Du bist hier: Serienjunkies » News »

Malcolm & Marie: Kritik zum Netflix-Film mit Zendaya

Malcolm & Marie: Kritik zum Netflix-Film mit Zendaya

Zendaya und John David Washington in Malcolm & Marie (c) Netflix
Zendaya und John David Washington in Malcolm & Marie (c) Netflix

Das Beziehungsdrama Malcolm & Marie vom Euphoria-Schöpfer Sam Levinson ist der erste vollständig in Corona-Zeiten entstandene Netflix-Film. Zendaya und John David Washington streiten im schwarz-weißen Kammerspiel...

Während die meisten von uns schon alle Hände voll damit zu tun haben, in der Corona-Krise nicht den Verstand zu verlieren, wachsen die Emmypreisträgerin Zendaya und der Serien- und Filmemacher Sam Levinson derzeit über sich hinaus. Nachdem das Duo erst kürzlich zwei großartige Sonderausgaben seines preisgekrönten HBO-Dramas Euphoria präsentiert hat (hier und hier unsere Kritik dazu), erscheint bei Netflix nun auch der neue Schwarz-Weiß-Streifen „Malcolm & Marie“.

Angeblich handelt es sich um den ersten großen Film, der vollständig während der Pandemiezeit erdacht, finanziert, geschrieben und inszeniert wurde. Die Dreharbeiten fanden unter strengsten Schutzmaßnahmen zwischen Juni und Juli 2020 in einer wunderschönen Strandvilla in Kalifornien statt. Die Mitarbeiterzahl am Set war so limitiert, dass die zwei (einzigen) Darsteller Zendaya und John David Washington („Tenet“) laut Berichten sogar selbst für Maske und Kostüm sorgen mussten. Schon zwei Wochen vor dem Dreh schotteten sich die wenigen Beteiligten am Set ab.

Die Geschichte von „Malcolm & Marie“ ist wie Euphoria für Levinson sehr persönlich. Es geht um einen Regisseur, der am Abend seiner größten Filmpremiere in der Dankesrede vergisst, den wichtigsten Menschen in seinem Leben anzuerkennen. Genau das soll Levinson passiert sein, als vor ein paar Jahren sein zweites Regiewerk „Assassination Nation“ debütierte. Ob er und seine bis heute angetraute Ehefrau sich damals genauso dramatisch stritten wie nun Malcolm (Washington) und Marie (Zendaya), wissen wir natürlich nicht.

Zumindest wissen wir aber, dass auch Mrs. Levinson vom autobiografischen Film ihres Gatten überzeugt ist, denn sie und er und die zwei Hauptdarsteller haben das Projekt aus eigener Tasche finanziert. Keine Fehlinvestition - unabhängig davon, wie das Werk bewertet wird -, denn Netflix zahlte ganze 30 Millionen Dollar für die Rechte an dem Streifen, der in der Produktion nur 2,5 Millionen gekostet haben soll. Lohnt sich „Malcolm & Marie“ aber auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer?

Wer hat Angst vor Spike Lee?

Ich selbst gehöre höchstwahrscheinlich zu den größten Euphoria-Fans, die man außerhalb Amerikas nur finden kann. Meine Vorfreude auf „Malcolm & Marie“ war dementsprechend überhöht, zumal dann auch der erste Trailer ziemlich super aussah. Auf die Gefahr hin, etwas zu hart zu klingen, würde ich wie folgt erklären, warum der Film nun so viel schlechter funktioniert als die Serie: Sam Levinsons Pathos passt vielleicht nur zu Teenagern und wirkt bei Erwachsenen eher peinlich.

Bei Euphoria verdrückt man oft ein bittersüßes Tränchen, wenn jeder kleine Liebeskummer von den jugendlichen Charakteren wie der Untergang der Welt aufgebauscht wird; bei „Malcolm & Marie“ verdreht man die Augen, wenn der solipsistische Künstler wegen schlechter Kritiken flennt und seine passiv-aggressive Partnerin nicht auf den Punkt kommt. Und am liebsten will man den beiden zuflüstern: „Leute, geht mal endlich schlafen! Das führt doch zu nichts mehr.

Bjarne Bock

Der Artikel Malcolm & Marie: Kritik zum Netflix-Film mit Zendaya wurde von Bjarne Bock am Uhr erstmalig veröffentlicht. Bjarne Bock hat bereits 8.020 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Bjarne Bock

BjarneBock folgen auf Mastodon folgen

Aktuelle Lieblingsbeiträge der Leser von Serienjunkies


Paramount+: Serien und Filme im Februar 2023 (Update) Paramount+: Serien und Filme im Februar 2023 (Update)

Paramount ist seit dem Deutschlandstart im Dezember der Streamingdienst, der am frühsten mit den Neuheiten für den Folgemonat hausieren geht. Nun steht fest, was im Februar auf die Plattform kommt. Doch werden wirklich alle... [mehr]

Von Adam Arndt am Freitag, 3. Februar 2023 um 10.55 Uhr.