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Lost: Let's Do the Time Warp...

So viele Figuren, so viele Handlungsstränge, so viele Zeitebenen: „Lost“  / (c) 2008 ABC
So viele Figuren, so viele Handlungsstränge, so viele Zeitebenen: „Lost“ / (c) 2008 ABC

Am vergangenen Mittwoch startete in den USA die fünfte Staffel der Mysteryserie Lost auf ABC - und fuhr das bislang schlechteste Ergebnis in den Einschaltquoten für einen Staffelauftakt ein. Ein Erklärungsversuch.

Das Erstaunliche an den 11,4 Millionen Zuschauern, die Lost holte ###news0###, ist weniger, dass die Serie gegenüber der Premiere im Vorjahr mehr als ein Viertel des Publikums eingebüßt hat, als vielmehr die Tatsache, dass am Ende (trotz einer halbstündlich sinkenden Sehbeteiligung) doch noch so viele Zuschauer drangeblieben sind.

Denn Because You Left hatte es wahrlich in sich. Mehr als drei Jahre lang hat uns die Serie darüber im Unklaren gelassen, was auf diesem mysteriösen Eiland vor sich geht - ganz zu schweigen von der Frage, in welchem Genre wir uns überhaupt befinden. Mystery, so viel war klar. Aber welche Art von Mystery genau? Horror? Grusel? Science Fiction? Metaphysische Parabel? Alles zusammen?

Sicher, Lost war und ist ein Genre-Hybrid. Aber mit der vierten Staffel begann die Serie sich schließlich doch auf eine Art Leit-Genre festzulegen. Und zwar die Science Fiction. So fällt z.B. dem frisch auf der Insel eingetroffenen Physiker Daniel Faraday (Jeremy Davies) auf, dass ein Zeitgefälle zwischen der Insel und der Außenwelt existiert. Im Finale There's No Place Like Home (3) bedient Ben schließlich eine rätselhafte unterirdische Apparatur - und bringt damit die Insel zum Verschwinden.

Genau an diesem Punkt setzt die Handlung von Because You Left ein: Für die auf der Insel Verbliebenen (darunter Sawyer und Locke) manifestiert sich das Verschwinden der Insel in Form des zuvor schon bei den elektromagnetischen Entladungen beobachteten Lichtphänomens. Alles scheint zunächst wieder normal zu sein. Nur dass das Lager am Strand mit den Zelten und allen übrigen Ausrüstungsgegenständen verschwunden ist.

Nach einigem Zögern - und intensivem Nachfragen seitens Sawyers - rückt Daniel schließlich mit einer Erklärung heraus: Sie haben sich in der Zeit bewegt. Der Grund dafür, warum sie das Lager nicht sehen, ist einfach der, dass das Lager noch nicht gebaut wurde. Und das Zeitreise-Phänomen wiederholt sich wieder und wieder und wieder...

Unterdessen drei Jahre in der Zukunft: Ben und Jack treffen Vorbereitungen, um auf die Insel zurückzukehren. Und entführen dazu erst einmal den Sarg von Locke aus dem Bestattungsinstitut. Sayid holt derweil Hurley aus der Nervenklinik. Als sie jedoch Sayids Safe House erreichen, werden sie dort angegriffen. Kate erhält unterdessen Besuch von zwei Rechtsanwälten, die ihr einen Gerichtsbeschluß vorlegen, der sie autorisiert, die Mutterschaft für Aaron zu überprüfen.

Gut ein halbes Dutzend Handlungsstränge über zwei Zeitebenen verteilt, von denen die erste sogar nicht einmal stabil ist, sondern durch verschiedene Zeitsprünge fluktuiert, die die Figuren in unterschiedliche Zeitfenster der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft transportieren! Ich bin ein regelmäßiger Zuschauer von Lost, der bislang nicht eine Folge verpasst hat und als ein ausgesprochener Science-Fiction-Fan gelten darf - und ich konnte der Handlung kaum folgen.

Was die Serie hier zum Staffelauftakt ihrem Publikum geboten hat, war der absolute Overkill. Als hätten die Autoren über all die Jahre alles, was sie eigentlich an Science Fiction in die Serie hineinschreiben wollen, aufgestaut. Und als wäre dieser Damm jetzt gebrochen. Das Endergebnis ist für den Connoisseur durchaus vergnüglich. Gelegenheitszuschauer (oder anders gesagt: alle Nicht-Hardcore-Fans) haben spätestens ab jetzt keine Chance mehr, sich in irgendeiner Weise zurechtzufinden.

Das ist einerseits schade. Andererseits zeigt sich darin die befreiende Wirkung der von den Produzenten selbst auferlegten Begrenzung der Serie. Mit 11 Millionen Zuschauern und einer nur noch limitierten Zahl von Folgen, die dieses und nächstes Jahr laufen, können sie die Serie kompromisslos so zu Ende erzählen, wie es ihnen vorschwebt.

Christina Greiner

Der Artikel Lost: Let's Do the Time Warp... wurde von Christina Greiner am Uhr erstmalig veröffentlicht. Christina Greiner hat bereits 173 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht.

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