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Life Sentence: Review der Pilotepisode

Life Sentence: Review der Pilotepisode

Kritik der Episode 1x01

Szenenbild zu der Pilotfolge von „Life Sentence“  /  (c) The CW
Szenenbild zu der Pilotfolge von „Life Sentence“ / (c) The CW

In der Auftaktfolge versucht die Dramedy, zu viele Handlungsstränge auf einmal zu starten. Dadurch wirkt die Pilotfolge zu überladen. Zudem schwankt sie zwischen zwei Extremen - einer stark kitschigen und einer überaus dramatischen Erzählweise.

Nachdem letztes Jahr Pretty Little Liars zu Ende ging, angelte sich die Schauspielerin Lucy Hale ihr neues Projekt. In Life Sentence spielt sie Stella - die todkranke Krebspatientin, die ihr Leben bis aufs Letzte ausgekostet hat und nun bereit ist zu sterben. Als sie dann jedoch plötzlich erfährt, dass sie geheilt ist, steht ihr Leben auf dem Kopf. So viel zu der Prämisse der Serie.

I Don't Want Anything to Change

In den ersten paar Minuten des The CW-Piloten erfahren wir alles über Stellas Leben - oder besser gesagt alles über ihr Leben vor ihrer Heilung. Sie hat so gelebt, als ob sie jeden Tag sterben könnte. Aus diesem Grund lebte sie, ohne über mögliche Konsequenzen ihres Handelns nachzudenken und machte einfach das, worauf sie Lust hatte. Die kitschige Geschichte ihres Lebens bekommen wir von ihr und ihrem Ehemann Wes (Elliot Knight) erzählt, die diese scheinbar nicht zum ersten Mal zum Besten geben. Diese beiden lernten sich passenderweise in der Stadt der Liebe kennen und lieben. Ihre gemeinsame Hochzeit fand dann innerhalb kürzester Zeit statt.

Bis hierhin verlief Stellas Leben - abgesehen von dem Umstand, dass sie Krebs hat - wie aus dem Bilderbuch. Das ändert sich jedoch schlagartig, als sie erfährt, dass sie krebsfrei ist. Von nun an platzt die rosarote Blase, in der sie bisher gelebt hat. Was Stella nämlich nicht wusste, war, dass ihre ganze Familie sie in Watte gepackt hat, damit sie ein positives Umfeld hat. Somit hielten diese auch viele Geheimnisse vor ihr fern, die nun alle auf sie einprasseln. Hierzu gehört, dass ihre Eltern Eheprobleme haben und sich nun trennen. Aber nicht nur das. Ihre Mutter Ida (Gillian Vigman) offenbart, dass sie bisexuell ist und sich in einer Beziehung mit Stellas Patentante befindet. Außerdem verkauft ihr Bruder Aiden (Jayson Blair) Pott an Mütter. Mit einer von ihnen hat er auch eine Affäre angefangen.

Außerdem vermittelt die Serie, dass eine Krebsdiagnose nicht nur das Leben des Patienten beeinflusst, sondern auch das der Angehörigen. So hat ihre Schwester Elizabeth (Brooke Lyons) ein Stipendium für die Columbia aufgegeben, um sich um sie zu kümmern. Zudem hat Wes ihr vorenthalten, dass er Kinder möchte - Stella möchte keine -, da er mit ihr (verständlicherweise) keine Zukunft sah und es nicht für nötig erachtet hatte, ihr das von sich zu offenbaren. So spielte er, seitdem sie sich kennen, eine Show für sie, indem er ihr in allem zustimmte und all die Dinge, die sie liebte, auch lieben musste. Nun muss Stella ihren Mann erneut kennenlernen und sich auf die neuen Seiten von ihm einlassen, während Wes wieder lernen muss, er selbst zu sein und seine Frau nicht zu verwöhnen.

Während eines geplanten Dankessens für die Ärztin, die Stellas Leben gerettet hat, werden alle Geheimnisse enthüllt und es kommt zu einem Eklat. So bringt Ida ihre neue Freundin mit auf die Party, Aiden wird von einem wütenden Ehemann angegriffen und Elizabeth macht ihrer Schwester Vorwürfe für ihr Leben, das sie sich so nie vorgestellt hatte.

Zum Ende hin muss Stella feststellen, dass sie nicht mehr in einer Blase lebt und ihre Familie ihr die ganze Zeit etwas vorgemacht hat. Das muss sie erst mal verdauen. Jedoch wird ihr letzten Endes klar, dass sie das alles schaffen kann, solange sie ihren Mann an der Seite hat und das alles doch nur Kleinigkeiten sind, verglichen mit dem Tod. Sie ist einfach glücklich, am Leben zu sein.

Your life is like one of these romantic cancer movies

Während die ersten paar Minuten der Folge nach „Friede, Freude, Eierkuchen“ aussehen und an Kitsch beinahe nicht zu übertreffen sind, hofft man schnell auf einen Ausgleich. Dieser erfolgt in Form überdramatischer Elemente, in denen das scheinbar perfekte Leben Stellas auf den Kopf gestellt wird und sie aus ihrer rosaroten Blase gerissen wird. Diese entwickelt sich schnell zu dem Gegenteil einer romantischen und kitschigen Story. Stattdessen muss sie feststellen, dass ihre Familie auch nur aus Menschen mit Fehlern besteht. Hierbei erschlagen die Angehörigen sowohl Stella als auch uns Zuschauer mit ihren ganzen Geheimnissen und Problemen, dass man kaum Raum zum Atmen geschenkt bekommt.

© IMAGO
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Stella (Lucy Hale)   © The CW
Stella (Lucy Hale) © The CW

An sich finde ich den Gedanken, dass eine Familie an ihr Geheimnisse gehalten hat und sich diese nun offenbaren, gar nicht so schlecht. Jedoch scheint es beinahe so, dass man jeder Figur ein Alleinstellungsmerkmal geben muss, das in Form eines Geheimnisses auftritt. Da sich aus jedem Geheimnis auch noch je ein Handlungsstrang entwickelt, der in den 40 Minuten angesprochen wird, es dabei zu einem dramatischen Höhepunkt und zu einer Lösung des Konflikts kommen muss, wirkt die Pilotepisode mehr als nur etwas überladen.

Anstatt es also bei einer traditionellen Einführung der einzelnen Figuren und ihrer Beziehungen zu belassen, quetschen die Macher also viele Handlungsstränge auf einmal in die Folge. Dabei hätte das Ganze gar nicht sein müssen. Es hätte gereicht, wenn man sich auf die Exposition der Figuren konzentriert und die einzelnen Konflikte lediglich gestreift hätte. In den darauffolgenden Folgen wäre dafür noch genug Zeit gewesen.

Der Serie muss man jedoch zugutehalten, dass die Darsteller zueinander bereits jetzt eine gute Chemie aufweisen. Insbesondere Lucy Hale und Elliot Knight harmonieren wunderbar miteinander.

Fazit

Insgesamt wirkt die Auftaktfolge der The CW-Dramedy Life Sentence, Pilot, in beinahe jeder Hinsicht zu übertrieben, zu überladen, zu kitschig und zu künstlich. Dabei schwankt sie insbesondere zwischen einer zu kitschigen und zu dramatischen Darstellung, die nicht besonders miteinander harmonieren. Im einen Moment wird man von der Realität erschlagen, in der nächsten Sekunde ist scheinbar alles wieder in Ordnung.

Man sollte die Serie jedoch noch für ein paar Episoden verfolgen, damit sich ein richtiges Bild herauskristallisiert. Denn die Dramedy hat noch die Möglichkeit, die Fehler ihrer Pilotfolge auszukurieren, um eine passende Erzählweise und -dynamik zu finden.

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Christina Greiner

Der Artikel Life Sentence: Review der Pilotepisode wurde von Christina Greiner am Uhr erstmalig veröffentlicht. Christina Greiner hat bereits 173 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht.

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