und teilweise verspeist hat, übernimmt Evan Peters (WandaVision, Mare of Easttown). Ebenfalls im Ensemble des düsteren Crimedramas, das nun am Mittwoch, den 21. September erschien: Richard Jenkins (Olive Kitteridge), Molly Ringwald (Riverdale), Niecy Nash (Claws) und Michael Learned („The Waltons“). Als Co-Serienschöpfer fungiert derweil Ian Brennan, der auch an allen anderen Murphy-Werken der letzten Jahre beteiligt war.

Worum geht's?

Was in der einstündigen Auftaktepisode vielleicht am meisten heraussticht, ist, mit welcher undurchlässigen Mimik der Hauptdarsteller Peters den Charakter spielt. So will er klarmachen, dass seine Motive hier nicht das wichtigste sind, wobei der Rest der Episoden dem sicherlich noch etwas Zeit widmen wird. Stattdessen geht es zunächst um Tracy (Shaun J. Brown), der sich als potentielles Opfer in die Höhle des Raubtiers locken lässt. Dahmer hat ihn in einer Schwulenbar gefunden, wo er regelmäßig auf die Jagd geht. Queere Menschen - besonders People of Color (siehe BIPoC) - waren für den Mörder ein leichtes Ziel, weil sie von der Polizei völlig schutzlos auf sich allein gestellt zurückgelassen wurden.

Murphy legt auf dieses systematische Versagen, das bis heute anhält, den Hauptfokus. Mit seiner Serie will er sagen: Dahmer war zwar ein Monster, aber er war nicht die Wurzel des Bösen, sondern nur ein besonders sichtbarer Ast. Als weißem Mann wurden ihm von den Behörden alle erdenklichen Freiheiten gewährt, so verdächtig er schon war. Sämtliche Warnungen von Menschen, die eben keine weißen Männer waren, wurden ignoriert. So sehen wir seine Nachbarin Glenda (Nash), die unzählige Male die Polizei gerufen hatte, weil sie ahnte, was da nebenan vor sich geht. Als Dahmer schließlich verhaftet wird, empfindet sie nicht etwa Genugtuung, sondern Wut - genauso wie Tracy, der seinem Schicksal gerade noch entkommen kann.

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