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Monster - The Jeffrey Dahmer Story: Kritik zur Dahmer-Serie bei Netflix

Monster - The Jeffrey Dahmer Story: Review der Pilotepisode

Monster - The Jeffrey Dahmer Story: Review der Pilotepisode

Auch das ist eine erfreuliche Wendung, dass wir eben nicht erst sehen müssen, wie Dahmer genüsslich einen Mord nach dem nächsten begeht, bevor er eingesperrt wird. Schon dem ersten vermeintlichen Opfer lässt Murphy die Fähigkeit der Selbstverteidigung. Zumal Tracy dadurch der Mann wird, der Dahmers Jagd beendet - also ein Held und kein Opfer. Anders als die meisten True-Crime-Serien ergötzt sich Netflix' „Dahmer“ also nicht an Gewaltexzessen und einem kryptischen Schurken, sondern hat wichtigere Anliegen. Und das Schöne daran ist, dass diese deutlich erwachsenere Perspektive sogar recht unterhaltsam wirkt, weil sie einfach viel zu selten angeboten wird.

Interessant wird sicherlich sein, wie die Schwerpunkte nun in den nächsten Folgen liegen. Denn Peters' Dahmer bleibt ja der Protagonist, zumal wir noch seine Familie kennenlernen. Sein Vater Lionel (Jenkins) macht auf den ersten Blick einen überraschend „normalen“ Eindruck, was es umso faszinierender macht, als wenn er nur ein gewalttätiger Trunkenbold wäre. Die Stiefmutter Shari (Ringwald) und Oma Catherine (Learned) bleiben noch ein bisschen im Hintergrund, werden künftig aber mehr in Erscheinung treten. Nur sollte man eben aufpassen, dass die Probleme der Dahmers nicht die der Opfer überschatten. Wobei man sich ohnehin fragen kann, wie Murphy mit dieser Story zehn ganze Folgen füllen will. Diverses Dokumaterial über Dahmer liegt bei Netflix ja auch schon vor...

Man hofft natürlich auch, dass die Serie an Figuren wie Tracy oder Glenda festhält. Außerdem kommt mit Michael Beach (Truth Be Told) als Detective Dennis Murphy ein Charakter dazu, mit dem Mann die Probleme bei der Polizei noch tiefer untersuchen könnte. Hier ist für die Macher:innen inhaltlich vielleicht sogar am meisten zu holen, weil die Geschichte einfach so viel aussagekräftiger ist, wenn nicht ein Mann allein verantwortlich gemacht wird für die vielen Verbrechen, sondern auch diejenigen, die jahrelang weggeschaut haben. In einer rassistischen und homophoben Zweiklassengesellschaft werden alle zu Komplizen, die nichts daran ändern wollen.

Wie ist es?

Alles in allem liefert die neue Netflix-Miniserie „Monster: The Jeffrey Dahmer Story“ einen vielversprechenden Auftakt, der frischen Wind ins völlig überstrapazierte und oft verirrte True-Crime-Genre bringen könnte. Ryan Murphy versucht weniger mit dem Täter zu sympathisieren, statt sich auf die echten Probleme zu konzentrieren. Eine düstere Atmosphäre, die für das potentielle Publikum wahrscheinlich wichtig ist, gelingt auch ohne übertriebene Gewaltdarstellungen (zumindest gibt es die noch nicht im Pilot). Und auch der Hauptdarsteller Evan Peters kann glänzen, wenn sein realer Charakter nicht glorifiziert wird, wie es leider schon oft genug passiert ist in der Vergangenheit. Eine Serie über einen Serienkiller, die vor allem den Opfern gerecht werden will. Dafür gibt es vier von fünf Sternen.

Erwähnenswert ist abschließend wohl auch, dass die Musiker Nick Cave und Warren Ellis für die Serie einen Original-Soundtrack geschrieben haben. Zuletzt vertonten sie als Duo schon die Netflix-Streifen „Blond“ und „War Machine“.

Hier abschließend noch der Trailer zur Serie „Monster - The Jeffrey Dahmer Story“:

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