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Missing: Review zur Pilotfolge

Review zu Folge 1x01

Ashley Judd kehrt mit Missing ins Fernsehen zurück. In der neuen, zunächst zehnteiligen ABC-Actionserie spielt sie eine Mutter, die sich auf die Suche nach ihrem in Europa verschollenen Sohn begibt.

Vor zehn Jahren kam Rebeccas (Ashley Judd, „Männerzirkus“) Ehemann Paul (Sean Bean, Game of Thrones) bei der Explosion einer Autobombe ums Leben - vor den Augen ihres damals achtjährigen Sohns, der nur durch Zufall dem Anschlag entkam. Seither hat Rebecca alles getan, um ihren Sohn so gut wie möglich zu beschützen. Als Michael (Nick Eversman) jedoch unbedingt für ein Auslandssemester nach Rom gehen will, willigt Rebecca, wenn auch etwas widerstrebend, ein.

Als sie eines Tages nichts mehr von ihm hört und von der Uni erfahren muss, dass er schon seit zwei Wochen seine Seminare versäumt, ist sie überzeugt davon, dass ihm etwas passiert sein muss. Sie fliegt selbst nach Rom, um Nachforschungen anzustellen. Dabei stößt sie in Michaels Wohnung auf einen bewaffneten Mann, den sie in einem Zweikampf tötet. Wie sich nach und nach herausstellt, waren Rebecca und ihr Gatte nämlich einst Agenten der CIA. Der Geheimdienst ist ihr auch schon sehr bald auf den Fersen. Und nicht nur der...

Wirklich originell ist der Plot von Missing (2012) sicherlich nicht gerade. Die Suche nach dem verschwundenen Partner, Kind oder Elternteil hat man ja doch schon häufiger in Film und Fernsehen - bei ABC derzeit auch in The River - zu sehen bekommen. Rein konzeptionell ist Missing also keine Serie, die einem die Schuhe auszieht.

Was man Missing (2012) jedoch zu Gute halten muss, ist eine sehr ansprechende Umsetzung: Hervorzuheben sind dabei insbesondere die europäischen Schauplätze Wien, Rom und Paris, für die ausnahmsweise mal nicht Vancouver, sondern Prag gedoubelt hat, was zumindest vom „europäischen Feeling“ her gleich für eine höhere Authentizität sorgt. Eine US-Serie, die weitestgehend in Europa spielt, ist außerdem schon per se eine interessante Abwechslung.

Explosiver Auftakt in %26bdquo;Missing%26ldquo; © ABC
Explosiver Auftakt in %26bdquo;Missing%26ldquo; © ABC

Vom Aufbau her ist der Pilot fehlerfrei gestrickt: Die Bombenexplosion, gerade als Rebecca und Paul dabei sind, Pläne für eine Erweiterung ihrer Familie zu stricken, zieht uns in die Geschichte hinein. Danach lässt sich die Folge etwas Zeit, um uns Mutter und Sohn näher zu bringen, bevor die Schnitzeljagd nach Hinweisen auf Michaels Verbleib beginnt.

Sehr schön ist dabei vor allem die kleine Montagesequenz mit den wiederholten Blicken Rebeccas auf ihr Handy, ob ihr Sohn eine SMS geschickt hat. Wir bekommen dadurch nicht nur ein Gefühl für das Verstreichen der Zeit, sondern lernen damit auch Rebecca als Figur besser kennen: Sie ist eine besorgte, aber keineswegs hysterische Mutter, die wegen einer nicht beantworteten SMS gleich das Schlimmste vermutet. Gerade an dieser Stelle machen viele Produktionen Fehler, indem uns als Zuschauer die Sorge der Protagonisten zunächst übertrieben erscheint, was sich entsprechend negativ auf unser emotionales Engagement für die Figuren auswirkt. Missing (2012) löst dieses Problem auf elegante Weise mit einer einzigen kleinen Sequenz.

Ashley Judd kommt in jeder Hinsicht als Sympathieträgerin herüber, welche die Serie souverän trägt. Einzig an ihrem etwas unkoordiniert wirkenden Herumgefuchtel in den Nahkampf-Szenen hätte sie vielleicht etwas arbeiten sollen. Dass sie nicht als unbezwingbare Super-Agentin á la Nikita auftritt, sondern die Actionszenen eher im Stil der „Bourne“-Filme gehalten sind, ist zwar offenkundig beabsichtigt. All zu amateurhaft sollte man Rebecca dann aber vielleicht doch nicht aussehen lassen.

Durchaus geschickt ist natürlich, dass der Zuschauer - jedenfalls, wenn er sich nicht durch die Vorankündigungen hat spoilern lassen - zunächst gar nicht darüber orientiert ist, dass sie und ihr Mann früher CIA-Agenten gewesen sind. Dadurch lernen wir Rebecca zunächst als Ehefrau und Mutter, also über ihre familiäre Seite, kennen, und sehen sie nicht sofort durch die Brille der Agenten-Story an.

Fazit

Nach der Pilotfolge zu urteilen, ist Missing (2012) keine Serie, die man unbedingt sehen müsste. Tut man es doch, trifft man auf eine sympathische Protagonistin in einer solide erzählten Actionserie, die gut zu unterhalten weiß. Keine Serie zum nägelkauenden Dranbleiben, sondern eher für den regnerischen Sonntagnachmittag.

Christian Junklewitz

Der Artikel Missing: Review zur Pilotfolge wurde von Christian Junklewitz am Uhr erstmalig veröffentlicht.

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