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Lauchhammer - Tod in der Lausitz: Review der Pilotepisode der ARD/arte-Serie zum Streamen

Lauchhammer - Tod in der Lausitz: Review der Pilotepisode der ARD/arte-Serie

Lauchhammer - Tod in der Lausitz: Review der Pilotepisode der ARD/arte-Serie

In der Lausitz wird ein totes Mädchen gefunden, ein LKA-Ermittler kehrt in sein Heimatdorf zurück und eine akribische Ermittlerin stört die Dorfseele. Dazwischen begleiten wir die Figuren in der Serie Lauchhammer - Tod in der Lausitz durch eine manchmal fast apokalyptisch wirkende Landschaft auf der Suche nach der Wahrheit. Zu sehen ist die Krimiserie in den Mediatheken von ARD und arte.

Ein Krimi in einem spannenden, aber oft übersehenen Abschnitt Deutschlands - Das ist die Prämisse der neuen Serie von Das Erste und arte, Lauchhammer. Die Lausitz präsentiert sich darin als etwas sagenumwoben, etwas strukturschwach, etwas mystisch und vor allem als ein Landstrich im Umbruch.

Wovon handelt die Serie Lauchhammer - Tod in der Lausitz?

Braunkohle war lange das Tagewerk vieler Menschen in der Lausitz. Nun ist der Ausstieg beschlossen und für die Menschen vor Ort bedeutet das den Beginn einer komplizierten, vielschichtigen Entwicklung. Auf der einen Seite eine große Verlusterfahrung und die Angst vor dem Unbekannten, das in den vergangenen Jahren nicht viel Gutes in den Osten der Republik geschwemmt hat. Auf der anderen Seite ein Neuanfang, besonders für die jungen Bewohner, die sich für eine nachhaltigere Zukunft engagieren und sich in Klimacamps zusammengeschlossen haben.

Mitten in diese Mischung kehrt der LKA-Ermittler Maik Briegand (Misel Maticevic) zurück in seinen Heimatort. Er führt die Familientradition, Polizist zu sein, nun in der dritten Generation weiter. Auch wenn er sich selbst in der Stadt entwickelt hat, so kennt und beachtet er doch die Befindlichkeiten der Lausitzer. Anders als seine neue Kollegin, Annalena Gottknecht (Odine Johne), der Daten, Fakten und Tabellen mehr wert zu sein scheinen als Gefühle.

Die beiden lernen sich in der fast schon apokalyptisch wirkenden Braunkohlelandschaft kennen, an der Leiche eines Mädchens namens Ramona. Der kleine Ort, in dem fast jeder jeden kennt, ist erschüttert von dem Mord, auch die hiesigen Polizisten, inklusive Maik haben mehrere Schnittstellen mit der Familie der Toten.

Das führt von Anfang an zu Problemen. Zum Beispiel, als Polizist Andre Pötschke (Marc Hosemann) der Mutter der Toten die Nachricht unabgesprochen alleine überbringt, da er mal mit der zweifachen Mutter zusammen war. Für Annalena Gottknecht ist das kein menschliches Mitgefühl, sondern Behinderung der Ermittlungen. Und am Ende behält sie recht, als das von ihr als Beweismittel veranschlagte Zimmer des toten Mädchens unbefugt durchsucht wird, nachdem Pötschke sie aus der Wohnung befördert hat.

Die Umstände, die Annalena in der Familie vorfindet, sind unhaltbar. Die Mutter ist drogensüchtig, der kleine Bruder der Toten völlig verwahrlost und ohne seine ältere Schwester kann er nicht in der Familie bleiben und wird vom Jugendamt geholt.

In den Fokus der Ermittlungen gerät eine Drückerkolonne, zu der der Exfreund des Opfers gehört, Juri (Malik Blumenthal), welcher versucht, einer Befragung durch die Polizei zu entkommen. Unterdessen hat auch Maik selbst persönliche Verbindungen zum Fall, über seine Tochter Jackie (Ella Lee), die so alt ist wie Ramona. Sie engagiert sich, anders als ihre älteren Verwandten, gegen den Kohleabbau und hat sich einer Gruppe Klimaaktivisten angeschlossen.

Zwischen Annalenas Fakten und Maiks Intuition eskaliert es immer wieder, aber hier könnte auch der Schlüssel zum Lösen des Falls liegen...

Wie kommt es rüber?

Die Serie Lauchhammer - Tod in der Lausitz nutzt den Kriminalfall, um die Geschichte eines Landstriches zu erzählen. Es ist eine Geschichte mit Brüchen und einer komplizierten Vergangenheit, an der die Deutschen sich immer noch abarbeiten müssen. Es ist die Geschichte von Menschen, denen schon einmal ihr ganzes System weggebrochen ist und die sich nicht als Gewinner des Wandels sehen. Und nun droht erneut der Umbruch, als der Braunkohleabbau dem Ende entgegengehen soll. Das weckt Existenzängste und die Frage nach der Wertschätzung der Vergangenheit. Auf der anderen Seite stehen die jungen Leute, die sich durch die Umweltverschmutzung um ihre Zukunft betrogen sehen.

In dieses Spannungsfeld hinein erzählen die Serienmacher ihren Krimi, der mit einem starken Cast und beeindruckenden Bildern punkten kann. Statt mit Klischees über den Osten nähert die Serie sich den Figuren und der Landschaft mit Fingerspitzengefühl an und erschafft aus dem, was da ist, oft albtraumhafte Bilder. Aus der kargen Landschaft wird somit eine eindrucksvolle Kulisse, die das Innere der Figuren besser widerspiegelt, als viele Dialoge es könnten.

Die sechsteilige erste Staffel der Serie ist bis Dezember in den Mediatheken von Das Erste und arte zu sehen. Die lineare Ausstrahlung startet ebenfalls bereits heute, am 8. September um 20.15 Uhr auf arte. Im Ersten läuft die Serie ab dem 28. September.

Wertung: vier von fünf Schaufelradbaggern

Copyright der Bilder: MDR/Moovie/Anke Neugebauer

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