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Mo: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

Mo: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

Mo: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

In der Dramedy Mo erzählt der palästinensisch-amerikanische Comedian Mohammed Amer semi-autobiographisch aus dem Leben als junger Mann in den USA ohne Papiere. Ein starker Cast und ein talentierter Serienschöpfer bringen die Geschichte warmherzig und urkomisch auf die Mattscheibe.

Die neue Netflix-Serie Mo stammt von dem in den USA bekannten Comedian Mohammed Amer, der bereits zwei Netflix-Standup-Specials vorzuweisen hat. Ein weiterer großer Name im Produktionsteam ist Ramy Youssef. Gemeinsam haben die beiden schon für dessen Hulu-Serie Ramy kollaboriert. Ähnlich semi-autobiographisch ist auch die neue Serie angelegt. Amer spielt eine fiktionalisierte Version seiner selbst, ein junger Mann ohne Papiere, der sich mit Aushilfsjobs über Wasser hält und ein Talent zum Reden hat.

Wovon handelt die Serie Mo?

Mo (Amer) hat ein Problem. Er verliert seinen Job im Handyladen weil der Chef Grund zu der Annahme hat, dass ICE dort kontrollieren wird. Mit einem Angestellten ohne Papiere kann er sich nicht erwischen lassen. Doch Mo ist keiner, der schnell den Kopf hängen lässt. Aufgewachsen als Palästinenser in Kuwait, hat der Irak-Krieg ihm und seiner Familie alles genommen und sie nach Houston Texas gespült, wo sie nun seit mehr als 20 Jahren leben und auf die Entscheidung über ihren Asylantrag warten. Er lebt mit seiner Mutter Yusra (Farah Bseiso) und seinem Bruder Sameer (Omar Elba) zusammen. Doch mehr Zeit verbringt er mit seiner Freundin Maria (Teresa Ruiz), einer toughen Mechanikerin mit eigener Werkstatt. Doch während sie ihren Alltag meistert, muss sie feststellen, dass ihr alkoholkranker Vater in ihrem Namen Kreditkarten überzogen hat, weswegen sie ihr florierendes Unternehmen nicht durch einem Kredit ausbauen kann. Zu Mos Kreis gehört auch sein Freund, der Friseur Nick (Tobe Nwigwe), der immer für seinen Freund da ist, entweder mit eine brutal-ehrlichen Rat oder gemeinsamen Pferdestehlen.

Nach der Kündigung, die er vor seiner Familie geheim hält, verkauft Mo gefälschte Markenware aus seinem Kofferraum. Das läuft vor allem, weil Mo eines richtig gut kann: Reden. Er ist charmant und überzeugend, aber seine Umstände lassen nicht zu, dass er viel aus diesem Talent machen kann.

Wie kommt es rüber?

In die unterhaltsam-charmante Grundstimmung der Serie kreuzt immer wieder die brutale Seite der Realität, unter anderem in Form von Streifschüssen bei einer Schießerei im Supermarkt. Doch die Serie hält dort nicht an, wir begleiten Mo auch dabei, wie er mit besagtem Schuss nicht ins Krankenhaus gehen kann weil er es sich ohne Papiere und Krankenversicherung nicht leisten kann. Seine Mutter findet es derweil schlimmer als den Schuss, dass Mo sich ein kleines Tattoo hat stechen lassen.

Immer wieder spiegelt Mo den Alltag wieder, den wohl viele kennen, zum Beispiel wenn er seinen Verwandten im Nahen Osten wiederholt erklären muss, wie sie das Handy halten sollen damit er sie beim Videochatten sehen kann. Doch dann wieder nimmt er uns mit in eine furchteinflössende Welt, in der die meisten vor der Mattscheibe noch nie waren. Zum Beispiel wenn er mit seiner Familie vor dem Gericht für Asylanträge um seine Existenz kämpfen muss.

Sein Bruder Sameer scheint auf dem Spektrum zu sein, doch das Drehbuch macht das nicht zum Zentrum. Stattdessen erleben wir ihn in schmerzhaften Situationen an seinem Arbeitsplatz, wo wir erleben, wie die an der Welt verzweifeln können, für die sie nicht gemacht ist.

Mit Fingerspitzengefühl und harten Scherzen offenbart die Serie Mo das Fenster zu einer Welt, die sich gleichzeitig heimelig und angsteinflössend anfühlt. Heimelig machen es die Charaktere, die liebevoll gezeichnet und mit Herzblut gespielt werden. Angsteinflössend macht sie das System, die politischen Umstände, die Gefahr aus der Bürokratie.

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