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Love & Anarchy: Review der Pilotepisode

Love & Anarchy: Review der Pilotepisode

Kritik der Episode 1x01

Szenenbild aus der Pilotepisode der Serie Love & Anarchy  /  (c) Netflix
Szenenbild aus der Pilotepisode der Serie Love & Anarchy / (c) Netflix

Passend zum Herbst bringt Netflix eine schwedische Dramedy heraus, die im kalten Stockholm spielt. Darin geht es um die neue, verbitterte Chefin und den jungen, überaus attraktiven IT-ler eines Buchverlages sowie das sich entwickelnde Machtspielchen zwischen den beiden.

In der schwedischen Netflix-Dramedy Love & Anarchy, im Original „Kärlek & Anarki“, geht es um ein sich entwickelndes Machtspiel zwischen der Chefin Sofie und dem ITler Max. Die Debütstaffel besteht aus acht Episoden à 30 Minuten.

Darum geht es in Love & Anarchy

Die Schwedin Sofie (Ida Engvoll) wohnt schon ihr ganzes Leben lang in Stockholm. Dort lebt sie zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern. Sie ist im Verlagswesen tätig und hat sich vor kurzem selbständig gemacht: Sie holt das Beste aus anderen Unternehmen heraus. Vor allem bei dem Verlag, den sie nun für ein halbes Jahr begleitet, geht es um die Digitalisierung ihres Portfolios. Während die Mitarbeiter verständlicherweise nicht besonders erfreut sind über ihr Auftauchen, macht sie es ihnen nicht wirklich leichter: Sofie entpuppt sich als eine rechthaberische, frustrierte und dominante Zicke, die für niemanden ein wirklich nettes Wort übrighat. Somit trägt sie nicht unbedingt zur Entlastung der angespannten Situation bei.

Besonders den jungen Informatiker Max (Björn Mosten) schnauzt sie oft an: Zuerst kommt dieser zu spät, so dass sie ihren Vortrag unterbrechen muss, was ihr sichtlich missfällt. Als dieser schließlich anfängt, in die Wände des Büros zu bohren, verlangt sie von ihm in einem harschen Ton, seiner Arbeit zu einem anderen Zeitpunkt nachzugehen - und zwar zu einer Uhrzeit, wenn er niemanden stört. Aus diesem Grund kommt er abends wieder, als er niemanden mehr im Büro vermutet. Mit seiner Vermutung liegt er jedoch falsch, denn Sofie ist noch auf der Arbeit.

Sofie masturbiert gerne und zu diesem Zeitpunkt nutzt sie die Gunst der Stunde, um sich selbst zu befriedigen - in der Annahme, dass sie alleine im Büro sei. Doch Max entdeckt sie und nimmt ein Foto von ihrer Tat auf. Er lässt sie davon wissen und erpresst sie mit einem Mittagessen. Dabei möchte er mehr über sie erfahren. Max ist sichtlich interessiert an ihr. Mit einem frustrierten und angespannten Gesichtsausdruck blockt sie jedoch all seine Gesprächsversuche ab und antwortet nur so knapp wie möglich. Als „Belohnung“ darf sie das Foto von seinem Handy - und auch aus dem Papierkorb, worauf er sie hinweist - löschen.

Um es ihm heimzuzahlen, behält sie sein Handy und verlangt von ihm, auf der Arbeit etwas Verrücktes zu machen. Nachdem er seine Aufgabe erledigt hat, erhält er sein Smartphone zurück. Sofie scheint Gefallen daran gefunden zu haben, denn sie gibt ihm ihren Lieblingslippenstift, den sie erst dann zurückbekommt, wenn sie etwas getan hat, was er sich wiederum aussuchen darf. Das flirtige Spiel setzt sich also zwischen Sofie und Max fort.

Abgesehen davon bringt Sofie auch in beruflicher Hinsicht Schwung in die Bude, indem sie neue, modernere Denkweisen in dem Verlag vorschlägt. Dazu gehört das Ausprobieren von Testlese-Apps und ein stärkerer Social-Media-Auftritt.

Dadurch spricht die Serie in ihrer Pilotepisode kontroverse Themen wie das Versenden von dick pics, „Sollte man nur die Kunst oder auch den Künstler dahinter betrachten?“, Digitalisierung des Verlagswesens und Masturbation (am Arbeitsplatz) an. Diese Mischung finde ich an sich ganz spannend und es würde mich interessieren, ob und wie mit diesen Themen weiter verfahren wird.

So kommt Love & Anarchy rüber

Bisher haben für mich weder die Figuren noch die Erzählung selbst genügend Charakter geschweige denn Charme, um aus der übergroßen Auswahl an (Netflix-)Serien herauszustechen. Zudem erscheint die Dramedy ein bisschen klischeehaft und vorhersehbar: eine (sexuell) frustrierte Chefin, die ihren ganzen Ärger an ihren Mitarbeitern auslässt und schließlich ein Machtspielchen beziehungsweise eine Affäre - denn darauf wird es hinauslaufen - mit dem jungen, attraktiven Mitarbeiter der Firma anfängt. Dabei liegt der Reiz für sie wohl darin, dass sie mal nicht die Kontrolle hat und nicht in der Macht-, sondern einer untergeordneten Position ist. Durch dieses aufregende Spiel kann sie sich noch mal jung oder zumindest anders fühlen. Apropos jung: Auf mich wirkt die Schauspielerin zu jung, um schon als Mutter einer Teenagerin durchgehen zu können.

Erst gegen Ende kristallisiert sich heraus, was die Dramedy eigentlich erzählen möchte. Der Flirt beziehungsweise das Machtspiel zwischen Max und Sofie soll im Mittelpunkt der Erzählung stehen. Hierbei fällt es jedoch schwer, die Serie richtig einzuschätzen, da es noch etwas unklar erscheint, in welche Richtung sich die Dynamik der beiden und damit auch die Story und der Charakter der Serie entwickeln wird. Auf mich wirkt das Machtspiel zwischen dem Pärchen jedoch etwas unpassend: Max und Sofie üben keine für mich erkennbare sexuelle Anziehungskraft aufeinander aus und dieser sich entwickelnde Flirt ergibt lediglich durch das Machtgefälle zwischen ihnen Sinn, jedoch nicht aus den Figuren und dem Verhalten derer zueinander. Die beiden wirken nicht so, als ob sie einander sympathisch wären: Doch wahrscheinlich liegt gerade in letzterem Punkt der Reiz: Diese Frustration, die Anspannung, „es sich gegenseitig heimzahlen“ und „sich gegenseitig blamieren“. Da die Dynamik schwer einzuordnen ist und diese im Fokus der Dramedy steht, ist es nicht einfach, die Serie für das richtige Publikum zu empfehlen.

© IMAGO
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© Netflix
© Netflix

Die Debütstaffel besteht aus acht Folgen à 30 Minuten. Damit ist Love & Anarchy durchaus binge-kompatibel. Inwiefern der „Stoff“ dafür geeignet ist, bleibt abzuwarten. Mich hat die Dramedy noch nicht wirklich überzeugt, geschweige denn mitgerissen. Ich bin der Meinung, dass eine solche Binge-Serie auch kurzweilig sein muss. Dafür sollte sie also entweder sehr unterhaltsam, also witzig, sein oder einen vor den Fernseher fesseln, weil sie so spannend ist. Für mich ist bisher beides noch nicht zu erkennen. Dennoch werde ich der Serie wohl noch eine Chance geben: Je nachdem könnte sie sich dann noch in eine passende Richtung entwickeln.

Fazit

Nach der Pilotepisode ist Love & Anarchy noch schwer einzuschätzen. Bislang ist keine Chemie zwischen den zwei Protagonisten zu spüren und die Dynamik wirkt eher komisch. Es kann aber natürlich sein, dass das lediglich Einstiegsprobleme sind, die sich mit der Zeit einpendeln werden. Bisher erscheint jedoch auch die Erzählung zu blass - nicht besonders interessant, lustig, spannend oder auf positive Weise eigen.

Hier abschließend noch der Trailer zur schwedischen Netflix-Serie „Love & Anarchy“:

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Maike Karr

Der Artikel Love & Anarchy: Review der Pilotepisode wurde von Maike Karr am Uhr erstmalig veröffentlicht. Maike Karr hat bereits 465 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht.

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