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Lost: Das Ende ist nahe

Review zu 6x16 „What They Died For“

Einer von ihnen wird der Nachfolger von Jacob / (c) 2010 ABC
Einer von ihnen wird der Nachfolger von Jacob / (c) 2010 ABC

Nur noch wenige Tage, dann hat das Warten ein Ende. Dann wird Lost seinen lang erwarteten Abschluss haben. What They Died For hat dafür bereits alle dramaturgischen Vorbereitungen getroffen: Die ultimative Auseinandersetzung um die Insel kann beginnen!

SPOILER! SPOILER! SPOILER!

Sawyer: „And I thought that guy had a god complex before...

Inhalt

2004, L.A.-Realität:
Jack, der tatsächlich seine Halbschwester Claire bei sich aufgenommen hat, wacht eines Morgens auf - und wundert sich über eine Verletzung am Hals. Das tun wir als Zuschauer auch: Denn nach der Explosion auf dem U-Boot in der anderen Realität ist Jack dort gar nicht verletzt gewesen. Doch offenbar genau darauf spielen die Autoren an: Etwas ist in der einen Realität passiert - und hat Auswirkungen auf die andere.

Doch Jack steht gar nicht im Mittelpunkt dieses Handlungsstrangs, sondern Desmond. Dieser ruft Jack an, gibt sich als die Fluggesellschaft aus und behauptet, dass der Sarg von Jacks Vater wieder aufgetaucht sei. Besagten Anruf tätigt Desmond, während er in seinem Auto vor der Schule wartet, gerade als Locke nach seinem Krankenhausaufenthalt wieder zur Arbeit kommt. Locke ist dabei, mit seinem Rollstuhl die Straße zu überqueren, als Desmond den Motor startet. Er wird ihn doch nicht schon wieder überfahren wollen?

Aber halt, bevor er tun kann, was immer er vor hat, wird er auf einmal von Benjamin aufgehalten. Dieser erkennt ihn wieder - und will die Polizei rufen. Doch Desmond packt den Geschichtslehrer und versetzt ihm einige Faustschläge ins Gesicht. Diese haben zur Folge, dass er auf einmal eine Vision von der „anderen Seite“ hat, in der Desmond das schon mal mit ihm gemacht hat.

Desmond versucht Ben klarzumachen, dass er Locke gar nicht töten wollte. Vielmehr wollte er ihm nur dabei helfen „loszulassen“. Desmond setzt sich wieder in seinen Wagen und macht sich davon.

Benjamin ist so schwer lädiert, dass er einen Besuch bei der Schulschwester einlegen muss. Dort trifft er auf Locke, dem er von der Begebenheit erzählt. Dieser will die Polizei rufen, bis Ben jenen letzten Satz von Desmond wiederholt. Denn der hat es wahrlich in sich. Nicht nur, dass Ben sagt, dass er Desmond aus unerfindlichen Gründen geglaubt hat. Nein, Locke kommt die Sache mit dem „loslassen“ außerdem sehr bekannt vor. Schließlich hat Dr. Shephard, der Arzt, der ihn im Krankenhaus behandelt hat, genau das Gleiche gesagt.

Locke sucht Jack in dessen Büro im Krankenhaus auf. Der Arzt fürchtet schon, Locke wolle ihn beschuldigen, dass er den Mann im Auto beauftragt habe. Doch darauf will Locke gar nicht hinaus. Vielmehr zählt er Jack all die Zufälle auf, die zu ihrem erneuten Treffen geführt haben. Es kommt Locke fast so vor, als sei alles aus einem bestimmten Grund passiert. Jack will von dem Gedanken, dass es vielleicht das Schicksal ist, welches sie zusammengeführt hat, nichts wissen. Als Locke jedoch sagt, dass er nun bereit ist, den Rollstuhl zu verlassen, ist Jack gerne bereit, die Operation vorzunehmen.

Ben hat nicht die Polizei gerufen. Locke auch nicht. Also muss sich Desmond selbst bemühen. Er geht auf das Revier, auf dem Sawyer und Miles arbeiten. Diese kabbeln sich gerade wegen eines Konzerts, das im Museum von Miles' Vater stattfinden wird - und zu dem Sawyer seinen Kollegen nicht begleiten will, weil er nicht noch einmal Charlotte begegnen will. Da bringt ein Beamter Desmond zu ihnen, der ein umfassendes Geständnis ablegt: Er habe Locke überfahren und einen anderen Lehrer zusammengeschlagen. Sawyer findet es großartig, dass Desmond durch sein Geständnis dem Steuerzahler viel Geld gespart habe. Und er steckt den Schotten in die Arrestzelle des Reviers, wo auch schon Sayid und Kate einsitzen. Seinem Lächeln nach zu urteilen ist es genau der Ort, wo Desmond hinwollte.

Als die drei überführt werden, macht Desmond seinen beiden Mithäftlingen einen Vorschlag: Sie müssen versprechen, etwas für ihn zu tun, wenn er sie dafür aus der Haft befreit. Sayid ist davon überzeugt, dass Desmond nicht alle Tassen im Schrank hat. Also spielen er und auch Kate das Spiel mit. Sie geben Desmond das Versprechen, um das er sie gebeten hat. Und staunen nicht schlecht, als der Gefangenentransporter, in dem sie unterwegs sind, einige Momente später anhält. Eine Polizistin, in der wie Ana-Lucia erkennen, lässt sie frei. Will aber dafür wie vereinbart bezahlt werden, sonst müsste sie sie „auf der Flucht“ erschießen.

Dazu kommt es jedoch nicht, weil Hurley in seinem Auto angebraust kommt - und ihr das geforderte Geld in einem großen Umschlag überreicht. Sayid und Kate kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Sayid soll nun mit Hurley mitfahren, Kate dagegen mit Desmond (in Hurleys rotem Camero, der schon bereitsteht). Desmond hat für Kate auch ein Kleid dabei, denn es geht, wie er sagt, auf ein Konzert.

2007, Insel-Realität:
Notdürftig flickt Jack die angeschossene Kate. Gemeinsam mit Sawyer und Hurley fassen sie den Plan, dass sie Fake-Locke umbringen müssen. Jack erinnert sich an das, was Sayid zu ihm auf dem U-Boot gesagt hat: Dass er Desmond finden soll, weil Fake-Locke diesen unbedingt töten wollte. Also machen sie sich auf den Weg zu besagtem Brunnen, in dem Desmond sich befinden soll.

Sawyer macht sich Vorwürfe, weil er nicht auf Jack gehört hat - und sein Versuch der Bombenentschärfung erst die Katastrophe ausgelöst hat. Doch Jack macht ihm klar, dass Fake-Locke Sun, Jin und Sayid auf dem Gewissen hat. Nicht er.

Auf dem Weg durch den Dschungel sieht Hurley auf einmal den jungen Jacob. Dieser heischt ihn an, ihm das Päckchen mit Asche auszuhändigen, welches er von Ilana bekommen hat. Der junge Jacob reißt es ihm geradezu aus den Händen - und macht sich davon. Hurley läuft ihm, so gut er kann, hinterher. Und trifft schließlich auf Jacob in der älteren Variante. Dieser hat die Asche mittlerweile in ein Lagerfeuer geworfen. Wenn dieses ausgebrannt ist, dann werde Hurley, so Jacob, ihn nicht mehr wiedersehen. Deshalb soll Hurley seine Freunde herholen. Denn das Ende sei jetzt sehr nahe.

Hurley tut wie ihm aufgetragen wurde. Jack, Sawyer, Kate und er selbst versammeln sich um Jacobs Lagerfeuer. Inzwischen kann nicht nur Hurley den Hüter der Insel sehen, sondern auch die anderen. Jacob erklärt, dass einer von ihnen sein Nachfolger werden soll. Die Aufgabe: Das Licht zu beschützen, welches im Herzen der Insel strahlt. Das Licht darf nicht verlöschen. Andernfalls bedeute das nicht nur ihren Tod, sondern auch den Tod aller Menschen, um die sie sich sorgen.

Vor langer Zeit habe er, Jacob, einen Fehler gemacht, durch den der Mann, den sie als das Monster kennen, überhaupt erst zu dem geworden ist, was er heute ist. Vor ihm müssen sie das Licht beschützen - und tun, wozu Jacob nicht in der Lage gewesen ist. Jack schließt daraus ganz richtig, dass sie das Monster töten müssen. Falls das überhaupt möglich ist. Das kann ihnen Jacob nämlich nicht sagen.

Was er ihnen jedoch verrät, ist der Grund, warum er sie hergebracht hat: Weil sie genauso einsam waren wie er selbst. Weil sie kein glückliches Leben geführt haben, sondern eins, das voller Fehler war. Weil sie nach etwas gesucht haben, was sie in ihrem normalen Leben nicht hätten finden können. Sie hätten die Insel genauso gebraucht, wie die Insel sie braucht. Kate will wissen, warum ihr Name durchgestrichen gewesen sei. Darauf erklärt Jacob ihr, dass er das getan habe, nachdem sie Mutter geworden sei. Doch letztlich sei es nur Kreide an einer Höhlenwand. Wenn sie den Job wolle, dann könne sie ihn haben.

Doch das will Kate dann wohl lieber nicht. Stattdessen meldet sich Jack. Er glaubt, für die Aufgabe berufen zu sein. Da niemand ihm den Job streitig machen will (Hurley scheint tatsächlich sogar darüber erleichtert, dass er ihn nicht machen muss), führt Jacob ihn etwas abseits zu einem Bach. Dort murmelt er eine Art Segnungsformel in einer fremden Sprache - genauso wie Allison Janney es getan hat - und gibt Jack von dem Wasser zu trinken. Damit, so Jacob, sei Jack jetzt genauso wie er.

Unterdessen haben es Ben, Richard und Miles bis zu den Häusern der Dharma-Initiative geschafft. Bedenkt man, was ihre Freunde mittlerweile erlebt haben, seit sie sich bei der Black Rock getrennt haben, so haben sie sich gehörig viel Zeit gelassen. Aber das nur am Rande. Ben hat in einer versteckten Kammer seines ehemaligen Hauses noch ein paar Päckchen C4-Sprengstoff versteckt, mit dem sie das Flugzeug auf der Hydra-Insel in die Luft jagen wollen.

In seinem Haus treffen sie jedoch auf Zoe und ihren Chef Charles Widmore. Die Wiedersehensfreude zwischen Widmore und Benjamin ist nicht sehr ausgeprägt. Für ihren Plan, das Flugzeug mit Sprengstoff zu verminen hat Widmore nur sanften Spott übrig: Auf diesen Einfall sei er schon längst gekommen. Unterbrochen wird der nette Plausch durch das Herannahen von Fake-Locke, welches die Gruppe in großen Aufruhr versetzt. Die einen wollen sich verstecken, die anderen abhauen.

Widmore und Zoe verstecken sich in Bens Geheimkammer. Miles schlägt sich in den Dschungel. Während Richard glaubt, dass er Fake-Locke ablenken kann, weil dieser doch wolle, dass er sich ihm anschließt. Da hat er sich allerdings verkalkuliert. Denn der schwarze Rauch braust heran - und schleudert Richard Gott weiß wohin. Bleibt also noch Ben, mit dem Fake-Locke gerne sprechen möchte, weil er wieder - wie schon bei Jacob - ein paar Mordaufträge für ihn hat. Zunächst einmal will er jedoch nur wissen, wo Widmore steckt. Ben verrät es ihm.

Mit Zoe macht Fake-Locke kurzen Prozess. Mit Widmore will er sich jedoch etwas ausführlicher unterhalten. Vor allem will er wissen, warum dieser überhaupt hier ist. Ben gegenüber hatte Widmore erklärt, dass Jacob ihm erschienen sei - und beauftragt habe. Gegenüber Fake-Locke sagt er nur, dass er Desmond auf die Insel habe bringen solle. Mehr will er ihm eigentlich nicht verraten. Doch Fake-Locke bietet ihm einen Deal an: Wenn er ihm sagt, was es mit Desmond auf sich hat, dann will Fake-Locke Widmores Tochter Penny verschonen. Andernfalls werde er sie töten, sobald er es geschafft hat, von der Insel zu kommen.

Widmore gibt schließlich nach, will es Fake-Locke allerdings nur ins Ohr flüstern, damit Ben es nicht mithört. Dieser jagt seinem alten Rivalen kurze Zeit später einige Kugeln in den Leib. Mit der Begründung, dass er nicht wolle, dass Widmore seine Tochter retten könne. Doch Fake-Locke hat bereits alles erfahren, was er wissen will.

Gemeinsam mit Ben geht er zum Brunnen, in dem er den Leichnam Desmonds vermutet. Doch Desmond ist nicht da. Weder tot. Noch lebendig. Dafür findet Fake-Locke ein Seil. Sayid hat also den Auftrag nicht ausgeführt. Und außerdem hat jemand Desmond dabei geholfen, sich aus dem Brunnen zu befreien. Das spielt Fake-Locke jedoch sehr gut in die Karten. Von Widmore hat er, wie er Ben sagt, erfahren, dass Desmond so eine Art Notfallplan von Jacob sei, für den Fall, dass keiner seiner Kandidaten überlebt. Doch nun will Fake-Locke sich seiner bemächtigen, um etwas zu tun, was er vorher nicht konnte: Die Insel zerstören.

Kritik

Das Finale kann kommen: What They Died For hat den Boden dafür sehr gut bereitet. Wie es sich für die bevorstehende Auflösung einer spannenden Geschichte gehört, sind die Figuren jetzt auf einem ultimativen Konfrontationskurs: Fake-Locke will die Insel zerstören, um endlich freizukommen; Jack hat von Jacob die Aufgabe übernommen, die Insel zu beschützen, um genau das zu verhindern. Jeder der beiden kann sein Ziel nur durch den Tod des anderen erreichen.

In künftigen Lehrbüchern zum Drehbuchschreiben würde sich dies sehr gut als Fallbeispiel im Kapitel „Der dramatische Konflikt“ eignen.

Auch im Alternativuniversum scheint alles für die Auflösung bereit: Desmond hat zu allen Mitreisenden Kontakt aufgenommen bzw. dafür gesorgt, dass sie untereinander in Berührung gekommen sind. Etwas schade ist vielleicht, dass wir nicht gesehen haben, wie er Hurley „rekrutiert“ hat. Andererseits ist das natürlich ein sehr schöner Überraschungs-Effekt - zumal Hurley mehr als die anderen Figuren in Desmonds Plan involviert zu sein scheint.

Wie schon in den Folgen zuvor bringen die Szenen mit Desmond in der Parallelwelt einen leichten, fast heiteren Anstrich ins Lost-Universum. Die Art, wie er als großer „know-it-all“ Strippenzieher auftritt, erinnert fast ein bißchen an Serien wie Hustle oder Leverage, wo ein Adrian Lester oder Timothy Hutton mit spielerischer Gelassenheit einen heist vorbereiten. Das wäre auch ein guter Part für Henry Ian Cusick, der den mit Abstand höchsten Coolness-Faktor aller Lost-Protagonisten mitbringt.

Diese Momente in der L.A.-Realität bilden auch ein schöner Kontrast zu den Mythologie beladenen, fast archetypischen Szenen im Jacob-Handlungsstrang: Der weise Hüter, der am Lagerfeuer sein Wissen weitergibt - und schließlich die Initiation seines Nachfolgers vornimmt. Bot die erste Begegnung von Jacob und Richard in Ab Aeterno eine unverkennbare Anspielung auf die Taufe, so referenziert die Szene mit Jacob und Jack die Wandlung beim christlichen Abendmahl (und stellt dadurch, dass es sich diesmal um Wasser und nicht um Wein wie in Across the Sea handelt, auch noch eine Assoziation zu einer anderen biblischen Wandlung her - nämlich zu der von Wasser in Wein).

Aufgeladen mit religiösen Verweisen und exzellent gefilmt (das glitzernde Wasser!) stellt die Szene einen würdigen Rahmen für Jacks Transformation in den neuen Hüter der Insel dar.

Selbstverständlich wird die Entscheidung der Autoren, Jack zum Nachfolger Jacobs zu machen (ein bißchen liegt es ja fast im Namen...), große Diskussionen bei den Fans auslösen. Ich selbst hätte mich sehr darüber gefreut, wenn es Hurley geworden wäre (einfach weil ich die Figur so sehr mag). Letztlich kann ich aber mit dem Gang, den die Serie hier genommen hat, sehr gut leben.

Denn die Wandlung Jacks vom Skeptiker, der nichts von Lockes Glauben an die Insel hören will, hin zu genau demjenigen, der wie einst Locke davon überzeugt ist, dass ihr Aufenthalt auf der Insel einen Sinn hat, ist von langer Hand vorbereitet worden. Spätestens seit Staffel 4, als es Jack war, der alles daran gesetzt hat, die Oceanic Six zur Rückkehr auf die Insel zu bewegen, hatte er die Rolle des Gläubigen inne. Von daher überrascht es keineswegs, dass er sich nun zum Hüter der Insel berufen fühlt. Den Gegensatz stellen die Autoren ja auch noch einmal sehr schön durch den Kontrast zwischen der Insel- und der L.A.-Realität heraus, in der Jack noch ganz der Skeptiker ist, der alles für einen Zufall hält.

Ob Jack auch am Ende der letzten Folge am Sonntag noch der Hüter sein wird, steht dagegen noch auf einem ganz anderen Blatt. Denn gerade What They Died For hat wieder einmal schön unter Beweis gestellt, mit welch gekonnten Wendungen die Autoren von Lost operieren: Da hatten wir gerade geglaubt, dass Benjamin Linus geläutert ist, da schießt er Widmore nieder und schließt sich Fake-Locke an. Oder ist das wiederum nur ein Trick von ihm, mit dem er Fake-Locke in eine Falle locken will? Dieser wiederum erkennt in genau jenem „Notfallplan“ von Jacob, nämlich Desmond, ein Mittel, welches er zu seinem eigenen Vorteil nutzen kann. Aus dem Hoffnungsträger Desmond ist damit eine potentielle Gefahrenquelle geworden.

Wendungen, wohin das Auge reicht.

Einer der schönsten Augenblicke der Folge war sicherlich das Aufeinandertreffen von Ben und Danielle in Los Angeles. Die Szene trug zwar nicht wirklich zum Fortgang der Handlung bei. Die Herzlichkeit, mit der Alex und ihre Mutter Ben begegnen, ließen jedoch den Eindruck entstehen, dass er zumindest in dieser Realität das gefunden hat, was ihm bislang - in beiden Welten - verwehrt gewesen ist: Eine Familie.

Etwas Versöhnliches hatte natürlich auch die Szene am Lagerfeuer, jedenfalls gegenüber den Fans, die genau so etwas in der vorangegangenen Folge vermisst haben. Jacob erklärt sich gegenüber den anderen Figuren endlich - und bringt damit zumindest ein wenig Licht ins Dunkel. Vor allem hinsichtlich der Frage, warum er Jack, Kate und die anderen überhaupt auf die Insel gebracht hat.

Seine Erklärung, dass er Menschen gewählt hat, die ihm insoweit ähnlich sind, dass sie einsam waren - und im Grunde die Insel gebraucht haben, scheint (zumindest auf emotionaler Ebene) durchaus stimmig. Es relativiert auch etwas die von vielen Fans beklagte „Demontage“ von Jacob in der vergangenen Woche: Er ist kein allgütiger, allwissender und allmächtiger Gott, sondern ein Mensch, der in seiner Vergangenheit Fehler, sogar schwere Fehler begangen hat. Und der sich als potentielle Nachfolger Menschen gesucht hat, die - jeder auf seine eigene Weise - eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Niemand kann die Insel vor dem Bösen beschützen, wenn er nicht selbst Bekanntschaft mit dem Bösen gemacht. Sowohl mit bösen Dingen, die ihm selbst widerfahren sind, als auch bösen Dingen, die man selbst getan hat.

Den letzten Teil habe ich mir jetzt selbst zusammengereimt. Aber ja, auf dieser Ebene betrachtet, ergibt das durchaus Sinn.

Anders als nach Across the Sea bin ich auf jeden Fall wieder guter Dinge, dass am Sonntag noch mehr Mosaiksteine zusammenpassen werden.

Nur noch vier Tage...

Auf den nächsten beiden Seiten gibt es die Trailer zum Finale; allerdings, so weit zu erkennen ist, ohne neues Material:

Lost - Das Finale: Trailer 1

[videosj=lost-finale-trailer-1]

Lost - Das Finale: Trailer 2

[videosj=lost-finale-trailer-2]

Christina Greiner

Der Artikel Lost: Das Ende ist nahe wurde von Christina Greiner am Uhr erstmalig veröffentlicht. Christina Greiner hat bereits 173 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht.

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